Dark | John Sinclair - Folge 1584 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1584, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

Dark John Sinclair - Folge 1584

Seelenlos
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8387-4355-4
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Seelenlos

E-Book, Deutsch, Band 1584, 64 Seiten

Reihe: John Sinclair

ISBN: 978-3-8387-4355-4
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 2000 - 2009!

Es war ein ziemlich harter Job, den die Detektivin Jane Collins angenommen hatte. In der Schweiz, in Basel, sollte sie einen Mann treffen, der über die Geldwäsche einer internationalen Bande aussagen wollte. Jane Collins sollte den Kontakt herstellen.

Dazu kam es nicht mehr. Zwar starb der Informant nicht, aber Jane stand plötzlich einem Menschen gegenüber, der keine Seele mehr besaß ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Dark John Sinclair - Folge 1584 jetzt bestellen!

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Seelenlos


Die Privatdetektivin Jane Collins stand im Schatten der Brückentreppe und kontrollierte ihre Pistole. Sie war sicher, hier nicht entdeckt zu werden.

Die Nacht hatte ihre Schwingen über Basel ausgebreitet, und nach der Fußball-Europameisterschaft war der Ort am Rhein sowieso ruhiger geworden.

Die Waffe war okay. Jane ließ sie wieder verschwinden. Danach legte sie den Kopf in den Nacken und blickte zur Brücke hoch. Von ihrem Platz aus konnte sie den Basilisken sehen, der gewissermaßen als Wächter am Beginn der Brücke stand. Er gehörte zu den Baseler Wahrzeichen. Ein Fabeltier, das eine Mischung aus Drache, Schlange und Hahn darstellte. Ein in Stein gehauener Anblick zum Fürchten, der allerdings eine lange Geschichte hatte.

Sie zwinkerte. Für einen Augenblick hatte sie den Eindruck gehabt, dass dieser auf einer Säule stehende Kopf anfing zu leuchten, und so schaute sie genauer hin …

Tatsächlich war die Dunkelheit um ihn herum verschwunden. Das hässliche Ding strahlte von innen hervor, breitete dieses blaue kalte Licht allerdings auch nach außen hin aus, als wollte es eine Botschaft loswerden.

Jane glaubte auch, dass sich Augen bewegten und auf sie nieder schauten, und eine Gänsehaut entstand auf ihrem Rücken.

Sekunden später war das kalte Leuchten verschwunden, und Jane atmete tief durch. Dennoch schüttelte sie den Kopf, weil sie plötzlich den Eindruck gehabt hatte, dass dieses Ding lebte. Das jedoch konnte sie ihrer Einbildung zuschreiben.

Oder doch nicht?

Der Detektivin kamen Zweifel. Sie hatte in ihrem Leben viel erlebt, auch das Außer- und Ungewöhnliche. So wusste sie mehr als die meisten Menschen über bestimmte Dinge, die sich jenseits des normalen Wahrnehmungsvermögens abspielten, und sie beschloss, diesen Vorgang nicht aus ihrem Gedächtnis zu tilgen.

Außerdem war sie wegen einer anderen Sache in die Stadt am Rhein gekommen. Die hatte nichts mit irgendwelchen unheimlichen Vorgängen zu tun.

Es war ein Auftrag, der ebenfalls ungewöhnlich war. Sie wollte hier in Basel auf der Wettsteinbrücke einen gewissen Alex Nicolic treffen, einen Mann, der international als Geldwäscher arbeitete und sich entschlossen hatte, auszusteigen.

Er hatte sich nicht selbst an die Polizei wenden wollen. Er hielt es für ungefährlicher, einen Umweg zu gehen, und er brauchte einen Menschen, dem er vertrauen konnte.

Das war in diesem Fall Jane Collins, die von der Finanzbehörde engagiert worden war, um den ersten Kontakt herzustellen.

Es war kein einfacher Job. Er konnte durchaus gefährlich werden, denn es war nicht geheim geblieben, dass Alex Nicolic auszusteigen beabsichtigte. Diejenigen, mit denen er früher zusammengearbeitet hatte, jagten ihn jetzt.

