E-Book, Deutsch, Band 488, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
Bennett / Nichols / Webb Baccara Collection Band 488
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3080-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 488, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
ISBN: 978-3-7515-3080-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
TAUSEND WETTEN UND EIN KUSS von JULES BENNETT
Tausend kleine Wetten hat Darcy damals übermütig mit ihrem besten Freund Mason abgeschlossen, bis er die Kleinstadt wegen seiner Sportkarriere verließ. Jetzt ist er zurück. War er damals auch schon so sexy? Plötzlich fällt Darcy eine höchst verführerische Wette ein ...
SCHEINVERLOBT UND SCHON VERLIEBT von CARRIE NICHOLS
Was hat Jade nur dazu gebracht, den umschwärmten Junggesellen Heath Blackwood spontan als ihren Verlobten auszugeben? Sie kennt ihn doch kaum! Doch zu ihrer Überraschung spielt der Tycoon bereitwillig mit. Und vertraut ihr etwas an, das nur eine echte Geliebte wissen sollte ...
GEFÄHRLICHE VERGANGENHEIT von DEBRA WEBB
In Piney Woods fühlt Meg sich sicher. Doch als sie einen Raubüberfall verhindert, gerät sie in die Schlagzeilen - und ins Fadenkreuz derer, vor denen sie sich versteckt. Sie muss sich und ihren neuen Lover Griff, der nichts von ihrer gefährlichen Vergangenheit ahnt, retten ...
Jules Bennett, die ihren Jugendfreund geheiratet hat, ist Mutter von zwei Mädchen - und, natürlich, Autorin. Voller Tatkraft managt sie ihr Leben. Wenn sie sich erst einmal ein Ziel gesetzt hat, hält nichts sie davon ab, es zu erreichen. Davon kann ihr Mann ein Lied singen. Jules Bennet lebt im Mittleren Westen. Selbstverständlich steht ihre Familie im Mittelpunkt - und das Schreiben. Aber sie versteht sich auch als Expertin für Schuhe, Hüte und Handtaschen. Und sie ist fest überzeugt, dass ihr diese Modekenntnisse in ihren Romanen zu Gute kommen.
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1. KAPITEL
Eine Woche später
„Ich hab mich schon gefragt, wann du endlich kommst.“
Mason riss den Blick von dem baufälligen Haus los, das er seit dreißig Minuten angestarrt hatte. Er war gerade aus seinem SUV gestiegen, als die vertraute Stimme hinter ihm erklang. Er war so in seine Vergangenheit vertieft gewesen, dass er nicht einmal gehört hatte, dass sich ein Wagen genähert hatte.
„Ich bin jeden Tag mehrmals vorbeigefahren, um nachzusehen, ob hier ein schickes Auto steht, weil du natürlich nur mit sowas vorfahren würdest.“
Darcy Stephens stand neben ihrem alten Pickup mit den Händen in den Taschen ihres langen Daunenmantels, während die verschneite Luft von Wyoming um sie herumwehte. Mit ihrer weißen Strickmütze auf dem Kopf und ihrer bezaubernden Schildpattbrille wirkte sie jünger als zweiunddreißig und fast ein bisschen unschuldig.
Und sexy, schoss direkt durch seinen Kopf und er hasste es, dass sie nach all der Zeit immer noch diese Wirkung auf ihn hatte. Er hatte gehofft, dass die Zeit und der Abstand diese unterschwelligen Gefühle für seine beste Freundin ausgelöscht hätten. Offensichtlich nicht, was absolut lächerlich war. Sie waren nie über die Grenzen der Freundschaft hinausgegangen oder intim miteinander geworden. Das Risiko, ihre Freundschaft dadurch aufs Spiel zu setzen, war ihm zu groß. Denn er hatte sie sowohl während seiner turbulenten Teenagerzeit als auch während seiner bewegten Karriere immer als seine Freundin gebraucht.
Jetzt, wo er sie ganz nah bei sich hatte, konnte Mason nicht auf Abstand bleiben. Er überquerte den verschneiten Hof und breitete seine Arme aus. Sofort kam Darcy auf ihn zu und drückte ihn so fest, dass er sich in die Zeit zurückversetzt fühlte, als er beschlossen hatte, in der Minor League anzufangen und sie ihm gesagt hatte, sie ihn nicht gehen lassen wollte.
