Davis | Daniel Taylor und das magische Zepter | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 138 Seiten

Reihe: Daniel Taylor

Davis Daniel Taylor und das magische Zepter


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-8387-2630-4
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 138 Seiten

Reihe: Daniel Taylor

ISBN: 978-3-8387-2630-4
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Digitaler Roman in drei Teilen. Teil 3. Vanessas Leben ist in Gefahr. Allein Daniel kann sie retten. Aber er steht unter dem Bann der Dämonen. Das Zepter der Macht könnte endgültig seinen Herrschaftsanspruch besiegeln. Auf der Suche danach erfährt Daniel nicht nur alles über seine wahre Herkunft, sondern auch vieles über sich selbst. Bis er sich schließlich die Frage stellen muss, was stärker ist: der Wunsch nach Macht und Anerkennung, nach der seine dämonische Seite strebt, oder seine Menschlichkeit?

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»Es ist eine Falle, garantiert!«, rief James aus und fuhr sich hektisch durchs Haar, bevor er Vanessas Brief wieder an Anne reichte. »Verdammt, wenn wir nur wüssten, wo sie hin ist!«

Anne hatte gesehen, wie Vanessa etwas in den Briefkasten geworfen hatte und mit dem Fahrrad weitergefahren war. Seit Daniels Verschwinden stand Anne oft stundenlang am Küchenfenster, um auf die Einfahrt zu starren in der Erwartung, Danny käme plötzlich die Straße entlang. Sie konnte immer noch nicht begreifen, dass ihr Ziehsohn in der Unterwelt und selbst ein halber Dämon sein sollte. Das klang alles verrückt. Hätte James ihr nicht gezeigt, dass er Energie auf seiner Handfläche erzeugen und sich translozieren konnte, hätte sie ihm kein Wort geglaubt.

»Ich gehe zu den Barkleys«, entschied Anne. Sie musste wissen, wohin Vanessa gefahren war, um sich mit Daniel zu treffen. »Ich halte diese Ungewissheit nicht mehr aus!«

Als sie zur Tür ging, lief James ihr hinterher und hielt sie an den Schultern fest. »Und was willst du Vanessas Eltern sagen?«

»Lass mich nur machen«, erwiderte Anne sanft und drückte seinen Arm. Sie war froh, dass James jetzt bei ihr war, denn er gab ihr in dieser schweren Zeit den Halt, den sie brauchte. James sorgte sich ebenso sehr um seinen Sohn wie sie. »Wir schaffen das«, sagte sie leise, den Tränen nah, und legte eine Hand an seine Wange. Wenn Anne in James’ Augen sah, erblickte sie Daniel. Aber sie sah auch den Mann in James, einen Mann, zu dem sie sich schon immer hingezogen gefühlt hatte, und sie sah seinen eigenen Kummer. Sie waren sich in den letzten Tagen nahegekommen, obwohl Anne erst sehr verletzt gewesen war, als James ihr ziemlich spät die Wahrheit über sich gestanden hatte und auch, dass ihr Exmann Peter von Beginn an über Daniels Herkunft informiert war. James, ihr bester Freund aus Kindertagen, hatte ihr etwas vorgemacht. Nun verstand sie ihn jedoch: Er hatte das alles auf sich genommen, um seinen Sohn zu beschützen, um Anne zu schützen. Anne wollte sich nicht ausmalen, wie schwer es ihm gefallen sein musste, sein Kind zurückzulassen.

James umarmte sie und zog sie an sich. Er streichelte ihren Rücken und flüsterte nah an ihrem Gesicht: »Es tut mir leid. Das alles. Dich so traurig zu sehen, das …«

»Pst.« Sie legte einen Finger an seine Lippen. »Hör auf, dich zu entschuldigen. Du hast nichts falsch gemacht.«

Als ihr James einen zögerlichen Kuss auf den Mund drückte, stockte ihr Atem. Sein warmer Körper, sein Geruch – das alles wühlte Anne auf und machte sie zur selben Zeit glücklich. Wenn doch ihr Leben anders verlaufen wäre, wenn sie James’ Frau geworden wäre … Du liebe Güte, was hatte sie nur für Gedanken!

