Großklaus | Deiner Zukunft auf der Spur | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Großklaus Deiner Zukunft auf der Spur

Wie du deine Berufung findest und welche Rolle deine Persönlichkeit dabei spielt.
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96122-423-4
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Wie du deine Berufung findest und welche Rolle deine Persönlichkeit dabei spielt.

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

ISBN: 978-3-96122-423-4
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wo ist mein Platz im Leben? Diese Frage stellt sich jeder Mensch. Bei Christen kommt noch die Frage nach der göttlichen Berufung hinzu. Doch nicht jeder vermeintliche 'Ruf Gottes' hat etwas mit Gott zu tun, sondern vielmehr etwas mit unserer Persönlichkeit. Auf unserem Lebensweg gilt es deshalb, sich mit beidem intensiv auseinanderzusetzen: mit Gottes Willen und unserer eigenen Persönlichkeitsstruktur. Denn je besser wir uns selbst kennen, desto besser können wir Gottes Willen für uns verstehen. Michael Großklaus bahnt einen Weg durch den Dschungel wichtiger Lebensfragen und gibt praktische Hilfestellungen, um zuversichtlich und voller Gottvertrauen in die Zukunft zu gehen. Ein wertvoller Ratgeber, der besonders gut für junge Menschen geeignet ist. Aha-Effekte garantiert! Ich lade dich ein, mit mir auf Spurensuche zu gehen. Der Weg führt uns durch einige wichtige Bereiche des Lebens und des Glaubens und wird dir praktische Tipps geben, damit du immer mehr erkennen kannst, was Gott in deinem Leben vorhat. Michael Großklaus

Dr. Michael Großklaus ist Pastor, Psychologe, Dozent, Supervisor und Coach. Er leitet die psychologische Beratungsstelle Villingen-Schwenningen (BVS) und hält zahlreiche Vorträge im deutschsprachigen Raum.
Großklaus Deiner Zukunft auf der Spur jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1
Persönlichkeit und Ebenbildlichkeit Gottes


„Lasst uns Menschen machen, uns ähnlich, in unserem Bild. Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bilde Gottes schuf er sie und er schuf sie als Mann und Frau.“ 5

(1. Mose 1,27)

Diese Verse aus dem 1. Buch Mose sind vielen bekannt. Sie beschreiben in Kurzform die Erschaffung des Menschen. Jeder Mensch ist von Gott und „nach dem Bilde Gottes“, also als geschaffen worden. Wohlgemerkt nicht jeder Christ, sondern jeder Mensch. Auch wenn es sonderbar klingt: Christen sind auch (nur) Menschen! Aber eben wie alle anderen Menschen nach dem Bilde Gottes geschaffen.6 Was bedeutet das nun? Worin zeigt sich die Ebenbildlichkeit Gottes? Menschen sind ja nicht Gott gleich, sonst wären sie Götter. Menschen sind weder allmächtig noch allwissend, noch sind sie allgegenwärtig. Menschen sind auch nicht heilig und rein, geschweige denn Liebe oder Licht – all dies sind göttliche Attribute. Aber worin zeigt sich nun die Ebenbildlichkeit Gottes () für den Menschen? Und warum spricht Gott in oben genannter Bibelstelle immer wieder von sich in der Mehrzahl ( uns uns unserem )?

Man kann die Ebenbildlichkeit jedes Menschen unmittelbar von der Trinität Gottes ableiten. Die Dreieinigkeit Gottes ist zwar nicht explizit im Alten und Neuen Testament theologisch ausführlich dargelegt und hat darum auch heute noch etliche Kritiker, bildet aber dennoch eine wesentliche theologische Grundlage des Christentums über die Jahrtausende. Diese Dreieinigkeit schimmert an einigen Stellen im Neuen Testament durch (Matthäus 28,19; 1. Thessalonicher 5,23 u. a.). Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Gleichzeitig ist Vater, Sohn und Heiliger Geist nicht . Denn der Vater starb am Kreuz, auch kam der Sohn an Pfingsten auf die Erde und die Stimme aus dem Himmel bei der Taufe und Verklärung Jesu war weder die Stimme des Sohnes noch des Geistes, sondern die des Vaters, der sagte: „“ (Vergleiche: Matthäus 3,17; Matthäus 17,5; 2. Petrus 1,17).

