E-Book, Deutsch, Band 415, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
Fletcher Mello / Canan / Simone Baccara Collection Band 415
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2660-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 415, 384 Seiten
Reihe: Baccara Collection
ISBN: 978-3-7337-2660-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
VERLIEB DICH NIE IN EINEN MILLIARDÄR von NAIMA SIMONE
Er sieht gut aus, ist verführerisch - und er macht ihr einen Antrag! Aber Witwe Isobel weiß: Sie darf sich auf keinen Fall in Milliardär Darius King verlieben. Er will sie schließlich nur aus Pflichtgefühl gegenüber seinem verstorbenen Freund heiraten. Oder etwa nicht?
SO GEHEIMNISVOLL UND SO VERLOCKEND von DEBORAH FLETCHER MELLO
Ein Kuss, und um Star-Designer Tinjin Braddy ist es geschehen. Als er sexy Model Natalie unverhofft wiedertrifft, beginnt er eine heiße Affäre mit ihr. Dann verschwinden die Entwürfe für seine neue Kollektion. Steckt etwa Natalie dahinter?
WARUM BEGEHRE ICH DICH SO SEHR? von LAUREN CANAN
Ally will ihre Ranch zurück, nur deshalb willigt sie in eine Scheinehe mit Seth Masters ein. Denn der Milliardär ist ihr Feind - seine Familie hat ihr die Ranch weggenommen. Dumm nur, dass Seth in ihr dieses gefährlich sinnliche Begehren weckt ...
Deborah Fletcher Mello schreibt, seit sie denken kann, und sie kann sich nicht vorstellen, jemals etwas anderes zu tun. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt sie 2009 den RT Reviewers' Choice Award. Immer wieder erfindet sie originelle Geschichten und beeindruckende Heldinnen und Helden. Deborah ist in Connecticut geboren und aufgewachsen, fühlt sich aber überall dort zu Hause, wohin das Schicksal sie gerade verschlägt.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Delilah. Jezebel. Yoko. Monica.
Wenn man sowohl der älteren als auch der jüngeren Geschichte glauben konnte, waren dies alles Frauen, die angeblich einen mächtigen Mann zu Fall gebracht hatten. Isobel Hughes verzog das Gesicht. Bestimmt würden eine Menge Leute in diesem Herrenhaus an der Nordküste auch Isobels Namen auf diese Liste setzen.
Sie unterdrückte einen Seufzer und ging die Treppen des herrschaftlichen Hauses hinauf, das genauso gut in der französischen Provinz hätte stehen können. Umgeben von vielen Hektar gepflegten Landes, verströmte das Anwesen eine Aura von Dekadenz und Reichtum. Und obwohl es nur zwei Autostunden von Isobels kleinem Apartment in South Deering entfernt war, schien es doch auf einem anderen Planeten zu liegen.
Ich schaffe das. Ich habe keine andere Wahl.
Sie holte noch einmal tief Luft und blieb stehen, als sich die hohen bunten Glastüren öffneten und ein imposanter Mann heraustrat. Sein Smoking saß tadellos, trotzdem hatte Isobel keinen Zweifel, dass er zur Security gehörte.
Der Sicherheitsdienst hatte die Aufgabe, die exklusive Elite der High Society von Chicago zu schützen und den Pöbel von der Du Sable City Gala fernzuhalten.
Isobel war nervös bis in die Fußspitzen, denn sie gehörte zu dem gemeinen Fußvolk, das hier eigentlich nichts zu suchen hatte.
Sie verzog ihr Gesicht zu einer höflichen Maske und hielt dem Mann ihre Einladung hin. Während er das dicke elfenbeinfarbene Papier mit der Goldschrift überprüfte, stand sie wie paralysiert da und musste sich anstrengen, ihre verschwitzten Hände nicht an dem bodenlangen schwarzen Kleid abzustreifen, das sie in einem Secondhandladen gefunden hatte.
Es hatte Zeiten gegeben, in denen sie eine echte Einladung bekommen hätte. Damals war sie noch mit Gage Wells verheiratet gewesen, dem Sohn einer der ältesten und reichsten Familien Chicagos. Und sie hatte geglaubt, Gage wäre ihr schöner Prinz, der Mann, der sie so liebte, wie sie ihn vergötterte. Doch dann hatte sie erkennen müssen, dass dieser Prinz schlimmer als ein Frosch war – er war eine Schlange mit einer gespaltenen Zunge.
