Hashem | The Jasad Heir | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 560 Seiten

Reihe: The Jasad Heir

Hashem The Jasad Heir

Roman | Aus der Asche erhebt sich die Königin | Slow Burn zwischen der Thronerbin von Jasad und ihrem Erzfeind
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-492-61081-0
Verlag: Piper Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Aus der Asche erhebt sich die Königin | Slow Burn zwischen der Thronerbin von Jasad und ihrem Erzfeind

E-Book, Deutsch, Band 1, 560 Seiten

Reihe: The Jasad Heir

ISBN: 978-3-492-61081-0
Verlag: Piper Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine Thronerbin. Ihr Erzfeind. Und tödliche Spiele. Mit zehn Jahren floh Sylvia aus dem niedergebrannten Jasad und lebt seitdem unter falscher Identität im Reich des Feindes. Als dessen Thronerbe Arin ihre magischen Kräfte entdeckt, macht er sie zum Champion der königlichen Spiele, um mit Sylvia die Rebellen der Jasad anzulocken. Arin ahnt nicht, dass Sylvia Jasads wahre Thronerbin ist. Ihr Geheimnis muss Sylvia um jeden Preis wahren und sich zwischen ihrem Leben und der Treue zu ihrem Volk entscheiden. Währenddessen kommt sie beim täglichen Training Arin immer näher, was ihren sicheren Tod bedeuten könnte.

Sara Hashem ist eine amerikanisch-ägyptische Autorin aus Kalifornien. Ihre Liebe zur Fantasy und zu magischen Orten fand sie, während sie mit ihrer Familie für zwei Jahre in Ägypten lebte. Ihr Debüt »The Jasad Heir« ist der erste Band einer Dilogie und Sunday Times-Bestseller.
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Lange nachdem anständige Menschen eingeschlafen waren, stahl ich mich aus der Unterkunft.

Ich schlang beide Arme um den Korb, während ich den Hügel hinuntereilte. Meine Kapuze hing mir tief über die Stirn. Die offenen Locken sammelten sich in meinem Nacken und wärmten mich gegen den Wind. Ich hasste es, das Haus zu verlassen, ohne dass ich mir das Haar zum Zopf geflochten hatte. Die Fülle der Locken war eine perfekte Waffe für jeden Feind, der mich wie einen Ochsen am Nasenring herumschwingen wollte. Mareks und Sefas spontaner Besuch hatte meinen Zeitplan durcheinandergebracht.

Die Nacht war über Mahair hereingebrochen, und ein dichter Nebel lag über den verschlossenen Läden. In drei Stunden würde Yuli die Jungen wecken, die in der Scheune schliefen, damit sie den Stall ausmisteten und die Kühe zum Grasen auf die Weide brachten. Kinder würden mit Holzgittern als Tabletts auf den Schultern vor der Bäckerei Schlange stehen, um das Frühstück für ihre Familien zu holen. Mahair lebte wie der Rest von Omal bei Tageslicht auf.

Am Fuß des Hügels hielt ich inne und inspizierte den Weg. Wir wohnten direkt hinter der Vagabundenstraße, aber die Vagabunden waren klug genug, mich nicht zu belästigen. Die Soldaten waren das eigentliche Problem. Ich konnte es nicht riskieren, noch einmal der Patrouille über den Weg zu laufen. Sie hatten nur zweimal Schichtwechsel: einmal bei Morgengrauen und einmal in der Abenddämmerung.

Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass die Straße frei war, hob ich den Korb an und ging weiter. Wagenräder hatten tiefe Spuren in den Boden gegraben. In diesen Furchen setzte ich meinen Weg fort, um meine Fußabdrücke in dem aufgewühlten Dreck zu verbergen. Eine alberne Vorsichtsmaßnahme, wenn man an Mahairs strengen Schlafrhythmus dachte. Die wenigsten Haushalte oder Händler machten sich die Mühe, in Außenlaternen zu investieren, und wenn, dann benutzten sie solche, die wie eine Muschel geformt und mit gerade genug Öl befüllt waren, um die unmittelbare Umgebung zu beleuchten. Die einzige Laterne in dieser ganzen Straße hing an einem Balkon sechs Häuser weiter.