Beim Gedanken an diese glückliche Zeit wurde ihm ganz warm ums Herz. Vielleicht war es gar nicht die schlechteste Idee, hierher zurückzukommen, auch wenn Hanks Testament ihn quasi dazu gezwungen hatte. Damals hatte er es kaum erwarten können, die Stadt zu verlassen, um seine Träumen zu verwirklichen und der Negativität und dem Spott seines Vaters zu entkommen. Willowvale war immer ein dunkler Punkt in seinem Leben gewesen und der einzige Lichtblick war Darcy gewesen.
Sie verkörperte immer noch alles, was an diesem Ort gut gewesen war. Sie war immer das Licht in seinem Leben gewesen und hatte ihm Halt gegeben, wann immer er ihn gebraucht hatte. Und er hatte sie in den vergangenen schweren und düsteren Monaten zurückgewiesen. Das hatte sie nicht verdient, nicht, nachdem sie ihn unterstützt hatte, solange er sich erinnern konnte. Sie hatte zu ihm gehalten, als niemand sonst es getan hatte.
„Darcy, es tut mir leid.“
Sie legte ihre Arme fester um ihn. „Nicht jetzt. Ich bin einfach froh, dass du hier bist.“
Die schwere Last der Schuldgefühle, die er mit sich herumtrug, ließ ein wenig nach. Natürlich wollte Darcy ihn immer noch trösten und liebte ihn bedingungslos. Sie scherte sich nicht um eine Entschuldigung, aber ihm war das wichtig.
Doch dafür wäre später noch Zeit. Im Moment musste er sich überlegen, was er mit der alten Farm machen sollte, die er geerbt hatte. Der einst florierenden Farm, die jetzt wie ein Haus aus einem Horrorfilm aussah.
„Das ist ja zu einer Bruchbude verkommen“, murmelte er. „Und es ist verdammt kalt.“
Darcy lachte. „Ja, sie ist heruntergekommen, und ja, in Wyoming ist es im Winter kalt. Willkommen zu Hause.“
Sie löste sich von ihm, legte ihm die Hände auf die Schultern und schaute mit ihren großen Augen zu ihm auf. „Seit wann starrst du das Haus an und überlegst, ob du Reißaus nehmen sollst?“
„Seit ich angekommen bin.“ Mason ließ sie los und stieß einen Seufzer aus, als er sich das Haus erneut ansah. „Was ist denn hier passiert? Hank ist doch noch gar nicht so lange tot, oder?“
„Er ist vor ein paar Monaten gestorben. Nach Ediths Tod hat er einfach aufgehört, sich um alles zu kümmern. Sie haben sich so sehr geliebt und ihre Krankheit hat ihn komplett in Anspruch genommen. Ohne sie hatte er nichts, wofür es sich zu leben lohnte.“
Mason konnte nicht glauben, dass der mürrische, aber gutmütige Riese sich so hatte gehen lassen können. Aber Mason verstand das ganze Konzept der Liebe sowieso nicht. Zwischen seinem Vater und seiner Mutter hatte es keine starke Bindung gegeben, deshalb war sie auch abgehauen, bevor Mason eingeschult worden war. Sein Vater hatte nur sich selbst geliebt, sodass selbst für seinen Sohn kein Platz gewesen war. Nein, Mason wusste nicht, was ein solcher Verlust mit einem Menschen anstellen konnte. Er konnte nicht nachvollziehen, dass ein Teil eines Menschen mit seinem Partner sterben konnte. Denn er hatte noch nie jemanden so sehr geliebt, dass er dachte, ohne ihn nicht leben zu können. Nichts hatte ihn jemals so erfüllt wie das Baseballspielen. Deshalb wusste er, wie es war, wenn es nichts gab, wofür es sich zu leben lohnte. Diese innere Leere war sehr beängstigend.
„Also, was hast du vor?“, fragte sie.
„Meinst du jetzt oder auf lange Sicht?“
„Beides.“
Mason plante normalerweise alles in seinem Leben sorgfältig, aber im Moment war das nicht so. Er hatte nicht über das bloße Herkommen hinausgedacht. Nie im Leben hätte er geahnt, dass er zu dieser Farm zurückkehren und nur den Schatten von dem sehen würde, was sie einmal gewesen war. Der erbärmliche Zustand der einst florierenden Farm traf ihn ins Mark, was ihn ärgerte, weil es verriet, dass ihm das alles viel zu nah ging.
