Brian | Private - Spiel mit, wenn du dich traust | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 288 Seiten

Reihe: Die Private-Serie

Brian Private - Spiel mit, wenn du dich traust


Deutsche Erstausgabe
ISBN: 978-3-641-21409-8
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 288 Seiten

Reihe: Die Private-Serie

ISBN: 978-3-641-21409-8
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Highschool, Glamour, Intrigen

Reed hat es geschafft: Sie wurde in den exklusiven Kreis der Billings-Girls aufgenommen. Damit steht ihr eine glorreiche Zukunft bevor – wäre da nicht ihre neue Mitbewohnerin Natasha. Sie erpresst Reed mit Fotos, die zeigen, wie sie betrunken auf einer Party rumknutscht. Bekäme die Schulleitung die Fotos in die Hände, wäre das Reeds Ende. Doch um Natasha davon abzuhalten, sie anzuschwärzen, muss Reed ihre neuen Freundinnen ausspionieren und deren eigenen Schulverweis riskieren. Reed muss sich entscheiden: Die Mädchen verraten oder ihren Zukunftstraum aufgeben …

Kate Brian hat einen Bachelor-Abschluss in Englischer Literatur und Journalismus an der Rutgers Universität gemacht und arbeitete vier Jahre als Lektorin, bevor sie mit ihrer Private-Serie die New York Times- und USA Today-Bestsellerlisten stürmte.
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Whittaker

Die Nacht war kalt. Kalt und stockfinster, ohne Sterne, ohne Mond, dafür aber mit einem Wind, der bei jedem Stoß eine Flut von Blättern von den Bäumen fegte – Blätter, die vom morgendlichen Nieselregen noch ganz nass waren. Glitschig und verfault fühlten sie sich an, wenn sie zufällig auf unbedeckte Haut fielen, und als der nächste Windstoß über die Hügel peitschte, duckten wir uns alle und zogen die Kleidung fester um unsere Körper. Allmählich begann ich zu zittern.

»Bäh! Da ist eins in meinem Nacken!«, rief Taylor Bell und beugte sich mit hochgezogenen Schultern nach vorne. In einer Hand hielt sie eine Flasche Wodka, aus der sie den ganzen Abend getrunken hatte, und mit der anderen schlug sie vergeblich hinter sich. Das große gelbe Ahornblatt klebte an ihrem Nacken und presste die blonden Locken, die sich aus ihrem Pferdeschwanz gelöst hatten, platt an ihren Hinterkopf. »Macht es weg!«

Eigentlich war Taylor keine große Trinkerin, aber heute Abend hatte sie Alkohol in sich hineingeschüttet, als sei es Apfelsaft. Nach dem Eltern-Wochenende – das erst wenige Stunden zuvor mit einer Zeremonie in der Kapelle der Easton Academy zu Ende gegangen war – hatte sie wohl, wie viele andere auch, das Bedürfnis, sich ein bisschen zu entspannen. Allerdings hatten Taylors Eltern nett gewirkt, und sie hatte den Eindruck gemacht, sich in ihrer Gegenwart zumindest wohlzufühlen. Vielleicht bedrückte sie in Wirklichkeit ja etwas ganz anderes.

»Macht es weg!«, jammerte sie wieder. »Leute!«

»Schau nicht mich an«, sagte Kiran und nahm einen damenhaften Schluck aus ihrem silbernen Flachmann. Sie zog ihren langen Kaschmirmantel um die Knie und hielt ihn fest. »Ich hatte vorhin erst eine Maniküre.«

Kiran, das erste richtige Model, das ich persönlich kennengelernt hatte, und in meinen Augen eines der schönsten Mädchen überhaupt, hatte immer gerade irgendetwas machen lassen: Highlights, dunkle Strähnchen, Dermabrasion, Algenwickel für die Oberschenkel, mit einem Faden gezupfte Augenbrauen. Das meiste klang nach Folter, aber offensichtlich brachte es was.

Noelle Lang rollte mit den Augen und zupfte das große, nasse Blatt von Taylors Nacken. »Divas«, sagte sie verächtlich und nahm es weg. Das Blatt landete auf dem Boden, direkt vor dem flachen Felsen, auf dem Ariana Osgood saß. Ariana sah nach unten und studierte das Blatt, als enthielte es den Sinn des Lebens. Ein leichter Windstoß wehte ihr langes, fast schon weißblondes Haar von den Schultern, und sie betrachtete es, um dann zufrieden die Augen zu schließen.

