Harrison | Manhattan Crime - Alles hat seinen Preis | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 667 Seiten

Harrison Manhattan Crime - Alles hat seinen Preis

Thriller - Eine tödliche Jagd durch New York...
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-69076-043-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller - Eine tödliche Jagd durch New York...

E-Book, Deutsch, 667 Seiten

ISBN: 978-3-69076-043-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Fünf Millionen Dollar - und das Leben einer Frau ... Der Ex-Kampfpilot und Geschäftsmann Charlie Ravich trifft in einer New Yorker Hotelbar auf die attraktive Christina Welles. Doch Christina hat ein gefährliches Geheimnis: Fünf Millionen Dollar, gestohlen vom Mafiaboss Tony Verducci, machen sie zur Gejagten. Die Mafia setzt alles daran sie zu finden und machen auch vor Leuten in ihrem Umfeld keinen Halt. Um ihr zu helfen beauftragt Charlie einen Privatdetektiv und entdeckt, dass Christina ihre Vergangenheit verbirgt und sich absichtlich ins Gefängnis bringen ließ, um der Mafia zu entkommen. Die Schlinge aus Verrat und Gewalt wird immer enger - und Charlie und Christina müssen alles riskieren, um zu überleben.  Ein spannungsgeladener Thriller im Herzen New Yorks - perfekt für Fans von Steve Cavanaugh.

Colin Harrison ist ein hochgelobter amerikanischer Schriftsteller und Lektor. Er studierte englische Literatur am Haverford College in Pennsylvania, arbeitete zwölf Jahre lang für Harper's Magazine und ist seit 2000 Cheflektor im Scribner Verlag. Er lebt mit seiner Familie in Brooklyn. Bei dotbooks veröffentlichte der Autor »Trophy Wife - Tödliche Affäre«, »The Lawyer - Ein Deal mit dem Tod«, »Manhattan Mafia - Alles hat seinen Preis« und »Wall Street Murder - Schmutzige Geschäfte«.
Harrison Manhattan Crime - Alles hat seinen Preis jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Prolog


US-Luftwaffenstützpunkt
Thakli, Thailand
Mai 1972

Er schlief auf der Erde, aber er wachte am Himmel, er erinnerte sich an Jahre, um Sekunden zu vergessen, er lebte, damit andere starben.

In seiner Unterkunft, einem Betonbungalow, surrte die Klimaanlage Tag und Nacht. Die thailändischen Hausmädchen verschwanden, sobald er sich morgens rührte. Er ging steifbeinig vom Besprechungsraum zu seiner Maschine, einer F-4 Phantom. Später Bier und Darts im Offiziersclub. Und dann alles wieder von neuem. Aufstehen zum Briefing, bei dem der Teilbefehl bekanntgegeben wurde – die unvollständige Zielnennung, die direkt aus Saigon oder der Fernost-Abteilung des Pentagons kam. Dann hieß es: rasch frühstücken, den Wetterbericht hören, den Einsatz durchsprechen, einen Blick auf die Bombenlast werfen, die Fluginstrumente kontrollieren, die Maschinen der Staffel in einer Reihe aufstellen, vom Boden abheben, über den Dschungel donnern, während sich vor der fernen Bergkulisse Wolken auftürmten – zugegeben, es war wirklich ein schönes Land –, Bombenlast abwerfen und sofort wieder zurück. Duschen, Rapport schreiben, am folgenden Tag wieder das gleiche. Die Einsätze zählen. Kein richtiger Schlaf, aber erstklassiges Essen. Zusammen mit anderen Piloten hatte er ein Basketballfeld in der Nähe des Flugplatzes angelegt und die Linien mit Kalk markiert. Mit seinen einunddreißig Jahren schaffte er es immer noch, die Handfläche über den Rand des Korbs zu bringen. Untereinander diskutierte man über alles mögliche. Über Nixon. Footballteams. Wie man einen Affen zubereitet. Über die innere Organisation des CIA. Oder Jagdbüchsen. Man besprach die unterschiedlichen Theorien über den anatomischen Ort des weiblichen Orgasmus. Und die Techniken, wie letzterer herbeizuführen sei. Dann war wieder Einsatz.

