Darcy | Sehnsuchts Melodie | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1576, 160 Seiten

Reihe: Bianca

Darcy Sehnsuchts Melodie


1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86295-895-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1576, 160 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-86295-895-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Jacinda muss weg aus Los Angeles. Ihr geschiedener Mann will ihre kleine Tochter entführen! An wen kann sie sich wenden? Da fällt ihr Callan ein: Der breitschultrige Australier, den sie in Sydney kennengelernt hat, lebt auf einer großen Ranch inmitten der Natur - das perfekte Versteck! Callan nimmt sie mit offenen Armen auf und gibt ihr die Sicherheit, nach der sie sich so verzweifelt sehnt. Doch dann weckt er mit einem leidenschaftlichen Kuss ihre Sehnsucht nach seiner Liebe. Und obwohl er sie zärtlich umarmt und Jacinda sein Begehren spürt, teilt er nie das Bett mit ihr ...



Die Australierin Lilian Darcy hat einen abwechslungsreichen Weg hinter sich. Sie studierte Russisch, Französisch und Sprachwissenschaften und ging nach ihrem Abschluss als Kindermädchen in die französischen Alpen. Es folgten diverse Engagements am Theater, sowohl auf der Bühne als auch als Drehbuchautorin. Später hat Lilian Darcy als Lehrerin für Französisch und Englisch gearbeitet, um dann einen ganz anderen Weg einzuschlagen und in die Computerbranche einzusteigen. Sie schrieb Computerprogramme, bis Sie Ihren Mann, einen New Yorker Schriftsteller, heiratete. Heute leben die Autorin und ihr Mann mit ihrer Tochter und ihren drei Söhnen in New South Wales, Australien. Lilian Darcys erster Roman wurde 1981 veröffentlicht. Seitdem hat sie mehr als 70 Liebesromane geschrieben. Sie wurde für ihre Romane 'Der Prinz von Aragovia' und 'Schicksalhaftes Wiedersehen' für den RITA-Award nominiert, den wichtigsten Preis für Liebesromane in den USA.

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2. KAPITEL


„Wie sollen wir uns an Nuala für diese blödsinnige Idee rächen?“, fragte Dusty Brant fast sechs Monate später.

Es war ein Freitagabend im späten Februar. Ihre Pferde hatten im Frühjahr ein paar kleinere Rennen gewonnen. Brants Land hatte mehr Regen als sonst abbekommen, während Dustys unter der Dürre in Queensland gelitten hatte. Kerry Woods hatte die beiden Männer eindringlich gebeten, etwas für ihren Sohn Callan zu tun.

„Du hast gesagt, es ist dir egal, wie verrückt sie ist. Hauptsache, sie hilft Callan“, erinnerte Brant seinen Freund. Dabei hatte er – seit die neueste Ausgabe von Today’s Woman in den Zeitschriftenregalen lag – selbst schon überlegt, wie sie es seiner Schwester heimzahlen konnten.

„Ich bin immerhin hergekommen, oder nicht?“, entgegnete Dusty. „Mein Foto ist in dem verdammten Magazin abgedruckt. Ich musste meine Hobbys auflisten und erzählen …“ Er malte Anführungsstriche in die Luft. „… was mir an einer Frau gefällt und warum ich glaube, dass Liebe von Dauer sein kann. Und dann haben sie höchstens ein Viertel von dem genommen, was ich gesagt habe.“

„Du hast die Fragen besser beantwortet als ich“, knurrte Brant.

Dusty grinste. „Ich war ehrlicher.“

„Hast du denn gar keinen Selbsterhaltungstrieb?“

„Reichlich sogar. Ich bin nur kein sehr guter Lügner. Glaubt deine Schwester allen Ernstes, dass Callan auf diese Weise findet, was er sucht?“

Die beiden Männer sahen sich in dem elegant eingerichteten Raum um. Es war kurz nach sechs, und die Klimaanlage kämpfte gegen die Sommerhitze von Sydney. An den Stränden wimmelte es von schlanken, gebräunten Körpern und sandigen Kindern. Auf den Straßen vermischten sich die Autoabgase mit den Gerüchen aus den unzähligen Restaurants.

Hoch über dem dichten Feierabendverkehr war dies der ideale Ort für eine Cocktailparty, mit Blick auf den Hafen und die Brücke, die die renovierten Piers überspannte.

