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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 332 Seiten

Reihe: Frank Corso ermittelt

Ford Spur des Blutes

Thriller. Frank Corso ermittelt 6 | Ein Bankräuber, um den Hals eine Bombe. Wer ist Opfer, wer ist Täter?
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-180-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller. Frank Corso ermittelt 6 | Ein Bankräuber, um den Hals eine Bombe. Wer ist Opfer, wer ist Täter?

E-Book, Deutsch, Band 6, 332 Seiten

Reihe: Frank Corso ermittelt

ISBN: 978-3-98952-180-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wer zieht hier die Fäden? Ein Bankraub mit tödlichen Folgen Der renommierter Journalist und Schriftsteller Frank Corso sieht sich in Pennsylvania mit einem schwierigen Fall konfrontiert. Zusammen mit der scharfsinnigen Reporterin Chris Andriatta soll er über einen spektakulären Raub schreiben: Ein Mann betritt eine Bank und fordert verzweifelt nach Geld - um den Hals trägt er eine Bombe. Bevor die Polizei ihn aufhalten kann, fordert die Explosion mehrere Todesopfer?... Mit jedem Fakt, den Corso in dieser tragischen Geschichte freilegt, gerät er weiter in die Schusslinie eines unsichtbaren Feindes - und ahnt schnell, dass der Bombenanschlag kein Einzelfall war. Im Wettlauf gegen die Zeit müssen Corso und Andriatta nach dem mörderischen Fädenzieher suchen, ehe die nächste Bombe losgeht?... »Der Ausdruck ?Pageturner? könnte für dieses Buch erfunden worden sein.« New Books Magazine Die actionreiche Thriller-Reihe um den abgebrühten Journalisten Frank Corso für Fans von Michael Connelly und Jeffery Deaver. Alle Bände der Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden.

G.M. Ford (1945 - 2021) war ein preisgekrönter amerikanischer Schriftsteller, der mit seinen beiden Krimireihen um den Journalisten Frank Corso und Privatdetektiv Leo Waterman internationale Bekanntheit erreichte. Er wurde u.a. für den Shamus, Anthony und Lefty Award nominiert und lebte an der Westküste, zuletzt in Oregon, wo er an der Universität auch als Dozent für Kreatives Schreiben tätig war. Bei dotbooks veröffentlichte der Autor seine Frank-Corso-Reihe, bestehend aus »Dunkle Strafe«, »Killer-Trieb«, »Spur des Bösen«, »Spur des Bösen«, »Die Geisel« und »Spur des Blutes«.
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Kapitel 1


»Der Kopf ist da drüben gelandet.«

Corso drehte sich um und sah, wie der Mann mit dem Finger in der Luft einen Bogen beschrieb.

»Genau da, wo jetzt dieser rote Honda steht«, fügte der Mann noch hinzu.

»Und wo hat Marino gesessen, als die Bombe explodiert ist?«, erkundigte sich Corso.

Jetzt deutete der Mann auf den Bereich vor Corsos Stiefelspitzen. »Genau da. Sehen Sie? Da, wo der Bürgersteig geflickt worden ist.«

»Ich sehe nichts.«

»Sie müssen genau hinsehen«, meinte der Mann. Er deutete auf eine Stelle. »Sehen Sie dieses kleine Rechteck da?«

Corso bückte sich. In der heraufziehenden Dunkelheit war die angeblich geflickte Stelle im Belag des Fußweges nicht zu erkennen, also ließ er sich auf ein Knie hinab und nahm die Hände zu Hilfe. Mit den Fingerspitzen konnte er den Umriss spüren. Folgte den Linien. Vielleicht gut einsfünfzig lang und einen Meter breit. Sehr sauber gemacht, als wären hier keine Straßenbauer, sondern Landschaftsgärtner am Werk gewesen.

»Hätte eigentlich gar nichts dran gemacht werden müssen«, sagte der Mann. »Hatte nicht den geringsten Kratzer.«

Corso hob den Blick. Der Mann war Mitte dreißig und hatte sich bereits einen kleinen Bierbauch zugelegt. Außerdem hätte er einen Besuch beim Friseur genau so dringend nötig gehabt wie sein Fischgrät-Sportsakko eine Reinigung. Abgesehen von seiner etwas problematischen Einstellung zu Fragen der Körperpflege schien Carl Letzo jedoch ein ganz netter Kerl zu sein und entsprach mehr oder weniger dem Bild, das Corso sich mittlerweile von Kleinstadt-Journalisten gemacht hatte. Was jedoch nicht in dieses Bild passte, war, dass er ihn am Flughafen abgeholt hatte. Zumal er niemandem etwas von seiner bevorstehenden Ankunft verraten hatte.

