Fischer | Abby II | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 328 Seiten

Reihe: Abby

Fischer Abby II

Totgesagte leben länger
2. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7583-5030-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Totgesagte leben länger

E-Book, Deutsch, Band 2, 328 Seiten

Reihe: Abby

ISBN: 978-3-7583-5030-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Butch Cassidy kehrt 1910 unerkannt in die USA zurück und sucht seine einstige Weggefährtin Abby auf, die seit 16 Jahren mit ihrer Familie in San Francisco lebt. Abby erkennt durch ihn, dass sie im Verlauf ihrer Ehe alles einbüßte, was ihr einst wichtig war. Als Butch ihr vorschlägt, mit ihm neu zu beginnen, fällt ihr die Entscheidung leicht, auch wenn ein Leben an der Seite des gesuchten Outlaws Verzicht und eine ungewisse Zukunft bedeutet. Zunächst muss Abby jedoch ihrer eigenwilligen Tochter Alison alle Wege ebnen und ihr zeigen, was wahre Freiheit bedeutet. So begeben sich Mutter und Tochter auf eine abenteuerliche Reise, die sie einander näherbringen und ihr Leben für immer verändern wird.

Claudia Fischer lebt in Bayern, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Sie war Lehrerin an einer Realschule und unterrichtete Englisch und Musik. Inzwischen arbeitet sie als Lektorin und Autorin. Ihre historischen Romane spielen vor dem Hintergrund des Wilden Westens in Nordamerika, sie handeln von starken Frauen, die ihre Probleme ebenso bewältigen mussten wie die Frauen von heute. Claudia Fischers weiteres Genre sind Thriller.

