E-Book, Deutsch, 292 Seiten
Beck Falk & Cieran: be-coming darker
2. Auflage 2025
ISBN: 978-3-943678-28-4
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 292 Seiten
ISBN: 978-3-943678-28-4
Verlag: dead soft verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Auf einer Party lernt der Autor Falk Arthur den jungen Cieran Webb kennen. Er ist sofort fasziniert und lädt Cieran zu sich nach Hause ein. Dort gelten Falks eigene Regeln, und Falk hat sein Handwerk gelernt. Schnell stellen beide fest, dass zwischen ihnen viel mehr ist als Freundschaft. Cieran will sich unterwerfen - und zwar ganz. Und Falk ist bereit, diesen Weg zu gehen. Doch Falk hat mysteriöse Freunde, und bald sind sie in ein lebensgefährliches Abenteuer verstrickt, bei dem sich herausstellt, dass nicht nur Cieran ein dunkles Geheimnis hat. Phil, ein alter Freund von Falk taucht auf der Bildfläche auf. Und Phil verändert sich ...
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5
CIERAN
Ich war kaum für eine halbe Stunde in meinem Zimmer gewesen, hatte die Beine hochgelegt und mein Buch aufgeschlagen, da hörte ich das leise Klopfen an der Tür und sagte: »Herein.«
Michael trat ein, mit gesenktem Kopf. »Möchtest du baden und eine Massage?« Seine Stimme war verblüffend jung und unmännlich.
Irritiert sah ich ihn an. »Ja, warum nicht?« Den Vorschlag, nach meinem Motorradausflug ein kleines Bad zu nehmen, konnte ich kaum ablehnen. Meine Muskulatur verspannte sich immer rasend schnell nach jeder noch so kleinen Anstrengung.
»Darf ich dir helfen beim Baden?«
Ich runzelte die Stirn und fragte mich, was das nun schon wieder bedeuten sollte. Aber ich verspürte den Drang, sein Angebot anzunehmen. Außerdem hatte Falk ihn vermutlich geschickt – warum eigentlich nicht?
Ich verblüffte mich also selbst, indem ich »Ja« sagte und ging langsam hinter ihm her. An der Treppe wartete er auf mich, um mir zu helfen. Ich ließ es zu, doch die Hitze, die er ausstrahlte, ließ mich erschaudern. Ihn umgab eine dunkle Aura, die ich sehr intensiv spürte, wenn ich ihm so nah war. Ich versuchte, dieses Gefühl in den Hintergrund zu kämpfen.
Falks Vorstellung von einem Baderaum war natürlich genauso ausgefallen wie er selbst. Der Raum glich eher römischen Thermen – mit riesigen ovalen Badewannen, Marmorfußboden, mit interessanten Ornamenten und großen Grünpflanzen – als einem Badezimmer. Im hinteren Teil befand sich ein großer Pool, größer noch als der draußen. Auf einem der Liegestühle lagen zwei zusammengerollte schwarze Katzen und schliefen.
Ich fand es ungewöhnlich, die Katzen so nah am Pool zu sehen, aber sie waren wahrscheinlich genauso extravagant wie ihr Besitzer.
Michael hatte das Wasser bereits einlaufen lassen, offensichtlich hatten sie nicht damit gerechnet, dass ich ablehnen würde. Fast zärtlich begann er, mir die Kleider abzunehmen, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt, und als ich schließlich nackt war, half er mir in das warme, wunderbar entspannende Wasser. Ich war ein wenig verlegen, und es verwirrte mich, als er tatsächlich begann, mich zu waschen.
Seine Finger glitten sanft über meine Haut, schäumten mich ein. Ich begab mich in seine Hände, er hatte es offensichtlich schon oft getan – und seine Erfahrung machte es sehr angenehm. Geschickt wusch er mir die Haare, und ich musste mich zusammennehmen, damit ich nicht begann zu schnurren, denn er war wirklich gut.
Seine Hände glitten hinunter zu meinen Schultern, massierten meinen angespannten Nacken.
»Wie alt bist du?« fragte er leise.