»Aber es war, als ob die Stelle Krebs gehabt hätte oder so was«, sagte Carl. »Etwas, das herausgeschnitten werden musste, bevor es anfängt sich auszubreiten. Etwas, das ausgelöscht werden muss ... verstehen Sie? Damit der Organismus sein normales Leben weiterführen kann.«

Corso erhob sich. Er klopfte sich die Hände ab und blickte sich um. Das gewisse Etwas dieser weit abgelegenen Orte am Rand der Zivilisation. Ein Gefühl der Farblosigkeit ... ein Gefühl der Leere ... als lauerte gleich hinter dem Horizont etwas Gewaltiges und Undurchdringliches. Er hatte es schon oft empfunden, dieses Gefühl der Vergänglichkeit. Als wäre der Ort eher eine Art Demarkationslinie als eine Heimat ... eher ein Wachposten als eine Stätte der Entspannung ... als wäre denen, die zurückgeblieben waren, nichts weiter geblieben, als die vorüberziehende Parade zu betrachten.

»Also, Carl«, fing Corso an. »Ich weiß es wirklich zu schätzen, dass Sie mich hierhergebracht und mir dadurch einen Haufen Zeit gespart haben, aber, ähm ... nur aus Interesse: Wie haben Sie eigentlich erfahren, dass ich auf dem Weg in Ihr hübsches Städtchen hier war?«

»Von Dorry.«

»Wer ist Dorry?«

»Ihre Pressesprecherin.«

»Aaahhhh.« Corso stieß den Atem aus. Plötzlich ergab das alles einen Sinn. Nach dem Erscheinen seines letzten Buches hatte er den Verlag gewechselt. Hatte sich mehr Geld in die Taschen gestopft, als er sich jemals hätte träumen lassen, und dann gemacht, dass er wegkam, als wäre der Teufel hinter ihm her. Niemals wäre er auf die Idee gekommen, dass sie ihm eine Pressesprecherin verpassen würden. Er nahm sich vor, seinen neuen Lektor anzurufen ... Greg, oder? ... ja, genau ... heute Abend ... zu Hause.

»Also ... Sie waren dabei, als es passiert ist?«

Carl deutete auf die Filiale der Bank of Commerce, auf deren Parkplatz sie gerade standen. »Da hinten, an der Ecke des Gebäudes. Näher haben sie mich nicht rangelassen.«

Das einstöckige, rechteckige Bankgebäude war beinahe so schmucklos wie der Straßenbelag. Dieser Mangel an Extravaganz schien nachdrücklich darauf hin weisen zu wollen, dass die Leute hier das Geld ihrer Kunden nicht verplemperten – genauso wenig wie ihr Eigenes.

Von den umstehenden Bäumen waren lediglich die schwarzen Stämme im gefrorenen Gras sowie knorrig-arthritische Überreste der Zweige geblieben, die über ihren Köpfen in der frühabendlichen Brise zitterten.

Im Westen wurde der bleigraue Himmel von hinten angestrahlt, als ob irgendwo in den höheren Lagen des Himmels ein lange verdunkeltes Fenster geöffnet worden wäre, das den Sinnen kundtat ... noch vor dem ersten Salzlufthauch ... noch vor der ersten Fischerhütte ... kundtat, dass die terra firma in Kürze enden würde und nun – ob es einem gefiel oder nicht – Plan B in Kraft zu treten hatte.

Corso blickte auf seine Armbanduhr. Zehn nach vier, und das spätherbstliche Sonnenlicht senkte sich bereits zur Nachtruhe in den See. Draußen auf der Straße erwachten die Straßenlaternen über dem dahinkriechenden Verkehr flackernd zum Leben. Es war kalt genug für Schnee. So kalt, dass die Leute am liebsten lange in ihren Häusern blieben. Selbstmordwetter.

In Carls Rücken schlitterte ein dunkelgrüner Honda Acura über den Parkplatz. Die Spikereifen klapperten wie Kastagnetten auf dem nackten Asphalt. Einige wenige schmutzige Schneeflecken hatten sich ins Unterholz verkrochen.