Fischer Abby II jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


San Francisco
13.02.1910
Alison Hart war das jüngere Ebenbild ihrer Mutter Abby. Sie war groß und schlank, hatte lange, rotblonde lockige Haare, ein sommersprossiges Gesicht und grünbraune Augen. Sie war 15 Jahre alt und mit der festen Überzeugung aufgewachsen, dass die Welt ihr auch als Mädchen offenstehen würde, denn sie hatte es nie anders gehört. Sie kannte die aufregende Geschichte ihrer Mutter, die sich mit 16 Jahren in Wyoming den dort lebenden Banditen angeschlossen und mit ihnen mehrere Banken überfallen hatte. Nach drei gesetzlosen Jahren hatte Abby jedoch ihrer Verbrecherkarriere den Rücken gekehrt und war nach San Francisco gezogen, um mit James Hart, dem reichen Erben einer Kaufmannsfamilie ein neues Leben zu beginnen und die Welt zu entdecken. Als Alison sich ankündigte, waren Abby und James gerade auf einer langen Reise, sie kehrten daher nach Kalifornien zurück und heirateten dort. Alison blieb das einzige Kind, und die Stärke ihrer Mutter Abby hatte sich auf sie übertragen. Dazu hatte sie den Eigensinn ihrer Großmutter Jacky Hart geerbt, die ebenfalls auf eine bewegte Geschichte zurückblicken konnte, und die 1906 beim großen Erdbeben zusammen mit ihrem Mann Ben gestorben war und von allen immer noch schmerzlich vermisst wurde. Großmutter Jacky hatte sich rührend um die kleine Alison gekümmert und sie mit aufgezogen, denn Abby und James waren vor allem in ihren ersten Lebensjahren viel auf Reisen gewesen. Später hatten die beiden ihre Tochter mitgenommen, so dass Alison für ihr junges Alter ungewöhnlich viel gesehen und erlebt hatte, und unter den gleichaltrigen Mädchen durch ihre Weltoffenheit und Erfahrung herausstach. Da sie äußerst wissbegierig und intelligent war, brachte sie ihre Lehrerinnen auf der renommierten Hamlin Schule für Mädchen oft zur Verzweiflung. Alison nahm nichts als gegeben an, hinterfragte alles, und besorgte sich selbst Bücher oder Schriften, mit denen sie Theorien untermauerte oder widerlegte. Überhaupt waren Bücher ihre Leidenschaft, sie las ständig und gab später ihr Wissen freigebig preis. Oft genug musste sie von Eltern und Lehrern gebremst werden, denn nicht alles, was sie las, war für ihr Alter gedacht, und sie hatte wenig Gefühl dafür, was für die Öffentlichkeit geeignet war und was nicht. Ihre Zensuren in der Schule waren stets ausgezeichnet und man war sich dort einig, dass Alison unbedingt an die Stanford University gehen sollte, sie würde eine hervorragende Lehrerin werden. Alison selbst hatte jedoch ihre eigenen Pläne, sie wollte Medizin studieren, der Arztberuf hatte sie schon immer fasziniert. Das einzige Problem war ihr Vater, der von ihr verlangte, das Geschäft weiterzuführen, und der sich da kaum auf Diskussionen einließ. Nun, es waren noch zwei Jahre Zeit bis zur Entscheidung, aber schon jetzt gab es immer wieder Unstimmigkeiten und Streit in der Familie. Doch an diesem Sonntag war das alles uninteressant. Am Abend zuvor waren zwei fremde Männer aufgetaucht und von ihrer Mutter sofort eingeladen worden. Diese beiden Besucher hatten sich ihr als Robert und Harry vorgestellt, aber ansonsten war nicht viel in Erfahrung zu bringen. Sie schienen freundlich und solange Alison dabeigesessen war, war kaum ein Wort gefallen, das verraten hätte, wer diese Männer in Wirklichkeit waren. Man hatte nur gewartet, bis Alison in ihr Zimmer geschickt wurde. Das Mädchen hatte die Anspannung fast körperlich gefühlt und sie war sehr böse geworden, dass man sie wie ein kleines Kind behandelte. Aber wenn ihre Eltern sich ausnahmsweise einig waren, gab es wenig Widerspruch und Alison hatte wutschnaubend gehorchen müssen. Sie hatte gehört, dass lange Gespräche geführt wurden, doch leider hatte sie keinen Ton verstanden. Wer waren diese Männer? Warum wurde so ein Geheimnis um sie gemacht? Ihre Mutter hatte sich sehr über den Besuch gefreut und Alison vermutete, dass die Männer zu den Outlaws gehörten, mit denen die Mutter in ihrer Jugend herumgezogen war. Wer konnte es nur sein? Fast alle waren tot, Elzy Lay, der oft schrieb, lebte in Wyoming und auf dem Bild, das er einmal geschickt hatte, sah er nicht so aus wie einer der Besucher, ebenso wenig Matt Warner, der Friedensrichter geworden war. Weder von einem Harry noch von einem Robert hatte Alison je gehört. Sie musste es herausfinden! Beim Frühstück bekam Alison die Männer nicht zu Gesicht, sie schliefen länger und danach schickte die Mutter das Mädchen zu ihrer Tante Maddie, man wollte sie also weiterhin aus dem Weg haben. Alison war empört und stampfte mit dem Fuß auf. „Ich will nicht zu Tante Maddie! Die Kusinen sind so scheinheilige Petzen und die Köchin dort ist eine Katastrophe. Sie lässt immer alles anbrennen, ich verstehe nicht, wie Tante Maddie das dulden kann!