E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Reihe: Devil's Night
Douglas Fire Night - Ewige Liebe
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-492-66610-7
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Novella | Der Abschluss der »Devil's Night«-Reihe!
E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Reihe: Devil's Night
ISBN: 978-3-492-66610-7
Verlag: Piper ebooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Penelope Douglas hat einen Master in Pädagogik und acht Jahre lang als Lehrerin gearbeitet, bevor sie sich ganz auf das Schreiben fokussierte. Ihre Bücher sind auf TikTok äußerst beliebt und wurden bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt. Penelope Douglas liebt den Regen und alles mit Zitronengeschmack. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Neuengland.
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Ich habe das Haus meiner Eltern immer geliebt. Ich war der Einzige von meinen Freunden, der immer gerne dort war.
Michaels Leben zu Hause hat ihn gelangweilt, und er war deswegen ständig gereizt, und Damon wollte sein, wo immer wir waren. Will hatte es daheim ziemlich gut, aber er hat Action gebraucht. Wenn der Ärger ihn nicht gefunden hat, dann hat er den Ärger gesucht.
Aber ich war gerne zu Hause, und auch Jahre später hatte es immer noch etwas Tröstliches, durch die Eingangstür des Hauses zu gehen, in dem ich aufgewachsen bin.
»Ah!« Ein Schrei ertönte in der Ferne, als ich eintrat.
Ich grinste und schloss die Tür hinter mir. Ich erkannte Banks Schrei. Sie war im Dojo meines Vaters, und entweder war sie am Gewinnen oder sie verlor gerade haushoch.
Ich atmete den sauberen Duft von frischer Luft und Blättern ein. Das ganze Haus war immer vom Geruch der Kräuter und Pflanzen durchflutet, die meine Mutter im Wintergarten vor der Küche zog. Während ich den Flur entlangging, berührte ich den Philodendron und die Bambuspalme.
Obwohl sich das Haus von außen im Stil eines englischen Landhauses an die anderen Häuser in der Nachbarschaft anpasste, war es innen ganz anders. Das ordentliche, saubere, minimalistische Design war ganz nach dem Geschmack meines Vaters. Natürliche Elemente wie Pflanzen, Steine und Sonnenlicht brachten die Natur herein, was in den langen Wintermonaten, die man drinnen verbrachte, sehr angenehm war.
Aber obwohl der japanische Stil weiße und helle Farben darbot, war auch der Einfluss meiner Mutter sichtbar. Dunkle Teak-Böden, Teppiche und hier und da etwas Farbe. Man hatte immer das Gefühl, in eine gemütliche Höhle zu kommen. Meine Eltern waren immer gut darin gewesen, Kompromisse zu schließen, und ich habe mich hier immer sicher gefühlt.
Kerzen brannten in ihren Haltern an der Wand, bereit für die Fire Night. In ein paar Tagen war Weihnachten, und obwohl meine Eltern es nicht besonders eilig hatten, diese neue Weihnachtstradition in Thunder Bay einzuführen, wussten sie, dass Jett und Mads es liebten. Also fügten sie sich.
Ich hielt die Hände hoch, ließ die warme Luft gegen meine kalten Finger blasen und musterte meinen Ehering.
»Grandma …«, hörte ich Jett kichern.
Ich schaute um die Ecke, lehnte mich an den Türrahmen und sah, wie meine Mom sich wegdrehte und lachte, als meine Tochter eine Handvoll Mehl auf sie warf. Ihre eigene Nase und die Wangen waren auch schon ganz weiß.
Mein Blick blieb an den nackten Füßen meiner Tochter hängen, die auf einem Barhocker saß und den Teig weiter knetete. Vor acht Jahren hätten diese Füße in meinen Mund gepasst. Sie wuchs so schnell, und irgendwie hätte ich die Zeit gerne angehalten.
Oder vielleicht war die Lösung auch einfach, noch mehr Kinder zu bekommen.
Na ja, zumindest, bevor ich zu Damon gegangen und zehn Minuten später mit einer Migräne zur Haustür hinausgestürmt war. Ihre Nanny trank schon tagsüber Alkohol, und ich wollte gar nicht so tun, als wüsste ich nicht, warum sie das tat.
Ich beobachtete, wie meine Mom und meine Tochter Seite an Seite arbeiteten, und war einfach nur froh, dass sie glücklich waren. Mads war eigentlich mit seiner Mutter und Schwester hergekommen, aber im Moment war er nirgends zu sehen. Wahrscheinlich hatte er sich im Weinkeller versteckt und las. Er hatte in jedem Haus eine Ecke, in die er sich verkriechen konnte. Zu Hause war es eine Nische tief im Labyrinth im Garten. Bei Damon war es eine Vorratskammer. In St Killian’s die Galerie. Bei Will ein Platz am Fenster hinter den Vorhängen.
Obwohl ich mir um ihn auf andere Art und Weise Sorgen machte als um Jett, wusste ich immer, wo ich ihn finden würde. Er konnte mir keine Angst machen.
»Ich muss ins Badezimmer«, verkündete Jett und sprang vom Barhocker.