Ich nahm mir ein drittes Bier aus der Kühlbox auf der anderen Seite der Lichtung und beobachtete die Szenerie wie eine Anthropologin eine bisher unbekannte Subspezies des Menschen. Von dem Moment an, als ich sie vor einem Monat zum ersten Mal durch ein Wohnheimfenster für Zehntklässlerinnen der Easton Academy gesehen hatte, war ich von den Billings-Girls fasziniert gewesen. Anfangs hatte ich sie nur heimlich angehimmelt, da es unmöglich schien, an sie heranzukommen. Aber das hatte sich schnell geändert. Jetzt war ich mit den Billings-Girls befreundet. Wir wohnten im gleichen Wohnheim und machten regelmäßig illegal Party im Campus-Wald.

Vorausgesetzt, man ließe »zweimal« als regelmäßig durchgehen.

Ich gehörte jetzt zu ihnen. Ich hatte es in Easton zu etwas gebracht. Allerdings hätte ich selbst nicht so genau erklären können, wie es dazu gekommen war. Eigentlich hatte ich gedacht, sie wären sauer auf mich, weil ich mich weiterhin mit meinem Freund Thomas Pearson getroffen hatte, den keine von ihnen mochte. Ich hatte schon befürchtet, sie als Freundinnen verloren zu haben, weil ich sie hintergangen und Thomas versprochen hatte, zu ihm zu halten und ihm bei seinen Problemen zu helfen. Doch offensichtlich hatte sie mein Verhalten beeindruckt.

Irgendwie. Und das war ein Glück, denn mit ihrer Hilfe hatte ich vielleicht tatsächlich die Chance, die Vergangenheit hinter mir zu lassen. Und musste nicht irgendwann, wie so viele aus Croton, Pennsylvania, nach zwei Jahren Community College in meine Heimatstadt zurückkehren, um in irgendeinem miesen Bürojob zu versauern. Mit den Billings-Girls im Rücken hatte ich tatsächlich eine Chance im Leben. Eine Zukunft. Die Möglichkeit, Teil einer Welt zu sein, von der ich immer geträumt hatte – einer Welt des Erfolgs. Der Privilegien. Der Freiheit.

»Alles klar da hinten, Reed?«, fragte Noelle und strich sich ihr langes, dunkles Haar hinter die Schulter. »Wenn du kein Bier mehr magst, mixt dir Kiran sicher gerne einen Hayes Special.«

Ihre Augen blitzten verschmitzt, und ich wusste, sie hatte meine nachdenkliche Stimmung bemerkt. Ich wollte nicht undankbar wirken, hierher eingeladen worden zu sein, undankbar für alles, was sie für mich getan hatten. Immerhin hatte ich mir einfach so ein Bier nehmen dürfen, ohne dafür irgendwas für sie erledigen zu müssen, wie es seit meiner ersten Woche an der Schule fast nonstop der Fall gewesen war. Also winkte ich ab.

»Schon okay. Alles gut«, sagte ich und hielt die Flasche hoch.

Dann öffnete ich sie mit einem verrosteten Flaschenöffner und nahm einen großen Schluck in dem Wissen, dass sie mich immer noch beobachtete. Vorhin hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben Bier getrunken. Mittlerweile war ich schon bei meinem dritten, das deutlich leichter runterging. Der Trick war wohl, große Schlucke zu nehmen und sie nur kurz im Mund zu behalten, damit die Zunge erst gar nicht mit dem Bier in Berührung kam. Ja, das war erfrischend. Während ich tief durchatmete, wehte mir eine erneute kalte Brise entgegen, und ich raffte meinen Pulli enger um meinen frierenden Körper. Bevor ich mich wieder zu den Mädchen gesellen konnte, ließ mich ein plötzlicher Themenwechsel am Lagerfeuer aufhorchen.

»Ich sag dir eins«, begann Dash McCafferty. »Das wird noch zu einem der größten Mysterien dieses Jahrhunderts.«

»Vielleicht ist er bei seiner Oma in Boston«, warf Josh Hollis ein.