»Achtzehn«, antwortete ich.
Ich drehte mich ein wenig, sah, dass er nickte. Warum wollte er das wissen?
Vorsichtig spülte er den Schaum aus meinen Haaren. Das heiße Wasser jagte angenehme Schauer über meine Haut.
»Ist das gut so?«
»Hm.« Ich knurrte leise.
Michael stand auf, um ein großes Badehandtuch zu holen. Mit erstaunlicher Kraft half er mir aus der Badewanne, sein Körper war stahlhart, als ich mich kurz gegen ihn lehnte. Er schlang mir das weiche Handtuch um die Schultern und trocknete mich so vorsichtig ab, als sei ich aus Glas.
Etwas seitlich, in einer Art Nische, stand ein Massagetisch, wie man ihn in Praxen von Masseuren und Krankengymnasten findet. Er war mit einer dicken Lage Handtücher bequem abgepolstert.
Michael führte mich zu diesem Tisch und half mir mit einer geübten Bewegung, mich bäuchlings daraufzulegen. Über meinem Hintern breitete er ein weiteres trockenes Handtuch aus.
»Falk wird gleich kommen.« Mit diesen Worten zog er sich zurück.
Und es dauerte in der Tat nur ein paar Minuten, bis Falk den Raum betrat. Er trug eine blaue Jeans und ein schwarzes, eng geschnittenes T-Shirt und sah darin ausgesprochen gut aus. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich, wie er zu mir herüberkam.
»Hey«, begrüßte er mich. »Hat Mike seinen Job ordentlich gemacht?«
Ich brachte ein Grinsen zustande, doch meine Antwort klang erbärmlich dünn. »Ja.«
Falk griff nach einer weißen Flasche, und ich war erstaunt, als er sich daran machte, meinen Rücken einzuölen. Seine Finger glitten über die breiten Narben, die quer über meiner Wirbelsäule verliefen. Ich hatte mit allem Möglichen gerechnet, aber nicht damit, dass er mich massieren würde.
Er war sehr geschickt, und ich stöhnte unter seiner kräftigen Massage. Seine Finger waren lang und schlank, und es war wundervoll, wie sie all die kleinen Verspannungen unter meiner Haut fanden. Er massierte mich lange und ausgiebig, bis er den Eindruck hatte, dass ich wirklich entspannt war. Dann machte er sich daran, meine Beine zu bearbeiten. Und das war noch schöner, es erinnerte mich an die Massagen, die ich kurz nach dem Unfall bekommen hatte. Und das eigenartige Gefühl, wenn seine Hände von empfindlichen zu tauben Stellen in meinen Beinen glitten, war einfach göttlich. Ich knurrte wohlig.
»Wie ist das mit deinen Beinen?« fragte er unbefangen. »Lisa hat mir erzählt, dass du eine Zeit lang im Rollstuhl gesessen hast.«
Ich versteifte mich unwillkürlich.
»Ja«, sagte ich zögerlich. »Bei dem Aufprall wurde meine Wirbelsäule gebrochen und damit einige Nervenbahnen durchtrennt.«
»War anstrengend, wieder laufen zu lernen, was?«
»Ja.« Er fand wieder eine verspannte Stelle und bearbeitete sie, bis ich leise aufstöhnte.
»Und das andere?«
Ich wusste sofort, was er meinte.
»Ich kann einfach nicht«, sagte ich und versuchte, unbeteiligt zu klingen. »Ich habe überhaupt kein Gefühl im Schwanz. – Kann froh sein, dass ich noch richtig pinkeln kann.« Meine Stimme triefte vor Zynismus. Es war reiner Selbstschutz, das wusste ich.
»Aber in anderen Regionen deines Körpers hast du doch Gefühl. Hier zum Beispiel, oder?« Sanft strich er mit der Hand über das Handtuch, das meine Kehrseite bedeckte.
»Ja«, sagte ich gepresst. »Aber das nützt mir nichts. Damit kann ich nicht ficken, oder?«
Falk lachte leise. »Du konntest dich noch nicht mit deinem Körper arrangieren?«
»Wie sollte ich auch? Ich bin schließlich nicht als Krüppel geboren«, gab ich zurück.
