Dark | John Sinclair - Folge 1477 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1477, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 1477

Das steinerne Grauen
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-4248-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Das steinerne Grauen

E-Book, Deutsch, Band 1477, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-4248-9
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Das steinerne Grauen.

Die Tierärztin Maxine Wells erhielt den Anruf in allerhöchster Not. Eine Frau saß in ihrem Wagen und wurde von einer blutgierigen Dogge bedroht. Hilfe tat Not.

Und Maxine beeilte sich. Sie sah die Frau, sie sah den Hund - und stellte fest, dass er aus Stein war.

Nur blieb das nicht so, denn die Dogge erwachte und hatte in Maxine das ideale Opfer gefunden ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Dark John Sinclair - Folge 1477 jetzt bestellen!

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Das steinerne Grauen


Zuerst hörte Maxine Wells nur das Keuchen. Unwillkürlich presste sie den Hörer fester gegen ihr linkes Ohr.

»Hallo, was ist los? Hallo! Melden Sie sich!«

»Ja – ja …« Erneut hörte sie das Keuchen, dann einen Fluch, den die Anruferin ausstieß, wobei die letzten Worte in einem gurgelnden Geräusch endeten.

Maxine holte tief Luft. Über ihren Rücken lief ein kalter Schauer, und auch ihr Herz schlug schneller als gewöhnlich. Sie musste sich erst einmal sammeln, um wieder sprechen zu können.

»Was ist denn? Reden Sie, verdammt! Sonst – sonst kann ich Ihnen nicht helfen.« Mit der rechten Hand wühlte sie ihr Haar auf. Sie war erregt, denn einen derartigen Anruf zu erhalten, machte jeden Menschen irgendwann mürbe.

»Holen Sie mich raus hier!«

Der Satz war wie ein Schrei, und Maxine zuckte erneut zusammen. »Wo soll ich Sie rausholen?« Sie wartete auf eine Antwort, und die wurde ihr auch gegeben. Nur nicht durch die Anruferin, sondern durch das scharfe Bellen eines Hundes.

Das war genau der Augenblick, in dem Maxine Wells die Luft anhielt. Der Hund war ein Tier, und sie war von Beruf Tierärztin, die sich auch um Hunde kümmerte.

Irgendetwas war mit einem Menschen und mit einem Hund passiert, und das hörte sich nicht eben gut an.

»Wo stecken Sie?«

»In meinem Auto!« Die nächsten Worte überschlugen sich beinahe. »Der Hund will rein. Er ist wie von Sinnen! Eine verfluchte Dogge, die alles zerreißen will …«

»Kennen Sie ihn?«

»Weiß nicht …«

»Wo steht Ihr Auto?«

Maxine wartete auf die Antwort. Sie schaute dabei aus dem Küchenfenster in den Garten hinein, wo das Licht des Tages allmählich entschwand. Das scharfe und aggressiv klingende Bellen ließ sie wieder zusammen zucken.

Dazwischen klangen die Schreie der Frau auf. Klar, sie hatte Angst. Aber solange sie im Wagen saß, war sie relativ sicher. Der Hund würde es nicht schaffen, die Scheiben zu zerbrechen.

»Können Sie mir denn nicht sagen, wo Sie sich befinden?«, rief Maxine. »Nur so kann ich Ihnen helfen.«

»Clayton Street!«

Maxine hatte nicht ganz verstanden. »Bitte?«

»Ich – ich stehe in der Clayton Street. Eine Sackgasse. Im Wendehammer. Da bin …«

»Können Sie nicht wegfahren?«

»Nein, verdammt!«

»Warum nicht?«

»Der Hund lässt es nicht zu.«

Dafür hatte die Tierärztin wenig Verständnis. »Aber Sie sind in Ihrem Wagen stärker. Lassen Sie den Motor an und fahren Sie einfach los. Vielleicht lässt er Sie dann in Ruhe!«

»Er – er – sitzt auf der Motorhaube. Er hockt dort. Jetzt«, schrie sie, »jetzt kratzt er wieder an der Scheibe! Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll.«

Maxine glaubte der Frau, denn sie hörte tatsächlich entsprechende Geräusche, die darauf hindeuteten. Zwischendurch erklang wieder ein scharfes Bellen.

