Flynn | Wo das Glück wohnt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Flynn Wo das Glück wohnt


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5570-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7337-5570-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Beim ersten Blick in Cals blaue Augen ist die hübsche Lindsay hingerissen: Dieser Mann geht ihr unter die Haut. Doch Vorsicht! Wurde sie nicht gerade von ihrem Ex-Bräutigam vor dem Altar stehengelassen? Damit sie Cal nicht entfliehen kann, bereitet er heimlich alles für eine Blitzhochzeit vor. Wird Lindsay Ja sagen?



Der preisgekrönten Autorin Christine Flynn erzählte einst ein Professor für kreatives Schreiben, dass sie sich viel Kummer ersparen könnte, wenn sie ihre Liebe zu Büchern darauf beschränken würde sie zu lesen, anstatt den Versuch zu unternehmen welche zu schreiben. Sie nahm sich seine Worte sehr zu Herzen und verließ seine Klasse, schrieb daraufhin sehr wenig, bis sie 15 Jahre später von ihrem Ehemann einen Silhouette Liebesroman erhielt, den er kostenlos mit dem Geschenkpapier für ihr Muttertagsgeschenk bekam. Weder sie noch ihr Ehemann erinnern sich daran, was er ihr gekauft hatte. Aber an das Buch erinnert sie sich noch ganz genau. Da sie von zwischenmenschlichen Beziehungen insbesondere von den oft komplizierten zwischen Mann und Frau schon immer fasziniert war, fokussierte sie sich beim Schreiben ihrer Werke auf die Ausleuchtung dieser Thematik. Jetzt wird sie als 'Meisterin des Geschichtenerzählens im Liebesromangenre' vom Romantic Times Magazine erachtet. Ihre Arbeiten erscheinen regelmäßig auf den Bestsellerlisten unter anderem auf der der USA Today.
Flynn Wo das Glück wohnt jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1. KAPITEL

Niemand hatte Lindsey Hayes gesagt, dass „Papa Joe’s“ ein Motorradfahrertreff war. Sie hatte gedacht, es sei eine ganz normale, gemütliche Pizzeria, wie es sie in New York an jeder Ecke gab.

Dennoch, es gab keinen Zweifel: Hier handelte es sich um eine Kneipe, die einen leicht heruntergekommenen Eindruck machte. Lindsey steuerte ihren roten Ford Bronco an den Straßenrand und sah hinüber zu dem Gebäude mit dem Leuchtreklameschild, auf dem das „J“ ausgefallen war, den verrosteten Brauereischildern und den links und rechts vom Eingang in Dreierreihen parkenden Motorrädern.

Soviel sie wusste, jobbte der frisch gebackene Schwager ihrer Schwester an den Wochenenden bei „Papa Joe’s“ am alten Highway außerhalb von Austin. Und da sie seit Meilen an keinem anderen Lokal dieses Namens vorbeigefahren war, musste sie hier wohl doch an der richtigen Adresse sein.

Entschlossen stieg Lindsey aus ihrem Wagen und eilte über den kiesbedeckten Parkplatz. Sie hatte keine Zeit zu verlieren, denn in ihrer Boutique wartete eine Menge dringender Arbeit auf sie. Außerdem hatte sie für die 110 Meilen von Leesburg hierher annähernd zwei Stunden gebraucht, und sie hatte nicht vor, unverrichteter Dinge nach Hause zurückzukehren.

Allerdings kamen ihr doch Bedenken beim Anblick des Totenschädels mit den gekreuzten Knochen auf dem schwarz polierten Tank der ersten Harley.

Vielleicht war es klüger, von der Telefonzelle gegenüber bei „Papa Joe’s“ anzurufen und nach Cal Whitaker zu fragen. Lindsey überlegte kurz und wandte sich ab … um im gleichen Augenblick beim Geräusch eines peitschenden Knalls herumzufahren.

Was sich wie ein Schuss angehört hatte, entpuppte sich als das Krachen der Kneipentür gegen die Hauswand. Die Tür war mit solcher Wucht aufgestoßen worden, dass sie noch immer in den Angeln zitterte. Aus der dämmrigen Kneipe drangen Musik und lautes Stimmengewirr hinaus auf den Parkplatz.

