E-Book, Deutsch, Band 2190, 144 Seiten
Reihe: Julia
Conder Liebe ist Trumpf
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0192-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2190, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-0192-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Für Glamour-Girl Cara, die jüngste der Chatsfield-Erben, ist das Leben ein zügelloses Spiel. Deshalb ist sie perfekt geeignet, sich im Chatsfield, Las Vegas um ein internationales Pokerturnier zu kümmern. Bei dem auch der australische Millionär Aidan Kelly mit von der Partie ist. Von der ersten Begegnung an fasziniert er Cara, auch wenn sie nicht weiß, was sein Herz bewegt: Liebe, Stolz oder Hass? Bis sie unfreiwillig in das Machtspiel zwischen zwei Erzrivalen gerät. Atemlos verfolgt sie, wie Aidan alles auf eine Karte setzt und gewinnt - eine Nacht mit ... ihr.
Schon als Kind waren Bücher Michelle Conders ständige Begleiter, und bereits in ihrer Grundschulzeit begann sie, selbst zu schreiben. Zuerst beschränkte sie sich auf Tagebücher, kleinen Geschichten aus dem Schulalltag, schrieb Anfänge von Büchern und kleine Theaterstücke. Trotzdem hätte sie nie gedacht, dass das Schreiben einmal ihre wahre Berufung werden würde. Um ihren kreativen Drang zu stillen, stürzte sie sich voller Elan in ihr Studium, nahm einige Jobs an, die sie nie wirklich glücklich machten und reiste viel. Trotzdem konnte sie den Wunsch zu schreiben, nie ganz vergessen. Ein kurzer mutiger Moment, in dem sie den Anfang ihres ersten Romans schrieb und an Mills & Boon schickte und eine anschließende Woche erholsamer Meditation, in der sie Kraft und Selbstsicherheit schöpfen konnte, waren die Auslöser, sich endgültig ihrer großen Leidenschaft zu widmen. Heute schreibt sie erfolgreich von starken Helden, die auf spritzige und moderne Heldinnen treffen, die einander nicht widerstehen können. Für Michelle ist damit ein Traum wahr geworden, den sie gemeinsam mit ihrem Mann, ihren drei Kindern und einigen Haustieren glücklich in Melbourne lebt.
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2. KAPITEL
Aidan sah kurz einen pinkfarbenen Schopf aufleuchten und ein langes schlankes Bein in einer Limousine verschwinden, bevor der Wagen sich in Bewegung setzte und er nur noch den Rücklichtern nachstarren konnte.
Unglaublich, dass die Frau, die er für eine billige Touristin gehalten hatte, sich eine derartige Luxuskarosse leisten konnte. Aber vielleicht wurde sie auch von einem Liebhaber erwartet, der ihre Abzockermasche nicht so leicht durchschaute wie er.
Angesichts ihrer Figur und Aufmachung war das wohl die wahrscheinlichere Variante. Allein diese unglaublich langen, goldbraun getönten Beine. Kein Zweifel, dass sich ihre Haut unter seinen Fingern wie glatte kostbare Seide anfühlen würde. Besonders auf der Innenseite ihrer Schenkel, während er sich den Weg in die knappen Shorts bahnte, zum Zentrum ihrer Lust. Er konnte sogar ihre atemlosen kleinen Seufzer hören, während er …
Nur mit Mühe gelang es Aidan, sich von der ebenso verlockenden wie absurden Fantasie zu befreien und wieder aufs Wesentliche zu konzentrieren.
Verdammt! Und das bei einer Frau ohne Klasse, deren aufreizendes Outfit mehr zeigte als verbarg. Okay, unter der weich fallenden, violetten Bluse hatte man ihre festen kleinen Brüste mehr erahnen als sehen können. Trotzdem war nicht zu leugnen, dass derartige Kleidungsstücke ausschließlich für den Zweck designt wurden, die Fantasie der Männerwelt anzustacheln und sie völlig verrückt zu machen. Und dann diese Schuhe! Wenn sie nicht darauf abzielten, willige Opfer in eine erotische Venusfliegenfalle zu locken, dann wusste er auch nicht!
Diese Pink-Lady war durchaus unterhaltsam gewesen und hatte seine Libido ganz schön in Schwung gebracht, doch so naiv und im sexuellen Notstand war er dann doch nicht, um auf eine derart durchsichtige Masche hereinzufallen. Außerdem war er nur heute Abend in Vegas und aus einem ganz speziellen Grund. Und der hatte absolut nichts mit Frauen zu tun.