»Wasch dir die Hände«, sagte meine Mom zu ihr.
Jett wischte sich ihre mit Mehl bedeckten Hände an ihrer kleinen Schürze ab, flitzte davon und schloss die Tür hinter sich.
Ich trat in die Küche. »Du bist eine gute Mom, weißt du das?«
Meine Mom schaute mich an und hielt mit ihren Händen in der Schüssel inne.
»Du hättest ein Haus voller Kinder haben sollen«, fuhr ich fort.
Sie grinste und bearbeitete weiter den Teig, während ich hinter sie trat und meine Arme um ihre Schultern schlang. Sanft drückte ich mein Kinn in ihren Nacken.
»Du warst genug«, sagte sie.
»Vielleicht zu viel?«
»O ja.« Sie schnaubte auf. »Viel zu viel.«
Ich lachte leise über ihre kleine Stichelei, auch wenn ich wusste, dass es nicht wirklich gelogen war. Dass ich verhaftet wurde und ins Gefängnis gehen musste, war für sie die Hölle gewesen, und ich hatte mich schon genug für die Enttäuschung und den Schmerz geschämt, die ich verursacht habe. Umso mehr, weil ich ihr einziges Kind war. Ich habe mich dafür gehasst, nicht besser gewesen zu sein.
Ich warf einen Blick auf den silbernen Anhänger, der hinter der Schürze meiner Mutter versteckt war. Die heilige Felicitas von Rom. Ich drückte Mom noch ein bisschen fester, und sie ließ es zu.
Sie liebte es, Großmutter zu sein.
»Sind sie immer noch im Dojo?« Ich zog mich zurück, nahm mir ein Mandarinenstück aus der kleinen Schüssel, die wahrscheinlich für Jett zum Snacken vorgesehen war, und schob es in den Mund.
»Schon seit zwei Stunden«, antwortete meine Mutter. »Sieh doch mal nach, ob sie noch leben.«
»Meine Frau kann es mit dem alten Mann aufnehmen.« Ich ging in den Gang, spürte den Blick meiner Mutter auf mir und blieb noch einmal stehen. Ich warf ihr einen Blick über die Schulter zu und schüttelte den Kopf. »Vergiss, was ich gesagt habe. Ich weiß, dass das dumm war.«
Sie lachte, weil wir beide natürlich ganz genau wussten, dass wir noch keine einzige Person kennengelernt hatten, die es tatsächlich mit meinem Vater aufnehmen konnte.
»Du kommst doch heute Abend, oder?«, fragte ich sie.
Sie seufzte und schaute mich an. »Mir ist heute nach einem ruhigen Abend, danke.«
»Was meinst du damit? Es ruhig werden.«
Sie zog eine Augenbraue hoch, und ich verkniff mir das Lachen.
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»Vielleicht«, sagte sie und machte sich wieder an die Arbeit.
Ich schüttelte den Kopf und drehte mich grinsend um.
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Ich ging den Gang entlang und trat durch die Schiebetür in den Steingarten. Die Miniaturbäume, Büsche und Teiche, die mit Schnee bedeckt waren, schafften eine friedliche Oase auf der offenen Fläche im Zentrum des Hauses. Banks und ich hatten zu Hause in Meridian City etwas Ähnliches erschaffen, was eine Meisterleistung war, wenn man bedachte, dass sie den Wildwuchs und das Gartenlabyrinth in unserem Haus hier so liebte. Ich hingegen zog die stilisierte Landschaft vor, mit der ich aufgewachsen war.
Die Wolken hingen tief und versprachen noch mehr Schnee heute Nacht, und ich konnte das Eis in der Luft förmlich riechen. Die Devil’s Night lag uns im Blut, aber die Fire Night wurde langsam zu unserer Lieblingsnacht. Ich liebte diese Zeit des Jahres.
Als ich zur Tür kam, schob ich die Vertäfelung zur Seite und sah sie sofort. Sie trainierten in der Mitte des Dojos, und ich schlich mich leise hinein und schloss die Fusuma hinter mir.
Die Festivitäten in der Stadt hatten bereits begonnen, und wir würden uns verspäten, aber mir schwoll das Herz in der Brust. Ich konnte sie einfach noch nicht unterbrechen. Ich liebte es, Banks und meinem Vater zuzusehen. Ich liebte es, zuzusehen, wie sie Zeit mit meinen Eltern verbrachte.
»Du schaust mich an«, sagte mein Vater und blockte ihren Tritt ab.
Sie attackierte ihn, und eine Haarsträhne, die sich aus ihrem Pferdeschwanz gelöst hatte, hing ihr in die Augen. Die Brust und der Hals meines Vaters waren schweißbedeckt.
Er blockte erneut einen Schlag ab und ging auf sie zu. »Hör auf, mich anzuschauen«, rief er.
Sie zog sich zurück, obwohl sie Zeit gewonnen hätte, wenn sie ihn umkreist hätte.
»Wenn du mich anschaust, siehst du «, sagte er zu ihr. »Du musst sehen.«
...



