Dellwing Recht und Devianz als Interaktion
2015
ISBN: 978-3-658-04270-7
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Devianz- und Rechtssoziologie in Prozessstudien
E-Book, Deutsch, 240 Seiten, eBook
ISBN: 978-3-658-04270-7
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Die vorliegenden Texte nehmen Bezug auf die grundlegenden Arbeiten Howard S. Beckers, Herbert Blumers und Stanley Fishs, deren Ansätze in erster Linie die lokale Kategorisierung im interaktiven Raum zwischen in konkreten Situationen handelnden Menschen betonen.
Sowohl die interaktionistische Devianzsoziologie als auch der Rechtspragmatismus haben in diesem Sinne lange gegen die Position opponiert, Abweichung bzw. Kriminalität wären bereits im Vergleich von Verhalten mit sozialen bzw. rechtlichen Normen abstrakt bestimmbar. Das hat sie dazu bewogen, nicht Kategorien und ihre Erfüllung zu untersuchen, sondern die Prozesse, in denen solche Bestimmungen lokal geleistet werden: An die Stelle einer Erforschung rechtlicher oder sozialer Normen oder Ordnung haben sie eine Erforschung menschlicher Definitionsaktivität in Interaktionssituationen gesetzt. Sowohl devianzinteraktionistische als auch rechtspragmatistische Ansätze nehmen diese Aktivität und ihre Lokalität ernst: Lebensweltlich ausgehandelte, kontextuale und veränderliche Kategorisierungen, nicht irgendwelche wissenschaftlich-abstrakten Kategorien, sind die einzigen praktisch realen Ordnungen, die wir vorweisen können.
Zielgruppe
Professional/practitioner
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Looking-Glass Crime: Definitionskoalitionen im Prozess der Zuschreibung von Kriminalität.- Das interaktionistische Dreieck: Ein Versuch der Integration interaktionistischer Devianzsoziologie.- Langeweile mit der Eindeutigkeit.- Reste: Die Befreiung des Labeling Approach von der Befreiung.- Das Label und die Macht: Der Labeling Approach vom Pragmatismus zur Gesellschaftskritik und zurück.- Dunkelfeldforschung als Definitionsaktivität: Über die multiple Verwendung der Dunkelfeldfigur zur Definition sozialer Probleme.- „Geisteskrankheit“ als hartnäckige Aushandlungsniederlage: Die Unausweichlichkeit der Durchsetzung von Definitionen sozialer Realität.- Psychiatrieformalismus und Psychiatrierealismus.- Weite Felder und Sackgassen: Zuschreibungen von Gewaltsamkeit. Zur Unmöglichkeit, die Verwendung des Begriffs „Gewalt“ durch präzise Definitionen einzugrenzen.- Rhetoriken von Norm und Risiko.- Das Recht und das Monster.




