Clampett | Work Play Love | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 637 Seiten

Clampett Work Play Love


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7363-1180-0
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 637 Seiten

ISBN: 978-3-7363-1180-0
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Es wird heiß im Büro ...

Seit ihrem ersten Arbeitstag bei Sketch Republic ist Zeichner Nathan verliebt in Brooke. Er kann an nichts anderes mehr denken, aber eigentlich weiß Nathan doch, dass Brooke unerreichbar für ihn ist und in einer ganz anderen Liga spielt als er. Doch als Brooke mitbekommt, dass es jemanden im Büro geben muss, der Nathans Herz höherschlagen lässt, setzt sie alles daran, ihrem Kollegen in Liebesdingen auf die Sprünge zu helfen - ohne zu ahnen, dass sie die Frau seiner Träume ist!

'Unglaublich heiß und gut geschrieben!' MISS CONSTRUED READS

Dieser Roman ist bereits in einer früheren Ausgabe bei LYX.digital unter dem Titel Be My Girl erschienen.



Ruth Clampett ist die Tochter des legendären Trickfilmanimateurs Bob Clampett. Sie wuchs in Hollywood auf und lernte zusammen mit Cartoon-Figuren wie Bugs Bunny und Goofy das Laufen. Heute leitet sie ihr eigenes Filmstudio und ist für Warner Brothers tätig. Doch eigentlich ist sie nur ein büchersüchtiges Mädchen, das ein großes Herz für Zeichnungen, interessante Figuren und kitschige Happy Ends hat. Weitere Informationen unter: ruthclampettwrites.blogspot.de

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Kapitel 1


Ich bin verliebt

ani-mie-ren/schwaches Verb

[1] transitiv: jemandem Mut oder Lust zu etwas machen, ermuntern; in Stimmung versetzen

[2] transitiv: durch aufeinanderfolgende Bilder einen Film erzeugen, in Bewegung versetzen.

Zum Teufel, schon wieder … ich und meine fixe Idee von großen Brüsten.

Ich rubble mit dem Radierer im Skizzenbuch herum und wische die Krümel weg, bevor ich mich daranmache, die Linien der geisterhaft verblassten Zeichnung wieder nachzuziehen. Mit jedem Bleistiftstrich wird das Mädchen meiner Träume ein Stück lebendiger, große blaue Augen und üppige, geschwungene Lippen in einem herzförmigen Gesicht.

Oh, ich möchte diese Lippen küssen.

Mein Stift gleitet tiefer und arbeitet die wohlgeformten Schenkel aus, die zu ihrer schmalen Taille hinaufführen, gekrönt von den perfekten Brüsten. Ich radiere die grobe Skizze unter den sauberen Linien weg. Ja … genau so, alles an ihr stimmt. Kann sein, dass ich mich nicht besonders wohl dabei fühle, mit Mädchen zu reden, aber ganz sicher weiß ich genau, wie man welche zeichnet. Ich halte mein Skizzenbuch hoch, um sie zu bewundern, dann lege ich es neben die Kasse.

Immerhin habe ich meine Riesenbrüste-Obsession überwunden. Heilige Scheiße – in den ersten Monaten, nachdem ich Pornos für mich entdeckt hatte, wurden sie immer größer und größer. Wären diese Mädchen echt gewesen, sie wären vornübergekippt. Picasso hatte seine blaue Periode; ich hatte meine Brustperiode.

Irgendwann hatte ich die immergleiche Mechanik der Online-Pornos satt. Inzwischen bin ich gereift und betrachte lieber klassische Pin-up-Girls oder lese gewisse Comics, die noch das eine oder andere der Fantasie überlassen. Seitdem hat sich meine Arbeit spürbar verfeinert, also na ja, nicht wirklich … aber zumindest in dieser einen Hinsicht. Zumindest sind meine Mädchen nicht mehr in Gefahr, vornüberzufallen.

Ich höre ein Räuspern, schiebe meine Brille die Nase hoch und sehe zu dem Jungen hinüber, der noch immer im Playstation-3-Gang festhängt, bei den Neuerscheinungen. Jedes in Cellophan eingeschweißte Spiel behandelt er mit solcher Sorgfalt, als hätte er es mit einem wertvollen Schatz zu tun, einer heiligen Gabe der Videospielgötter. Ich mag diesen Jungen. Er heißt Theo und kommt jeden Samstag her, wenn seine Mutter sich am anderen Ende der Einkaufsstraße die Nägel machen lässt. Er erinnert mich an mich selbst, als ich im gleichen Alter war, ein sozialer Außenseiter, der den Leuten nicht in die Augen schauen kann. Inzwischen plaudere ich beim Abkassieren mit den Kunden. Das ist ein ganz schöner Fortschritt für einen Typen wie mich, der überhaupt erst mit vier mit dem Sprechen angefangen hat.