Bibelstellen wie „“ (Johannes 12,45) oder „“ (Johannes 10,30) weisen auf die zwischen Gott, dem Vater, und Gott, dem Sohn, hin. Jesus meinte nicht: „Wer meine Augenfarbe und Körpergröße etc. sieht, der weiß auch, welche Augenfarbe und Körpergröße mein himmlischer Vater hat.“ Jesus wurde für knapp 30 Jahre ein Mensch und lebte unter Menschen auf dieser Erde. Davor und danach war er ein göttliches Wesen.7 Bei dieser Aussage ging es ihm also um Wesensverwandtschaft. „ und „ war, ist und bleibt ein christliches Mysterium. Etwas, was wir nie ganz erfassen werden und was uns im Dialog mit anderen großen Welt-Religionen (Judentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus) immer wieder zu schaffen macht. Dem Vorwurf, wir würden drei Götter verehren, liefert unsere Dreieinigkeitslehre immer wieder Futter – damit müssen wir leben. Hier sei auch erwähnt, dass der hebräische Begriff „elohim“ auf den sogenannten , also die göttliche Mehrzahl, verweist. „Elohim“ hat die Endung und dies ist im Hebräischen ein Beleg für die Pluralform. So steht es auch im ersten Vers der Bibel: „“ Auch hier verwendet das Hebräische den Begriff „elohim“ (Plural). Mit anderen Worten: Der dreieinige Gott erschuf die Himmel („schamajim“, auch Mehrzahl) und die Erde. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist waren bei der Schöpfung beteiligt. Darum: „“ Wenn Gott aber tatsächlich ein dreieiniges Wesen ist und er jeden Menschen nach seinem Bild erschaffen hat, dann könnte dies bedeuten, dass auch jeder Mensch eine Art ist. Natürlich nicht als Gott, aber als Mensch. Dies könnte man zum Beispiel auch von 1. Mose 2,7 herleiten: „… Für verwendet das Alte Testament den Begriff „nefesh. „Nefesh taucht über 750 Mal im Alten Testament auf und bezeichnet nach jüdischem Denken den ganzen Menschen – mit Aspekten im , und Bereich. Mit anderen Worten: Jeder Mensch ist ein Wesen (Wasser, Haut, Knochen, Neuronen, Hormone, Muskeln, Sehnen …), er ist ein Wesen (Kognitionen/Denken, Emotionen/Fühlen, Motivationen/Wollen), und er ist ein Wesen (Sinnfragen, Ewigkeitsfragen, Transzendenzpotenzial). Und auch hier gibt es zwar Zusammenhänge, wenn wir nur an den Begriff denken, aber genau wie in der Trinität Gottes, darf man weder alles vermischen, noch zu sehr voneinander abgrenzen.

Vor diesem Hintergrund ist Ganzheitlichkeit schon auf den ersten Seiten der Bibel zu finden und beschreibt ein geniales Modell eines biblischen Menschenbildes (Anthropologie).8 Wohlgemerkt biblischen Menschenbildes, denn das Alte Testament beschreibt mehrere Menschenbilder – je nach historischem Kontext und dem Hintergrund des Autors. Die Menschenbilder des Alten Testamentes sind aber ganz sicher nicht dualistisch9, sondern monistisch10, das heißt: Es gibt nur einen Gott und keine miteinander streitenden Gottheiten. Gott steht über allem, ihm gehört die Erde (Psalm 24,1), und der andauernde Kampf zwischen Gut und Böse ist ein schönes Motiv für Märchen und Mythen, nicht jedoch für die biblische Wahrheit. Gott steht über allem, und dann kommt lange nichts. Dass jeder Mensch von Gott erschaffen ist und wieder mit Gott in Verbindung treten kann, ist eines der größten Wunder überhaupt.