Er war Lichtjahre von Brants, Dustys und Callans Ländereien entfernt.

Brant schätzte die Zahl der Gäste auf etwa fünfzig. Sie setzten sich zusammen aus zwanzig männlichen Outback-Singles und zwanzig weiblichen Großstadt-Singles, hinzu kamen einige Journalisten und Fotografen von der Zeitschrift und eine Handvoll Kellner, die mit Getränken und modischen, nicht sehr nahrhaft aussehenden Häppchen umherstreiften.

„Laut Nuala soll er nicht finden, was er sucht, sondern herausfinden, was er sucht“, verbesserte Dusty.

„Sagt ausgerechnet Nuala, die sich erst neulich mit einem Mann verlobt hat, den sie kennt, seit sie … wie alt war? Drei?“, brummte Dusty. „Ja, sicher, sie ist eine echte Beziehungsexpertin!“

„Nuala um Rat zu fragen war deine Idee“, widersprach Brant.

„Und sie glaubt wirklich …“

„Soll ich sie zitieren?“, unterbrach Brant ihn und zählte die Argumente seiner Schwester an den Fingern ab. „Es wird Callan dazu bringen, sich bewusst zu machen, was er will und was in seinem Leben fehlt. Er wird merken, dass es auch ohne Liz noch ein paar anständige Frauen gibt. Und er wird begreifen, dass er nicht der Einzige ist, dessen Herz …“

Er brach ab, als er merkte, dass sie nicht mehr allein in der Ecke standen.

„Hi! Wen haben wir denn hier? Dustin, richtig?“ Die übertrieben begeisterte Amerikanerin warf einen diskreten Blick auf ihr Klemmbrett, während direkt neben ihr ein Blitzlicht aufflackerte. Reporterinnen von der Frauenzeitschrift, alle beide.

Dusty blinzelte. „Dusty.“

„Dusty …“ Die Amerikanerin setzte ein strahlendes, aber äußerst künstliches Lächeln auf.

Brant machte einen Schritt zurück und sah, dass sie glänzendes Haar, einen breiten Mund und hübsche Beine hatte. Wer Rennpferde besaß, hatte einen Blick für Beine. Auch Dusty musterte sie interessiert.

„Du bist gekommen, um Mandy kennenzulernen, Dusty“, sagte die Amerikanerin. „Und hier ist sie!“

Fehlt nur noch der Tusch, dachte Brant.

Mandy trat vor. Sie war etwa eins siebzig groß, mit ziemlich unauffälligen Beinen, hatte aber dunkle Augen und lächelte eifrig. Außerdem war sie sichtlich stolz darauf, dass sie erraten hatte, welches Foto zu den Angaben passte, die Dusty über sich gemacht hatte – wodurch sie die Teilnahme an dieser Party gewonnen hatte.

Dusty wirkte etwas verwirrt, doch als sie ihm mit ihren großen Augen ins Gesicht sah …

Ja, dachte Brant, wahrscheinlich würde ich mich auch geschmeichelt fühlen. Es war schön, wenn eine Frau sich ernsthaft für einen interessierte. Er machte sich auf die Suche nach einem Drink und fragte sich nervös, welche für ihn vorgesehen war.

Als er an Callan vorbeikam, sah er, dass sein Freund – dem dieses ganze absurde Manöver galt – in Gedanken meilenweit entfernt war.

„Warum bin ich hier?“, murmelte Jacinda Beale.

Sie fühlte sich auf dieser schicken, extravaganten, mondänen Cocktailparty wie ein gehetztes Tier, das von einem Suchscheinwerfer erfasst wurde. Außerdem kannte sie keine Menschenseele. Sie war noch nicht mit dem Mann bekannt gemacht worden, den sie hier kennenlernen sollte.

Die Frau, die dafür zuständig war und sich Jacinda als Shay-von-der-Zeitschrift vorgestellt hatte, huschte umher und sah fast so nervös aus wie die meisten Gäste, von denen die meisten viel zu schüchtern waren, um von allein mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Warum bist du hier, Jacinda?

Na los, such dir etwas aus, erwiderte ihre innere Stimme. Schließlich bist du Drehbuchautorin. Dich zwischen den verschiedensten Motiven zu entscheiden gehört zu deinem Job.

Weil ich einem verrückten Impuls nachgegeben und gedacht habe, dass es Spaß machen … oder wenn nicht, wenigstens gut für mich sein könnte.

