Dark | John Sinclair - Folge 1304 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1304, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 1304

Die Voodoo-Gräfin (1. Teil)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-4050-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die Voodoo-Gräfin (1. Teil)

E-Book, Deutsch, Band 1304, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-4050-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Die Voodoo-Gräfin (1. Teil).

Der Flug war für das Vogelmädchen Carlotta das reine Glück. Durch die Nacht zu schweben, von oben her auf die dunkle Welt zu schauen, ganz mit sich allein sein, das liebte sie.

Bis sie die junge Frau auf der Flucht vor den beiden großen Bulldoggen sah. Im letzten Augenblick gelang es ihr, die Frau zu retten. Sie schaffte sie zu ihrer Ziehmutter. Was beide von der Zeugin hörten, ließ sie vor Grauen fast erstarren ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Die Voodoo-Gräfin (1. Teil)


Nur noch einen Schritt, dann hatte Helen Pride die Tür erreicht! Dann konnte sie all die Angst und den Horror vergessen.

Sie wollte es noch selbst nicht glauben, dass sie es so gut wie geschafft hatte, aber sie hatte herausgefunden, wann die Gräfin ihr Bad nahm, das für sie so ungemein wichtig war. Das war für Helen die Gelegenheit zur Flucht.

Helens Chance war gekommen. Der Weg war frei …

Selbst die Hunde schliefen. Zwei Bulldoggen, die die Gräfin so liebte. Ohne die Tiere war sie fast nie zu sehen. Wahrscheinlich hatte die Frau sie mit ins Bad genommen. Jetzt umstanden die Tiere ihre Wanne und wachten.

Der Schlüssel passte. Helen gefiel nur nicht, dass ein leises Schaben oder Kratzen entstand, als sie den Schlüssel in das Schloss führte. Bei Tag und bei normalen Geräuschen wäre dieser Laut sicherlich untergegangen. Hier war das nicht der Fall, und so schloss sie für einen Moment die Augen, verkrampfte sich innerlich, drehte den Schlüssel zwei Mal und freute sich darüber, wie leicht es war, die Tür zu öffnen. Als wäre das Schloss frisch geölt worden.

Der Weg war frei!

Jetzt musste sie nur noch die Tür aufziehen. Plötzlich kehrte die Furcht zurück. Sie wusste, dass sich diese Seitentür nicht lautlos aufziehen lassen würde. Da gab es einen Trick, den sie jetzt anwendete. Sie hielt die Klinke fest und zog die schmale Tür mit einer schnellen Bewegung zu sich heran.

Ja, es klappte!

Die Tür öffnete sich. Es war auch kaum ein Laut zu hören gewesen. Zumindest keiner, der sie erschreckt hätte. Der Weg in die Freiheit lag vor ihr. Sie brauchte sich nur durch den Spalt zu schieben.

Helen Pride tat es zitternd.

Sie begriff noch nicht, dass es fast hinter ihr lag. Deshalb zitterte sie auch. Es war eine innere Freude, gepaart auch mit der Furcht, letztendlich doch noch erwischt zu werden, doch von diesem Gedanken musste sie sich lösen.

Im Freien empfingen sie der Wind und die Kälte. Für einen Moment schauderte sie zusammen. Bewusst hatte sie den dicken Wintermantel übergestreift, der ihr leider nur bis zu den Knien reichte, sodass der Rest der Beine kalt werden würde. Das würde sich durch das schnelle Laufen ändern.

Sie besaß noch die Nerven, die Tür wieder hinter sich zuzuziehen. Danach ging es ihr besser. Sie wollte auch keinen Blick mehr zurückwerfen, sondern einfach nur hineinlaufen in die Nacht und in die Kälte. Beides vereinigte sich zu einem ungewöhnlichen Gemälde, denn Helen hatte tatsächlich das Gefühl, in ein großes Bild zu gehen, um es zu beleben. Es lag so weit, so breit und lang vor ihr. Es setzte sich aus verschiedenen dunklen Farben zusammen, wobei der Himmel nicht nur finster war. Er lag hoch über ihr wie ein unendliches Dach. In der Kälte schienen seine einzelnen Teile eingefroren zu sein. Wenn sie etwas länger hinschaute, sah sie zahlreiche Sterne und einen Mond, der ein blasses Licht verstreute, das sich zwischen den dunklen Stellen wie ein bleicher Gruß einer längst verschwundenen Welt verteilte.