Genau wusste Jane Collins das nicht, aber sie musste davon ausgehen. Entsprechende Warnungen waren ihr bereits zugegangen.

Nach London hatte Nicolic nicht kommen wollen. Auf neutralem Boden fühlte er sich sicherer.

Es war ein ungewöhnlicher Treffpunkt, den Nicolic vorgeschlagen hatte, zu einer ebenfall ungewöhnlichen Zeit.

Um Mitternacht an der Brücke, so hatte es geheißen, und Jane war überpünktlich. Das hielt sie immer so, denn sie wollte sich vorher die Umgebung anschauen, in der es eventuell gefährlich werden konnte.

Jane Collins kannte den Mann nicht. Das heißt, sie wusste nicht, wie er aussah. Sie musste sich darauf verlassen, dass er pünktlich eintraf und sie die ersten Verbindungen knüpfen konnte.

Sie ging zudem davon aus, dass dieser Nicolic sehr misstrauisch war und nicht gleich alle Karten offen auf den Tisch legen würde.

Es ging um ein erstes Abtasten. Später würde es dann Treffen mit anderen Leuten geben, die kompetenter waren. Zunächst mal musste so etwas wie eine Vertrauensbasis geschaffen werden.

Sie warf einen Blick auf die Uhr.

Es war noch etwas Zeit bis zum vereinbarten Zeitpunkt. Diese Minuten wollte Jane nutzen.

Die Waffe war überprüft. In ihrer Umgebung lauerte nichts, was ihr Gefahr signalisiert hätte, und so ging sie die Stufen der zackigen Wendeltreppe hoch.

Basel ist eine große Stadt. Vom Autoverkehr her aber nicht mit Europas Metropolen zu vergleichen. Wenn sich die Dunkelheit über den Dächern ausbreitete, dann ging die Stadt schlafen. Abgesehen von der berühmten Basler Fasnacht schlug man hier kaum über die Stränge.

Auch der Betrieb auf dem Fluss war eingestellt worden. Wenn sie auf das Wasser schaute, sah sie den Rhein in Richtung Norden strömen wie eine träge Schlange. Zum Zentrum hin spiegelten sich die Lichter auf den Wellen, sodass der Fluss einen besonderen Glanz erhielt.

Es wurde Zeit für sie.

Jane ließ die letzten Stufen der Treppe hinter sich. Gedanklich beschäftigte sie sich mit dem geheimnisvollen Treffen, und sie fragte sich, wie dieser Mensch wohl aussah.

Nur ihre Trittechos waren zu hören. Andere Laute wurden von den schmatzenden Wellen verschluckt. Hin und wieder rollten Autos über die Brücke, die die beiden Stadtteile miteinander verband.

Wenig später stand sie auf dem Gehweg und schaute sich um.

Alles kam ihr normal vor. Es gab nichts, was ihr verdächtig erschien. Und es war außer ihr auch niemand auf der Brücke zu sehen.

Das empfand sie als positiv. Nicolic hatte Todfeinde. Das jedenfalls hatte er behauptet, und so würde er auf der Hut sein.

Jane stellte sich nicht mitten auf den Gehsteig. Sie blieb im Schatten des Brückengeländers. Die Aussicht war super. Sie konnte den Strom nach beiden Seiten überblicken.

Der Wind wehte gegen ihr Gesicht, aber er war nicht kalt. Der Monat September zeigte sich von seiner angenehmen Seite.

Sie wartete. Dabei hatte sie sich ein Limit von dreißig Minuten gesetzt. Sie wollte nicht hier über Stunden stehen.

Bis Mitternacht waren es nur noch einige Minuten.

Etwas störte sie.

Jane konnte es nicht beschreiben. Es war einfach vorhanden, und es war schnell über sie gekommen. Es war ein Gefühl der Angst, das nicht wieder weichen wollte und stattdessen immer stärker wurde.

Aber wieso?

Was war los mit ihr?

Wie war es möglich, dass sie plötzlich von diesem Gefühl regelrecht überfallen worden war?