Lindsey spürte ihr Herz klopfen. Offenbar war in der Kneipe eine Prügelei im Gange, und ehe sie sich’s versah, landete ein von Kopf bis Fuß in schwarzes Leder gekleideter Rocker bäuchlings zu ihren Füßen. Entsetzt wich sie ein paar Schritte zurück. Da flog auch schon der nächste Kneipengast über die Schwelle und fiel nach ein paar torkelnden Schritten neben seinem Kumpel auf die Knie. Lindsey hatte inzwischen ihr Auto erreicht und wollte gerade die Fahrertür öffnen, als die Musik schlagartig verstummte.

Das Herz schlug Lindsey noch immer bis zum Hals, trotzdem warf sie neugierig einen Blick zurück zur Tür. Im Eingang stand jetzt nur noch ein einziger Mann, groß, mit breiten Schultern und schmalen Hüften, der den Handrücken gegen den Mund presste. Das schwarze T-Shirt, das sich über seinen Muskeln spannte, war aus dem Bund seiner ebenfalls schwarzen Jeans gerutscht und an der linken Schulter zerrissen.

Sie konnte den Blick nicht von ihm abwenden. Sein durchtrainierter Körper verriet harte körperliche Arbeit, und sein Haar hätte dringend einen Schnitt nötig gehabt. Doch was ihre Aufmerksamkeit am meisten fesselte, war sein markantes und gefährlich attraktives Gesicht. Seine Züge hatten etwas Raues, Ungezähmtes.

Als ihre Blicke sich trafen, sah er Lindsey gerade lange genug an, um ihr klarzumachen, dass er sie wahrgenommen hatte, dachte jedoch nicht daran, sie zu grüßen, sondern sah auf seinen Handrücken, den er an seinen Mundwinkel gedrückt hatte. Fluchend spuckte er Blut aus, zog ein Taschentuch aus der Gesäßtasche seiner Jeans und presste es an seinen Mundwinkel.

Erst als Lindsey auf ihn zugehen wollte, blickte er wieder auf.

Der eisige Blick seiner blauen Augen ließ sie umgehend innehalten.

„An Ihrer Stelle würde ich keinen Schritt weiter tun, Lady. Sie wollen ganz sicher nicht hier herein.“

Sein Ton war rau, ein wenig ungeduldig und unüberhörbar abweisend.

„Wenn Sie telefonieren wollen oder so, drüben bei der Tankstelle ist eine Telefonzelle.“

„Warten Sie!“, rief Lindsey, als er sich zur Kneipe umdrehte, und wollte ihm nach. Doch als sie an ihm vorbei einen Blick auf die Männer in schwarzem Leder an der Theke erhaschte, blieb sie stehen. Nein, da wollte sie wirklich nicht hinein.

„Ich suche Cal Whitaker“, rief sie ihm nach. „Ist er da?“

Mit seinen unglaublich blauen Augen musterte er sie aufreizend langsam von Kopf bis Fuß.

„Wer sind Sie?“

„Lindsey Hayes“, erwiderte sie. „Cal kennt mich nicht, aber einer seiner Brüder ist mit meiner Schwester verheiratet.“

„Was wollen Sie von ihm?“

„Mit ihm reden“, antwortete sie. „Hören Sie, es wird nicht lange dauern, höchstens ein paar Minuten. Okay?“

Abschätzend musterte er sie, als müsste er erst überlegen, ob er sie für naiv oder clever halten sollte. „Welcher Bruder?“

„Wie bitte?“

„Welcher Bruder ist mit Ihrer Schwester verheiratet?“

„Logan“, erwiderte Lindsey. „Er und Sam … meine Schwester haben im November voriges Jahr geheiratet.“ Plötzlich brach sie ab. Der Mann, den sie suchte, stand ganz offensichtlich genau vor ihr. Warum gab er sich nicht endlich zu erkennen, anstatt dieses Fragespielchen mit ihr zu spielen?

„Hat er Sie geschickt?“

„Nein“, erklärte sie mit einem Seitenblick, der deutlich zu verstehen gab, wie lächerlich seine Frage war. Als würde Logans Dickschädel je zulassen, dass ein Dritter sich in seine Angelegenheiten einmischte.

„Mein Anliegen ist rein geschäftlich. Soviel ich weiß, sind Sie Zimmermann.“ Hinter ihr wurde ein Motorrad angelassen, und sie hob die Stimme, um den Lärm zu übertönen. „Ich würde gerne ein Projekt mit Ihnen besprechen.“

„Was für ein Projekt?“

„Könnten wir uns woanders unterhalten?“

Auf Grund des ohrenbetäubenden Krachs war Lindsey sich nicht ganz sicher, ob er sie überhaupt verstanden hatte. Zudem zogen zwei Choppers seine Aufmerksamkeit auf sich, die mit aufheulenden Motoren gerade vom Highway herunterkamen.