Helen schaute auf ihre Füße. Ja, sie trug genau die richtigen Schuhe. Halbhoch und gefüttert. Dicke Sohlen, die auch griffen. Das musste sie einfach so halten, denn das Gelände war ziemlich rau. Bis zur nächsten Ansiedlung musste sie ziemlich weit laufen. Ob sie sich dort in Sicherheit befand, wusste sie auch nicht, denn der Arm der Gräfin reichte verdammt weit.

Sie startete.

Zuerst noch langsam, auch wenn es ihr schwer fiel. Sie wollte nicht so schnell rennen und dabei verräterische Geräusche hinterlassen. Sie traute der verdammten Gräfin alles zu. Manchmal fragte sie sich, ob sie überhaupt noch ein Mensch war, aber das drängte sie in diesem Fall zurück. Sie wollte auf keinen Fall mehr an das Grauen erinnert werden, und so schaute sich Helen auch nicht einmal mehr um.

Nur weg von hier!

Ihre Füße hinterließen auf dem hart gefrorenen Boden Geräusche, die nicht überhört werden konnten, so sehr sie sich auch bemühte. Aber es war niemand an einem der Fenster. Sie lief in die Dunkelheit hinein, die ihr im Moment gar nicht mehr so dunkel vorkam. Für sie war sie mehr eine Mischung aus Grau und einem fahlen Weiß.

Es gab keine Wege. Nicht mal eine Zufahrt zu dieser einsamen Festung, die zur Hälfte unbewohnt und verfallen war. Wenn sie ihr Ziel erreichen wollte, musste sie quer durch das Gelände laufen, auf dem weder ein Baum noch ein Strauch wuchs. Erst wenn sich das Gelände leicht senkte, würde sie eine bessere Deckung finden, denn dort fanden sich Bäume zu einem lichten Wald zusammen.

Helen bewegte sich hektisch. Ihre Beine wurden allmählich warm. Nicht nur sie allein. Durch die Bewegungen stieg auch das Blut in die Hände und die Füße. Sie brauchte nicht mal die Handschuhe überzustreifen, die in den Manteltaschen steckten.

Auf dem Weg durch das Schloss hin zur Tür hatte sie bei jedem Schritt das Bild der Gräfin vor Augen gehabt. Das verblasste allmählich. Ihr perfektes und manchmal unperfektes Gesicht schien sich allmählich aufzulösen, bis es ganz verschwand, als hätten es die Schatten der Dunkelheit einfach verschlungen.

Helen war wieder in der Lage, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Sie hatte ihr Schicksal in die Hand genommen, und das würde auch in Zukunft so bleiben. Auf keinen Fall würde sie sich fertig machen lassen. Nicht noch mal. Auf keinen Fall. Sie hasste es. Sie würde sonst durchdrehen und …

Ein Stein war da. Sie trat darauf. Plötzlich wurde ihr rechtes Bein zur Seite gerissen. Sie hatte die Glätte des Steins unterschätzt und fand sich auf dem kalten Boden wieder. Einmal drehte sie sich um sich selbst und blieb so starr wie eine Leiche liegen. Der Schock hatte sie schlichtweg übermannt, und so blieb sie für eine Weile auf dem Rücken liegen.

Sie war so gefallen, dass sie zurückschaute und sehr schwach den Umriss des Schlosses sah. Die Dunkelheit hatte Teile dieser einsamen Festung verschluckt. Kein Licht schimmerte in der Nähe eines der Fenster.

Der Schock über den Fall verging. Helen drehte sich um. Sie wollte aufstehen und spürte das Ziehen im rechten Fußgelenk. Es blieb nicht dabei. Es verwandelte sich in einen Schmerz, der sie auf die Lippen beißen ließ.

