Sehenswertes
Obwohl Olbia Hafenstadt ist, spielt das Meer nur verkehrstechnisch eine Rolle, lauschige Ristoranti an plätschernden Wellen gibt es nicht. Im Sommer belasten die aus den Fähren strömenden Autokarawanen die Stadt erheblich. Im Uferbereich wurden ein System von Hochstraßen und ein langer Straßentunnel errichtet, um die Autos am Zentrum vorbeizulenken.
Corso Umberto I: Die Hauptstraße zieht sich vom Wasser kerzengerade über den kleinen Hügel mitten durchs Zentrum. Abends ist sie für den Verkehr gesperrt und im Sommer laden viele Verkaufsstände bis spätnachts zum Bummel ein.
Blick vom Hafenmuseum
San Paolo mit seinem farben prächtigen Majolika-Dach
San Simplicio, die älteste Kirche der Stadt
Beiderseits der blank gescheuerten Granitquader reihen sich altehrwürdige Bürgerhäuser mit schmiedeeisernen Balkonen, ebenfalls aus grauem Gallura-Granit. Den Beginn des Corso markiert das restaurierte Municipio, einst die Stadtvilla einer begüterten Familie. Wenige Schritte weiter kommt man an einer ehemaligen Schule und der Biblioteca Comunale vorbei.
Durch die rechter Hand abzweigende Via Cagliari erreicht man die 1747 vollständig aus Granit erbaute Pfarrkirche San Paolo mit hohem Campanile und besonders schönem Majolika-Dach. Der Innenraum ist mit modernen Wandmalereien geschmückt, dazu gibt es Porträts von sardischen Heiligen und populären Katholiken wie Papst Johannes XXIII., Padre Pio, San Giovanni Bosco und Mutter Teresa. Die benachbarte Kapelle besitzt volkstümliche Wandmalereien, auf denen der Leidensweg Jesu thematisiert ist.
San Simplicio: Der einzige bedeutende historische Bau Olbias steht hinter dem Bahnhof auf einem niedrigen Hügel. Es handelt sich um eine der ältesten Kirchen Sardiniens, romanisch-pisanisch aus dem 11./12. Jh. Zusammengesetzt aus groben Granitquadern, besticht sie durch ihre schlichte Harmonie. Das dreischiffige Innere wird durch zwei Reihen von Säulen und Pfeilern getragen, einige davon altrömisch, einige spätere mit Tier- und Menschenfratzen. In der Apsis sind zwei Fresken erhalten - das linke stellt den Namen gebenden San Simplicio dar, einen frühchristlichen Märtyrer, wahrscheinlich Bischof in der Zeit Kaiser Diokletians (3. Jh.), das andere Victor von Fausania, der Ende des 6. Jh. Bischof von Olbia war (damals noch Fausania). Man vermutet, dass früher die ganze Kirche mit Fresken ausgemalt war. Beim Bau einer Krypta hat man 1614 die Reliquien des heiligen Simplicio gefunden. Eine große Prozession ihm zu Ehren findet am 15. Mai statt (? Feste). ? Mo-Fr 9-17.30, Sa bis 13.30 Uhr, So geschl.
Tempio Necropoli di San Simplicio: Unter der Kirche und im Umkreis hat man bei neueren Ausgrabungen über 400 römische Gräber aus dem Zeitraum 200 v. bis 300 n. Chr. entdeckt, eine wirklich beeindruckend große Begräbnisanlage.
? Mo, Mi u. Sa 10-13, Eintritt mit Audioguide 5 €, 8-12 J. 4 €.
Archäologisches Museum: Seit 2004 steht auf der vorgelagerten Isola di Peddone ein moderner Bau, in dem das Museo Archeologico di Olbia seinen Platz gefunden hat. In schönen, hellen Räumen werden hier Funde von der Jungsteinzeit über die römische Zeit bis zum Mittelalter gezeigt, die beim Bau des Straßentunnels an der Umgehungsstraße ans Tageslicht kamen, darunter Keramik, Statuen, Gefäße und Münzen. Großes Highlight sind die römischen Schiffswracks, die 450 v. Chr. von den Vandalen im Hafen versenkt wurden. Man darf auch aufs Dach des Gebäudes steigen und den Blick auf Olbia genießen.