Einen Grund konnte sie sich nicht vorstellen, weil es keinen Auslöser für die Veränderung gab. Über ihren Rücken lief ein kalter Schauer. Zugleich brach ihr der Schweiß aus. Sie schaute sich ruckartig nach allen Seiten um, denn sie hatte das Gefühl, als stünde jemand in ihrer Nähe. Ein gefährlicher Feind, der ihr nach dem Leben trachtete.

Niemand war zu sehen. Zwei Autos rollten an ihr vorbei. Das war normal. Da musste sie keine Furcht haben. Und doch blieb das Gefühl bestehen. Es wollte nicht weichen. Sie verspürte einen inneren Druck, der sich bis in den Kopf ausbreitete und ihre Angst noch verstärkte.

Tief durchatmen. Die Ruhe bewahren. Keine Panik aufkommen lassen. Sich daran erinnern, dass sie sich in ihrem Leben bereits in zahlreichen Situationen befunden hatte, die gefährlicher waren als diese hier.

Hier war gar nichts gefährlich. Trotzdem wurde sie das Gefühl der Bedrohung nicht los. Zugleich meldete sich eine innere Stimme, und alles konzentrierte sich auf ein bestimmtes Wort.

Flucht!

Etwas drängte sie, einfach wegzulaufen.

Aber es gab keine Gefahr – weder für Leib noch Seele. Wohin sie auch schaute, war alles normal.

Sie schluckte ihren Speichel herunter und verspürte einen bitteren Geschmack. Zugleich erfasste sie ein anderes Phänomen. In ihrem Kopf trieben die eigenen Gedanken fort, sodass sich fremde hineindrängen konnten.

Du gehörst mir! Nur mir! Ich werde dich holen! Ich nehme mir deine Seele!

Jane zuckte zusammen wie unter einem Peitschenhieb. Dann drehte sie sich wieder auf der Stelle, um nach einer Gefahr Ausschau zu halten.

Sie war nicht da!

Eigentlich hätte sie darüber lachen müssen, doch das kam ihr nicht in den Sinn, denn die Lage war zu ernst geworden. Sie schwitzte jetzt stärker. Sie fühlte sich alles andere als wohl, und der Gedanke an Flucht wurde übermächtig in ihr.

Ich muss weg!

Dieser Gedanke trieb sie vor. Plötzlich war ihr Alex Nicolic egal. Sie lief nicht über die Brücke, sondern zurück zu einer im kalten Lampenlicht liegenden Kreuzung. Dort sah der Straßenbelag aus wie ein dunkler Spiegel.

Auf der kurzen Strecke musste sie heftig atmen. Etwas zog ihren Körper von innen her zusammen, als wollte es sie zusammenpressen. Beim Laufen stolperte sie, und sie fürchtete sich plötzlich davor, die Kontrolle über sich zu verlieren.

Zum Glück verschwand das Gefühl dieser bohrenden Angst, je mehr sie sich von der Brücke entfernte. Jane lief noch einige Schritte weiter, und blieb dann stehen.

Jetzt musste sie sich erst einmal erholen. Tief einatmen. Dafür sorgen, dass dieses Angstgefühl völlig verschwand. Wieder normal werden, das war das Wichtigste.

Noch immer hatte sie nicht herausgefunden, was oder wer der Auslöser dieses Gefühls gewesen war. Aber Jane wäre nicht sie selbst gewesen, hätte sie alles auf sich beruhen lassen. Sie war jemand, die den Dingen auf den Grund ging, und das wollte sie auch jetzt. Dieser Angstanfall war nicht grundlos über sie gekommen. Dafür musste es ein Motiv geben, und sie würde es finden.

Die Detektivin drehte sich auf der Stelle. Ihr Blick glitt zurück zu dem Ort, wo sie gestanden hatte. Hoch ragte dort die Säule mit dem Basilisken in die Höhe.

Der hässliche Schädel war zu sehen, und genau das irritierte sie. So klar hatte sie ihn vorher nicht gesehen. Und jetzt auf diese ziemlich weite...



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