Garbera | Eine verhängnisvolle Affäre? | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1602, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Garbera Eine verhängnisvolle Affäre?


1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-86295-563-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1602, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-86295-563-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Moretti Motors muss endlich wieder an der Spitze mitfahren! Und dazu muss eine Übereinkunft zwischen den rivalisierenden Familien getroffen werden. Antonio Moretti hat den perfekten Plan: Er will die schöne Nathalie Vallerio auf seine ganz besondere Art von einer Zusammenarbeit überzeugen und die clevere Geschäftsfrau zu einer rasanten Affäre verführen. Schon bald muss er sich jedoch verblüfft eingestehen, dass Nathalie nicht nur ein ungezügeltes Verlangen in ihm weckt. Plötzlich verspürt er auch ungewohnt zärtliche Gefühle ... für die Tochter des Erzfeindes!



USA-Today-Bestsellerautorin Katherine Garbera hat schon mehr als neunzig Romane geschrieben. Von Büchern bekommt sie einfach nicht genug: ihre zweitliebste Tätigkeit nach dem Schreiben ist das Lesen. Katherine lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem verwöhnten Dackel in England.

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1. KAPITEL

Die Büros im Verwaltungstrakt des Automobilherstellers Moretti Motors stachen durch ihre stilvolle und elegante Einrichtung ebenso hervor wie das fünfstöckige Gebäude selbst. Auch der Fabrikkomplex der Autowerke gleich nebenan diente nicht nur allein seinem Zweck, sondern zeugte von jenem unbestechlichen Sinn für Schönheit, der den italienischen Architekten genauso eigen ist wie den italienischen Designern, Modeschöpfern oder Autobauern. In den Hallen dieser Autowerke bereitete man sich darauf vor, den aktuell stärksten und teuersten Seriensportwagen vom Band zu schicken.

Die italienischen Autobauer von Moretti Motors holten zu einem gewaltigen Coup aus. Es sollte die Wiedergeburt eines Autos werden, das zur Legende geworden war wie kaum ein zweites – die des Moretti Vallerio Roadster von 1969. Der Moretti Vallerio hatte die Motorwelt seinerzeit im Sturm erobert und Lorenzo Moretti zum Milliardär gemacht. Jetzt, mit dem nötigen Rückenwind durch die Triumphe in der Formel 1, die das Haus Moretti in den letzten beiden Jahren hatte verbuchen können, wollte man in Mailand den sagenhaften Vallerio in neuem Glanz auferstehen lassen. Nichts stand der großen Premiere im Wege, nichts bis auf eine im Grunde lächerliche Kleinigkeit: das Namensschild.

Denn ob der neue Sportwagen so heißen durfte wie sein berühmter Vorgänger, stand noch nicht fest. Erst nachdem Dominic, Antonio und Marco – die drei Brüder der Familie Moretti, denen die Leitung der Firma übertragen worden war – eine Pressemitteilung verschickt hatten, die das Vorhaben ankündigte, wurde ihnen die ganze Problematik bewusst. Überraschenderweise stellte sich heraus, dass die Rechte an der Typenbezeichnung „Vallerio“ gar nicht mehr in Mailand lagen, sondern in Paris.

In der französischen Metropole residierte die Vallerio Inc., das Lebenswerk von Pierre-Henri Vallerio. Pierre-Henri war ein Genie, was die Konstruktion von Motoren anging. Daneben war er der engste Freund und Partner von Lorenzo Moretti gewesen, bis es zum Zerwürfnis zwischen den beiden gekommen war. Und dieses alte Zerwürfnis war es auch, was der Neuauflage des Moretti Vallerio – jedenfalls unter dieser Bezeichnung – im Wege stand. Antonio Moretti hatte erwartet, mit einer Neuauflage der Edelkarosse auf große Begeisterung zu stoßen, da somit Ruhm und Name des großen Pierre-Henri vor dem Verblassen bewahrt würden. Doch ganz im Gegenteil zeigte sich die Familie Vallerio äußerst pikiert über die Verletzung ihrer Rechte und reagierte mit einer einstweiligen Verfügung und einer strafbewehrten Unterlassungserklärung in Millionenhöhe.

