Elks | Broken Melody | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 200 Seiten

Reihe: Love-in-London

Elks Broken Melody

Nur mit dir
16001. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95818-127-4
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

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E-Book, Deutsch, Band 2, 200 Seiten

Reihe: Love-in-London

ISBN: 978-3-95818-127-4
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Lara sollte eigentlich glücklich sein. Sie ist mit ihrem Traummann verheiratet, hat ein hinreißendes kleines Baby und könnte ihr Leben in vollen Zügen genießen. Doch sie hat nicht damit gerechnet, dass die Mutterschaft so schwierig ist und ihr Leben so dramatisch verändert. Alex ist wunschlos glücklich. Er weiß, mit seinen Tattoos sieht er verdammt sexy aus, er hat eine tolle Frau und eine Band, die endlich erfolgreich ist. Das lukrative Angebot einer US-Tournee rückt seinen Traum vom Rockstar in greifbare Nähe. Doch als er das Land verlässt, ist es nicht nur die räumliche Distanz, die ihre Beziehung zu zerreißen droht. Mit der halben Welt zwischen sich müssen Alex und Lara um eine Liebe kämpfen, die bisher selbstverständlich war.

Carrie Elks lebt in der Nähe von London. Mit einundzwanzig verließ sie das College mit einem Abschluss in Politikwissenschaften, einem unbezahlten Studienkredit und einem netten Mann an ihrer Seite, der bald ihr Ehemann wurde. Wenn sie nicht gerade liest oder schreibt, backt sie für ihr Leben gern.
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1


»Lara? Bist du wach?«

»Nein.« Meine Stimme klingt kratzig und verschlafen. Ich versuche, meine verklebten Lippen auseinanderzubekommen und fahre mit der Zunge über die trockene Haut.

»Max weint.«

Widerwillig öffne ich die Augen. »Du bist dran.«

Alex lächelt, und das Piercing in seiner Augenbraue geht nach oben. Er ist ein sexy Mistkerl und weiß das ganz genau, selbst um vier Uhr morgens.

»Ich war schon dreimal auf, doch er beruhigt sich einfach nicht. Ich habe wohl nicht die richtige Ausrüstung.« Alex grinst und schaut zuerst auf meine Brust und dann auf seine. Ich betrachte seinen straffen, muskulösen Oberkörper mit dem auffälligen Tattoo. Ich kenne jeden Strich davon, jede Farbnuance, da ich es schon so oft mit Küssen nachgezeichnet habe.

Langsam setze ich mich auf und schwinge die Beine aus dem Bett. Von der plötzlichen Bewegung wird mir schwindlig, und ich muss mich auf der Matratze abstützen.

»Hoppla, mein beduseltes Mädchen.« Er beugt sich vor und hält mich mit seinen warmen und kräftigen Händen fest, dabei fühlen sich seine Fingerspitzen rau auf meinem Körper an. »Bist du okay, Baby?«

»Ja, gib mir nur eine Minute.« Ich weiß nicht genau, ob ich das zu Alex oder zu Max sage. Es ist ohnehin egal, da sich Alex wieder hingelegt und die Augen geschlossen hat, während Max einen Gang zugelegt hat und noch lauter schreit. Ich hebe ihn aus dem Kinderbett und wiege seinen weichen, warmen Körper, doch er lässt sich nicht beruhigen. Er hat ein feuerrotes Gesicht, presst die Augen zu und reißt den Mund so weit auf, dass ich seine winzigen Mandeln sehen kann. Sie vibrieren beim Schreien.

»Schhh!« Ich küsse seine Stirn, und das feine Haar auf seinem Kopf kitzelt mein Gesicht. Die Haut darunter ist überhitzt und riecht nach heißem Babyshampoo.

Ich halte ihn an meinen Oberkörper, und Max beginnt sofort zu suchen, dreht sein Gesicht an meine Brust, während sich seine Schreie in Schluchzer verwandeln. Ich trage ihn zu unserem Bett, klettere hinein und lehne mich ans Kopfende, knöpfe mein Oberteil auf und öffne den BH.

Als er angelegt ist, herrscht für einen Moment selige Ruhe. Das Klingeln in meinen Ohren wird zu einem leisen Summen, mein Kopf fällt zurück, und mir gehen die Augen zu. Dann fängt Max zu schnüffeln und zu grunzen an – was mehr nach einem Schwein als nach einem Baby klingt –, und ich finde mich damit ab, dass mir eine weitere schlaflose Nacht bevorsteht.

