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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 420 Seiten

Reihe: Love-in-London

Elks Stolen Kisses

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17001. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95818-204-2
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

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E-Book, Deutsch, Band 1, 420 Seiten

Reihe: Love-in-London

ISBN: 978-3-95818-204-2
Verlag: Ullstein Forever
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Vor neun Jahren war Beths Leben ein Scherbenhaufen. Jetzt hat sie alles, was sie sich wünschen kann: einen Job, bei dem Sie Menschen hilft, die Ähnliches durchleben wie sie einst, einen Ehemann, der sich um sie kümmert, und ein wunderschönes Zuhause. Doch plötzlich steht Niall wieder vor ihr und alles, was sie damals hinter sicher gelassen hat, stürzt erneut auf sie ein. Der Schmerz, die Schuldgefühle, die Unsicherheit. Trotzdem ist nichts von der früheren Anziehungskraft zwischen den beiden verflogen. Und während Beth sich scheinbar immer weiter von ihrem neuen sicheren Leben entfernt, kommen die beiden sich wieder näher. So nah, dass Beth erneut vor den Bruchstücken ihrer Existenz steht. Aber aus jedem Unglück kann eine neue Chance wachsen und Beth muss sich fragen, was sie wirklich will ... Ich habe mich langsam, aber dafür umso heftiger, in diese wunderbar bittersüße Geschichte und die komplexen Figuren Beth und Niall verliebt. (Reading is My Breathing Blog) Die Autorin hat es geschafft mich völlig umzuhauen mit ihren unglaublichen Figuren und dieser einzigartigen Story. (Read More Sleep Less Blog) Ein tolles Leseerlebnis, wahnsinnig gut geschrieben. (Jeannie Zelos Reviews)

Carrie Elks lebt in der Nähe von London. Mit einundzwanzig verließ sie das College mit einem Abschluss in Politikwissenschaften, einem unbezahlten Studienkredit und einem netten Mann an ihrer Seite, der bald ihr Ehemann wurde. Wenn sie nicht gerade liest oder schreibt, backt sie für ihr Leben gern.
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1


Es ist sieben Uhr morgens, und das Sonnenlicht fällt rosa-orange durchs Schlafzimmerfenster. Ich sitze auf der Bettkante unseres Ehebettes und sehe zu, wie mein Mann sich den Anzug anzieht, während ich ein falsches Lächeln aufsetze. Das gelbe Licht der Deckenlampe wird von seinem graublonden Haar reflektiert, sodass sich ein blasser Glorienschein um seinen Kopf bildet.

Man muss nur einen kurzen Blick in unser Schlafzimmer werfen, um seine maskuline Prägung wahrzunehmen. Der dunkle Holzboden, der zwar schön aussieht, mir aber im Winter die Füße abfrieren lässt. Die kahlen, nilgrün gestrichenen Wände. Helle Holzläden umrahmen die Schiebefenster, die er liebevoll restaurieren ließ.

Auch wenn er viel für mich umgeräumt hat, ist es im Grunde noch immer sein Zimmer. Sein Haus. Ich habe auch nichts mitgebracht, für das sich ein Umstellen gelohnt hätte. Ich war mittellos und am Boden, und er stellte sich der Herausforderung, als wäre ich ein verborgener Diamant. Polierte mich, bis ich glänzte und strahlte.

»Ich versuche, bis sechs zu Hause zu sein.« Simon schiebt die silbernen Manschettenknöpfe durch die Knopflöcher seines blauen Oxford-Hemdes. »Ich habe Elise versprochen, dass wir früh zur Galerie kommen.«

Elise ist seine Tochter. Ich sollte sie eigentlich als meine Stieftochter betrachten, doch mit ihren siebenundzwanzig ist sie gerade mal zwei Jahre jünger als ich. Es ist schwer, nicht zwiespältig über sie zu denken, da sie mich immer über ihre perfekt geformte Nase hinweg anstarrt, wenn ich durch die Tür komme. Selbst dabei ist sie immer höflich, immer beherrscht und verbirgt ihre Abneigung gegen mich. Simon und seine Exfrau haben sie gut erzogen.

»Du hast deine Krawatte vergessen.« Ich stehe auf und komme hinter ihm her, lege ihm die blaue Seide um den Hals, verknote sie ordentlich und streiche mit ausgestreckten Fingern darüber.

Simon sagt nichts, sondern schaut mich nur mit seinen schokoladenbraunen Augen an. Weshalb ich überlege, ob er wohl darauf wartet, dass ich ihn küsse. Ich mache es sowieso und drücke meine Lippen sanft an seine Wange. Sie wird prall, als er lächelt.