Isobel schloss kurz die Augen. Das, was hier auf sie zukam, erforderte ihre volle Konzentration. Gage war seit zwei Jahren tot, und sie war schon lange nicht mehr Teil dieses gesellschaftlichen Zirkels, der sie sowieso nie akzeptiert hatte. Daher war sie jetzt auch dazu gezwungen gewesen, sich einer Täuschung zu bedienen.
Normalerweise beschränkten sich die illegalen Fertigkeiten ihres Bruders auf das Fälschen von Führerscheinen oder Geburtsurkunden, nicht auf Einladungen zu Galas. Aber offensichtlich hatte er gute Arbeit geleistet, denn der Mann winkte sie durch. Isobel bedankte sich im Stillen bei ihrem Bruder.
Als sie die große Halle aus weißem Marmor betrat, drangen Flöten- und Geigenklänge an ihr Ohr. Goldene Kacheln in Form eines blühenden Lotus zierten den Fußboden, während ein prächtiger Kronleuchter an der Glasdecke alles in märchenhaftes Licht tauchte. Zu beiden Seiten des Raumes führten Wendeltreppen mit kunstvollen schmiedeeisernen Geländern in den nächsten Stock.
Doch das Betrachten der Umgebung verzögerte nur das Unvermeidliche.
Und das Unvermeidliche wartete im Ballsaal auf sie, aus dem neben der Musik angeregte Gespräche und Gelächter erklangen. Wie von Geisterhand öffneten sich die Glastüren für sie.
Doch plötzlich merkte sie, wie ihr übel wurde. Ihr Magen drehte sich um.
Du kannst immer noch gehen. Es ist nicht zu spät.
Aber dann erschien ihr das Bild ihres Sohnes und erfüllte ihr Herz mit großer Liebe. Aiden war ein Geschenk – ihr Geschenk. Sie würde alles für ihn tun und alles für ihn ertragen.
Nur seinetwegen wollte sie die Familie ihres toten Ehemanns aufsuchen und ihren Stolz den Leuten opfern, die sie verachteten. Sie hatte die Todsünde begangen, arm zu sein und sich in Gage Wells zu verlieben.
Nun, für diesen Verstoß hatte sie bezahlt. Und zwar nicht zu knapp.
In den letzten Jahren hatte sie immer wieder versucht, Kontakt zu seiner Familie aufzunehmen, hatte Fotos von Aiden geschickt. Aber sie hatten nichts von ihr und ihrem Jungen, den sie für einen Bastard hielten, wissen wollen.
Am liebsten hätte auch sie Gages Familie ignoriert. Doch um ihres Sohnes willen, damit er nicht hungern und frieren musste, hatte sie diesen schweren Gang angetreten, selbst wenn sie sich damit den Zorn und die Verachtung der Familie Wells zuziehen würde.
Isobel war für diesen Kampf bereit, einen Kampf, den sie nicht verlieren durfte.
Verdammt, nein. Das kann doch nicht wahr sein.
Darius King umfasste den Champagnerkelch in seiner Hand noch fester, sodass der zarte Stiel fast zerbrach.
Schock und Unglaube ließen ihn erstarren. Fassungslos blickte er zu der zierlichen Brünetten am anderen Ende des Saals hinüber, die gerade einen Kellner anlächelte, nachdem er ihr ein Glas Wein gereicht hatte. Obwohl Darius sie nur ein paarmal getroffen hatte, erkannte er dieses Lächeln, das immer ein wenig schüchtern war. Trotz ihrer sinnlichen Lippen.
Isobel Hughes!
Nicht Wells. Diesen Namen hatte sie nicht verdient, denn sie hatte ihn in den zwei Jahren, in denen sie mit seinem besten Freund verheiratet gewesen war, nur mit Schmutz beworfen.
Sein Erstaunen wich einer unbändigen Wut. Wie konnte sie es wagen, dieses Haus zu betreten, als würde es ihr gehören? Und als hätte sie die Familie ihres Mannes nicht an den Rand des Ruins getrieben?
