E-Book, Deutsch, Band 463, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
Day / Ryan / Bennett Baccara Collection Band 463
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1639-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 463, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
ISBN: 978-3-7515-1639-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
NUR EINE NACHT OHNE TABUS von ZURI DAY
Eine Nacht ohne Tabus will Diplomatentochter Sasha erleben. Auf einem verruchten Maskenball lässt sie sich zu einem One-Night-Stand hinreißen. Erst am nächsten Morgen erkennt sie: Der Mann, mit dem sie die sündigsten Stunden ihres Lebens verbracht hat, ist Jake Eddington, der beste Freund ihres Bruders - und damit tabu!
FALSCHE AFFÄRE - ECHTE GEFÜHLE? von REESE RYAN
Dr. Julian Brandon ist attraktiv, sexy - und jünger als Chandra. Eine Affäre mit dem charmanten Arzt ist undenkbar! Doch als Julian sie bittet, sich als seine Freundin auszugeben, wird aus der Scharade echte Anziehung. Plötzlich steht Chandra vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens!
MIT DIR WILL ICH ALLES! von JULES BENNETT
Firmenboss Zane Westbrook weiß, was er nicht will: eine Familie. Nun ist seine Assistentin Nora nach einer Nacht der Ekstase schwanger von ihm. Er will sich von ihr fernhalten - aber als ihr Apartment renoviert wird, zieht Nora bei ihm ein. Bald kann Zane nur noch an eines denken: diese sinnliche Frau wieder in seinen Armen zu halten ...
Reese Ryan schreibt Liebesgeschichten, die nicht nur sexy und gefühlvoll sind, sondern in denen sie auch von kleineren Familiendramen erzählt. Reese ist im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten geboren und aufgewachsen, ihre Familie hat aber auch Wurzeln in Tennessee.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Lone Ranger oder Zorro?“
Der berauschende Duft und die laszive Frauenstimme waren so nah, dass ihr feuchter Atem sein Ohrläppchen kitzelte. Jake Eddingtons Körper, ganz in Schwarz gekleidet, kribbelte vor Erregung. Jake liebte den Klang von Frauenstimmen. Ebenso sehr wie all ihre warmen, feuchten Stellen. Er war ein Connaisseur, wenn es um Frauen ging, vor allem für Stimmen. Und für natürliche Brüste, Hintern und schöne Augen, wie die, die ihn gerade ansahen und in ihren Bann zogen, als er sich umdrehte. Braune Augen, die mit goldenen Tupfern gesprenkelt waren und zu ihrem Tigerkostüm passten. Das kurze, eng anliegende Kleid und die darauf abgestimmten Stiefel bis über die Knie betonten ihre zarten Kurven. Tigerohren, ein Schwanz und eine lange, rotgoldene Mähne rundeten das Outfit ab.
Und natürlich eine Maske.
„Was denkst du?“ Während er die Frage stellte, versuchte er bereits, das Gesicht hinter der Maske zu erkennen, die kaum mehr als ihre Augen und ihren Mund zeigte. Jake war im nahe gelegenen Point du Sable aufgewachsen, einer ausgesprochen gehobenen Gemeinde, in der die meisten Partygäste lebten oder aufgewachsen waren. Er war ein bekanntes Gesicht in der elitären Partyszene Chicagos. Mit anderen Worten – er kannte fast jede und jeden. Doch das, was er von dieser Femme fatale sehen konnte, kam ihm überhaupt nicht bekannt vor.
Jake nahm sich sofort vor, das zu ändern.
Sie warf ihre Locken zur Seite und schaute ihn nachdenklich an. „Eindeutig Zorro“, stellte sie fest. „Du kommst mir nicht wie jemand vor, der lange alleine ist.“
Ein paar Schritte genügten, um der Tigerin noch näher zu kommen. Jake zögerte nicht.
„Und du bist …?“
Er war ihr nahe genug, um einen weiteren Hauch ihres Parfüms zu erhaschen, ein würziger, blumiger Duft, der ihn noch näher heranlockte. Noch ein Schritt, und sein Mund berührte beinahe ihr Ohr.
„Abgesehen von der verführerischsten Raubkatze, die mir je begegnet ist.“
Sie beugte sich vor, drückte seinen Arm und antwortete ihm mit einem langgezogenen Schurren.