Es gab für die Tierärztin keine andere Wahl. Sie würde sich selbst in den Wagen setzen und losfahren. Zum Glück lag die Clayton Street nicht allzu weit entfernt. Maxine kannte sie sogar. Die Straße endete tatsächlich in einem Wendehammer. Dort allerdings standen keine Häuser mehr, sondern nur hohe Büsche. Die Häuser befanden sich in der ersten Hälfte der Straße. Wann dort weitere Häuser gebaut wurden, wusste wohl niemand. Darüber hatte Maxine mal in der Zeitung einen Bericht gelesen, der gar nicht lange zurücklag.

»Hören Sie mich?«

»Ja …«

»Ich mache Ihnen folgenden Vorschlag. Sie bleiben im Wagen sitzen und versuchen, sich zu beruhigen. Bewahren Sie bitte die Ruhe. Ich setzte mich in mein Auto und bin so schnell wie möglich bei Ihnen. Ist das für Sie okay?«

»Ja.«

»Wie heißen Sie?«

»Ellen Green.«

Die Tierärztin überlegte blitzschnell, ob sie den Namen schon mal gehört hatte. Möglicherweise hatte ihr Ellen mal einen Patienten gebracht und sich deshalb wieder an sie erinnert.

»Aber kommen Sie schnell. Mein Handy verliert an Kraft.«

»Keine Sorge, ich fliege!«

Das war zwar übertrieben, aber Maxine wollte alles tun, um der Frau zu helfen. Sie stellte den Apparat wieder auf die Station und fuhr herum. Die Küchentür stand offen. So konnte sie in den Flur eilen und wäre dort fast mit Carlotta, dem Vogelmädchen, zusammengeprallt. Carlotta konnte noch soeben ausweichen.

»He, was ist denn los?«

Im Laufen gab Maxine die Antwort, dabei schnappte sie noch den Wagenschlüssel von der kleinen Kommode.

»Ich muss weg!«

»Wohin?«

Maxine riss die Haustür auf. »Clayton Street. Ein Notruf, ich muss mich beeilen.«

»Wer – wer hat denn …?« Carlotta sparte sich die weiteren Worte. Maxine hätte sie sowieso nicht mehr gehört, denn sie war bereits an der Haustür und riss sie auf.

Mit schnellen Schritten rannte sie über den schmalen Weg bis zur Garage und war froh, dass sie ihren Geländewagen nicht in den kleinen Bau gestellt hatte.

Sekunden später saß sie hinter dem Lenkrad, hatte sich angeschnallt und startete.

Sie legte dabei einen Kavalierstart hin, was sonst nicht ihre Art war. Aber hier konnte sie nicht anders handeln.

In rasanter Fahrt verließ sie das große Grundstück und sah nicht mehr, dass Carlotta in der offenen Haustür stand und ihr nachschaute, wobei auf dem Gesicht des Vogelmädchens keine Fröhlichkeit zu sehen war. Ihr war anzusehen, dass sie sich Sorgen um ihre Ziehmutter machte.

Maxine fuhr bereits auf der Straße. Die Schreie und die Hilferufe der Frau wollten ihr nicht aus dem Kopf. Sie dachte auch über den Hund nach und wunderte sich darüber, dass dieses Tier so aggressiv war. Das Tier musste krank sein, sonst hätte es sich nicht so verhalten.

Auf ihrer Stirn lag kalter Schweiß. Ihr Herzschlag hatte sich noch immer nicht beruhigt. Ihr gesamter Kreislauf war durcheinander.

Aber sie kannte dieses Gefühl, dass etwas Unheimliches wieder einmal in ihr Leben eingriff. Da war sie eine vom Schicksal verfolgte Person. Und das praktisch seit dem Tag, an dem sie das Vogelmädchen Carlotta bei sich aufgenommen hatte.