»Eigentlich hatte ich mit sehr viel mehr Schnee gerechnet.«

Carl nickte. »Normalerweise schon. Bis vor ein paar Wochen haben die Zäune noch bis zur Hälfte im Schnee gesteckt. Dann hatten wir eine Wärmeperiode. Eine ganze Woche lang hat es wie aus Kübeln geschüttet. Der Regen hat alles weggeschmolzen.«

»Wie war das Wetter denn letztes Jahr?«

Carl Letzo dachte nach. »Ungefähr so wie jetzt. Bloß noch Schnee auf dem Boden. In der Nacht davor hatte es fünfzehn Zentimeter geschneit.« Er blickte sich um, ließ vor seinem geistigen Auge alles noch einmal lebendig werden. »Also eigentlich alles ziemlich normal. Die Leute hier lassen sich von einem bisschen Schnee nicht weiter aus dem Konzept bringen.«

Corso deutete auf die Hintertür der Bank. »Er kommt also mit dem Geld zu dieser Tür da raus.«

Letzo nickte. »Das Geld ist in einer weißen Plastiktasche«, sagte er. »Er kommt aber nicht weit. Nach ein paar Schritten schnappen ihn die Bullen.«

»Hat er versucht zu flüchten?«

Letzo schüttelte den Kopf. »Ich bin erst kurz danach dazugekommen, aber ich glaube nicht. Ich habe bisher kein Wort darüber gehört, dass er Widerstand geleistet hätte.«

»Und was dann?«

»Soviel ich gehört habe, hat er losgejammert, dass er gleich in die Luft fliegt, wenn er die Anweisungen auf seinem Zettel nicht befolgt. Die Bullen hatten Angst in seiner Nähe, also haben sie ihn auf den Parkplatz gesetzt und auf die Sprengstoffspezialisten gewartet.«

»Und?«

»Dann bin ich angekommen.« Er deutete auf den Asphalt. »Er hat hier auf dem Boden gesessen ... im Schneidersitz.«

»Und was hat er gemacht?«

»Geweint. Um Hilfe gefleht.«

»Und dann?«

Letzos Augen verengten sich. »Ka-wumm. Die Bombe ist explodiert. Hat ihn in Stücke gerissen und über den ganzen Platz verteilt.«

»Wo waren die Sprengstoffspezialisten, als das passiert ist?«

Er versuchte seine Stimme unter Kontrolle zu behalten, schaffte es aber nicht. »Unterwegs.«

»Wie groß war die Verspätung?«

»An die zehn Minuten«, erwiderte Letzo, ohne zu zögern.

Corso musterte ihn gründlich. »Gehe ich Recht in der Annahme, dass diese Verspätung hier im Ort eine kontroverse Debatte ausgelöst hat?«

»Es gab jede Menge Schuldzuweisungen.«

»Wie lange hat es denn gedauert, bis das Entschärfungskommando da war, vom Zeitpunkt des Anrufs gerechnet?«

»Kommt drauf an, wen Sie fragen.«

»Wieso denn das?«

»Weil es widersprüchliche Aussagen darüber gibt, wann genau der Notruf eingegangen ist.«

Corso wartete ab, ob er noch etwas hinzufügte. Das tat er auch. »Die Leute aus der Bank sagen, es hätte zwanzig Minuten oder so gedauert. Das Entschärfungskommando sagt, der Notruf sei später eingegangen. Sie behaupten, sie hätten nur exakt neun Minuten gebraucht.«

»Das ist aber ein ziemlich großer Unterschied.«

»Ein Stein des Anstoßes wie aus dem Lehrbuch.«

»Und niemand hat das weiterverfolgt?«

»Was denn?«

»Diesen Unterschied. Soweit ich weiß, ist das doch genau das, was die Medien machen. Stecken ihre versammelten Spürnasen in die dunklen Winkel und Spalten irgendwelcher Unstimmigkeiten. Deuten mit dem Finger auf Ungereimtheiten. Machen Schuldzuweisungen.«

Letzo meinte achselzuckend: »Viele hier in der Stadt sind immer noch sehr aufgewühlt.«

»Und?«

Corso sah, wie die Wangen des Mannes sich rot färbten. »Ich schätze, man könnte sagen, dass der ganze Ort die Reihen um diesen Vorfall dicht geschlossen hat.«

Corso starrte ihn ungläubig an. »Soll das heißen, sie erzählen alle das Gleiche oder sagen überhaupt nichts?«

Carl Letzo wirkte peinlich berührt. »In der Regel beides«, witzelte er.

»Hört sich ganz so an, als würde sich da irgendwo eine investigative Reportage verbergen.«

»Wäre meine letzte«, sagte Letzo.

»Tatsächlich?«

Als sein Gesprächspartner erneut mit den Schultern zuckte, ahnte Corso, dass ihm diese Geste zur Gewohnheit geworden sein musste – eine Möglichkeit, den Stachel seiner journalistischen Wirkungslosigkeit besser zu ertragen, ein trauriges Arrangement mit seinen persönlichen und beruflichen Grenzen. »Und Sie hoffen, dass ich so lange hier herumwühle, bis irgendetwas zum Vorschein kommt.« Corso stieß ein bellendes, trockenes Lachen aus.

»Das habe ich nicht gesagt«, erwiderte der Jüngere.

»Nun ja, ich...



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