»Du solltest das Kleid tragen, das ich dir letzten Monat geschenkt habe. Das mit den silbernen Riemen.«

Ich nicke und bemühe mich nicht, ihn daran zu erinnern, dass die Riemen golden sind. Ich weiß, dass es ihn eigentlich nicht interessiert. Es gefällt ihm einfach, wenn ich mich zurechtmache, und es ist egal, welche Farbe ich dabei trage. Ich mag es, wenn er glücklich ist, denn es macht das Leben einfacher, seins und auch meins, und das gefällt mir.

Er geht mit einer Aktentasche voller Unterlagen, die er den ganzen letzten Abend gelesen hat, und ich wasche mir unter der Dusche die Spuren der Nacht ab. Danach ziehe ich meine alten Jeans und ein abgetragenes T-Shirt an und gehe zur U-Bahn. Um diese Uhrzeit ist sie immer gerammelt voll. Ich quetsche mich durch die Menschenmenge in einen Wagen, halte die Luft an, als ich gegen ein junges Mädchen in Schuluniform gedrückt werde. Ich lächle sie entschuldigend an, sie verdreht die Augen und wendet sich ab.

Das ist die Sprache unter der Erde. Die Menschen sind nicht dafür geschaffen, auf so engem Raum zusammenzuleben. Wir haben nicht gelernt, miteinander zu kommunizieren, wenn man permanent mit Eindrücken und Gefühlen bombardiert wird. Wir haben Angst vor dem Unbekannten und verabscheuen es, wenn es gegen den eigenen Körper gedrückt wird.

Zumindest geht mir das so.

Es ist fast neun Uhr, als ich die Suchtambulanz betrete und die Treppen hinaufgehe. Lara, eine der Beraterinnen, schaut von ihrem Tisch auf und winkt mir kurz zu. In der anderen Hand hält sie ein Telefon und spricht angeregt hinein. Ich lächle zurück. Lara ist einer meiner besten Freunde hier. Wir haben uns kennengelernt, als ich in der Suchtambulanz angefangen habe. Wann immer ich mich schlecht oder gut fühle, ist sie diejenige, mit der ich zuerst darüber reden möchte.

Lara hält die Hand über das Telefon und flüstert in meine Richtung: »Daisy MacArthur.«

Mehr muss sie nicht sagen. Daisy war während der vergangenen zwei Jahre immer wieder als Patientin hier. Sie ist dreimal rückfällig geworden, seit sie das erste Mal hergekommen ist. Und jedes Mal ist es schlimmer als zuvor.

Mir zieht sich der Magen zusammen. »Was ist mit Allegra?«, frage ich.

Lara zuckt die Schultern, weshalb ich mich noch schlechter fühle. Allegra ist erst acht Jahre alt. Schon als Baby ist sie immer mal wieder in der Kinderbetreuung gewesen. Daisy kam überhaupt erst in die Suchtambulanz, weil sie das Sorgerecht zurückbekommen wollte. Und es hat geklappt. Sie ist drogenabhängig, doch zweifellos liebt sie ihre Tochter.

Ich liebe ihre Tochter auch. Vielleicht etwas zu viel. Doch Allegra hat trotz ihres Alters schon so ein hartes Leben gehabt, dass ich sie einfach beschützen will.

Endlich legt Lara das Telefon beiseite. »Hast du noch Platz für ein Kind im Nachmittags-Club?«

Seit vier Jahren organisiere ich eine Nachmittagsbetreuung für die Kinder von Abhängigen, während ihre Eltern in der Gruppentherapie sind. Wir haben jeden Tag ein anderes Thema. Musik am Montag, Basteln am Dienstag, Filme am Mittwoch. Am Donnerstag haben wir Kunst. Allegra liebt es. Sie hat ein angeborenes Talent für das Malen, und wir ermutigen sie, ihre Gefühle auf dem Papier auszudrücken.

»Na klar.« Ich nicke. »Ich bin allerdings heute allein.« Bisher hat eine Studentin von der Kunsthochschule Saint Martins den Kurs geleitet. Da sie jetzt ihren Abschluss gemacht hat, muss ich mich nach einem Ersatz umsehen. Wobei das nicht gerade einfach ist. Wir können es uns nicht leisten, ihnen jeden Preis zu zahlen, und nicht jeder kann mit traumatisierten, manchmal zum Teil gewalttätigen Kindern arbeiten. Dafür muss man schon ein besonderer Mensch sein.

»Kein Glück am College gehabt?« Lara wirft mir einen mitfühlenden Blick zu.