Was mir aus meiner Kindheit in Jasad im Gedächtnis geblieben war, hätte nicht einmal die Tasche eines Armen gefüllt, aber ich wusste, dass wir ein Nachtvolk waren. So wie kein Dorf in Omal dem anderen glich, hatte es auch in jeder Wilayah in Jasad leicht abweichende Bräuche gegeben. Abends hatten die Töchter wohlhabender Familien ihre prachtvollen Gewänder gegen Straßenkleider getauscht und hatten einander meilenweit durch die Stadt gejagt. Männer hatten sich zu Tee und Tischspielen versammelt, ihr Lachen und ihre fröhlichen Rufe waren in der ganzen Straße zu hören gewesen. Und in jeder Wilayah hatte Magie in der Luft gelegen. Sie hatte den Himmel belebt und im Boden vibriert. Ich war an einem Ort zur Welt gekommen, an dem Magie Glück bedeutete. Freude und Sicherheit.

In Gedanken versunken überquerte ich die Straße. Eine Kaktusfeige fiel unter der Decke heraus, die ich über den Korb gelegt hatte. »Bei Danias blutiger Axt«, fluchte ich und hob die rachsüchtige Frucht mit dem unteren Saum meiner Tunika auf. Das Sesamkonfekt hatte den Umfang der Notvorräte in dieser Woche vergrößert. Warum hatte ich es überhaupt in den Korb gelegt? Als würde ich in der Stimmung für Süßigkeiten sein, wenn ich aus Mahair fliehen müsste. Ich malte mir aus, wie ich mich mit einer kleinen Leckerei verwöhnte, während ich mich in einer Schlucht versteckte, die mit der Asche von Toten angefüllt war.

Eine bröckelige Mauer aus Lehm und Stroh schirmte Mahair vom Wald ab. Vorsichtig tastete ich einen Eckstein ab. Staubwolken explodierten durch den Druck. Die Awalin mochten verdammt sein, aber manchmal hasste ich dieses Dorf.

Die Mauer war ein Relikt aus vergangenen Tagen, als noch Ungeheuer zwischen den Grenzen der Königreiche umhergeschlichen waren und sich von den Spuren der Magie ernährt hatten, die noch zwischen den Bäumen hingen. Grässliche Kreaturen mit Hörnern, die länger waren als mein Arm, und mit Schwänzen wie polierte Schwerter. Und eher besonnene Ungeheuer mit hübschen Gesichtern und einer winkenden Hand, die einen freundlich zu einem blutigen Ende lockte. Über einen langen Zeitraum seiner Existenz war der Essam-Wald von Magie durchdrungen gewesen, und wo sich Magie ansiedelte, tauchten Ungeheuer auf.

Eine Mauer hätte die Ungeheuer kaum davon abgehalten, in das Dorf einzudringen, aber ihr Bestehen schenkte Mahair wohl ein gewisses Maß an Frieden. Ich rieb über die Staubschicht, die die in den Kalkstein geritzten Worte verdeckte.

Meine Großmutter hatte mir erzählt, die Ungeheuer wären bereits am Aussterben gewesen, als Nizahl vor dreiunddreißig Jahren in machtvollen, zerstörerischen Wellen über die Wälder hergefallen war. Der Feldzug war lange und tödlich gewesen. Die Ungeheuer waren in die Dörfer am Rand des Waldes geflohen und hatten ganze Bevölkerungsgruppen abgeschlachtet.

