Gray | Eine Kerze für Sarah | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Gray Eine Kerze für Sarah

und andere Geschichten, die das Herz berühren.
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-96122-067-0
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

und andere Geschichten, die das Herz berühren.

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

ISBN: 978-3-96122-067-0
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieses Buch ist ein richtiges Kleinod. Es enthält Anrührendes und Nachdenkliches, Spannendes und Lustiges. Dabei haben alle Geschichten eines gemeinsam: Sie wollen von der Fürsorge und Liebe Gottes zu einem jeden von uns weitersagen. Die 135 wertvollen Geschichten stammen von bekannten Autoren wie Joni Eareckson Tada, James Dobson, Charles Swindoll, Joshua Harris, Tony Campolo, Max Lucado, Philip Yancey, Ruth und Billy Graham, Mutter Teresa und vielen anderen.

Alice Gray ist eine gefragte Rednerin und leidenschaftliche Geschichtensammlerin. Inzwischen hat sie über 35 Bücher in einer Auflage von mehr als 5 Millionen Exemplaren herausgegeben. Mit ihrem Mann lebt sie in Arizona.
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Autoren/Hrsg.


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Der arme Bruder

Roy Angel war ein armer Prediger, sein Bruder hingegen ein Millionär. Damals, während des Ölbooms der späten Vierzigerjahre, hatte Roys älterer Bruder zufällig zum richtigen Zeitpunkt in Texas das richtige Stück Land besessen. Als er dieses dann verkaufte, war er über Nacht zum Multimillionär geworden. Der ältere Angel baute daraufhin auf sein Glück, investierte beträchtliche Summen an der Börse und kaufte sich schließlich in mehrere Unternehmen ein. Anschließend bezog er das Penthouse eines großen Apartmenthauses in New York und überwachte von einem luxuriösen Büro auf der Wall Street aus seine vielen Investitionen.

Einmal besuchte dieser reiche Geschäftsmann eine Woche vor Weihnachten seinen Bruder, der zu dieser Zeit Prediger in Chicago war, und schenkte ihm einen neuen Wagen – einen vor Chrom blitzenden Packard. Weil dieser Wagen sehr wertvoll war, stellte Roy ihn immer in einer Garage unter, die von einem Parkwächter Tag und Nacht überwacht wurde. Deshalb war er umso überraschter, als er dort eines Tages einen zerlumpten Ghetto-Jungen vorfand, der sich die Nase an der Wagenscheibe platt drückte. Der kleine Junge tat nichts Verdächtiges, offensichtlich spähte er nur mit großen, weit aufgerissenen Augen in das Innere des neuen Wagens.

„Hallo, Junge“, sagte Roy.

Der Junge drehte sich zu ihm um. „Ist das Ihr Wagen, Mister?“

„Ja“, erwiderte Roy. „Der gehört mir.“

„Wie viel hat er denn gekostet?“

„Ich weiß nicht, was er gekostet hat.“

„Sie wollen sagen, dieser Wagen gehört Ihnen und Sie wissen nicht, was er gekostet hat?“

„Ich weiß es nicht, weil mein Bruder ihn mir geschenkt hat.“

Bei diesen Worten wurden die Augen des Jungen noch größer. Er dachte einen Augenblick nach, dann sagte er wehmütig: „Ich wünschte … ich wünschte …“

Roy glaubte zu wissen, wie der Junge den Satz beenden würde. Er würde vermutlich sagen: Ich wünschte, ich hätte auch einen solchen Bruder.

Aber so war es nicht. Der Junge sah Roy an und sagte: „Ich wünschte … ich wünschte, ich könnte auch ein solcher Bruder sein.“

Dieser Ausspruch faszinierte den Prediger und er fragte den Jungen: „Na, Junge, möchtest du mit mir einen kleinen Ausflug machen?“

Sofort erwiderte der Junge begeistert: „Darauf können Sie wetten!“

Sie stiegen also gemeinsam in den Wagen, fuhren aus dem Parkhaus und langsam die Straße entlang. Der kleine Junge ließ seine Hand über die weichen Polster der Sitze gleiten, sog tief den Duft des neuen Wagens ein und berührte das glänzende Metall des Armaturenbrettes. Dann sah er seinen neuen Freund an und fragte: „Mister, würden Sie – könnten Sie – mich nach Hause bringen? Es ist nur ein paar Straßen von hier entfernt.“

Wieder glaubte Roy zu wissen, was der Junge vorhatte. Er dachte, er wolle bei den Kindern in der Nachbarschaft damit angeben, dass er in einem solchen Wagen vorfuhr. Na ja, dachte er, warum nicht? Und er ließ sich von dem Jungen zu einem alten, heruntergekommenen Mietshaus dirigieren.