„Oh, mein Gott“, stieß in diesem Moment Gabriella Wells aus, die neben ihm stand. „Ist das nicht …?“
„Oh ja“, erwiderte Darius grimmig und wandte sich Gages Schwester zu, die für ihn wie seine eigene war. „Das ist sie.“
„Was zum Teufel macht sie hier?“, fragte Gabriella fassungslos. „Und wie ist sie überhaupt hereingekommen?“
„Keine Ahnung.“
Doch er würde es herausfinden. Und dann würden Köpfe rollen. Denn der Sicherheitsdienst war schließlich engagiert worden, um die hier versammelten Politiker, Promis und Unternehmer vor ungebetenen Gästen zu schützen. Aber anscheinend hatten sie ihren Job nicht gemacht, sonst wäre Isobel nicht hier.
„Wie kann sie es wagen, hier aufzutauchen?“, fragte Gabriella empört. „Ich hatte gehofft, wir wären sie endlich los, als sie nach Kalifornien gezogen ist. Wahrscheinlich will sie Dad und Mutter wieder bis aufs Blut aussaugen. Na, der werde ich mal …“ Sie wollte sich schon in Bewegung setzen, doch Darius hielt sie am Arm fest.
„Nein“, sagte er bestimmt und schüttelte den Kopf. Gabriella funkelte ihn mit ihren grünen Augen an, die ihn so sehr an Gage erinnerten. Es war offenkundig, dass sie die Frau hasste, die ihren Bruder so sehr verletzt hatte.
„Wir dürfen jetzt keine Szene machen“, sagte er eindringlich. „Denk an deine Eltern!“
Der Ärger in ihrer Miene machte einer gewissen Besorgnis Platz, und sie nickte. Schließlich hatte Baron Wells, ihr Vater, erst im letzten Jahr einen Herzinfarkt erlitten. Darius war fest davon überzeugt gewesen, dass der Anlass dafür sein Kummer über den plötzlichen Tod seines Sohnes bei einem Autounfall gewesen war. Sowie die Tatsache, dass Gages Vater zu viel arbeitete, seine Mahlzeiten nur unregelmäßig zu sich nahm und viel zu wenig Sport trieb.
In den letzten Monaten hatte es so ausgesehen, als wäre er wieder der Alte geworden. Doch eine gewisse Fragilität war geblieben, und Darius wollte sich gar nicht erst ausmalen, was geschehen könnte, wenn Baron die Witwe seines toten Sohnes erblickte.
„Ich werde mit den Sicherheitsleuten sprechen und sie bitten, diese Frau nach draußen zu bringen“, erklärte er ruhig, obwohl es in ihm tobte. „Kümmere dich um deine Eltern und sorge dafür, dass sie von all dem nichts mitbekommen.“
Ja, er würde Isobel Hughes rauswerfen lassen. Aber vorher würde er noch ein paar Worte mit ihr wechseln. Diese hinterlistige Schlange hatte Glück gehabt, dass er sie vor zwei Jahren nicht mehr zu fassen gekriegt hatte. Doch er hatte sich um Gages Familie kümmern müssen, die untröstlich über den Verlust ihres geliebten Sohnes gewesen war. Daher hatte er sie entkommen lassen, zusammen mit dem Baby, von dem niemand sicher war, ob es tatsächlich von Gage war. Aber jetzt …
Jetzt war sie wieder aufgetaucht, und alles war möglich.
Sie hatte ihnen den Fehdehandschuh hingeworfen, und er würde ihn sich mit Freude schnappen.
„Okay“, stimmte Gabriella ihm zu und umfasste seine Hand. „Ich danke dir.“
„Kein Problem. Wir gehören zur Familie und kümmern uns umeinander.“
Sie nickte, drehte sich um und verschwand in der Menge.
Darius beobachtete, wie Isobel im Begriff war, durch die hohen Glastüren hinaus auf den Balkon zu treten. Gut, dann wusste er ja, wo er die Sicherheitsleute hinschicken konnte.
Eigentlich war es unfair, dass eine so unmoralische Frau, die anscheinend keinerlei Gewissen besaß, gleichzeitig so schön sein konnte. Aber wenn sie nicht diese unglaublich zarte Haut und diese verführerischen Kurven gehabt hätte, würde es ihr wohl auch nicht gelingen, einen Mann nach dem anderen in ihren Bann zu ziehen.
Schon immer hatte Darius ihr schulterlanges braunes Haar bewundert, das im Licht der Kronleuchter noch stärker glänzte als sonst. Sein Blick glitt über das eng anliegende schwarze Kleid mit dem tiefen Ausschnitt und über ihre schmale Taille, die er mit beiden Händen...