Die Fliegerstaffeln wetteiferten darum, wer bei den Einsätzen die meisten Treffer landete. Die Ziele reichten von Eisenbahnanlagen im Süden von Hanoi über Brücken, Lastwagendepots und Fabriken bis zu Truppenstellungen der nordvietnamesischen Armee sowie Batterien von Boden-Luft-Raketen und manchmal auch unbewachsenen Berghöhen, die als Hubschrauberlandeplätze genutzt werden sollten. Hatte er ein paar Tage Erholungsurlaub, dann flog er nach Saigon. Ein blauer Bus der US-Luftwaffe, dessen Fensterscheiben durch Drahtgitter ersetzt worden waren, weil daran Granaten leichter abprallten, holte ihn vom Militärflugplatz Tan Son Nhut ab und brachte ihn entlang der Duong Tu Do bis ins Zentrum. Lambretta-Motorräder glitten durch den dichten Verkehr. Er überragte fast alle um Haupteslänge. Die Luft war immer feucht, die Schwüle drückend. Kleine Jungen zupften einem ständig am Ärmel. »Bob Dillan, Jimmi Heendrix?« riefen sie mit langgezogenen Vokalen. Im violetten Licht der Straßenlaternen boten vietnamesische Schwarzmarkthändler Zigaretten, Tampons, Radios und Schokolade an. Und überall US-Soldaten, die herumstanden, flanierten oder mit Prostituierten im Minirock schäkerten. Zehn Dollar war der übliche Preis, und selbstverständlich dachte auch er daran. Zierliche, immer lächelnde Mädchen, in die du deinen Schwanz reinstecken kannst. Was war er doch für ein Monster – oder würde es eines Tages werden.

Er reiste auch in andere Städte – nach Bangkok oder Hongkong zum Einkaufen. Spielzeug für die Kinder, eine Armbanduhr für Ellie, einen maßgeschneiderten Anzug. Dann mußte er wieder zurück – das Spiel ging weiter. Da er einen höheren Rang bekleidete, blieb ihm der Papierkram nicht erspart, aber das war bloß Routine im Vergleich zu den Adrenalinstößen, die ihm das Fliegen versetzte; tack, tack machte der rote Abzug am Steuerknüppel. Er fühlte sich klar im Kopf. Er wußte, warum er hier war. Und er wußte, wie das Spiel stand, denn er las die täglichen Geheimdienstberichte. Er wußte Bescheid über Truppenbewegungen, reparierte Pontonbrücken, Eisenbahnlinien, Lastwagen chinesischer Fabrikation. Er kannte die Wetterbedingungen beim Bombenabwurf und die Höhenmessereinstellungen. Man lebte nach festen Regeln, hielt sich an seine Pflichten, man wußte, wer man war. Und dann die Maschine – zum Fliegen brauchte man einen klaren Kopf.

Ellie fehlte ihm, ihr Körper unter seinem, wenn er in sie eindrang und sie zum Stöhnen brachte, doch das wartete alles daheim auf ihn. Ein Mann kann darauf verzichten, wenn er Größeres vorhat. Eine Frau, ihre Haut, das Bett – das waren begrenzte und bekannte Gefühle. Nicht zu vergleichen mit den Kampfeinsätzen im Jagdbomber, denn die Nähe zu Tod und Ewigkeit ließ ihn über sich hinauswachsen. Es war ein großes, furchterregendes Geheimnis, das keiner, der es nicht selbst erlebt hatte, verstehen konnte – in ganz Amerika waren es nur ein paar tausend Männer. Und davon waren nur einige Hundert jetzt tatsächlich im Einsatz, und er gehörte zu ihnen.

Er konnte darüber nicht mit Ellie sprechen, nicht wirklich. Er bewahrte ihre Briefe säuberlich gestapelt in seiner Schreibtischschublade auf. Wenn er keine Lust zum Schreiben hatte, sprach er auf Band, was ihm gerade in den Sinn kam: einen Kuß für Julia und Ben. Schließ den Hypothekenvertrag ruhig ab, Schatz. Was war ein Hypothekenvertrag gegen eine sowjetische MiG-21? Er hatte es früh zum Kapitän der Luftwaffe gebracht, konnte ohne Unterbrechung fünfhundert Sit-ups machen. Er hatte im Sands Hotel in Las Vegas gepokert, schaffte es im Bett immer noch dreimal in einer Nacht, besaß achthundert IBM-Aktien und hatte mit Ellie auf ihrer gemeinsamen Hochzeit Tango getanzt. Er hatte einen Jaguar-Coupé mit hundertachtzig Sachen zu Schrott gefahren und hatte die Gehirnerschütterung spielend weggesteckt, er hatte auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Wiesbaden eine F-86 auf das Rollfeld gesetzt. Er war getestet und für gut befunden worden. Ein Mann in den besten Jahren. Hundertzwei Einsätze konnte er für sich verbuchen, drei MiG-Abschüsse, die Zerstörung Dutzender Nachschub-Lkws, Eisenbahnzüge und Artilleriebatterien. Wie viele tote Vietcong, wie viele tote reguläre nordvietnamesische Soldaten? Er kannte die Zahl mehr oder weniger genau. Es war eine Zahl, nichts weiter. Aber er sagte sie niemandem, und niemand fragte ihn danach.