Jakes Mund verzog sich zu einem Lächeln. Gleichzeitig spürte er, wie sich seine Männlichkeit regte. Er erkannte weder ihre Stimme noch die Teile ihres Gesichts, die nicht von der Maske verdeckt wurden. Aber bis jetzt gefiel sie ihm. Und zwar sehr.
Er versuchte noch einmal, mehr über sie herauszufinden. „Wie heißt du?“
„Wir sind auf einer Maskenparty – wieso fragst du mich das?“
„Weil es unangemessen wäre, eine Wildfremde zu küssen.“
„Genauso unangemessen, wie einem Fremden eine Ohrfeige zu verpassen. Aber genau das würde dich so ein Überfall kosten.“
Feurig. Das gefällt mir. Er beschloss, dass diese köstlich aussehenden Lippen eine Ohrfeige wert waren. Das behielt er aber besser für sich.
Jake legte seine großen, kräftigen Hände auf sein Herz und tat so, als hätte sie seinen Stolz verletzt. „Ach, komm schon. Wir tragen bei solchen Partys genau deswegen eine Maske, um uns ganz frei … ausleben zu können. Wenn du schon einmal auf so einer Veranstaltung gewesen wärst, wüsstest du das, also ist das wohl dein erstes Mal.“
Das war eindeutig ein Versuch, mehr über sie herauszufinden. Sie biss aber nicht an. Und faszinierte Jake immer mehr. Er würde sich selbst nicht unbedingt als promiskuitiv bezeichnen, aber wenn er in keiner festen Beziehung war, nutzte er die Gelegenheiten, die sich ihm boten. In den letzten Jahren war es bei diesen Halloween-Partys ziemlich wild zugegangen. Je später es wurde und je mehr Alkohol floss, desto häufiger erlebte man, wie mehr oder weniger entblößte Partygäste mitten auf der Tanzfläche auf Tuchfühlung gingen. Mehr als einmal hatte er die Tür eines der zehn Schlafzimmer der Villa geöffnet und festgestellt, dass ihm jemand zuvorgekommen war. Ihm selbst war das allein deswegen noch nie passiert, weil er die Regel kannte: Vergiss nicht, zuzuschließen. Aufgrund der jüngsten Ereignisse hatte die ehemals unbeschwerte Partyszene einen Dämpfer erhalten, aber er war auf genügend Privatpartys seiner Klienten aus der Profisportlerszene gewesen, um zu wissen, dass Erwachsene immer noch das taten, was Erwachsene eben gerne taten. Jake war zurückhaltend, aber nicht enthaltsam. Und blind war er auch nicht. Er war noch nicht einmal zehn Minuten auf der Party, war noch keine zehn Schritte gegangen und wusste bereits, dass er mit einer der schönsten Frauen des Abends sprach.
„Wenn dein Name tabu ist, was darf ich dann über dich wissen?“ Jake ließ seinen Blick über ihr Kostüm schweifen und nahm dabei ihre natürlich geformten Brüste, ihren flachen Bauch und die schmale Taille wahr. „Allein dein Outfit sagt mir, dass du gefährlich bist. Oder zumindest Lust auf ein Abenteuer hast.“
„Vielleicht.“
„Und wie kann ich dich überzeugen? Ein paar Runden auf der Tanzfläche? Wollen wir uns einen Vorspeisenteller teilen? Im dritten Stock gibt es ein großartiges Spielzimmer. Spielst du gern?“
„Du stellst eine Menge Fragen.“
Sie hatte recht. Jake stellte wirklich viele Fragen. Das war ganz und gar nicht seine Art. In der exklusiven Gesellschaftsschicht, in der Jake verkehrte, waren es häufig die Frauen, die auf Beutefang gingen. Andererseits kam es auch nicht alle Tage vor, dass er mit einer schönen Tigerfrau plauderte. Er beschloss, nicht so streng mit sich zu sein und seine Aufmerksamkeit auf den feinen Leckerbissen vor ihm zu lenken, den er – wenn er seine Karten richtig ausspielte – vielleicht noch vor Ende des Abends vernaschen würde.