Ich drückte mich dicht an die Mauer und ging weiter. Die Säuberung von den Ungeheuern war nicht der erste Schritt von Nizahls Feldzug gegen die Magie gewesen, aber sicherlich der effektivste. Den anderen Königreichen machten sie weis, ihre Toten wären keine Folge des schlecht geplanten Feldzugs des ehemaligen Obersten Herrschers, sondern der Magie. Magie erschuf Ungeheuer, und Ungeheuer töteten wahllos.

Das war der erste wirkliche Schlag gegen Jasads Ansehen gewesen.

Ich löste mich von der Mauer, um mich an den Heuhaufen vorbeizuzwängen, die mir den Weg versperrten. Kinder pflegten sich heimlich in den Essam-Wald zu schleichen, deshalb waren um das Dorf herum willkürliche Absperrungen errichtet worden, um sie davon abzuhalten.

Ein Esel verscheuchte mit einem Zucken träge eine Fliege aus seinem Ohr und blähte bei meinem Erscheinen gewaltige Nüstern auf. Endlich! Ich atmete auf, als ich einen Riss in den Reihen der Ziegelsteine sah. Lieber nutzte ich die Mauer hinter der Vagabundenstraße, aber die Begegnung mit dem nizahlischen Soldaten hatte mich nervös gemacht. Zu dieser Stunde waren die Patrouillen schwerer abzuschütteln als Flöhe von einem Hund. Mein Korb passte kaum durch die Bresche, aber ich würde mich durch sie zum Wald hindurchquetschen, ohne das Risiko auf mich nehmen zu müssen, über den Hauptweg zu gehen.

Der Esel schrie, verärgert von meiner anhaltenden Gegenwart. Das Herz schlug mir bis zum Hals, und ich schob meinen Korb eilig durch den Spalt. Irgendjemand konnte seinen Kopf aus dem Fenster strecken, um Ausschau nach Eindringlingen zu halten, und mich auf ihrem Grundstück herumschleichen sehen.

Damit rechtfertigte ich mich jedenfalls vor mir selbst, als ich mir fast den Arm abriss, um durch die Lücke zu gelangen. Es hatte nichts mit dem alten Aberglauben der Jasadis zu tun, dass Esel beim Anblick böser Geister schrien, überhaupt nichts.

Ich schnappte mir den Korb und ging weiter in den Wald hinein. Kurz darauf wich ich Zweigen und Schlammpfützen aus und konnte gerade noch vermeiden, mit dem Kopf voran gegen einen Baum zu laufen. Die monatlichen Ausflüge in die Schlucht, beladen mit den Speisen, von denen ich annahm, dass sie im feuchten Unterholz am längsten haltbar sein würden, waren mir ein Gräuel. Vor allem im Winter, wenn der Wind seinen persönlichen Rachefeldzug gegen meinen dünnen Umhang führte.

Ich erreichte die Baumreihe, die mit dem nizahlischen Raben markiert war. Es verstieß gegen die Regeln, ohne ausdrückliche Erlaubnis die Grenze zu überqueren. Kein Mensch, der bei Verstand war, würde es riskieren, die Grenze zu übertreten und den gelangweilten und blutrünstigen Soldaten einen Vorwand zu liefern, ihn niederzumachen.

Der Rabe starrte mich an. Unbehagen machte sich in meiner Brust breit. Plötzlich wurde ich mir der Stille des Waldes deutlich bewusst. Der undurchdringlichen Dunkelheit. Wenn ich nicht fünf Jahre meines Lebens in diesen Wäldern verbracht hätte, wäre ich vielleicht umgedreht und direkt zurück nach Mahair gerannt.

»Du denkst, du wärst das furchterregendste Wesen in diesen Wäldern, aber das bist du nicht«, eröffnete ich dem Raben. »Das bin ich.«

Ich umklammerte den Korb noch fester, als ich die Linie der von Nizahl markierten Bäume überquerte und weiterlief. Dieser Ausflug – und mein unbefugtes Eindringen in den...



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