»Du bist kein Krüppel, Cieran«, sagte Falk ernst. »Du bist ein sehr hübscher junger Mann.«
Ich schwieg.
»Umdrehen«, befahl Falk nach einiger Zeit und half mir, mich auf den Rücken zu drehen. Grinsend verteilte er das Öl auf meiner Brust und auf meinem Bauch.
»Ich bin schon so glitschig wie eine Ölsardine«, sagte ich, aber genoss seine Massage in vollen Zügen.
Seine Fingerkuppen verweilten kurz bei meinen Brustwarzen. Die Berührung war unmissverständlich, und ich sah ihn erstaunt an. Er hielt meinem Blick stand, doch seine eisgrauen Augen waren unergründlich.
Ich fragte mich, was das sollte – doch seine Massage vertrieb bald alle Gedanken aus meinen Kopf. Ich lag nur noch da und wollte seine Berührungen genießen. Wobei es mir in diesem Moment egal war, dass es Falk war, der mir fast ein Schnurren entlockte. Es war gleichgültig, wem diese göttlichen Hände gehörten. Völlig egal ...
Ich kam mir vor, als wäre ich auf einem anderen Planeten gelandet. Noch nie hatte ich in so kurzer Zeit so viele Verrücktheiten gesehen.
Ich mochte Falk, er war wie eine Raubkatze, schwarz und geschmeidig. Aber ich fühlte auch die Spannung, die von ihm ausging, und ich fragte mich, ob es die richtige Entscheidung gewesen war, einige Zeit bei ihm zu verbringen. Mein leidiger siebter Sinn (oder vielleicht war es eine Art von Instinkt, den der Mensch normalerweise nicht mehr besaß?), sandte ständige Warnungen an mich. Aber – warum? Ich hatte genug Zeit unter Lisas fast mütterlichem Schutz gestanden. Vielleicht war jetzt die Zeit für eigene Erfahrungen.
Ich verließ mein Zimmer in der Absicht, mir in Falks Privatbibliothek ein spannendes Buch zu suchen, da ich meines gerade zu Ende gelesen hatte. Vielleicht hatte er eines von Koontz, das ich noch nicht kannte. Die Aussicht, mich mit einem interessanten Buch auf der Veranda in die Sonne zu setzen, gefiel mir durchaus. Doch als ich langsam durch den Gang an den anderen Zimmern im Obergeschoss vorbeiging, hörte ich Geräusche, die mich augenblicklich gefangen nahmen. Ich wusste sofort, was für Geräusche das waren, obwohl ich sie noch nie direkt gehört hatte.
Das leise, unaufdringliche Sirren von Leder in der Luft, das harte Klatschen, wenn es auf menschliche Haut trifft. Alles war untermalt von unterdrücktem Stöhnen. Ich erschauderte wohlig und schämte mich sofort dafür.
Doch natürlich siegte meine Neugier, und ich trat vorsichtig näher. Es war Michaels Zimmer, aus dem die Geräusche kamen. Ich hätte es mir denken können. Erstaunt fragte ich mich, warum die Tür offenstand, doch ich trat ein. Einen Moment lang wunderte ich mich über meine eigene Dreistigkeit, aber was konnte mir schon passieren, außer, dass ich rausgeschmissen wurde?
Michael lag ausgestreckt auf seinem Bett. Hände und Füße mit dicken schwarzen Manschetten ans Bettgestell gefesselt. Ich sah, dass er keuchte, sein muskulöser Rücken war mit leuchtend roten, angeschwollenen Striemen übersät. Und dann sah ich seinen Peiniger, ich wusste schon vorher, dass es Falk sein würde, doch trotzdem überraschte mich sein Anblick.
Er trug eine schwarze Lederhose und ein schwarzes Baumwollhemd, doch mit dem Lederriemen in der Hand sah er alles andere als vertrauenerweckend aus. Nur seine ungewöhnlich grauen Augen waren sanft...