„Mister“, sagte der Junge, als er am Straßenrand hielt, „würden Sie bitte kurz hier warten? Ich komme sofort zurück!“

Roy ließ den Wagen laufen, während der Junge die Treppe hocheilte und verschwand.

Nach etwa zehn Minuten begann sich der Prediger zu fragen, wo der Junge wohl abgeblieben war. Also stieg er aus dem Wagen aus und suchte das dunkle Treppenhaus ab. Während er noch dastand, hörte er jemanden langsam die Treppe herunterkommen. Das Erste, was er aus der Dunkelheit auftauchen sah, waren zwei dünne, lahme Beine. Einen Augenblick später erkannte Roy, dass es der kleine Junge war, der einen noch kleineren Jungen, offensichtlich seinen Bruder, trug.

Der Junge setzte seinen Bruder vorsichtig am Straßenrand ab. „Siehst du?“, fragte er zufrieden. „Es ist genau, wie ich dir gesagt habe. Ein brandneuer Wagen. Sein Bruder hat ihn ihm geschenkt und eines Tages werde ich dir einen solchen Wagen kaufen!“

Als ich diese Geschichte hörte, war ich tief gerührt von der Großzügigkeit eines Menschen seinem Bruder gegenüber. Aber es war nicht das Geschenk des Millionärs, das mich beeindruckte. Er hätte seinem Bruder einen ganzen Fuhrpark schenken können, ohne es zu merken. Nein, ich war gerührt von dem Herzenswunsch des kleinen Jungen aus den Slums. Warum träumte er den unmöglichen Traum von Reichtum und Wohlstand? Damit er seinen Bruder beschenken konnte!

Ich wünschte, ich könnte ein solcher Bruder sein.

Ron Mehl

Einfach da sein

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als meine Jungen aufwuchsen und immer mal wieder einer von ihnen traurig war, sich Sorgen machte oder eine große Enttäuschung erlebt hatte. Dann ging ich abends, nachdem er zu Bett gegangen war, einfach in sein Zimmer und legte mich neben ihn auf sein Bett. Es ist zwar schön, wenn einem in solchen Augenblicken kluge väterliche Worte einfallen, aber so war es nicht immer. Es reichte schon, einfach neben meinem Jungen zu liegen und für ihn da zu sein.

Ron Mehl

Eine Kerze für Sarah

Wie gewöhnlich spürte Helen Roberts, dass Sarah Duffey ihre Aufmerksamkeit wollte, noch bevor sie sich bemerkbar machte. Aber gerade hatte Peter seinen linken Stiefel an den rechten Fuß gezogen, stolzierte damit im Raum herum und lenkte die anderen Kinder der vierten Klasse von ihrer Aufgabe ab, ihre Mäntel und Stiefel anzuziehen.

Helen gab sich die größte Mühe, nicht die Geduld zu verlieren. Unter allen Umständen sollte die Atmosphäre auch in den letzten zwei Minuten vor den Weihnachtsferien fröhlich bleiben. Allerdings konnte sie es kaum erwarten, nach Hause zu ihrer Familie zu kommen.

Peter blickte sie spitzbübisch an, trat heftig mit dem Fuß auf und schleuderte den Stiefel gefährlich dicht an einer Fensterscheibe vorbei. Das Beinah-Unglück wirkte sich ernüchternd auf den Rest der Kinder aus und Helen wandte sich dem kleinen Mädchen zu, das in der Nähe ihres Pultes wartete.

Sarah, eines der sehr frühreifen Kinder in ihrer Klasse, war ihr praktisch von Anfang an besonders aufgefallen. Sarahs Kleider waren immer schmutzig und fleckig, ihr Haar immer fettig und ungekämmt, ihre schäbigen Schuhe viel zu groß für ihre Füße und ganz offensichtlich aus zweiter Hand.