Selbstverständlich war er auch wütend. Immer dann, wenn schlechte Technik sein Leben aufs Spiel setzte. Ellie verstand das nicht, und wenn er in seinen Briefen über seinen Job sprach, schrieb er, er fliege Transportmaschinen nach Guam. Die Militärbürokratie widerte ihn an mit ihren Schreibtischgenerälen, die in den ruhigen fünfziger Jahren Karriere gemacht hatten, in weitläufigen Büropalästen saßen und am grünen Tisch Krieg spielten. Ihre Kriegführung bestand aus Formularen und Berichten und der Manipulation von Statistiken. Auch die protestierenden Kriegsgegner setzten ihn unter Druck, selbst wenn sie es nicht wußten. Er formulierte Vorschläge für Lufteinsätze und unterbreitete sie seinen Vorgesetzten, von denen viele den ganzen Tag lang die Stimme des Pentagons in einem Ohr hatten. Aber Washington hatte entschieden, die Luftwaffe über Nordvietnam nur als Stachel zu benutzen, um eine Reaktion des Gegners herauszufordern, ohne aber verheerende Schäden anzurichten. Damit wurde der Luftwaffe nicht erlaubt, das zu tun, wozu sie in der Lage gewesen wäre, nämlich die nordvietnamesische Industrie und die Nachschublinien zu zerstören. Es gab Zeiten, da durften die Staffeln nicht einmal angreifen. Ein nordvietnamesisches Transportflugzeug, das Kriegsmaterial an Bord hatte, war kein Angriffsziel, auch nordvietnamesische Flugplätze wurden nicht bombardiert. Er verlor drei Mann durch MiG-Abfangjäger, die auf einem Flugplatz geparkt standen, über den er regelmäßig hinweggeflogen war. Alle fliegenden gegnerischen Ziele mußten erst durch Sichtkontakt identifiziert werden, als ob die MiGs über keine Luft-Luft-Geschosse und die amerikanischen Maschinen, Spitzenprodukte der Militärtechnologie, über keinen Radar verfügt hätten. Aber das war eben diese Scheißpolitik. Manche Jungs aus der Staffel ließen ihre Bombenlast trotzdem fallen und gaben später vor, es habe einen Defekt an der Aufhängevorrichtung gegeben. Das Pentagon scherte sich nicht um die Variablen bei Einsätzen – das Wetter, wechselnde Stellungen der SAM-Raketenbatterien, die Unsicherheit, ob MiG-Jäger zur Abwehr bereitstehen würden. Und die MiGs hatten einen Vorteil gegenüber den amerikanischen Maschinen. Sie waren kleiner und ohne Bombenlast, das machte sie wendiger als die amerikanischen Kampfbomber, und dadurch konnten sie die dominierende Sechs-Uhr-Position einnehmen – aus dieser Position konnte man mit einer chinesischen Rakete abgeschossen werden. Hanoi verfügte über das dichteste Flugabwehrsystem der ganzen Welt: Hunderte, über Computer verbundene SAM-Raketenbatterien, die einen Schutzschild über die Hauptstadt legten. In den Außenbezirken teilten 100-Millimeter-Flaks ihre Peitschenhiebe bis in dreitausend Meter Höhe aus. Bei dem bloßen Gedanken wälzte er sich nachts im Bett und hatte das Gefühl, als würden ihm die Eingeweide weggeputzt. Er konnte abgeschossen werden und als Asche vom Himmel rieseln.

Doch daran durften Piloten gar nicht denken – das konnte sie unsicher und anfällig machen. Aber wie hätte er nicht daran denken sollen? Er hatte das Hao-Lo-Gefängnis in Hanoi, das Hanoi Hilton, überflogen. Der Gebäudekomplex hatte einen rautenartigen Grundriß, und über das, was hinter den Mauern vorging, wußte man einiges. Noch unter den Franzosen erbaut, diente Hao Lo als das größte Gefängnis Nordvietnams und bildete das Zentrum des gesamten Strafvollzugssystems des Landes. Es hatte...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.