E-Book, Deutsch, Band 2, 544 Seiten
Reihe: Undone
Corinne Unloved (Undone 2)
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98941-079-4
Verlag: Gutkind Verlag eBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman | Der TikTok-Hype geht weiter! Buch 2 der Undone-Serie | Mit den Tropes slow burn, friends to lovers und opposites attract | Mit farbigem Buchschnitt in limitierter Auflage
E-Book, Deutsch, Band 2, 544 Seiten
Reihe: Undone
ISBN: 978-3-98941-079-4
Verlag: Gutkind Verlag eBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Peyton Corinne verfasst bereits seit ihrer Jugend Romance, inzwischen auch als Buch und nicht mehr nur in ihrer Notes-App. Falls sie nicht gerade schreibt, trinkt sie eine weitere Tasse Kaffee, schaut Twilight oder sortiert hektisch ihren endlosen Lesestapel. Sie ist die Autorin der erfolgreichen Romance-Serie und TikTok-Sensation Undone.
Weitere Infos & Material
Prolog
Erstes Studienjahr – »Die Nacht, an die er sich nicht erinnert«
Ro
Noch dreimal wiederhole ich in Gedanken mein Mantra, dann öffne ich die Augen. Ich stehe im stickigen Waschraum unseres Wohnheims und betrachte mich noch ein letztes Mal gründlich im Spiegel.
Ich sage es mir erneut vor, während ich mit beiden Händen über das enge schwarze Tanktop mit den dünnen Trägern und den schwarzen Jeansrock streiche. Wieder ziehe ich beides etwas tiefer, aber da ist nicht genug Stoff, um meinen entblößten Bauchnabel und meine überdurchschnittlich langen Beine zu bedecken. Der Drang, mich umzuziehen, ist überwältigend stark, aber …
Aber ich fühle mich sexy. Ich fühle mich stark und schön.
Es klopft an der Tür, und gleich darauf dringt ein gelangweiltes »Alles in Ordnung?« durch das dünne Holz.
Mit einem selbstbewussten Lächeln öffne ich und werfe mir das geglättete Haar über die Schulter. »Was meinst du?«, frage ich, während mein Blick über meine Mitbewohnerin gleitet, die lässigen Sex-Appeal ausstrahlt.
Verlegen sehe ich an mir herunter, denn neben Sadie Brown komme ich mir plötzlich vor, als könnte ich mir ebenso gut das Wort auf die Stirn tätowieren.
Sie ist klein, aber muskulös, mit definierten Beinen und einem Hintern, für den ich glatt töten würde. Im Augenblick ist er in Leder gehüllt, und das pastellblaue Korsett bringt ihre blasse Haut regelrecht zum Strahlen. Angesichts ihres Make-ups – makelloser Lidstrich und rubinrote Lippen – fühle ich mich wie ein Kind, das dabei ertappt wurde, wie es sich heimlich am glitzernden Lidschatten der Mutter bedient hat.
»Du siehst umwerfend aus«, sagt sie und blickt bereits wieder auf ihr Handy, völlig vertieft in die Nachricht, die sie gerade schreibt. Das tut ein bisschen weh, wie schon unzählige Male, seit wir uns vor einem Monat am Einzugstag kennengelernt haben. Aber ich bin fest entschlossen, sie dazu zu bringen, mich zu mögen. Sie wird meine Freundin werden.
»Fertig?«
Ich lächle erneut, strahlend und hoffnungsvoll, auch wenn sie mein Lächeln nicht erwidert.
»Ja«, hauche ich. »Ich bin bereit.«
***
Als wir ankommen, bin ich sofort restlos überwältigt, aber auf die allerbeste Weise. Ich vibriere förmlich vor Aufregung. Spüre, wie sich meine Wirbelsäule lockert wie eine sich windende Schlange, fasziniert von der berauschenden Energie, die mich umgibt. Die Musik dröhnt so laut, dass ich sie bis in die Fersen spüre, die Bässe erschüttern meinen ganzen Körper, während ich hinter Sadie durch die Menge stolpere – verzweifelt bemüht, mit ihr Schritt zu halten, auch wenn sie mich auf der Party sicher nicht die ganze Zeit an die Hand nehmen will.