Das betreffende Schreiben der Rechtsanwältin der Familie Vallerio lag vor Dominic Moretti auf dem Schreibtisch. Er und sein jüngerer Bruder Antonio hatten es gerade gelesen. Jetzt sahen sich die beiden ein wenig ratlos an.

„Wieso müssen wir heute noch darunter leiden, dass Nonno mit seinen Frauengeschichten nicht klargekommen ist?“, beschwerte sich Antonio.

Dominic, der älteste der drei Brüder, Kopf des Unternehmens und offiziell Chef der Moretti Motors, zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es doch auch nicht. Tatsache ist, dass uns Nonno eine ziemlich harte Nuss hinterlassen hat.“ Nonno, allgemein in Italien die liebevolle Bezeichnung für den Großvater, war niemand anderes als Lorenzo Moretti. Lorenzo war einer der größten Rennfahrer seiner Zeit gewesen, und nach seiner aktiven Zeit auf der Rennpiste hatte er die Motorenwerke in Mailand gegründet.

„Für dich ist es doch geradezu ein Sport, solche verwickelten Probleme zu lösen“, zog Antonio seinen Bruder auf.

Eine Portion Respekt schwang in dem gutmütigen Spott des Jüngeren mit. Dominic lebte für seine Arbeit. Schon als Kind war er der Boss der Moretti-Brüder gewesen und hatte dies seine beiden Geschwister gelegentlich auch spüren lassen. Aber er hatte auch bewiesen, dass er diesen Anspruch verdient stellte. Denn vor allem er war derjenige gewesen, der das Moretti-Unternehmen wieder in die Spur gebracht hatte, nachdem der Vater der drei, Giovanni Moretti, in der Geschäftsleitung folgenschwere Entscheidungen getroffen hatte. Und jetzt, mit der Wiederkehr des Moretti Vallerio, stand Moretti kurz davor, wieder den Spitzenplatz in der Branche einzunehmen.

„Ich verstehe nur nicht“, sagte Antonio nachdenklich, „wer so verrückt gewesen sein konnte, einen Vertrag zu unterschreiben, mit dem wir von den Namensrechten zurücktreten, selbst wenn der Vallerio zwanzig Jahre lang nicht weiterproduziert worden ist.“

„Das habe ich inzwischen herausgefunden. Es war Papa.“

Giovanni Moretti war ein wunderbarer Mensch. Keiner der drei Brüder hätte sich einen besseren Vater wünschen können. Nur wenn es ums Geschäft ging, war der Sohn des großen Lorenzo Moretti allzu sorglos und naiv gewesen. Deshalb war es schlecht um das Autowerk bestellt gewesen. Erst Dominic und seine Brüder hatten es geschafft, dass wieder gute Gewinne erwirtschaftet wurden.

„Ich habe schon in Paris angerufen und mit dieser Anwältin einen Termin für heute vereinbart“, sagte Antonio und warf noch einen letzten Blick in die Akte. Besagte Anwältin der Vallerios war Nathalie Vallerio. Sie war die ältere der beiden Töchter von Emile Vallerio, Sohn des großen Pierre-Henri, dem Chef der Pariser Motorenkonstrukteure. Auf dem beiliegenden Foto sah Antonio eine junge, intelligente und vor allem sehr reizvolle Frau. Sie hatte rötliches Haar, grüne Augen und einen auffallend blassen Teint. Und auf der Fotograf hatte sogar die selbstverständliche Eleganz einer typischen Pariserin eingefangen.

„Ich will nur hoffen, dass Marcos Beziehung mit Virginia uns nicht doch noch in Schwierigkeiten bringt. Ich kann keine Risiken gebrauchen, gerade jetzt nicht, wo es um den Vallerio geht.“

Antonio wusste, was Dominic meinte. Marco, der Jüngste von ihnen, hatte vor einiger Zeit seine große Liebe Virginia geheiratet, und kürzlich war ihr Sohn Enzo zur Welt gekommen. Normalerweise freute sich die ganze Familie über solche Ereignisse. Im Falle der Morettis war diese Freude jedoch nicht ungetrübt. Denn die männlichen Nachkommen von Lorenzo waren dazu verdammt, sich entweder für den geschäftlichen Erfolg und großen Wohlstand oder aber für das Glück in der Liebe entscheiden zu müssen. Beides zugleich sollte keinem von ihnen vergönnt sein.