Maxine Wells fuhr schnell. Zum Glück wohnte sie in einem ruhigen Viertel von Dundee. Da hielt sich auch der Verkehr in Grenzen. Auch mit dem Wetter konnte sie zufrieden sein. Der Wind peitschte keine Regenschleier vor sich her. Er wehte sanft und brachte noch die Wärme eines allmählich vergehenden Sommers mit.

Manchmal jaulten die Reifen auf, wenn sie um die Kurven fuhr. Da sie sich in der Gegend auskannte, war es ihr möglich, Abkürzungen zu nehmen, aber da waren die Straßen auch enger.

An einem kleinen Park fuhr sie vorbei. Jugendliche hatten sich dort versammelt und lümmelten auf dem Rasen herum. Sie überholte mehrere Radfahrer, sah unterschiedlich hohe Häuser an den Außenscheiben vorbeihuschen wie in einem schnell laufenden Film und wusste, dass sie noch zwei Kurven fahren musste, um ihr Ziel zu erreichen.

Maxine hatte zwar bei ihrer Abfahrt nicht auf die Uhr geschaut, aber sie wusste, dass sie ihr Ziel in Rekordzeit erreichen würde, und mehr hatte sie nicht gewollt.

Sie sah die ersten Häuser. Und weiter vorn erkannte sie bereits das Ende der Straße, die dort in einem Wendehammer auslief.

Das Licht hatte sie längst eingeschaltet, und sie sah auch ein Auto quer stehen. Um sich bemerkbar zu machen, betätigte sie die Lichthupe.

Die Häuser blieben zurück. Stattdessen wuchsen Büsche und Sträucher an den Straßenrändern. Jetzt waren es nur wenige Meter bis zum Ziel. Sie hatte sich vorgebeugt und hielt nach dem Wagen und dem Hund Ausschau, weil sie sehen wollte, ob er tatsächlich auf der Kühlerhaube hockte.

Das war nicht der Fall. Sie sah ihn auf dem Boden stehen, und das nicht weit von einem dunkelblauen Rover entfernt, der sicherlich seine zehn Jahre und mehr auf dem Buckel hatte.

Von der Frau war nichts zu sehen. Sie saß bestimmt noch im Rover. Zum Glück stieg sie nicht aus.

Maxine hatte das Tempo gedrosselt. Sie fuhr langsamer. Es bewegte sich nichts in ihrer Nähe, und sie war besonders froh, dass der Hund einen friedlichen Eindruck machte. Bei ihm stimmte nichts mit dem überein, was sie am Telefon gehört hatte, und das machte sie schon nachdenklich, sodass sie sich fragte, ob sie getäuscht worden war.

Der Hund hätte sie längst sehen und auch reagieren müssen. Er tat nichts. Er blieb auf der Stelle sitzen. Nicht mal sein Maul stand offen. Das bullige Gesicht war ebenfalls in völliger Bewegungslosigkeit erstarrt, und Maxine verspürte ein kaltes Gefühl auf ihrem Rücken, wobei sie davon ausging, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zuging.

Sie hielt an.

Auch die Frau im Rover tat nichts. Normal wäre es gewesen, wenn sie der Tierärztin zugewinkt hätte. Darauf verzichtete sie. Hinter der Frontscheibe war das Gesicht zu sehen. Allerdings mehr verschwommen als klar.

»Irgendwas ist da nicht richtig!«, flüsterte die Tierärztin sich selbst zu, bevor sie den Gurt löste, danach die Wagentür aufstieß und aus ihrem Fahrzeug stieg.

Sie tat es nicht normal. Ihre Bewegungen waren abwartend. Jederzeit war sie bereit, sofort wieder zurück in den Geländewagen zu steigen, wenn etwas passierte.

Es tat sich nichts.

Der Hund blieb starr, und im Rover sah sie auch keine Bewegung.

Es war schon mehr als seltsam, dass sich die Frau nicht rührte, aber es war Maxine in diesem Fall egal. Sie war den Weg nun mal gefahren, und sie würde nicht umkehren, ohne etwas herausgefunden zu haben.

Sie drückte die Autotür zu. Langsam trat sie von ihrem Wagen weg. Dabei...



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