E-Book, Deutsch, Band 1, 289 Seiten
Reihe: Hilary Tamar
Caudwell Also muss Adonis sterben
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ISBN: 978-3-945684-34-4
Verlag: spraybooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein Fall für Hilary Tamar - 1
E-Book, Deutsch, Band 1, 289 Seiten
Reihe: Hilary Tamar
ISBN: 978-3-945684-34-4
Verlag: spraybooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
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Wenn die Ereignisse, in die Julia Larwood im vergangenen September verwickelt wurde, nicht mit der Akribie des Gelehrten, nämlich der meinigen, untersucht worden wären – würde Julia wohl immer noch in Venedig im Gefängnis schmachten. Da man die Tat für ein Verbrechen aus Leidenschaft hielt, wäre das Urteil sicher milde ausgefallen; das britische Foreign Office hätte womöglich interveniert, die italienische Regierung sie vielleicht begnadigt. Höchstwahrscheinlich sogar. Dennoch wage ich zu behaupten, dass einzig und allein dank meiner Untersuchungen Julias Unschuld einwandfrei bewiesen wurde und sie mit makellosem Leumund nach England zurückkehren konnte.?
Als Beispiel für den praktischen Nutzen wissenschaftlicher Methoden verdient die Affäre durchaus einen Bericht. Vielleicht erwartet der geneigte Leser, dass diejenigen, die dazu in der Lage waren – Bescheidenheit hindert mich daran, hier von einem Privileg zu sprechen –, meiner überzeugenden Beweisführung unmittelbar zu folgen, dass diese Leute also sich danach drängen würden, die Aufgabe selbst zu übernehmen. Wie viel wissen Sie über den Stand des Barristers? Es wäre doch zu erwarten gewesen, dass Timothy Shepherd, beflügelt durch die Verehrung, die er zweifellos für mich empfindet, freudig die Gelegenheit ergriffen hätte. Aber nein. Timothy hat gerade einen Fall, der unter das Aktiengesetz fällt und demnächst im House of Lords verhandelt wird; er ist mit seiner Arbeit seit Wochen im Rückstand und kann folglich nicht. Julias Freundin Selena Jardine, die wohl sehr verzweifelt gewesen wäre, wenn Julias Haft noch länger gedauert hätte, ist im Auftrag von Gegnern eines Straßenverbreiterungs-Projekts mit einer Planungsüberprüfung beschäftigt. Auch sie ist mit ihren Akten seit Monaten im Rückstand und kann auf keinen Fall. Dann sind da noch Michael Cantrip und Desmond Ragwort, auch sie Mitglieder derselben Kanzlei. Cantrip vertritt eine Klägerin, die sich auf ein uraltes Gewohnheitsrecht beruft, ihre Wäscheleine quer durch den Garten ihres Nachbarn zu spannen, während dieser seinerseits Ragwort mit einer Gegenklage beauftragt hat; beide glauben, dass der Fall sie mehrere Monate sowie den zuständigen Richter beim High Court mindestens für vierzehn Tage beschäftigen wird; nein, selbstverständlich können beide ebenfalls nicht.?
Es bleibt mir deshalb nichts übrig, als, wenn auch widerstrebend, selbst zur Feder zu greifen.




