Buch, Deutsch, 236 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 366 g
Geschichte aus Geschichten vom Flachs
Buch, Deutsch, 236 Seiten, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 366 g
ISBN: 978-3-565-14680-2
Verlag: epubli
Flachs zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit. Wie er gezogen, geerntet, gesponnen und gewebt wird. Die Welt der Legenden und Mythen ist voll von Geschichten über den Flachs. In Georgien haben amerikanischen Archäologen erste Spuren von Flachs auf die Zeit von vor etwa 34 000 Jahren datiert. Auch die Geschichte des Alten Ägypten ist natürlich voller wunderbarer Erzählungen über das feinste Leinen. In Österreich hat in jüngster Zeit ein ganzes Dorf an einem sehr schönen Experiment teilgenommen, den Flachs auf alte Weise anzubauen und zu verarbeiten
Die Geschichte des Flachs ist aber nicht Inhalt dieses Buches, sondern der Flachs gibt Gelegenheit, Geschichte zu erzählen und dabei Aspekte menschlicher Existenz in einem neuen Licht zu beleuchten.
Der Flachs hat die Menschen Geduld gelehrt, und Sinn für Schönheit. Es braucht sehr viel Zeit und Hingabe, um aus den Flachsstengeln den Faden, aus dem Faden das Tuch und daraus das Gewand zu machen. Das war weitgehend die Aufgabe der Frauen. Das frühindustrielle Verlagswesen(1) und später die Industrialisierung haben den Frauen diese Arbeit aus der Hand genommen. Das hat vieles verändert. Die Folgen des derzeitigen Umbruchs der industriellen Herstellungsprozesse durch die KI sind noch nicht abzusehen. Schenken sie uns neue Freiheiten oder verarmen sie uns, indem sie uns einer so wichtigen Quelle des sozialen Lebens berauben? Sollte man die Tradition der Flachsherstellung aus romantischen Regungen oder als Säule für eine selbstbestimmte Wirtschaft bewahren? Solche Fragen drängen sich bei der Lektüre dieses Textes auf, der aber auch ganz einfach Anregung für ein Nachdenken über den Sinn des Lebens gibt.
(1) Verlagswesen ist ein historischer Begriff für Formen der dezentralen Arbeitsorganisation vergleichbar der heutigen Heimarbeit. Der Verleger finanzierte den Rohstoff vor.