Beinahe hätte sie sogar gelacht. Jetzt war ihr genau das passiert, über das sie sich immer so schrecklich aufregte, wenn sie bestimmte Filme im Kino oder der Glotze sah. Oft wurden in den Szenen Frauen verfolgt, und immer wieder knickten sie ein, fielen hin, rafften sich auf und humpelten weiter, sodass die Verfolger leichtes Spiel hatten und der Zuschauer um das Leben der Verfolgten noch mehr bangen musste.

So war es auch hier!

Aber das war kein Kino und kein Film, sondern die verdammt brutale Realität.

Sie raffte sich auf. Lachte und weinte. Zog die Nase hoch, verlagerte ihr Gewicht auf den rechten Fuß – und stieß einen leisen Schrei aus, denn jetzt spürte sie den Stich hoch bis hinein in den rechten Oberschenkel.

Der Atem drang pfeifend aus ihrem Mund. Für winzige Augenblicke erlebte sie den Schwindel. Sie hatte das Gefühl, sich um die eigene Achse zu drehen und verlor die Übersicht.

Tränen traten ihr in die Augen. Nicht nur durch den plötzlichen Schmerz, sondern auch vor Wut. Sie schalt sich selbst eine Närrin, weil sie nicht aufgepasst hatte. Bisher war alles so gut verlaufen, und nun würde es kritisch werden.

Auf keinen Fall wollte Helen wieder zurück in dieses verfluchte Horror-Schloss. Das Grauen hatte sie hinter sich gelassen. Sie bezeichnete es als die körperliche Gefangenschaft. An der seelischen allerdings würde sie noch zu knacken haben. Was die Gräfin sich einmal genommen hatte, das ließ sie so schnell nicht wieder los.

Helen spürte es. Jeder Stich war eine Erinnerung an sie. Trotzdem machte sie weiter. Auch wenn die Schmerzen blieben, würde sie ihren Weg fortsetzen. Sie schleppte sich weiter.

Manchmal fluchte sie vor sich hin. Sie hörte im Innern auch die Stimme der Gräfin auf eine besondere Art und Weise. Es war dieser verdammte Kontakt, den die Abhängigkeit geschaffen hatte. Er ließ sich einfach nicht mehr wegwischen. Sie hatte bereits zu lange in diesem Schloss gelebt.

Die Gräfin war allgegenwärtig. Auch jetzt. Helen sah sie nicht, sie hörte sie. Die Erinnerung ließ sie vor ihrem geistigen Auge entstehen, und sie hörte sogar die Stimme so widerlich deutlich, als ginge sie an ihrer Seite. Da war jedes Wort genau zu verstehen. Und das machte sie so durcheinander, dass sie sich sogar umschaute, ob die Gräfin irgendwo in ihrer Nähe lauerte.

Sie war nicht da. Es gab nur die Dunkelheit und die wie eingefroren wirkenden Schatten. Trotz der Behinderung vernahm Helen ihre harten Schrittechos, natürlich nicht gleichmäßig, denn sie humpelte weiter. Sie biss die Zähne zusammen.

Weg von der verdammten Festung. Weg von diesem kalten und schrecklichen Gefängnis. Dorthin, wo sich Menschen aufhielten, auch wenn sie um diese Zeit noch schliefen.

Helen dachte darüber nach, wo sie hinfliehen konnte.

Am besten wäre eine große Stadt gewesen. Ja, die gab es. Sie lag nicht mal weit entfernt. Bevor sie Dundee allerdings erreichen würde, hätte sie sich auch den Mond als Ziel setzen können. Bei ihrem Zustand war er relativ gesehen ebenso weit entfernt.

Noch immer sah sie ihre Umgebung als ein großes starres Bild an, in dem es nur eine Bewegung gab, nämlich sie als Einzelperson. Sie humpelte hindurch, sie schaute nach vorn und sah nicht weit entfernt die Schatten vom Boden her in die Höhe ragen, als stünde dort eine Armee aus Gespenstern, die sie erwartete.

Helen hielt den Atem an. Ihre Augen...



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