Mehr als einmal hatte Helen über Fred Duffey nachgedacht. Sie wusste, dass er sein Geld mit dem Ausmisten von Pferdeställen verdiente und deshalb von Rennbahn zu Rennbahn zog, dorthin, wo seine Arbeit gerade benötigt wurde. Seine vernachlässigte und offensichtlich ungeliebte kleine Tochter schleppte er dabei immer mit.

„Was ist, Sarah?“, fragte Helen. Sie gab sich Mühe, nicht daran zu denken, wie das Weihnachtsfest des Kindes wohl aussehen würde.

„Mein Vater hat mir einen Zettel für Sie mitgegeben. Ich habe leider vergessen, ihn Ihnen früher zu geben.“

Helen strich das zerknüllte Stück Papier glatt und las die mit Bleistift geschriebene Notiz: „Ich werde zwei Wochen fort sein. Da Ferien sind, ist meine Tochter deshalb auf sich selbst gestellt. Können Sie sie heute nach der Schule zum Kinderheim bringen – es ist zu weit entfernt. Sie kann die Strecke nicht zu Fuß zurücklegen, außerdem hat sie ihre Stiefel verloren.“

„Weißt du, was hier steht?“, fragte Helen.

Vollkommen ungerührt nickte Sarah.

„Bist du schon mal in diesem Heim gewesen?“

Wieder nickte das Kind. „Wenn Sie mich an der Ecke bei dem Denkmal absetzen, gehe ich den Rest des Weges zu Fuß.“

Der Raum hatte sich mittlerweile geleert. Nur noch das Mädchen und ihre Lehrerin befanden sich darin. Als Sarah nun begann, ihre Stifte einzusammeln, erhob sich Helen und starrte auf ihr Pult. Hatte Fred Duffey wohl vorausgesehen, wie sie auf die traurige Situation seiner Tochter reagieren würde? Oder dachte er tatsächlich, sie als Lehrerin könnte sein Kind ein paar Tage vor Weihnachten einfach in einem Kinderheim abgeben?

Doch dann überdachte sie die eigentlichen Fragen. Konnte sie es wagen, Sarah zwei Wochen lang in die enge Gemeinschaft ihrer Familie aufzunehmen? Was würden ihre Kinder davon halten, einen schmutzigen, schweigsamen Eindringling in der schönsten Zeit des Jahres im Haus zu haben? Was würde Wallace sagen, wenn sie Sarah mit nach Hause brachte? Was würde er sagen, wenn sie es nicht tat?

Mit einem Knall schob sie die Schublade an ihrem Pult zu und lächelte Sarah an. „Wie würde es dir gefallen, Weihnachten gemeinsam mit mir und meiner Familie zu verbringen?“

Sarah bückte sich, um einen Buntstift aufzuheben. Helen konnte ihr Gesicht nicht sehen, aber ihre Stimme klang gelangweilt wie immer. „Eins ist wie das andere. Ich könnte von dem Denkmal aus laufen.“

Helen versuchte es erneut. Diesmal scheute sie vor einer Lüge nicht zurück. „Wir würden dich gern bei uns haben, Sarah. Ich denke, du würdest viel Spaß mit Susan und Mike haben. Sie sind zwar ein wenig älter als du, aber ihr könntet sicher trotzdem miteinander spielen!“

Das Mädchen schien nur mit halbem Ohr zugehört zu haben. „In Ordnung“, meinte sie schließlich. „Aber Sie rufen besser Mrs. Cary, unsere Vermieterin, an und sagen ihr Bescheid. Das Kinderheim tut das immer, sobald ich dort ankomme.“

Auf dem Heimweg saß Sarah still auf dem Autositz und umklammerte die Papiertüte mit ihren Kleidern, die sie an diesem Morgen mit in die Schule gebracht hatte. Ein...


Alice Gray ist eine gefragte Rednerin und leidenschaftliche Geschichtensammlerin. Inzwischen hat sie über 35 Bücher in einer Auflage von mehr als 5 Millionen Exemplaren herausgegeben. Mit ihrem Mann lebt sie in Arizona.



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