Dark | John Sinclair - Folge 1454 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1454, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 1454

Solo für den Satan
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-4225-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Solo für den Satan

E-Book, Deutsch, Band 1454, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-4225-0
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Solo für den Satan.

Solo für den Satan: Ricarda Hades hatte sich diesen Songtitel ausgedacht. Sie war ein Newcomer mit einer großen Fangemeinde. Als sie zum Konzert bat, strömten die Massen auf den ehemaligen Friedhof, um sich von dieser Musik und den neuen Texten begeistern zu lassen.

Es gab noch drei Personen, die sich das Konzert nicht entgehen lassen wollten. Glenda Perkins, Suko und mich ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Dark John Sinclair - Folge 1454 jetzt bestellen!

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Solo für den Satan


In der klaren Winternacht lag die kleine Kirche auf dem flachen Hügel wie ein zu Stein gewordener Glockenklang. Nur hallte kein Geläut über das Land, sondern etwas völlig Atypisches für eine Kirche.

Harter, aggressiver Rock, und zugleich eine Musik, die von einer schrillen Frauenstimme übertönt wurde, aus der ein starker Hass hervorzuhören war.

Denn die Frau sang vom Teufel!

»Bitte, der Herr, Ihr Kaffee und die Zeitung!«

Suko gab irgendwie ein Geräusch von sich, das zwischen Lachen und Grunzen lag, während ich die Augen weit öffnete, Glenda anschaute, den Kopf schüttelte, und zusah, wie sie die Tasse auf meinen Schreibtisch stellte und mir die zusammengefaltete Zeitung daneben klatschte.

»Und?«, fragte ich.

»Lesen!«

»Ähm. Jetzt?«

»Genau.«

»Warum?«

Glenda, die sich nicht vom Fleck gerührt hatte, verdrehte die Augen. »Sei nicht so faul. Ich habe dir sogar die richtige Seite aufgeschlagen. Einen besseren Service hast du in keinem Hotel.«

»Kann man wohl sagen.« Ich lachte vor mich hin. »Soll das heißen, dass du jetzt schon mal für einen Zweitjob übst? Als Bedienung oder so?«

»Das nicht, John. Es geht nur um die Zeitung. Und lesen kannst du doch, oder?«

»Wenn es sein muss.« Ich trank zunächst von der braunen Brühe, die wieder köstlich schmeckte. Dabei schielte ich zum oberen Rand der Zeitung hin.

Es war eigentlich nicht das Blatt, das ich normalerweise las. Der Verleger dieser Gazette lebte mehr von den Schlagzeilen als von seriösen Hintergrundberichten. Aber es stimmte. Glenda Perkins hatte bereits die richtige Seite aufgeschlagen. Ob Suko was davon wusste, war mir nicht klar. Als ich ihn anschaute, entnahm ich seinem Gesichtsausdruck, dass auch er überrascht war.

»Nun ja, dann will ich mal nicht so sein, Glenda.«

»Es wäre wirklich gut.«

Die Schlagzeile sprang mir ins Auge. Ich hatte sie auch beim Hinlegen des Blatts schon kurz überflogen. Jetzt allerdings konzentrierte ich mich darauf.

DES TEUFELS ROCKIGE TOCHTER

Ich stutzte, schaute noch mal hin, flüsterte die Schlagzeile und wandte Glenda wieder mein Gesicht zu.

»Was sagst du dazu, John?«

»Nicht viel.«

Sie zog die Nase kraus. »Aber du hast die Schlagzeile gelesen?«

»Das versteht sich.«

»Dann lies auch den Text!«, forderte sie mich auf.