Die Parallele zwischen seinem Leben und diesem Ort war ihm nicht entgangen. Aber er konnte einer heruntergekommenen Farm kein neues Leben einhauchen, nicht, wenn ihm das tägliche Leben so viel Kraft abforderte.
„Ich würde gern etwas zu Mittag essen. Am liebsten im Warmen“, antwortete er schließlich. „Ich bin heute Morgen sehr früh aufgebrochen.“
Darcy richtete ihre Aufmerksamkeit auf ihn. „Du bist nicht geflogen?“
Mason schüttelte den Kopf. „Ich bin vor drei Tagen losgefahren und habe die ganze Strecke mit dem Auto zurückgelegt.“
Darcy blinzelte und schnaubte. „Du weißt schon, dass ich dich hätte abholen und in ein paar Stunden herbringen können.“
Ja, Mason wusste sehr wohl, was für eine tolle Frau seine Darcy geworden war. Mit siebzehn hatte sie ihren Pilotenschein gemacht und war in der Branche langsam, aber sicher sehr weit gekommen. Inzwischen bot sie private Charterflüge an und er war unglaublich stolz auf diese erfolgreiche Geschäftsfrau. Er erinnerte sich noch gut daran, wie sehr ihren Eltern ihre Pläne missfallen hatten. Sie waren seinem Vater so ähnlich. Darcys Eltern waren der Meinung gewesen, dass ihr „Hobby“ Geld- und Zeitverschwendung war, und sie war fest entschlossen gewesen, ihnen das Gegenteil zu beweisen.
Er wusste genau, dass eine SMS von ihm genügt hätte, damit sie ihn in L.A. abgeholt und nach Hause geflogen hätte. Aber das hatte er nicht gewollt, weil sie nicht das Gefühl haben sollte, sie müsse ein wachsames Auge auf ihn haben.
„Ich brauchte Zeit zum Nachdenken und um alles zu verarbeiten“, erklärte er. „Ich habe nicht vor, hier zu bleiben, aber was zum Kuckuck soll ich mit diesem Haus anfangen?“
Darcy zuckte mit den Schultern. „Da kann ich dir nicht helfen, aber ich kann dich in den neuen Pub der Stadt bringen. Sie haben gutes Bier und die besten Hähnchenflügel.“
Zu jeder anderen Zeit in seinem Leben hätte das fantastisch geklungen, aber so einfach war es nicht.
„Ich darf wegen meiner Medikamente keinen Alkohol trinken.“ Er tippte sich an den Kopf. „Ich bin immer noch nicht ganz wiederhergestellt.“
Blitzschnell griff Darcy nach seiner Hand und hielt sie fest. „Dann bestellen wir eben Hähnchen und Softdrinks.“
Er musterte sie und erwartete, Mitleid oder etwas Ähnliches zu sehen. Aber da war nichts. Nichts außer Freundlichkeit und der Freundin, der er sich stets anvertraut und die er immer angebetet hatte. Verdammt noch mal. Er wollte nicht, dass die Rückkehr in diese Stadt ein warmes Gefühl in ihm auslöste, aber wie sollte er etwas anderes fühlen, wenn er mit Darcy zusammen war?
„Ich fahre“, sagte er.
Darcy runzelte die Stirn. „Du weißt nicht mal, wo der Pub ist.“
„Den finde ich bestimmt innerhalb von zehn Minuten“, erwiderte er. „Die Stadt ist ja nicht so groß.“
„Zehn Minuten? Abgemacht. Was bekomme ich, wenn du verlierst?“
Mason legte seinen Arm um ihre Schultern, während er sie zur Beifahrertür führte. „Ich verliere nicht, aber nenn einfach deinen Einsatz. Was willst du?“
„Kann ich das später entscheiden und ihn bei Bedarf einsetzen?“
Mason hielt inne, als er nach der Tür griff. „Das klingt riskant, aber ich vertraue dir. Abgemacht.“
Als er ihr in den Wagen half, musste Mason lächeln. Genau wie in alten Zeiten. Sie hatten schon immer kleine Wetten abgeschlossen. Vielleicht waren solche alten Gewohnheiten genau das, was er brauchte, um ein neues Kapitel in seinem Leben zu beginnen … wo auch immer das hinführen würde.
Darcy konnte kaum glauben, dass er zurück war. Eigentlich...