Ich war noch nie so erschöpft wie jetzt. Es kommt mir vor, als würde ich ständig benebelt herumlaufen. Alles wirkt verlangsamt, tiefer, schwerer. Jede Bewegung erfordert Kräfte, über die ich gar nicht verfüge. Ich verfüge über gar nichts mehr. Meine Zeit, mein Körper – all das gehört diesem winzigen Bündel, das da zusammengerollt auf meinem Arm liegt. Vor diesem Nebeneffekt der Geburt haben sie uns nicht im Schwangerschaftskurs gewarnt. Man findet die Liebe seines Lebens und verliert sich dabei selbst.

Gegen sechs schläft Max schließlich wieder ein, nach einem Windelwechsel und einer Stunde glucksendem Strampeln auf der Matratze. Diese Momente machen alles andere wieder wett: seine lächelnden Augen, der rosige Mund und die Art, wie er mich ansieht, als wäre ich sein persönlicher Engel. Ich hebe ihn hoch, um ihn auf die Lippen zu küssen, und er seufzt zufrieden, sein Atem ist warm und milchig.

Einer meiner Lieblingsgerüche.

Eine Stunde später steht Alex auf und ist nach unserer unterbrochenen Nacht überraschend vergnügt. Er duscht und kommt dann nackt ins Schlafzimmer, und obwohl ich so tue, als würde ich schlafen, folge ich mit halb geöffneten Augen seinen Bewegungen.

Seit der Geburt fühle ich mich schwerfällig und formlos, doch Alex ist noch attraktiver geworden. Das ist so gemein. Er muss nur mit Max einen Spaziergang durch den Park machen und wird sofort von einer Gänseschar von Bewunderinnen angestarrt. Ich dagegen stopfe mir den Bauch in die Jeans und trage dazu irgendwelche mit Babysabber verzierten T-Shirts.

»Ich merke, dass du mich anstarrst.« Alex dreht sich um. Obwohl er nicht direkt vor mir steht, bleibt mir fast die Luft weg. Sein Bauch ist blass und muskulös, und eine Linie dunkler Haare verläuft vom Nabel bis zum Bund seines Slips. Der farbige Rand eines Tattoos ragt hervor. Obwohl man es nicht sehen kann, weiß ich, dass es die Spitze eines Sterns ist.

Ich hatte Tattoos nie sonderlich attraktiv gefunden, bis ich Alex kennenlernte. Damals bin ich nur mit Typen im Anzug und mit glatter Haut ausgegangen. Die Art von Jungs, mit denen ich aufgewachsen war. Wir hatten die gleiche Erziehung, denselben Hintergrund und dieselben kulturellen Erfahrungen, und alles war so richtig langweilig.

Alex war wie ein strahlendes Licht, das durch die finsterste Nacht leuchtete. Er hat mich wie ein Wollknäuel entwirrt, mich Faden um Faden aufgedröselt, bis ich die alte Lara kaum noch kannte. Innerhalb von zwei Jahren war ich verheiratet, machte eine Umschulung und begann meine Arbeit in einer Suchtberatung, wo ich Abhängige therapierte und ihnen half, clean zu werden.

Er zieht mir die Decke vom Körper und kriecht ins Bett, dann schiebt er mir mit den Knien sanft die Beine auseinander. Er stützt sich mit den Armen neben meinem Kopf ab und verharrt so über mir.

»Lara.« Er haucht meinen Namen und kommt langsam hinab, bis sein Körper meinen berührt. Ich sehe, wie sich die sehnigen Muskeln in den Armen spannen, dann drehe ich mich und küsse seinen Unterarm, folge mit hungrigen Lippen dem Tattoo mit meinem Namen. Seine Haut ist warm und noch feucht von der Dusche, und ich kann den holzigen Geruch der Seife riechen. Schließlich drehe ich den Kopf, um ihn anzusehen, und sein Anblick raubt mir den Atem. Er ist sexy und voll Verlangen. Ich erschauere, als er mit den Fingern an meiner Seite hinabfährt, von meiner Brust zur Taille wandert und meine Hüfte fest umklammert, um mich an sich zu drücken. »Du bist so verdammt schön.«

In seinen Armen fühle ich mich so. Trotz der Dehnungsstreifen, die um meinen nicht gerade perfekten Bauch verlaufen, und der Brüste, die mehr wie eine Molkerei als wie erogene Zonen wirken, schafft es Alex, dass ich mich begehrenswert fühle.