Seine weichen Lippen streiften noch einmal über ihre – dann war der wundervolle Augenblick schon vorüber.

»Bitte beeil dich«, sagte er rau und ließ sie los.

Anne ging allein hinüber zum Nachbarhaus, mit weichen Knien und ganz benommen von dem Kuss, dennoch froh, dass James nicht mitgekommen war. Die Barkleys kannten ihn nicht, was vielleicht zu Tratsch geführt hätte, worauf Anne jetzt verzichten konnte. Auch wenn sie wusste, dass die Barkleys hinter ihrem Rücken nie schlecht über sie reden würden – dazu kannte Anne sie zu gut –, war es doch besser so. Falls andere Nachbarn sie zusammen mit James sahen, würden sie unweigerlich folgern, dass sie einen neuen Mann an ihrer Seite hatte.

Plötzlich stieg Wut in ihr auf. Ja, warum eigentlich nicht? Warum sollte sie keinen Freund haben dürfen, immerhin war sie verlassen worden!

Ihr Herz pochte wild. Sie und James … Daran wagte Anne nicht einmal zu denken, obwohl sie viele Jahre ihres Lebens pausenlos daran gedacht hatte. Ob er überhaupt mit ihr zusammen sein wollte? Was wusste sie schon von ihm, außer dass er einmal ein Wächter gewesen war und daher diese seltsamen Fähigkeiten hatte? Passte sie überhaupt zu ihm? Immerhin war sie eine gewöhnliche Frau. Außerdem war da die Angst, sich neu zu binden und abermals enttäuscht zu werden.

Der Kuss war sicherlich nicht nur freundschaftlicher Natur gewesen, denn ihre Lippen brannten immer noch. Und erst das Ziehen hinter ihrem Brustbein … O je, war sie etwa dabei, sich erneut in James zu verlieben?

Sie schüttelte den Kopf, als ob das helfen würde, ihre Verwirrtheit loszuwerden, und klingelte bei Vanessas Eltern.

Als Mr. Barkley öffnete, schob er seine Brille an der Nase hoch und hob die Brauen. »Anne?«

»Hallo Richard, entschuldige die späte Störung, aber darf ich kurz mit Vanessa sprechen? Daniel ist immer noch krank, und ich möchte nicht, dass er in der Schule so viel verpasst. Vielleicht kann mir Vanessa sagen, welchen Stoff sie gerade durchnehmen.« Das war eine sehr gute Notlüge, wie Anne fand. Sie hatte Daniel für unbestimmte Zeit krankgemeldet, und das war auch die Version, die Vanessa ihren Eltern erzählt hatte.

Sogar Anne hatte sich bei ihrer Arbeitsstelle im Peak Hill Medical Hospital krankgemeldet, da sie in ihrer jetzigen Verfassung unmöglich ihrem Job nachgehen konnte.

Richard trat zur Seite. »Natürlich, Anne, komm rein. Vanessa ist auf ihrem Zimmer.«

Die Barkleys hatten also keine Ahnung, dass ihre Tochter nicht im Haus war.

»Wie geht es Daniel denn?« Brenda war in den Flur getreten, um Anne zu begrüßen.

»Schon etwas besser, aber die Grippe hat ihn doch ziemlich mitgenommen.« Annes Herz wurde schwer. Es widerstrebte ihr, Brenda zu belügen. Im Laufe der letzten Jahre waren sie so etwas wie Freundinnen geworden.

»Vanessa!«, rief Richard ins Treppenhaus, sodass Anne zusammenzuckte. »Kommst du mal bitte runter? Anne ist da!«

»Lass nur, ich kann auch zu ihr hochgehen«, beeilte sie sich zu sagen.

Richard nickte und schon erklomm Anne die Stufen. Sie kannte sich hier gut aus, da sie immer die Blumen goss, wenn die Barkleys in den Urlaub fuhren.