»Nix. Da muss ich wohl mit dem Hut in der Hand bei Elise vorsprechen.« Ich verziehe das Gesicht. Lara erwidert meine Grimasse, sodass ich lachen muss. Sie kennt Simon und Elise gut. Jeder in der Suchtambulanz kennt sie, denn er ist einer unserer größten Förderer. So habe ich ihn kennengelernt. Bei unserer jährlichen Spendengala vor vier Jahren.

»Lass uns einen Tee trinken, bevor du um Gnade winselst.«

Später am Nachmittag kommt ein Kleinbus und bringt die Kinder für unseren Nachmittags-Club. Ich habe den Kursraum bereits mit Farben und Pinseln ausgestattet. Auf den Tischen liegen große Malblöcke. Das gesamte Material ist gespendet worden. Ich bin diejenige, die immer betteln geht. Lara nennt das meine »Oliver Twist«-Nummer, denn ich will immer mehr.

Die Kinder strömen laut plappernd in den Raum. Sie streiten sich um die Sitzplätze und schubsen sich gegenseitig mit den Ellbogen. Dabei sind alle gutmütig. Allegra kommt als Letzte herein. Sie schlurft mit den Turnschuhen über den gefliesten Boden, sodass es quietscht. Ihre pechschwarzen Haare fallen aus dem unordentlich gebundenen Pferdeschwanz heraus. Ich unterdrücke den Wunsch, sie zu umarmen. Sie mag es nicht, herausgegriffen zu werden.

Stattdessen lächle ich freundlich und ziehe sie ganz kurz an den Haaren. »Hi!«

»Hallo!« Sie lächelt zaghaft zurück. Ich ziehe erneut an ihren Haaren, und jetzt lacht sie auf. Es ist fast so, als würde die Sonne hinter einer Wolke hervorkommen. Sie blickt sich schnell im Raum um, als wollte sie sichergehen, dass niemand zuhört. »Ist sie hier?«

Ich nicke. »Sie ist heute Nachmittag gekommen.«

Man kann die Erleichterung in ihrem acht Jahre alten Gesicht erkennen.

Daisy wurde zur Suchtambulanz geschickt, nachdem man sie aus dem Krankenhaus entlassen hatte. Dort war die Kopfwunde von ihrem Zusammenbruch auf dem Bürgersteig verarztet worden. Jetzt gehört sie uns. Einen Schritt vorwärts und zwei zurück. Es ist wie ein schicksalhafter Tanz.

Allegra bleibt an meiner Seite stehen. »Kann ich heute Abend nach Hause?«

Die Frage kommt so ungezwungen heraus, dass es mir im Herzen wehtut. Sie ist so oft hin und her geschoben worden, dass sie gar nicht merkt, wie falsch das eigentlich ist. Wohngruppen, Pflegeunterbringung, wir. Auch wenn Daisy eine verkorkste Drogenabhängige ist, so ist ihre Mutter doch die einzige Konstante in Allegras Leben.

»Ich glaube schon. Ich werde mal Lara fragen, wenn ihr alle so weit seid. Diesmal war es wohl nicht so schlimm wie beim letzten Mal.« Es ist unglaublich, dass ich mit einer Achtjährigen den Heroinabsturz ihrer Mutter bespreche. Das arme Kind hat schon Dinge gesehen, die niemand sehen sollte. Sie muss viel zu früh erwachsen werden.

»Okay.« Allegra geht zu einem Tisch und nimmt sich einen Overall. Ein paar Minuten später malt sie schon: eine hübsche grüne Landschaft, mit Bäumen und Blumen gesprenkelt unter einem Himmel, der vielleicht ein bisschen zu blau ist. Ich frage mich, ob das wohl ihr Lieblingsplatz ist.

Ich hatte auch einen Lieblingsplatz, als ich in Therapie war. Ein weißer Sandstrand neben dem azurblauen Ozean, der sanft an die Küste schwappt. Die Farbe seiner Augen. Ich habe schon eine Weile nicht mehr drangedacht. Musste es nicht. Jetzt habe ich Simon. Er ist mein Lieblingsplatz. Mein Beschützer. Er liebt mich, und dafür bin ich ihm dankbar. Ich weiß, wie schrecklich das klingt. In diesen Zeiten ständig verfügbarer Leidenschaft und wollüstiger Begierden ist unsere Beziehung hartnäckig altmodisch. Ich habe Leidenschaft erlebt, und fast hätte sie mich umgebracht....


Elks, Carrie
Carrie Elks lebt in der Nähe von London. Mit einundzwanzig verließ sie das College mit einem Abschluss in Politikwissenschaften, einem unbezahlten Studienkredit und einem netten Mann an ihrer Seite, der bald ihr Ehemann wurde. Wenn sie nicht gerade liest oder schreibt, backt sie für ihr Leben gern.



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