Goldscheid / Bammé | Staatssozialismus oder Staatskapitalismus | Buch | 978-3-89019-746-3 | www.sack.de

Buch, Deutsch, Band 5, 411 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 228 mm

Reihe: Rudolf Goldscheid - Werke

Goldscheid / Bammé

Staatssozialismus oder Staatskapitalismus

Schriften zur Finanzsoziologie
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-89019-746-3
Verlag: Profil Mchn.

Schriften zur Finanzsoziologie

Buch, Deutsch, Band 5, 411 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 228 mm

Reihe: Rudolf Goldscheid - Werke

ISBN: 978-3-89019-746-3
Verlag: Profil Mchn.


Der Staat stellt die Verkörperung des gesellschaftlichen Gesamtwillens dar. Seiner zentralen Aufgabe, die Lösung der „sozialen Frage“ (Tönnies 1907), wird er nach wie vor kaum gerecht, weil er, als „Steuerstaat“ ständig unterfinanziert, der ökonomischen Macht international agierender Konzerne und des Finanzkapitals politisch nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hat. Rudolf Goldscheid (1870-1931) fordert daher, darin Ferdinand Tönnies (1926) vergleichbar, eine Kapitalisierung des Staates, einen „Unternehmerstaat“.
Sein Programm (1917) sah die Übernahme von etwa einem Drittel des Aktienkapitals der profitabelsten und größten Unternehmen vor, also jener Betriebe, die ohnehin bereits, wenngleich in „privater Hand“, als „vergesellschaftet“ gelten konnten und von professionellen Managern geführt wurden, die selbst nicht deren Eigentümer waren. Der Bedeutung des „Unternehmergeistes“, der allerdings nicht mit privatem Eigennutzdenken identisch sei, war er sich sehr wohl bewusst. Darin stimmte er mit Joseph Schumpeter (1911) überein. Entscheidend für ihn waren organisatorische Begabung und Erfindertalent, die sich ebenso gut für soziale Zwecke nutzbar machen lassen.
Goldscheids Reformprogramm (1908) ist eingebettet in eine umfassende Sozialtheorie (1902), die sich wendet sowohl gegen den liberalen Marktfundamentalismus einer entfesselten Profitwirtschaft, die keine Grenzen kennt und keine Moral, wie gegen die Planvorgaben einer sozialistisch gesteuerten Zentralverwaltungswirtschaft und den ihr innewohnenden Tendenzen zur Bürokratisierung (Michels 1925). Plötzlich, hundert Jahre später, im Zeichen der Corona-Pandemie, erlangen seine finanzsoziologischen Überlegungen zur Transformation des historisch überkommenen Verhältnisses von Gesellschaft, Staat und Wirtschaft eine ungeahnte Aktualität.

Goldscheid / Bammé Staatssozialismus oder Staatskapitalismus jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Der österreichische Soziologe Rudolf Goldscheid (1870-1931) ist einer der Gründungsväter des Faches im deutschen Sprachraum und war die treibende Kraft im Entstehungsprozess der „Deutschen Gesellschaft für Soziologie“. Abgesehen von Ferdinand Tönnies, der ihm sehr verbunden war, ist wohl kaum einer der frühen Soziologen so häufig missverstanden worden wie Rudolf Goldscheid. Seine „anthropozentrische Systemtheorie der sozialkulturellen Evolution“ (Mikl-Horke) beginnt erst heute, angesichts der „ökologischen Frage“ und der damit einher gehenden Nachhaltigkeitsdiskussion, ihre eigentliche Wirkung zu entfalten. Die fünfbändige Werkausgabe stellt sich der Aufgabe, Unkenntnisse zu beheben und Missverständnisse auszuräumen.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.