Weil in Today’s Woman eine Serie namens „Gesucht: Ehefrauen fürs Outback“ erscheint und ich erstens erraten habe, welche Beschreibung eines Outback-Singles zu welchem Foto eines Outback-Singles passt, und zweitens der Zeitschrift in höchstens dreihundert Worten geschrieben habe, warum ich die ideale Kandidatin bin.

Ja, eine Einladung zu dieser Cocktailparty sollte für mich so etwas wie ein Hauptgewinn sein.

Weil ich verzweifelt bin und alles tue, was auch nur einigermaßen Erfolg versprechend erscheint.

Weil ich Autorin bin und dringend Anregungen für mein nächstes Drehbuch brauche.

Die letzte Antwort verstärkte ihre Panik. Autoren konnten behaupten, dass so ziemlich alles Recherche war. Um Ideen zu sammeln, hatte Jacinda teuren Schmuck anprobiert, im Mülleimer eines fremden Menschen gewühlt, sich in eine besonders steile Achterbahn getraut, in einem der exklusivsten Restaurants der USA gegessen und … Die Liste war endlos.

Aber war sie wirklich noch Autorin?

Elaine Hutchison, ihre Chefin bei Heartbreak Hotel, fand es jedenfalls.

„Du hast eine Schreibblockade“, hatte Elaine vor sechs Wochen gesagt. „Du brauchst eine Pause. Schnapp dir deine süße Tochter, flieg über den Ozean und komm frühestens in einem Monat wieder. Danach wirst du vor Ideen nur so sprühen, und ich kann dir Reeces und Naomis Szenen geben, denn du bist die Einzige, die ihre Dialoge auch nur annähernd glaubwürdig hinbekommt.“

„Über welchen Ozean?“, hatte Jacinda gefragt.

„Egal, Honey. Hauptsache, ein großer. Weißt du, warum ich das sage?“

Elaine hatte keine Namen genannt, aber Jacinda war auch so klar gewesen, was ihre Chefin meinte. Dass sie so viel Entfernung wie möglich zwischen sich und Kurt legen sollte. Und der Pazifik war der größte Ozean in der Gegend – außerdem liefen seine Wellen praktischerweise am Strand von Kalifornien aus. Also befand sie sich jetzt auf der anderen Seite, auf einer Cocktailparty, die sie ebenso wenig genoss wie die vielen anderen, zu denen sie mit Kurt gegangen war.

Selbst als Kurt und sie noch verliebt gewesen waren.

Ja, sie war mal naiv genug gewesen, ihn zu lieben.

Das einzig Positive in ihrer Ehe war die Geburt von Carly gewesen.

„Jacinda?“, sagte eine Frauenstimme, die so amerikanisch klang wie ihr eigene.

Sie drehte sich nun zu der dynamischen Redakteurin um. „Hi …“

Der große Moment war da.

Neben Shay-von-der-Zeitschrift stand ein Mann. Er sah sogar noch besser aus als auf dem Foto, wirkte jedoch wesentlich weniger entspannt. Das Foto zeigte ihn in seinem Element, ein langes, in Jeans gehülltes Bein auf einem rostroten Felsbrocken, das Gesicht unter einem staubigen Hut. Er hatte die Finger in das dichte Fell eines – ebenfalls rostroten – Hundes geschoben, und sein Lächeln machte die Augen so schmal, dass sie kaum zu erkennen waren.

Aber jetzt sah Jacinda sie deutlich, und sie waren … unglaublich. Blau und ernst, voller vielschichtiger Emotionen, die sie noch vor dreißig Sekunden niemals einem südaustralischen Viehzüchter zugetraut hätte.

Ja, Today’s Woman hatte es ihr nicht schwer gemacht. Der endlose Himmel, der Hund und die Eidechse auf dem Felsbrocken waren Hinweis genug gewesen, dass es sich um Callan Woods, Rancher, handelte – nicht um Brian Snow, Bergmann in einer Opalmine, oder Damian Peterson, Arbeiter auf einem Erdölfeld, oder einen der anderen siebzehn Outback-Singles, die in der Februar-Ausgabe vorgestellt worden waren.

Today’s Woman behauptete, dass es im Outback jede Menge einsamer Männer gab, die Probleme hatten, die richtige Frau zu...



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