Oben angekommen, lief sie schnurstracks in Vanessas Zimmer. Die Einrichtung im Haus der Barkleys hatte sich zwar in den letzten Jahren kaum verändert, aber zumindest Vanessa hatte dafür gesorgt, dass ihr Zimmer mit der Zeit ging. Anne erinnerte sich noch daran, wie die Wände mit Postern ihrer Idole geschmückt waren und Plüschtiere auf ihrem Bett gesessen hatten. Die Poster waren nun verschwunden, und anstatt Plüschtieren zierten Grünpflanzen den kleinen Raum. Während bei Daniel immer noch der hellblaue Teppichboden aus Kindertagen den Boden verschandelte, hatte es Nessa letztes Jahr durchsetzen können, dass sie einen Parkettboden gelegt bekam. Da Richard und Brenda in einer großen Firma arbeiteten, konnten sie sich das leisten, wenngleich sie selten zeigten, dass sie vermögender waren als ihre Nachbarn und auch Vanessa jedes Mal um ihr Taschengeld kämpfen und Sonderwünsche hieb- und stichfest begründen musste.

Anne seufzte und sah sich weiter im Zimmer um. Dort, auf dem Schreibtisch! Ihr Herz machte einen Freudensprung, als sie den Zettel mit der Botschaft las, die eindeutig von Daniel stammte. Vanessa musste sie auf dem Schreibtisch vergessen haben, oder aber sie hatte den Zettel absichtlich dort liegen gelassen, damit ihre Eltern wussten, wo sie nach ihr suchen mussten, falls sie nicht zurückkam.

»Warum bist du denn nicht zu mir gekommen?«, murmelte Anne, als sie aus dem Zimmer rannte, sich möglichst schnell und unauffällig von den Barkleys verabschiedete und zu James hinübereilte. Ihr Herz war voll Kummer und Sorge, weil Daniel nicht bei ihr vorbeigesehen hatte.

»Nessa, hör auf, nach mir zu treten!«, zischte jemand an ihrem Ohr.

Sofort blieb sie reglos stehen. Die Hand wurde von ihrem Mund genommen und der Griff um ihren Brustkorb lockerte sich, sodass sie sich umdrehen konnte.

»Danny!« Schluchzend warf sie sich Daniel um den Hals und drängte sich an ihn. »Du hast mich zu Tode erschreckt!« Weinend vergrub sie ihr Gesicht an seiner Schulter. Sie konnte einfach nicht damit aufhören. Die Erleichterung, ihn zu sehen, war riesig. Tief sog sie seinen Geruch ein, aber der hatte sich verändert. Nicht unangenehm … er roch nur anders. Dunkler.

Auch Daniel schien sich verändert zu haben. Anstatt sie ebenso herzlich zu begrüßen, stand er stocksteif da.

Vanessa hob den Kopf, um seine Wangen zu umfassen. Sie fühlten sich kalt an. Danny schien noch bleicher geworden zu sein, denn sein Gesicht stach aus der Dunkelheit hervor. Vanessa hatte so viele Fragen an ihn und wusste überhaupt nicht, mit welcher sie anfangen sollte. »Geht’s dir gut?«

Daniel nickte bloß, seine Miene starr; allerdings schaute er ihr unverwandt in die Augen.

»Wo warst du so lange? In der Unterwelt?«

»Hmm«, brummte er und kratzte sich am Kopf. Dann kniff er die Lider zusammen, als hätte er Kopfschmerzen. »Wie lange war ich denn weg?«

»Schon über eine Woche!«

»So kurz?« Daniels Augen wurden groß. »Mir kam es viel länger vor.«

»Und mir erst«, hauchte Vanessa und schmiegte sich fest an ihn. »Die Ferien sind vorüber, alle fragen nach dir, und du weißt doch, wie schlecht ich lügen kann.« Nie wieder wollte sie ihn loslassen. Alles, was zwischen ihnen gestanden hatte, war vergessen. Sie war einfach froh, dass er lebte und zurückgekommen war.

»Die Zeit in der Unterwelt muss anders ticken«, murmelte Daniel in ihr Haar.

Vanessa seufzte. Hatte er sie denn nicht vermisst? »Bleibst du jetzt hier?«, wagte sie zu fragen, auch wenn sie die Antwort längst kannte. Daniel hatte sich verändert, das spürte sie mit jeder Faser ihres Seins.

»Nein. Ich bin gekommen, weil ich eine Aufgabe zu erfüllen habe.«

Das Zepter … Die Dämonen hatten ihn also schon manipuliert? Sie hob den Kopf...



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