„Ich habe das Gefühl, dass das deine erste HalloMask-Party ist. Ich führe dich gern herum.“
„Danke, aber ich bin ein großes Mädchen und kann auf mich selbst aufpassen.“
„Wenn das so ist, verzichte ich auf die Höflichkeitsfloskeln und komme gleich zur Sache, anstatt dir zu erzählen, wie wunderschön du bist und wie sehr ich mein ganzes Leben lang auf eine Frau wie dich gewartet habe. Ich würde nichts lieber tun, als dir dieses Kostüm langsam auszuziehen und zu sehen, ob das, was darunterliegt, so süß schmeckt, wie es von außen aussieht.“
„Ach, so ist das also, ja?“
Ihr Gesichtsausdruck blieb unverändert und zeigte weder Verlangen noch Verachtung. Dennoch hätte Jake schwören können, dass die Luft um zehn Grad wärmer geworden war. „Genauso ist es.“
Eine Sekunde verging. Noch eine.
„Nicht so voreilig, Zorro.“ Sie schenkte ihm ein umwerfendes Lächeln und zeigte ihre strahlend weißen Zähne.
Wer war diese Frau? Nach all den Drama-Queens, Goldgräberinnen und Debütantinnen war ihre unbekümmerte Art eine wohltuende Abwechslung. Sie kam definitiv nicht aus Chicago. Die Frauen aus dieser Stadt, die bekannt für ihren bitterkalten Wind war, verströmten nicht diese Art von Leichtigkeit. Jake war nicht auf der Suche nach einer festen Beziehung, nicht einmal nach etwas Regelmäßigem. Er war allerdings offen für einen One-Night-Stand. Wenn der Sex gut genug war, dann auch für ein ganzes Wochenende. Vor allem, da seine Freiheit nach diesem Wochenende dank Lincoln Trotter sowieso eingeschränkt sein würde. Lincoln, der nicht nur auf dem besten Weg war, einer der reichsten Unternehmer in Washington zu werden, sondern auch als politischer Berater für die Wahlen im nächsten Jahr tätig war, hatte Jake gebeten, auf seine Verlobte Sasha McDowell aufzupassen. Die Tochter der bekannten und einflussreichen McDowell-Familie aus Washington würde nach Chicago kommen, um mit ihrer Patentante eine Benefizveranstaltung zu organisieren. Lincoln hatte seinen Freund und potenziellen Geschäftspartner damit betraut, die gierigen Alphawölfe aus Chicago in Schach zu halten, die Sasha mit Sicherheit früher oder später nachstellen würden. Keine unbedeutende Aufgabe und nicht die Art von Verantwortung, die Jake normalerweise auf sich nehmen würde. Dennoch hatte Jake widerwillig zugestimmt. Wenn dies sein letztes Wochenende als freier Mann bis zum Jahresende sein würde, dann wäre eine Nacht voll wildem, unverfänglichem Sex genau richtig. Aber nicht mehr als das. Keine tiefen Gefühle. Keine Verpflichtungen. Zwanglose Verabredungen waren Jakes Modus Operandi. Sein bester Freund und seine älteren Geschwister waren bereits alle verheiratet. Doch der Gang zum Altar kam für ihn vorerst nicht infrage. Dessen war sich Jake sicher.
Die Tigerfrau wandte sich zum Gehen. Jake wollte nicht, dass sie ging. In diesem Moment ertönte ein bekannter R’n’B-Hit.
„Hast du Lust zu tanzen?“
„Später vielleicht“, rief sie ihm über ihre Schulter zu.
Als sie anmutig davonging, konnte Jake ungehindert ihren reizvollen Hintern bewundern, eindeutig eine ihrer Schokoladenseiten. Ihr Tigerschwanz schwang langsam hin und her. Wie gebannt stand er da, fast wie hypnotisiert, so als ob ein Therapeut ihm einen Zauberstab vorgehalten und dabei von zehn bis eins runtergezählt hätte. Er war schon vor der Party hungrig gewesen und hatte eigentlich geplant, sich direkt auf das wie immer üppige Buffet zu stürzen. Aber eine gewisse Raubkatze hatte in ihm eine andere Art von Appetit geweckt, den er nun unbedingt stillen wollte.
„Wie ich sehe, hast du dich endlich mal an den Dresscode gehalten.“
Jake drehte sich um und entdeckte Claude, einen ehemaligen Klassenkameraden aus der Highschool, der ebenfalls in Point du Sable groß geworden war und heute mit der Langhaarperücke, der dunklen Sonnenbrille und den ausgefallenen Rockerklamotten an Rick James erinnerte.
„Ein...