Der Mensch wird im Alten Testament immer in seiner Ganzheit gesehen, und jüdisches Denken ist ganzheitlich ausgerichtet. Körperliche, psychische und spirituelle Anteile sind dabei nicht als gegensätzliche, sondern als sich ergänzende und gleichzeitig untrennbare Aspekte des Menschseins zu verstehen. Geht man von der Trinität Gottes aus, dann kann man die Ebenbildlichkeit Gottes so verstehen, dass der Mensch trinitarisch geschaffen ist – und zwar jeder Mensch, egal ob Christ oder Buddhist, Moslem oder Atheist.

Den spirituellen Bereich nennt die Bibel den und Paulus formuliert im Römerbrief, wofür dieser da ist – nämlich um sich mit dem Heiligen Geist zu verbinden. Von daher könnte potenziell jeder Mensch als Geschöpf Gottes wieder mit seinem Schöpfer in Verbindung treten. „ (menschlichen) “ (Römer 8,16). Wenn diese Aussage stimmt, dann entsteht die Verbindung mit Gott, besser die Gotteskindschaft, nicht durch irgendwelche frommen Werke, sondern dann, wenn der Heilige Geist sich mit dem menschlichen Geist verbindet. Dann wird ein Geschöpf Gottes zu einem Kind Gottes – analog zu einem Kabel und einer Steckdose. Sobald die Verbindung steht, fließt der Strom.

Wenn Menschen spirituell aktiv sind, egal woran sie auch glauben, dann heißt dies gemäß dem Verständnis des Evangelisten Johannes aber nicht, dass sie automatisch mit dem Heiligen Geist, also mit Gott selbst, verbunden sind. Deshalb ermutigt uns Johannes in seinem ersten Brief: „“ (1. Johannes 4,1).11 Weil jeder Mensch Geschöpf Gottes ist und von ihm mit ausgestattet wurde, hat auch jeder Mensch die Möglichkeit, mit Gott in Verbindung zu treten. Ebenbildlichkeit Gottes bedeutet also: Genau wie Gott ein dreieiniges Wesen ist, sind auch wir Menschen trinitarisch. Für Christen ist gerade vor seelsorgerlichem Hintergrund wichtig: Bitte nicht den spirituellen, geistlichen Bereich von den beiden anderen (Soma und Psyche) abkoppeln. Gott ist eben nicht für alles in unserem Leben zuständig. Er nimmt uns vieles nicht ab. Wir Menschen tragen zum Beispiel Verantwortung für unseren Körper, also für Ernährung, Trinkgewohnheiten, Schlaf … Wo immer Christen diese Verantwortung in falscher Weise an Gott abgeben, kann das verheerende Folgen haben und ist vor einem biblischen Menschenbild abzulehnen. Diese Externalität12 verhindert leicht die gottgewollte Einstellung, sein Leben in den Griff zu bekommen und verantwortlich damit umzugehen.

Soweit einige Ausführungen zur Ebenbildlichkeit des Menschen. Konkret wird es nun im zweiten Schritt, wenn wir uns der Persönlichkeit des Menschen widmen. Auch dies ist ein herausragendes Kriterium des Menschen und untermauert seine Einzigartigkeit im Schöpfungskontext.

Ich glaube, dass nur der Mensch eine einzigartige Persönlichkeit besitzt. Ich gebe dem Schweizer Reformator Johannes Calvin aus dem 16. Jahrhundert ausdrücklich recht, wenn er davon ausgeht, dass die Selbsterkenntnis mit der Gotteserkenntnis und die Gotteserkenntnis mit der Selbsterkenntnis einhergeht. So richtig es also...


Dr. Michael Großklaus ist Pastor, Psychologe, Dozent, Supervisor und Coach. Er leitet die psychologische Beratungsstelle Villingen-Schwenningen (BVS) und hält zahlreiche Vorträge im deutschsprachigen Raum.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.