E-Book, Deutsch, 189 Seiten
Connell Túatha Dé Danann. Nekropolis
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86282-205-8
Verlag: Acabus Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Teil 2
E-Book, Deutsch, 189 Seiten
ISBN: 978-3-86282-205-8
Verlag: Acabus Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Sean O'Connell, in England geboren und in London und Lindau (Bodensee) aufgewachsen, lebt seit einigen Jahren in Ravensburg/Weingarten. Seine erste Kurzgeschichte schrieb er im Alter von neun Jahren, sechs Jahre später folgten erste Publikationen in Science Fiction- und Fantasy-Fanzines. Gemeinsam mit Wolfgang Kehl (Arndt Ellmer, 'Perry Rhodan') entwickelte er als 16-Jähriger u. a. eine semiprofessionelle Science-Fantasy-Serie ('Starlords'), die in den Neunziger Jahren eine Zweitauflage beim NIMBUS-Verlag erlebte. Später kooperierte er noch einmal mit Ellmer für einen Heftroman der Zauberkreis-Reihe. O'Connell machte sich das Schreiben und Arbeiten im künstlerischen Bereich zum Beruf: Er war Radiomoderator beim Lokalradio, Mitinhaber einer Videoproduktionsgesellschaft und als freier Mitarbeiter der Lokalzeitung tätig. An der Universität Konstanz studierte er Literaturwissenschaft, Philosophie, Kunst- und Medienwissenschaft. Ab 1998 arbeitete er als Redakteur bei einer österreichischen Landeszeitung ('Vorarlberger Nachrichten') und wurde 2001 Leiter einer in Österreich und Süddeutschland tätigen Werbeagentur. 2002 wechselte er schließlich in die Computerbranche. 2005 begann er mit der Arbeit an seinem Roman 'Tír na nÓg', der in zwei Teilen 2011/12 im ACABUS Verlag erschien.
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Aus Kapitel 3 - Der Herr der Gehirne: Cornelis lag in lichtloser Finsternis auf einem Berg von Leichen, die einen süßlich fauligen Geruch verströmten, den er von verdorbenen Lebensmitteln her kannte. Jedes Mal, wenn sich aufgrund einer Kurskorrektur etwas unter ihm bewegte und ein neuer Schwall Gase seine Nase erreichte, wurde ihm furchtbar übel. Vielleicht, dachte er, riechen wir Menschen zu Lebzeiten ja genauso, nur nicht ganz so intensiv. Er versuchte sich abzulenken, an etwas Anderes zu denken, aber die Zersetzung der Kadaver befand sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Es war unmöglich, diesen Gestank zu ignorieren. Er konnte sogar die schwitzige Feuchtigkeit der Toten unter seinen Fingerkuppen spüren und ballte sie deshalb rasch zu Fäusten. Nach einer scheinbar endlos langen Zeit, in der die Kadaver in seiner Vorstellung erneut zum Leben erwacht waren und mit bleichen Fingern nach ihm griffen, schlugen überraschend und vollkommen unvermittelt schwere Metallklammern von außen dumpf gegen den Rumpf der Gondel. Cornelis erschrak fast zu Tode. Die Fahrt war vorüber, das Luftschiff hatte offensichtlich einen Landeflansch erreicht. Von fern waren dumpfe Stimmen zu hören, aber Cornelis musste lange Minuten ausharren, ehe der Frachtraumdeckel über ihm geöffnet wurde. 'Nachschub ...', brummte ein Mann mit müder Stimme von draußen. 'Kommt schon, macht den Sauger klar.' Das diffus hereinfallende Licht ließ Cornelis für einen kurzen Moment die Abmessungen seines Gefängnisses erahnen. Ein Viereck, vielleicht zehn Kubikmeter groß, dachte er. Fugenlose, glatte Wände aus Stahl. Sie waren beschmiert. Vertikale braunrote Streifen. Cornelis riskierte einen genaueren Blick. Er erkannte getrocknetes Blut. In diesem Moment senkte sich eine quadratische, dunkle Glocke über die Öffnung. Der Sauger, dachte Cornelis. Dann hob mit einem Mal ein ohrenbetäubender Lärm an und ein unglaublicher Sog erfasste den Jungen. Die Leichen, wie auch er selbst, wurden nach oben in den riesigen Saugstutzen gerissen. Eine albtraumhafte Ansammlung von widerlich stinkenden toten Körpern rotierte mit ihm durch das gewundene Röhrensystem - hinauf, hinauf, immer höher, immer schneller - einem unbekannten Ziel entgegen. Dann hörte der Sog ganz unvermittelt auf und Cornelis fiel schreiend aus großer Höhe in kaltes Wasser. Er tauchte unter, sank solange, bis er Boden berührte, und stieß sich wieder ab, schoss empor und spuckte angewidert aus. Er befand sich mitten in einem riesigen Bassin, in dem tote Körper wie Flöße umhertrieben. Das rötlich schimmernde, eiskalte Wasser, das ihm im Stehen fast bis zur Brust reichte, war durchsetzt mit feinen Gewebeteilen. Er würgte und verzog das Gesicht vor Entsetzen. Dann blickte er nach oben. An der Decke drehten sich lautlos stählerne Ventilatoren. Eine Vielzahl Lufttauscher milderte den Gestank ab. Rings um ihn herum, im Dämmer der aktiven Notbeleuchtung, erkannte Cornelis eine geflieste Plattform mit Wandregalen. Darin befanden sich vertraute gläserne Rohre, die sich an der Vorderseite zu Saugglocken weiteten und rückseitig mit stählernen Tornistern verbunden waren. [...] Vorsichtig watete er zwischen den Toten in Richtung Bassinrand, wo entlang der Rückwände metallene Türen abzweigten, als ihn ein seltsames Plätschern in seinem Rücken innehalten ließ. Etwas hatte sich im Wasser bewegt, er hatte es aus den Augenwinkeln heraus gesehen. Winzige Wellen breiteten sich aus und dann durchbrach etwas die Wasseroberfläche: bleiche, runzlige Haut. Würmer. Unterarmlang. Es waren mindestens fünf oder sechs. Ihr Maul war, verglichen mit ihrer Körpergröße, geradezu riesig, versehen mit einem runden Kranz rasiermesserscharfer Zähne. Entsorgten sie etwa die Reste der Toten? [...]