Sonstiges: Eingekeilt zwischen Wohnblocks sind seitlich der Via Torino Quaderblöcke aus Granit erhalten - bescheidener Rest der einstigen punischen Stadtbefestigung aus dem 4. Jh. v. Chr. An der Via Alessandro Nanni, die parallel zum Porto Romano verläuft, gibt es eine überdachte Ausgrabung aus römischer Zeit. Und am landseitigen Ende des Porto Romano liegt der Parco Fausto Noce mit Rasenflächen, Wasserfontänen, Teich, Palmen und einem Amphitheater. Dazu gehören außerdem Sportanlagen und ein großer Kinderspielplatz.
Basis-Infos
Einwohner ca. 60.000
Informationen Ufficio Informazioni Turistiche, kleines Büro im Municipio am Beginn des Corso Umberto I. April bis Sept. Mo-Fr 9-20, Sa/So 9-13, 16-20 Uhr, sonst kürzer. Tel. 0789-52206, helloolbia.com. Adressen Medizinische Versorgung, Guardia Medica im nördlichen Stadtbereich, Ospedale San Giovanni di Dio, Viale Aldo Moro, Tel. 0789-552441. Post, Via Acquedotto 7, ca. 2 Min. von der Piazza Margherita. 8-19 Uhr, So/Mo geschl.
Anfahrt / Flug
Einrichtungen: In der Empfangshalle gibt es u. a. einen touristischen Infoschalter (tagsüber zu Ankünften offen), eine Buchhandlung mit internat. Presse, den Laden Kara Sardegna mit teuren sardischen Spezialitäten und eine Apotheke. Rechts außerhalb der Ankunftshalle sitzt man recht gemütlich im Flughafencafé Kara Kiosk, wo man z. B. auch Pizza essen kann.
Gepäckaufbewahrung: im Ankunftsbereich (beim Infoschalter melden), Gepäckstück 10 €/Tag (nach dem 7. Tag 5 €), Fahrrad 15 €.
Eigenes Fahrzeug: Das Parkgelände liegt vor dem Terminal, Parken bis zu 1 Std. kostet 2,50 €, bis zu 2 Std. 4,50 € und bis zu 3 Std. 6,50 €, danach 0,50 € pro Std., 24 Std. kosten 16,50 €.
Mietwagen: Zahlreiche Anbieter haben ihren Standort am Flugplatz, die meisten Schalter sind in einem separaten Gebäude rechts außerhalb vom Ankunftsbereich, z. B. Avis, Auto Europa, Ellepi, Europcar, Sardinya, Hertz und Maggiore u. v. m. Leider häufen sich in letzter Zeit die Klagen über Autovermieter.
Sixt Olbia hat ihre Vermietung dominant vor der Ankunftshalle, hier bilden sich oft lange Warteschlangen. Der Grund dafür scheint nach meiner Meinung und der anderer Kunden zu sein, dass immer wieder versucht wird, Zusatzleistungen zu verkaufen. Bitte lesen Sie die Bewertungen zu Sixt unter de.trustpilot.com/review/sixt.de und Google („Sixt Olbia“) und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil! Mein Tipp Autovermietung Fabrizio Fabcar, Fabrizio (mit Bruder Marco) ist freundlich und zuverlässig, er vermietet unbürokratisch und günstig. Er wird sehr stark nachgefragt, unbedingt frühzeitig buchen. Kontakt über Beate Woller in Bosa, Tel. 0039-3299352279, kraus.italia@googlemail.com. Stadtbusse (ASPO): Die Linien 2 und 10 fahren etwa alle halbe Stunde nach Olbia (sonntags weniger Verbindungen), Abfahrt 50 m von der Ankunftshalle, aktuelle Zeiten unter geasar.it und aspo.it. Fernbusse: Neben dem Gebäude mit den Mietwagenschaltern starten alle Busgesellschaften, Fahrscheine (biglietti) gibt es im Bus. Aktuelle Infos unter geasar.it. ARST fährt mehrmals tägl. über San Teodoro, Budoni, Posada, La Caletta und Siniscola nach Nuoro.
Deplano fährt Juni bis Sept. 4 x tägl. über Orosei nach Cala Gonone und ganzjährig bis zu 6 x tägl. über San Teodoro, Budoni und Siniscola nach Nuoro.
Sun Lines fährt u. a. Juni bis Sept. 4 x tägl. über Olbia (Piazza Crispi/Molo Brin und Staz. Marittima) nach Porto Rotondo, Porto Cervo (Costa Smeralda), Baja Sardinia und Cannigione (Linie 20) sowie 1 x tägl. über Tempio und Castelsardo nach Porto Torres (Linie 30), außerdem Mai bis Okt. 3-4 x tägl. über Sassari nach Alghero und Alghero Airport (Linie 90).
Turmo...