Das Röhren der beiden Maschinen erstarb, als sie hinter Lindseys Bronco anhielten. Der größere der beiden Männer trug eine schwarze Lederweste, und sein Oberkörper war mit Tätowierungen so übersät, dass man auf den ersten Blick meinen konnte, er trüge ein T-Shirt unter der Weste. Sein Kumpel war von gedrungener Statur und behaart wie ein Neandertaler. Auch er trug eine schwarze Lederweste mit einem Python auf dem Rücken und hatte ein Kopftuch umgebunden. Bemerkenswert war die Reihe unzähliger silberner Ohrringe in seinem rechten Ohr.

Der Tätowierte entdeckte Lindsey als Erster und entblößte grinsend eine Reihe nikotinverfärbter Zähne. „Sieh mal an, J. J., was wir da haben. Kommst du oder gehst du, Süße?“

Lindseys Magen zog sich zusammen, als die beiden einen viel sagenden Blick tauschten und gemächlich mit wiegendem Schritt auf sie zukamen. Der Mann, der J. J. genannt worden war, starrte sie an, als hielte er sie für ein besonders köstliches Dessert, und leckte sich die Lippen. „Oh Mann, ich wette, sie ist extra wegen mir hier.“

„Kannst dich nicht entscheiden, was?“, fragte der Tätowierte. „Sie kann sich nicht entscheiden, J. J.“ Er grinste noch immer. „Sollen wir ihr ein bisschen helfen, was meinst du?“, fragte er seinen Kumpel.

Panik ergriff Lindsey. Die zwei Männer einfach zu ignorieren war genauso unmöglich, wie zu fliehen, da die beiden sich genau zwischen ihr und ihrem Wagen aufgebaut hatten. Der Weg nach hinten wurde von parkenden Motorrädern versperrt. Rechts befand sich der Highway, links die Kneipe, die ihr nun mit dem Mann im Eingang als einzige Rettung erschien.

Lindsey saß in der Falle. Der Affe mit dem schmutzigen Taschentuch um den Kopf kam näher. Alle Farbe wich aus ihrem Gesicht, als er grinsend die Hand hob, um ihr glänzendes Haar zu berühren. Sie warf verzweifelt den Kopf zur Seite, doch der Lenker eines Motorrads bohrte sich in ihren Rücken, und sie konnte keinen Schritt weiter zurückweichen.

Von der Kneipentür her hörte Lindsey einen leisen Fluch, der ungeduldig und gereizt klang, so als betrachte der Mann, der ihn ausstieß, die ganze Situation als überaus lästig. Lindsey war das vollkommen egal. Für sie zählte nur, dass der Affe mit den Ohrringen seine Hand sinken ließ und seine Aufmerksamkeit jetzt auf Cal richtete, der näher kam.

Mit dem geschmeidigen Gang eines Raubtiers, kontrolliert und selbstbewusst, trat er auf sie zu. Und sein Griff war hart wie Stahl, als er ihren Oberarm umfasste und sie mit einem Ruck neben sich zog.

Die beiden Männer stellten sich breitbeinig in Kampfstellung auf.

„Lass es gut sein, Rembrandt“, hörte Lindsey Cal gelassen sagen. „Wir wollen hier keinen Ärger. Geht lieber rein, und genehmigt euch ein Bier.“

„Ich hab die Lady was gefragt und will eine Antwort von ihr.“

„Antworten Sie ihm“, befahl Cal ihr knapp, wobei er Rembrandt nicht aus den Augen ließ.

„Ich wollte gerade gehen“, stammelte Lindsey mühsam.

Mitleidig sah Cal die beiden Männer an, nicht etwa Lindsey. „Tut mir leid, Jungs. Wie ihr hört, geht die Lady gerade.“

Einen quälend langen Augenblick fürchtete Lindsey, dass sich die Angelegenheit nicht so einfach regeln lassen würde. Und Cal schien der gleichen Meinung zu sein, denn obwohl er nach außen hin völlig entspannt wirkte, spürte sie die Spannung in seinem Körper. Doch Rembrandt schien zu wissen, dass mit ihm nicht zu spaßen war.

„Hättest ja gleich sagen...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.