Dash zuckte die Schultern. »Hey, ich wette, sie haben bei der alten Schrulle schon ’ne Razzia gemacht.«

Thomas. Sie sprachen von Thomas. Kaum zu glauben, dass er bei der letzten Party hier im Wald – meiner ersten – noch dabei gewesen war. Es waren bereits achtundvierzig Stunden vergangen, seit Thomas Pearson das letzte Mal gesehen wurde. Er war aus Easton verschwunden, ohne eine Nachricht hinterlassen zu haben. Und laut seines Mitbewohners Josh Hollis – der in diesem Augenblick mit den anderen Jungs am Feuer stand und ausdruckslos in die Flammen sah – hatte er kein einziges Kleidungsstück mitgenommen, nicht mal sein schwarzes Lieblings-T-Shirt. Am Freitagmorgen hatte Thomas mir verkündet, dass er mich liebte, und mir das Versprechen abgerungen, immer für ihn da zu sein, und dann war er verschwunden.

Wie viel Josh wohl wusste – über mich und über das, was zwischen Thomas und mir passiert war? Hatte Thomas Josh erzählt, was wir in ihrem Wohnheimzimmer getan hatten? Da war ich mir nicht sicher. Dafür kannte ich ihn noch nicht lange genug. Jetzt fragte ich mich jedes Mal, wenn ich Josh begegnete, ob er davon wusste. Bei dem Gedanken wurde mir ganz schlecht. Auf keinen Fall durfte bekannt werden, dass ich meine Jungfräulichkeit an einen Typen verloren hatte, der mich zweifellos mochte, aber zu viele Probleme hatte, um eine normale Beziehung zu führen. An einen Jungen, von dem ich wusste (und das bereits vor seinem Verschwinden), dass ich nicht mit ihm zusammen sein sollte, und der mir trotzdem wahnsinnig viel bedeutete. Thomas Pearson, der beliebteste Junge in Easton und, wie ich erst kürzlich erfahren hatte, Haupt-Drogenlieferant der Schule. Ich konnte es immer noch nicht fassen.

Josh nahm einen Schluck von seinem Bier, das er bisher nicht angerührt hatte. Mit seinem Milchgesicht und der grünen Flasche in der Hand wirkte er fast ein wenig deplatziert unter den anderen. Seine blonden Locken tanzten im Wind und er trug einen langen, gestreiften Schal über einem zerknitterten, rostfarbenen T-Shirt und einer braunen Cordjacke. Er hatte etwas Künstlerisches, Ernsthaftes und Kreatives an sich. Das gefiel mir an ihm. Noch besser gefiel mir, dass er so eine laute Stimme hatte – laut genug, dass ich ihn unbemerkt belauschen konnte.

»Was ist mit ihrem Haus in Vail?«, warf er ein.

»Alter, Pearson versteckt sich doch an keinem so naheliegenden Ort«, sagte Dash und zog die Nase hoch. Dafür, dass er so gut aussah – kantige Gesichtszüge, blond, Typ Abercrombie-Model –, benahm er sich ganz schön ekelig. Er spuckte ins Feuer und nahm noch einen Schluck Bier.

»Sehr sexy, Dash«, rief Noelle über die Lichtung hinweg.

»Danke, Baby«, antwortete er und widmete sich dann wieder der Unterhaltung. »Ich kapier echt nicht, warum sie die Polizei informiert haben. Pearson ist doch bestimmt in New York unterwegs.«

»Meinst du?« Die Hoffnung in Joshs Stimme gab auch mir etwas Optimismus zurück.

»Soll das ein Witz sein?«, sagte Gage Coolidge. Er war von der dünnen, hochgewachsenen, metrosexuellen Sorte, hatte dunkle, hochgegelte Haare und sah aus wie von einer britischen Boyband. »Thomas Pearson verarscht uns gerade auf legendäre Weise. Die ganze Ostküste sucht nach ihm und er macht irgendwo allein Party bis zum Umkippen.«

»Ja, vielleicht«, sagte Josh. Er biss sich auf die Innenseite seiner Wange und blickte nachdenklich ins Feuer.

»Ganz bestimmt«, entgegnete Dash. »Glaub mir. In weniger als einem Monat ist Halloween. Und du weißt, was das bedeutet.«

»Das Vermächtnis«, sagte Josh.

»Genau.« Dash...


Brian, Kate
Kate Brian hat einen Bachelor-Abschluss in Englischer Literatur und Journalismus an der Rutgers Universität gemacht und arbeitete vier Jahre als Lektorin, bevor sie mit ihrer Private-Serie die New York Times- und USA Today-Bestsellerlisten stürmte.



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