Ich überlasse Theo ungestört seiner Leidenschaft für die Spiele, wobei mir völlig klar ist, dass er nicht mehr genug Taschengeld übrig hat, um etwas zu kaufen. Er hat alles schon letzten Samstag rausgehauen, für den neuesten Teil von Dragon Age. Als draußen vor dem Laden ein Wagen hupt, dreht er sich zu mir um und winkt mir zu. »Bis nächste Woche, Nathan«, ruft er, und dann rennt er hinaus und verschwindet im SUV seiner Mutter.

Ich in seinem Alter habe meine Samstage damit zugebracht, gemeinsam mit meinen Eltern den diversen Sportaktivitäten meines Bruders Curtis beizuwohnen, dankbar, während dieser endlosen Stunden Skizzenbuch und Stifte dabeizuhaben. Ich habe früh gelernt, mich im Zeichnen zu verlieren und mit meiner Vorstellungskraft ganze Welten zu erschaffen, in die ich mich flüchten konnte. Seitdem hat sich im Grunde nichts geändert, nur dass ich inzwischen beim Trickfilm arbeite und fürs Zeichnen bezahlt werde, und ganz scheißsicher gehe ich nicht mehr zu Sportveranstaltungen.

Gerade hole ich meine Buntstifte raus und will mich wieder meiner Zeichnung widmen, da kündigt die Türklingel einen neuen Kunden an. Ich sehe eben noch rechtzeitig hoch, um einen kurzen Blick auf ein weibliches Wesen zu erhaschen, ehe es in einem der Seitengänge verschwunden ist. Adrenalin rast durch mein Blut.

Nein … das kann nicht sein. Nicht sie. Sie ist nicht hier und will ausgerechnet bei Jimmys Geek-Welt einkaufen. Undenkbar. Nein.

Ich schließe die Augen und zähle von zehn rückwärts, um mich ein bisschen zu beruhigen. Ungefähr bei vier gebe ich es auf und beuge mich vor, um zu überprüfen, ob mir meine Fantasie einen Streich gespielt hat.

Wie in Zeitlupe sehe ich, wie sie in den Mittelgang tritt und auf mich zukommt, ihr Hüftschwung lenkt mich von den schwarzen Lederschnürstiefeln ab, die bis zu ihren Knien hinaufreichen. Sie trägt einen kurzen Plisseerock und ein T-Shirt im Vintage-Look, auf dem in verblassten Buchstaben The Sex Pistols steht. Ich schwanke und halte mich rasch an der Kante des Tresens fest.

»Hey«, ruft sie, und ihre geschwungenen Lippen öffnen sich leicht. »Kannst du mir helfen?« Ihr langes kastanienbraunes Haar glänzt wie gesponnene Seide und fällt ihr in Kaskaden über den Rücken, genau wie bei diesen immerfröhlichen Mädchen in der Shampoo-Werbung.

Ob ich dir helfen kann?, wiederhole ich stumm und verwirrt. Brooke Tobin, die Frau meiner Träume, aus weiter Ferne angeschwärmt, scheint meine Hilfe zu brauchen. Mir wird klar, dass genau so die meisten meiner Tagträume anfangen, die alle darauf hinauslaufen, dass ich mit ihr hinten im Lager bin und sie in den Armen halte. Heute jedoch ist es wahr, und jetzt muss ich unter Beweis stellen, dass ich der Lage gewachsen bin.

»Na klar, was kann ich für dich tun?« Ich krümme mich innerlich. Meine Antwort ist ein bisschen zu enthusiastisch ausgefallen, aber das scheint ihr nicht aufzufallen. Es ist klar, dass sie keinen Schimmer hat, wer ich bin.

»Ich bräuchte so ein Kabeldingsda für meinen Computer, und ich bin nicht ganz sicher, was für eins.«

Ein Dingsda? Lächelnd komme ich hinter dem Tresen hervor und schreite entschlossen auf das Regal mit den Dingsdas zu. »USB?«

»Was ist das?« Sie hebt eine Braue und verschränkt die Arme vor der Brust, als hätte ich sie nicht nach den Anschlüssen ihres Rechners gefragt, sondern nach einer Geschlechtskrankheit.

»Ein USB-Kabel? Eine USB-Verbindung vereinfacht das Anschließen von Peripheriegeräten an den Computer enorm und ermöglicht die schnelle Übertragung großer Datenmengen.« Ich schiebe meine Brille – ein schwarzes Gestell mit dicken Gläsern – ein Stück höher und hoffe, dass meine Antwort sie ordentlich beeindruckt hat.