Entschlossen knöpfte Aidan sein Jackett zu, um sich gegen die unerwartete Kälte und Nässe zu schützen, und hielt nach der angekündigten Limousine Ausschau, die ihn ins Chatsfield bringen sollte. Sein HR-Manager hatte ihm versichert, der Wagen würde bereitstehen, wenn er das Flughafenterminal verließ, und der Mann verstand seinen Job.
Als Aidan vortrat, um besser sehen zu können, bemerkte er ein Schild, das auf dem Boden lag und seinen Namen trug. Sein Blick verdunkelte sich, als ihm ein ungeheuerlicher Verdacht kam.
Son of a … Die kleine Hexe hat mir tatsächlich meine Limousine gestohlen!
Mit offenem Mund starrte Aidan die Straße entlang, über die kurz zuvor der schwere silberne Mercedes verschwunden war. Dann holte er sein iPhone heraus und scrollte durch die E-Mails, um festzustellen, bei welcher Leihfirma sein HR-Manager den Wagen geordert hatte. Unglücklicherweise waren in der Zwischenzeit über hundert Mails dazugekommen, und er hatte weder die Zeit noch die Geduld, sich durch diesen Datenmüll zu arbeiten.
Aidan malmte mit den Zähnen, während er zum regenverhangenen Himmel hinaufstarrte. Die Wolken am Himmel waren zu dunkel und schwer, um den Mond sehen zu lassen, aber er hätte geschworen, dass heute zu allem Überfluss auch noch Vollmond war. Normalerweise war er nicht abergläubisch, aber so wie der Tag angefangen hatte …
Zuerst hatte ihm seine PA ihre Kündigung auf den Tisch geknallt, mit der Begründung, er wäre als Boss zu hart und unpersönlich. Dann wurde seine Fahrt zum Sydney Airport von einer Demonstration gegen den Lebendtransport von Schlachtvieh behindert – eine durchaus ehrenhafte Sache, die er vielleicht sogar unterstützt hätte, wäre er nicht so in Eile gewesen. Als er endlich am Flughafen ankam, musste der Abflug wegen eines technischen Defekts an seiner Maschine verschoben werden.
Zum Glück hatte er den einzigen freien Platz in einem anderen Flieger Richtung Las Vegas ergattern können, allerdings keinen in der ersten Klasse!
Nicht dass er ein Snob war. Er war sogar weit entfernt davon. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, hatte er erst in den Zwanzigern angefangen, erster Klasse zu fliegen, nachdem er die Firma seines Vaters übernommen und wieder zum Erfolg geführt hatte. Dabei ging es ihm nicht um den Status an sich, sondern um ein gewisses Maß an Bequemlichkeit. Bei seiner Größe während eines Sechzehnstundenflugs in einem viel zu engen Sitz eingeklemmt zu sein und dabei auch noch arbeiten zu wollen, während alle um ihn herum schliefen oder sich Filme ansahen, war kein Zuckerschlecken. Und dann dieses penetrante Kleinkind, das ständig versucht hatte, mit gezielten Tritten seine Rückenlehne zu perforieren, ganz abgesehen von dem winzigen Brettchen vor sich, das die Fluggesellschaft als komfortablen Klapptisch auswies.
Aber auch seine gegenwärtige Lage konnte man kaum als rosig bezeichnen. So angeschlagen, wie er sich fühlte, war er kaum in der richtigen Verfassung, seiner Nemesis in Form von Martin Ellery entgegenzutreten. Seit vierzehn Jahren plante er, es dem Mann heimzuzahlen, der das Glück seiner Familie zerstört hatte. Und konkretisiert hatte sich dieser Plan vor zwölf Monaten, mit dem Tod seines Vaters.
Heute Abend würde es geschehen, egal, wie viele Hindernisse sich ihm in den Weg stellten. Bisher hatte er in seinem Leben noch nie versagt, und auch dieses Mal würde er das nicht tun – zumal er seinem Vater auf dem Sterbebett versprochen hatte, Rache zu nehmen. Und ein Versprechen war ein Versprechen. Es war eine Sache der Ehre …
Unglücklicherweise galten ausgerechnet heute ganz spezielle Hausregeln und Bedingungen im Spielcasino vom Chatsfield Vegas, was nur die finanzkräftigsten Pokerspieler der Welt auf den Plan gerufen hatte, die in einem gnadenlosen Match gegeneinander antreten würden. Und wer nicht rechtzeitig vor Ort war, blieb draußen, ohne Ausnahme.