Hier war der tief in den Köpfen verwurzelte italienische Aberglaube im Spiel. Oder vielleicht sogar echte Hexenkunst? Darüber war man sich im Hause Moretti nicht ganz einig. Lorenzo Moretti hatte sich jedenfalls in frühen Jahren den Zorn seiner Jugendliebe Cassia Festa zugezogen, indem er ihr die Ehe versprochen, sein Versprechen aber nicht gehalten hatte. Daraufhin hatte Cassia, die der Stregheria, der alten italienischen Hexenkunst, kundig war, Lorenzo und all seine männlichen Nachfahren zu jener unheilvollen Wahl zwischen Liebe und Wohlstand verflucht.

Virginia, Marcos frisch vermählte Frau, war die Enkelin von Cassia. Seit ihrer Beziehung mit Marco war sie davon überzeugt, den Bann des Fluches gebrochen zu haben. Aber niemand konnte Genaueres darüber sagen. Dominic vertrat die Ansicht, dass der Fluch noch immer Macht über sie alle besaß. Darum hielt Dominic es für besser, wenn er und seine Brüder sich aus Liebesdingen heraushielten. Antonio glaubte eigentlich weniger an Hexerei. Und ihrem Vater, Giovanni, war das Ganze herzlich egal, da er in seiner Frau Phila seine große Liebe gefunden hatte, die ihm wichtiger war als alles andere.

Nachdem er Cassia so viel Liebeskummer bereitet hatte, hatte Lorenzo schließlich Anna geheiratet – die Schwester von Pierre-Henri Vallerio. Gut möglich, dass Cassias Fluch schon damals seine erste Wirkung gezeigt hatte. Vielleicht lag es auch nur allein an der Tatsache, dass Lorenzo seine Autos mehr liebte als alles andere – die Ehe war jedenfalls bald in die Brüche gegangen. Seit der hässlichen Scheidung waren Lorenzo und Pierre-Henri Feinde. Und diese alte Familienfehde, das wussten Dominic und Antonio genau, erschwerte die Verhandlungen um die Namensrechte für das neue Moretti-Modell, wenn sie deshalb nicht sogar von vornherein zum Scheitern verurteilt waren.

Dominic, Antonio und Marco hatten sich vor vielen Jahren geschworen, niemals der Liebe zu irgendeiner Frau zu verfallen. Es war ein richtig feierlicher Eid gewesen mit Blut und pathetischen Worten, wie sie es für junge Männer ihres Alters als richtig empfunden hatten. Inzwischen hatte Marco seinen Schwur jedoch gebrochen, weil seine Liebe zu Virginia stärker war. Doch für Dominic galt der Eid nach wie vor. Und was Antonio betraf, er sah das mehr pragmatisch. Er gab zwar nicht viel auf magische Kräfte, war aber trotzdem nicht besonders risikobereit, wenn es ums Geschäft ging. Dank dieser Entschlossenheit hatte er bisher immer bekommen, was er wollte. Und jetzt war er auch fest davon überzeugt, diese Schlacht gegen Nathalie Vallerio in Mailand zu gewinnen.

„Ich hole uns den Namen zurück, verlass dich darauf“, sagte er zu Dominic.

Sein Bruder kratzte sich am Nacken und schien, was ihm gar nicht ähnlich sah, nicht recht mit der Sprache herausrücken zu wollen.

Antonio sah ihn erwartungsvoll an. „Was ist los mit dir? Machst du dir wegen der Spionage Sorgen?“

Im letzten Jahr hatte sich während der Formel-1-Saison herausgestellt, dass es bei Moretti Motors ein Leck gab. ESP, der schärfste Rivale der Mailänder im Kampf um die Weltmeisterschaft, hatte plötzlich mit einigen technischen Neuerungen aufgewartet, die gerade von den Moretti-Ingenieuren entwickelt, aber noch nicht publik gemacht worden waren....



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