Sie stemmt die Hände in die Hüften, kommt näher und beugt sich zu mir, ihr Gesicht ist dicht an meiner Brust. Mir stockt der Atem, dann wird mir klar, dass sie den Namen entziffern will, der auf dem Einstecketui meiner Brusttasche aufgedruckt ist.

»Na-than?« Halb Frage, halb Feststellung. »Ich glaub, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, um dir zu sagen, dass ich kein Tech-Geek spreche. Könntest du es ganz einfach ausdrücken, sodass ich verstehe, wovon du redest? Ich möchte nur irgendein Kabeldingsda haben, mit dem ich meinen alten und meinen neuen Computer miteinander verbinden kann.«

Angesichts meiner bisherigen Erfolgsbilanz, was tolle Frauen angeht, sollte es mich nicht überraschen, dass mein gewaltiges technisches Fachwissen sie nicht sonderlich beeindruckt. Ich sehe auf meine Füße hinunter und wünsche mir sehnlichst, das Telefon würde klingeln oder sonst irgendwas passieren, damit ich ein bisschen Abstand zwischen uns bringen und mich sammeln kann, aber im Laden ist es so still wie in einer Gruft.

Ich habe mir so oft vorgestellt, wie ich mit ihr rede, dass mein Versagen mich völlig aus der Bahn wirft. Ich will diese große Chance, bei ihr Eindruck zu schinden, auf keinen Fall versauen. Ich befürchte, sie hat schon längst beschlossen, dass ich ein Freak bin.

Als ich sie wieder ansehe, grinst sie breit. »Kabeldingsda, Nathan?«

Ich greife nach den USB-Kabeln. »Das hier müsste das Richtige sein. Oder soll es ein Male-to-Male-Connector sein?«

»Wie bitte?«

»Stecker gleich männlich, Buchse gleich weiblich«, erkläre ich – ein bisschen vereinfacht.

»Das mit zwei männlichen Kabelenden bezweifle ich bei meinem Computer doch sehr.« Sie kichert.

Oh Gott, sie glaubt, ich mache zweideutige Anspielungen. Ich will mich einfach in Luft auflösen. Wo ist mein Tarnmantel? Ich ringe um Fassung.

»Na ja, du kannst das hier ja mal ausprobieren, und wenn es nicht funktioniert, bringst du es zurück«, schlage ich vor.

Sie wickelt eine Haarsträhne um ihren perfekten Zeigefinger und denkt darüber nach. »Okay.«

»Brauchst du noch irgendwas?«

»Nö.«

Wir gehen zur Kasse. Ich spüre sie dicht hinter mir, rieche ihr Parfüm, subtil und unaufdringlich wie der Duft von Birnen an einem Sommermorgen. Sie zieht ein Portemonnaie mit einem baumelnden Hello-Kitty-Anhänger aus ihrer kleinen Handtasche mit dem sehr langen Riemen. »Was bekommst du?«

»Elf neunundneunzig«, antworte ich nach einem Blick auf die Kassenanzeige.

Als sie das Geld auf den Tresen legt, bemerke ich, dass mein Skizzenbuch noch immer aufgeschlagen daliegt. Ich schnappe es mir so hastig, dass Stift und Radierer davonfliegen. Dann schlage ich es rasch zu, ehe sie Zeit hat, sich die Zeichnung näher anzusehen.

Sie neigt den Kopf zur Seite. »Hast du das gezeichnet?«

»Ja«, murmle...


Clampett, Ruth
Ruth Clampett ist die Tochter des legendären Trickfilmanimateurs Bob Clampett. Sie wuchs in Hollywood auf und lernte zusammen mit Cartoon-Figuren wie Bugs Bunny und Goofy das Laufen. Heute leitet sie ihr eigenes Filmstudio und ist für Warner Brothers tätig. Doch eigentlich ist sie nur ein büchersüchtiges Mädchen, das ein großes Herz für Zeichnungen, interessante Figuren und kitschige Happy Ends hat. Weitere Informationen unter: ruthclampettwrites.blogspot.de

Ruth Clampett ist die Tochter des legendären Trickfilmanimateurs Bob Clampett. Sie wuchs in Hollywood auf und lernte zusammen mit Cartoon-Figuren wie Bugs Bunny und Goofy das Laufen. Heute leitet sie ihr eigenes Filmstudio und ist für Warner Brothers tätig. Doch eigentlich ist sie nur ein büchersüchtiges Mädchen, das ein großes Herz für Zeichnungen, interessante Figuren und kitschige Happy Ends hat. Weitere Informationen unter: ruthclampettwrites.blogspot.de



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