Aidan schaute auf die Uhr und spürte seine Nervosität wachsen.
Gerade als er mit dem Gedanken spielte, einen Helikopter zu ordern, fuhr eine ganze Armada leerer Taxen vor, die von den wartenden Reisenden um ihn herum mit Erleichterung und frenetischem Applaus empfangen wurden. Eine etwas derangiert wirkende, aber immer noch äußerst attraktive Geschäftsfrau zögerte kurz, bevor sie den ersten Wagen enterte.
„Wollen wir uns das Taxi teilen?“, fragte sie mit einem Blick, den er von unzähligen ihrer Geschlechtsgenossinnen kannte. Aidan war keineswegs entgangen, dass sie ihn seit mindestens zehn Minuten fest im Visier hatte. Aber es interessierte ihn nicht.
Natürlich wussten sie beide, dass ihr Angebot sich keinesfalls nur auf eine gemeinsame Taxifahrt bezog. Doch etwaige Illusionen über mehr konnte er ihr immer noch auf dem Weg in die Stadt nehmen. Jetzt musste er so schnell wie möglich von hier weg.
„Aber sicher.“
Eine Dreiviertelstunde später war Aidan frisch rasiert im schwarzen Abendanzug zum schwarzem Hemd – ohne Krawatte oder Fliege, da er beides hasste – auf dem Weg zu seiner Verabredung. Vor der Tür, die in die Prunk-Lounge des Chatsfield führte, blieb er kurz stehen und sammelte sich. Beim Eintritt war er nicht besonders überrascht von der Opulenz und Eleganz um sich herum. Genauso hatte er es erwartet.
Das Licht antiker Kristalllüster spiegelte sich in der Hochglanzvertäfelung aus dunklem Mahagoni. Vor dem geschwungenen Tresen aus dem gleichem Material, am anderen Ende des Raums, reihten sich extravagante, mit geprägtem Samt bezogene Stühle aneinander. Mindestens die Hälfte der zu erwartenden Gäste war bereits anwesend. Der schwache Geruch teurer kubanischer Zigarren mischte sich mit dem mindestens so teuren, dafür aber wesentlich penetranteren Duft zu vieler verschiedener Parfums.
Normalerweise war dies überhaupt nicht Aidans Welt. Doch niemand, der ihn so lässig und entspannt hier stehen sah, hätte das vermutet. Und noch weniger, dass er an nichts anderes denken konnte als daran, endlich seinen Erzfeind zu zerstören.
Aidan nahm das leise Klingen der Eiswürfel in den Drinks wahr, während er seinen Blick über die anwesenden Gäste schweifen ließ. Einige der Männer, gegen die er gleich spielen würde, hatten schon ihre Plätze am Tisch eingenommen. Aber wo war Ellery, dieser Bastard? Hatte er sich überhaupt hergetraut, oder versuchte er zu kneifen?
Ein Blick über die Schulter verriet ihm, dass dem nicht so war, und ließ gleichzeitig Aidans Herzschlag stocken. Martin Ellery stand seitlich an der Bar, aber nicht allein, sondern neben der pinkhaarigen kleinen Hexe, die seine Limousine gestohlen hatte!
Nur sah sie jetzt ganz anders aus als am Flughafen – und, wie er zugeben musste, nicht nur unglaublich aufregend, sondern auch ausgesprochen elegant. Das hautenge schwarze Kleid verriet Klasse. Und jetzt waren ihre Beine auch nicht nackt. Ob sie diese halterlosen Strümpfe trug, die nicht mal eine Art Mieder brauchten, um zu halten? Wie hießen sie noch? Ah ja! Stay-ups! Und natürlich hatten ihre Schuhe mörderisch hohe Absätze.
Aidan brauchte keine drei Sekunden, um sich die Pink-Lady ausschließlich in Stay-ups und High Heels auf dem Kingsize-Bett in seinem Hotelzimmer vorzustellen. Damned!
Was ihn betraf, gab es nur einen einzigen Grund für eine Frau, die High-Score-Lounge eines Casinos zu frequentieren. Sie war auf Beutefang, wenn sie nicht schon die manikürten Nägel in ein stinkreiches, naives Opfer geschlagen hatte.
Natürlich würde ihn jede Emanze für eine derart chauvinistische Anschauung an den Pranger stellen. Und vielleicht tat er damit auch einzelnen Personen unrecht, aber die...