Sie muss mich auch nicht an die Hand nehmen. Ich bin kein Kind.
Jemand rempelt mich an, prallt so heftig gegen meine Schulter, dass ich auf meinen viel zu hohen Absätzen ins Stolpern gerate und gegen eine Wand taumle. Der Typ entschuldigt sich mit einem Lächeln, doch ich schiebe mich wortlos an ihm vorbei und versuche, meine Mitbewohnerin einzuholen.
Wir halten kurz inne und bleiben am Eingang zum Hauptraum stehen. Drinnen sitzen alle auf Sofas oder tanzen auf eine Weise, dass ich schon beim Hinsehen erröte.
Mein Magen krampft sich zusammen, gleichermaßen vor Sehnsucht und Nervosität.
»Alles okay bei dir?«, fragt Sadie genau in dem Moment, als ein massiger Typ sie streift. Mit einem unterdrückten Fluch lässt sie ihn ihren Ellbogen spüren.
»Ja«, antworte ich, wobei es sich anfühlt, als würde ich schreien. »Cool hier.«
Sie nickt, mustert mich prüfend, und ich spüre, wie mein Nacken heiß wird, weil ihr Blick mich verunsichert.
Ich streiche mir das Haar über die Schulter und lächle noch breiter. »Möchtest du was trinken?«, frage ich.
»Bin gleich wieder da«, sagt sie gleichzeitig, ihre Stimme etwas lauter als meine, sodass sie mich übertönt.
»Wohin gehst du?« Ich versuche bemüht beiläufig zu fragen, aber greife zugleich nach ihrem Handgelenk und halte mich daran fest, als wäre sie meine Rettungsleine im Meer der um uns wogenden Körper.
Sie blickt auf ihr Handgelenk, und ich lasse sie los.
»Ich bin mal kurz mit ihm weg.« Sie zeigt auf den Kapitän des Footballteams, den ich in der Universität schon auf einigen Plakaten gesehen habe. Er ist in seinem letzten Studienjahr, groß und gut aussehend und viel zu beliebt für Erstsemester wie uns. Allerdings sieht er Sadie an, als wäre sie seine nächste Mahlzeit.
»Auf die Toilette. Dauert nicht lange. Warte einfach hier, okay?«
Nein, will ich sagen, das ist nicht okay. Auch wenn sie mir nichts versprochen hat, ich dachte, es gehöre zum Girl Code, eine Freundin nicht allein zulassen. Ich kenne hier niemanden, weiß überhaupt nicht, was ich tun soll, und habe außerdem in meinem ganzen Leben noch nie einen Schluck Alkohol getrunken.
Ich wollte, dass diese Nacht anders wird. wollte anders sein.
Aber auch hier werde ich am Rand des Geschehens zurückgelassen.
»Okay.« Mit einem strahlenden Lächeln streiche ich mir das Haar hinter die Ohren, das sich in der feuchten Luft bereits wieder zu Locken kräuselt. »Alles gut. Ich warte hier.«
Sadie ist verschwunden, noch bevor ich meinen Satz beendet habe, und marschiert direkt auf den Typen zu, als wäre sie nicht mindestens einen ganzen Kopf kleiner als er. Sie braucht kaum ein Wort zu sagen; er folgt ihr, ohne zu zögern, eifrig in den dunklen Flur.
Ich bin allein, und die ganze berauschende Glückseligkeit von eben zerfällt zu einem drückenden Gefühl im Magen. Ich lasse mich gegen die Wand sinken.
Dann sehe ich mich um und entdecke die vollgestopfte Küche, in der eine behelfsmäßige Bar aufgebaut ist. Ich würde gern nach etwas zu trinken fragen, aber ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll.