Nicht nur mir ergeht es so. Ein paar Minuten mit Alex reichen aus, und junge Mädchen und alte Frauen fressen ihm aus der Hand. Im Unterschied zu anderen Männern, die ich kenne, fühlt er sich richtig wohl unter Frauen, redet gern, flirtet und grinst sich durch jede Situation. Wahrscheinlich ist das ein Nebeneffekt davon, dass er unter Frauen aufgewachsen ist, mit seiner geschiedenen Mutter und zwei Schwestern. Er zuckt nicht mal mit der Wimper, wenn es darum geht, Tampons zu kaufen, und auch bei Themen wie Menstruation, auslaufenden Brüsten oder Tränen ist er nicht zimperlich. Ich würde behaupten, dass er mit allen Körperflüssigkeiten klarkommt. Mit manchen sogar etwas mehr.

Er drückt sich ein letztes Mal mit seinem Körper gegen meinen, und ich spüre seinen straffen Oberkörper an meiner weichen Brust. »Nach der Arbeit gehe ich direkt ins Studio.«

Seit er seine Stelle in der Druckerei verloren hat, macht er Gelegenheitsjobs auf Baustellen. Er verbringt die Tage damit, Ziegel und Holz zu tragen, Pflaster und Fußböden zu verlegen, und abends macht er Aufnahmen mit seiner Band. Die körperliche Arbeit hat seine ohnehin schon festen Muskeln noch weiter definiert. Er ist ein Raufbold, immer bereit zum Kampf und die über seinen Körper verteilten Tattoos verstärken diesen Eindruck noch. Er ist genau die Sorte böser Junge, von der ich mich mein Leben lang ferngehalten habe.

Der Einzige, der mein wahres Ich kennt.

»Arbeite nicht zu schwer«, sage ich.

»Niemals.« Ein letzter Kuss auf meine Schulter, und er drückt sich hoch, schwebt kurz über mir, bevor er aus dem Bett springt. Dann zieht er sich seine enge, verwaschene Jeans an. Bevor er fortfährt, schneidet plötzlich ein lauter Schrei durch die Morgenluft und bringt die kleine Blase um uns zum Platzen. Meine Konzentration ist dahin, in Stücke geschlagen von dem winzigen Menschen, der meine Welt an sich gerissen hat.

Als Max von seinem Mittagsschlaf aufwacht, schnalle ich ihn in den Buggy und gehe mit ihm spazieren. Wir haben kein bestimmtes Ziel, sondern spazieren nur durch die Straßen von Shoreditch und atmen die frische Luft und die Gerüche ein, die aus den Restaurants wehen. Auf dem Rückweg zu unserer Wohnung halten wir kurz im Supermarkt. Max hat sich in den Kopf gesetzt, nicht länger im Buggy sitzen zu wollen, und er ächzt und zappelt wie ein kleiner Diktator. Als er merkt, dass er seinen Willen nicht bekommt, verwandelt sich sein Gequake in ein lautstarkes Schreien, bis ich ihn schließlich aus dem Kinderwagen hole und die Tragetaschen mit Lebensmitteln hineinstelle. So verwandelt sich der Bugaboo in den teuersten Einkaufswagen der Welt.

Sobald er auf meinem Arm ist, fängt er wie gewohnt zu krähen an und bläht seine feuchten Wangen auf, als er der Kassiererin ein Lächeln zuwirft. Sie streckt die Hand aus und kitzelt ihn am Kinn, was ihn zu einem Glucksen verleitet, das gefährlich nahe an einem Rülpsen ist.

»Er ist hinreißend. Wie alt ist er denn?«

»Fast sechs Monate.« Gott, ist es schon so lange? Seit fast einem halben Jahr habe ich keine Nacht mehr durchgeschlafen. Das ist bestimmt Weltrekord. Noch etwas, das ich dem kleinen Diktator verdanke.

»So ein Schatz, er wird bestimmt alle Herzen brechen, wenn er älter wird.«

Ich erzähle ihr nicht, dass er jede Nacht meins bricht. Nur ein Schrei, und ich...


Elks, Carrie
Carrie Elks lebt in der Nähe von London. Mit einundzwanzig verließ sie das College mit einem Abschluss in Politikwissenschaften, einem unbezahlten Studienkredit und einem netten Mann an ihrer Seite, der bald ihr Ehemann wurde. Wenn sie nicht gerade liest oder schreibt, backt sie für ihr Leben gern.



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