»Muss ich das?«

»Es könnte dich oder uns interessieren. Aber ich will dir einen Gefallen tun und werde dir einen Kurzbericht geben. Die Rockröhre heißt Ricarda Hades, zumindest nennt sie sich so. Was sie spielt, das nennt sie Höllenpunk.«

»Auch das noch!«

»Ja. Ob du es glaubst oder nicht. Das kommt an. Die Fans kaufen ihre CDs. Sie sind begeistert, und Ricarda wird bald ein Konzert geben, das außergewöhnlich ist.«

»Warum ist es das?«

»Weil es auf einem Friedhof stattfinden soll.«

Ich glaubte mich verhört zu haben und schüttelte den Kopf. »Rock auf dem Totenacker?«

»Genau.«

»Und das wird erlaubt?«

Glenda lächelte breit. »Ich habe keine Ahnung, ob es erlaubt wird. Ich weiß zudem nicht, auf welchem Friedhof es stattfinden soll. Ich habe nur davon gehört, dass es sehr bald passiert. Es ist auch keine offizielle Angelegenheit, die von irgendeiner Konzertagentur organisiert wird. Es hat sich unter den Fans herumgesprochen, und es wird auch Werbung im Internet gemacht. Der Ort ist bisher noch nicht bekannt gegeben worden. Das soll die große Überraschung werden.«

»Klasse. »

Glenda lächelte. »Finde ich auch.«

»Das heißt, du willst hin?«

»Hm – so genau weiß ich das noch nicht, John. Es würde mich schon reizen. Aber nicht, weil ich die Musik so mag. Es könnte natürlich noch etwas anderes dahinter stecken.«

»Was denn?«

Sie knuffte mich an der Schulter. »Tu nicht so naiv, John.«

»Dass sie des Teufels rockige Tochter ist?«

»Ja und nein«, dehnte Glenda. Dann winkte sie ab und meinte: »Das kann natürlich alles eine große Schau sein. So genau weiß ich das ja alles nicht, aber ich denke, dass wir schon die Augen und auch die Ohren offen halten sollten.«

Tja, das konnte durchaus sein, obwohl ich nicht schon vorher den Teufel an die Wand malen wollte. Ich warf Suko einen Blick zu und fragte: »Was hältst du denn davon?«

»Ja«, sagte er, »das ist so eine Sache. Muss ich dir darauf eine Antwort geben?«

»Ich warte darauf!«

»Man könnte es mal im Auge behalten. Ansonsten weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll. Meine Musik jedenfalls ist es nicht. Ich würde mir so ein Konzert nicht freiwillig anhören. Wie ist es mit dir, John?«

»Kannst du knicken.«

»Genau.«

Jetzt warteten wir auf Glendas Meinung. Sie hatte sich auf die Kante des Schreibtischs gesetzt und zog ein Gesicht, als wollte sie uns in den nächsten Sekunden belehren.

»Also, ich weiß genau, was ich tun werde. Ich lasse mir dieses Konzert nicht entgehen. Wenn ich weiß, wann und wo es genau stattfindet, gebe ich euch Bescheid. Dann könnt ihr noch immer darüber nachdenken, ob ihr mitkommen wollt oder nicht. Ist das ein Kompromiss, auf den ihr euch einlassen könnt?«

Ich musste erst einmal die Morgenmüdigkeit aus meinem Körper bekommen, lehnte mich zurück und gähnte dabei. »Man kann ja darüber reden, wenn es so weit ist.«

»Wie ihr wollt.« Glenda deutete auf die Zeitung. »Soll ich sie euch überlassen?«

Ich nickte.

»Dann viel Spaß.« Sie verschwand in ihrem Büro und schloss sogar die Tür.

»Ist sie sauer?«, fragte Suko.

»Nein, warum sollte sie?«

»Wer kennt schon die Frauen, John? Vielleicht schmollt sie, weil wir sie nicht richtig ernst genommen haben.«

»Ich habe keine Ahnung.« Danach senkte ich den Kopf und überflog den Bericht, von dem ich bisher nur die Schlagzeile kannte. Es wurde darüber geschrieben, dass Ricarda Hades innerhalb kürzester Zeit eine große Karriere gemacht hatte. Ihre Songs hatten bei den Fans eingeschlagen wie Blitze. Mit den Texten hatte sie wohl einen bestimmten Nerv getroffen. Ich las des Öfteren den Begriff Devil’s Daughter und sprach auch mit Suko darüber.