Ich möchte mich gehen lassen, aber ich weiß nicht, wie.
Frustriert atme ich tief durch und konzentriere mich auf das, was ich am besten kann: Menschen beobachten.
Ich entdecke eine Gruppe Mädels, die ziemlich nett wirken, aber es hat mich fast einen Monat gekostet, den Mut aufzubringen, meine eigene Mitbewohnerin zu fragen, ob sie was mit mir unternehmen mag. Und diese Mädchen sind alle sehr hübsch, tragen coole Outfits und Make-up, das wirklich professionell aussieht.
Ich würde ihnen gern ein Kompliment machen, aber die Zunge klebt mir am Gaumen fest.
Die Lichter sind aus, die Party wird nur von einigen bläulichen und weißen Stroboskop-Leuchten erhellt, die in den Ecken der Zimmerdecke hängen. Sie flackern unaufhörlich und tauchen die Menge in ein kontinuierliches, schwungvolles Spiel aus Farben. Dadurch wirkt die Szenerie fast surreal.
Ein Pärchen inmitten des chaotischen Meers aus wirbelnden Körpern zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, als wären Scheinwerfer auf sie gerichtet. Beide bewegen sich sinnlich im Takt der Musik, es sieht aus wie eine Szene aus einem Film. Seine Hände spielen an ihrer Taille, während sie ihren Körper in kreisenden Bewegungen an ihn schmiegt. Dann greift er mit einer Hand in ihr seidiges Haar, drückt das Kinn an ihren Hals und ein paar Küsse auf ihr Ohr.
Es ist fast schon pornografisch. Mir ist, als würden mein Hals und Gesicht in Flammen stehen.
Ein schönes Gefühl. Ich will nicht, dass es aufhört. Ich will es auskosten, es weiter erforschen.
Der Junge neigt den Kopf und sieht mich an, lächelt, als hätte er mich mit der Hand in der Keksdose erwischt. Ein schiefes Grinsen, das Ärger der besten Art verspricht.
Er flüstert ihr etwas ins Ohr und lässt sie los, während das Mädchen nahtlos in die Arme eines anderen gleitet und ebenso sinnlich und atemberaubend schön weitertanzt wie zuvor. Aber ich werde nun von dem Jungen abgelenkt, der direkt auf mich zusteuert.
Doch dann biegt er abrupt nach rechts ab zu einer anderen Ecke des Raums.
Die Gruppe, zu der er sich gesellt, wirkt ausgelassen und laut und hat sich um einen Tisch voller Shots versammelt. Alle haben hohe, bunt bedruckte Dosen in den Händen.
Es sind sechs, sieben Kerle, am Arm des einen oder anderen hängt ein Mädchen. Alle sind groß, muskulös und auf eine Weise attraktiv, die fast schon beängstigend ist. Sie sind mit irgendeinem Spiel beschäftigt, einige von ihnen bewegen sich dabei im Rhythmus der wummernden Bässe von Lil Wayne feat. Static Major trotzdem bleiben ihre Augen konzentriert. Sie wirken gleichgültig und doch gnadenlos ehrgeizig.
Ich starre versehentlich etwas zu lange hin, weil ich meinen Blick nicht von diesem verdammten Typ losreißen kann. Und er erwidert meinen Blick.
Diesmal steht er mehr im Licht, und ich kann ihn besser sehen. Noch besser, als er sich auf mich zubewegt.
Goldenes Haar, an den Seiten kurz getrimmt und oben leicht zerzaust, als wüsste er beim Styling genau, was er tut. Er hat Lachfalten, die sich wie feine Gravuren durch seine Wangen ziehen, und als er breit lächelnd dicht vor mir zum Stehen kommt, funkeln seine grünen Augen wie Smaragde. Ich bin fast sicher, dass er spüren kann, wie mein Herz im Takt der Musik...