“ „Du gehst jetzt sofort, Alison, hast du mich verstanden? Tante Maddie wartet auf dich, sie braucht deine Hilfe bei der Vorbereitung zum Basar!“ „Auch das noch“, stöhnte Alison. „Ich hasse Handarbeiten, das weißt du. Ich kann das nicht und ich will das nicht! Und wenn mir dann noch vorgehalten wird, wie sauber und ordentlich Kusine Louise arbeitet, dabei ist sie dumm wie Bohnenstroh.“ „Das ist sie nicht, Alison und es schadet dir überhaupt nicht, dich ein wenig mehr für Dinge zu interessieren, die du später im Haushalt brauchen kannst.“ „Das sagst ausgerechnet du, Mutter! Seit wann magst du Haushalt? Du meidest ihn, wo es geht.“ „Nun werde nicht frech, junge Dame! Ich will, dass du Tante Maddie hilfst, und zwar jetzt!“ Alison stöhnte verzweifelt auf. „Ich werde keinen Haushalt führen, dafür werde ich keine Zeit haben. Außerdem werde ich sowieso niemals heiraten.“ „Nanu, Streit so früh am Morgen?“, ertönte eine belustigte Männerstimme. Alison und Abby fuhren herum. Einer der Besucher war eingetreten und lächelte die beiden Frauen freundlich an. „Guten Morgen, die Damen! Ist nicht ein wunderschöner Tag heute?“ „Guten Morgen … Robert!“ Alison war sich sicher, dass ihre Mutter einen anderen Namen auf der Zunge gehabt und sich gerade noch besonnen hatte. „Ich fühle mich um 20 Jahre zurückversetzt“, grinste Robert. „Alison, deine Mutter wollte auch nie heiraten, mir scheint, du bist sehr nach ihr geraten.“ „Es ist genug!“ Abbys Stimme klang sehr zornig und sie sah den Mann drohend an. „Ich will jetzt kein Wort mehr hören, von euch beiden nicht. Alison, bitte!“ Alison nahm murrend ihren Umhang und machte sich endlich widerstrebend auf den Weg. Doch spitzte sie die Ohren und hörte noch, wie ihre Mutter dem Mann Vorhaltungen machte. „Lass meine Tochter aus dem Spiel. Ich will nicht, dass sie zu viel weiß!“ „Du wirst das kaum verhindern können, wenn sie nur im Geringsten so ist wie du, Abby, besser du redest gleich mit ihr.“ „Verstehst du nicht? Ich muss uns und euch beide schützen! Je weniger man von euch weiß, desto besser für uns alle.“ Mehr konnte Alison nicht verstehen, aber ihre Neugierde wuchs ins Unermessliche. Sie seufzte und verbrachte einen schrecklichen Tag bei ihrer Tante Maddie. Sie hasste diese Basare, für die alle möglichen unnützen Dinge gefertigt wurden, die jeder nur aus Gefälligkeit kaufte, um sie zuhause gleich wegzuwerfen. Die Sachen, die sie selbst kreierte, fanden meist nicht einmal einen Käufer, denn sie hatte weder Geschick noch die Geduld für Handarbeiten, und der unverhohlene Spott der fleißigen Kusinen, verbunden mit Tante Maddies scharfer Kritik, machte sie rasend. Endlich konnte sie nach Hause laufen und stellte zu ihrer Erleichterung fest, dass die Männer noch nicht abgereist waren. Nun würde sie mehr herausfinden! Das Abendessen fand in ähnlich gezwungener Atmosphäre statt wie am Abend zuvor. In Anwesenheit von Alison wurde nur über belanglose Dinge gesprochen, aber das Mädchen hatte viel Zeit zum Nachdenken gehabt und ihre eigenen Schlüsse gezogen. Dass die Männer so verheimlicht wurden, konnte nur zwei Ursachen haben: Sie wurden entweder gesucht, was eigentlich ausschied, denn Alison wusste, dass Mutters alte Freunde tot oder inzwischen auf dem rechten Weg waren, oder sie galten als tot und wollten das für die Öffentlichkeit weiter bleiben. Und da gab es nur zwei Männer, die in Frage kamen: Butch Cassidy und The Sundance Kid, die in Bolivien bei einer Schießerei ums Leben gekommen waren. Alison wusste, dass ihre Mutter das lange nicht hatte glauben können und jemanden auf die Suche geschickt hatte, der jedoch mit dem Ergebnis zurückgekehrt war, dass es keine Spur von den beiden gab und beide bestimmt tot waren. In Bolivien sei man überzeugt davon. Die Mutter war wegen der Nachricht sehr traurig gewesen. Alison beschloss, die Bombe platzen zu lassen, denn sie wollte nicht länger wie ein kleines Kind behandelt...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.