»Hat der Teufel eine Tochter?«

Ich grinste vor meiner Antwort. »Ist das nicht unsere Freundin Asmodina gewesen?«

Er winkte ab. »Oh, das liegt lange zurück. Keine Wiederauferstehung, bitte!«

»Wenn du meinst …«

Ich las weiter. Tatsächlich hatte Ricardas CD die Charts gestürmt und befand sich schon auf Platz fünf. Über das Konzert wurde auch geschrieben, aber es wurde kein genauer Ort genannt, wo es stattfinden sollte.

Als ich mit Suko darüber sprach und ihm zugleich die Zeitung reichte, meinte er: »Man wird bestimmt genügend Leute zusammentrommeln. Das kannst du mir glauben. Fans im Verborgenen sind leicht zu mobilisieren. Davon gehe ich aus.«

»Willst du hin?«

»Keine Ahnung. Falls ich nichts anderes vorhabe, könnte man darüber reden. Doch ein ungutes Gefühl habe ich nicht. Was sie da macht, ist ja nicht neu. Es gab und gibt immer wieder Bands, deren Songs aus Texten bestehen, die den Teufel verherrlichen.«

»Genau, Suko, aber ich sage dir auch, dass sie mir nie gefallen haben.«

»Denkst du mir?«

Ich winkte ab. »Das ist Horror für meine Ohren, und darauf kann ich gut und gern verzichten.«

»Dann lassen wir es mal auf uns zukommen.«

Dagegen war nichts einzuwenden. Leider war mein Kaffee in der Zwischenzeit kalt geworden, aber ich trank ihn trotzdem, denn ich wollte Glenda nicht enttäuschen.

Diese Ricarda Hades vergaß ich sehr schnell wieder. Nicht wissend, dass wir schon sehr bald wieder an sie erinnert werden sollten …

*

Reverend Peter Dutton drückte dem Toten die Augen zu. Das wächserne Gesicht verlor dabei zwar nichts von seiner maskenhaften Starre, aber der leere Blick war zumindest verschwunden.

»Schön für ihn, dass er so friedlich eingeschlafen ist«, sagte die Heimleiterin, eine grauhaarige Frau um die sechzig. »Nicht alle haben das Glück. Zudem wollte er, dass Sie in den letzten Minuten seines Lebens bei ihm sind, was ja auch geklappt hat. Es hat ihm die Reise in die andere Welt sehr erleichtert.«

»So sollte es auch sein.« Der Pfarrer erhob sich von seinem Stuhl. »Wie alt ist er eigentlich geworden?«

»Zweiundneunzig Jahre.«

Der Reverend lachte. »Ich wünschte mir, auch mal so alt zu werden, Mrs Grayson.«

»Tatsächlich?«, staunte sie.

»Natürlich nur, wenn ich dabei relativ gesund bleibe und auch geistig nicht abbaue.«

»Das wünschen sich viele.«

»Ich weiß, Mrs Grayson, und ich weiß auch, dass es nur Wenigen vergönnt ist.«

»Sie sagen es.«

Der Pfarrer warf einen letzten Blick auf den toten Greis, bevor er sich umdrehte, um das Zimmer zu verlassen. Die Heimleiterin ging dicht hinter ihm. Auf dem Flur, der im schwachen Licht der Deckenlampen lag, blieb er noch mal stehen.

»Sie kümmern sich ja um die anderen Formalitäten, denke ich.«

»Ja, ich gebe Ihnen Bescheid. Auch wegen der Beerdigung. Das wird alles seinen normalen Weg gehen.«

»Wunderbar.« Er lächelte ihr zu.

»Ich bringe Sie noch bis zur Tür, Reverend.«

»Danke, das ist sehr nett.«

Es war für den Geistlichen kein Vergnügen, durch den langen Flur des Heims zu schreiten. Er mochte das alte Haus nicht, in dem man sich lebendig begraben vorkommen konnte. Da war kaum mal renoviert worden. Auch die alten Leitungen hatte man nicht unter...



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