Haug | Feuer der Herzen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 568 Seiten

Haug Feuer der Herzen


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7460-2372-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 568 Seiten

ISBN: 978-3-7460-2372-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Irland Ende des 10. Jahrhunderts ... Bei einem Angriff auf das Land von Tirana Doran O'Dubhan, waren es die angreifenden Nordmänner, die fliehen und ihre Toten zurücklassen mussten. Während die Iren beschließen, die Leichen der Nordmänner den Flammen zu übergeben, bemerkt Éanna die Tochter O'Dubhans im letzten Augenblick, dass einer der Nordmänner noch am Leben ist. Es gelingt ihr, den Vater zu beschwichtigen und versucht alles, um Watahl davor zu bewahren, in den Kerker zu kommen, denn während der Heilung hatten sie begonnen, den jeweils anderen mit ganz anderen Augen zu betrachten.

Gabi Haug, geboren am 23.12.1961. Die gelernte Floristin ist heute Hausfrau und lebt mit ihrem Ehemann in ihrer Geburtsstadt Frankfurt am Main. Unter dem Pseudonym 'Nefhithiel' schrieb sie von 2004 bis 2008 FanFiction und Gedichte im Bereich 'Der Herr der Ringe'. Danach schrieb sie Fantasy- und Mittelaltergeschichten, die Dramen, Liebe und erotische Elemente erhalten, für die eigene Homepage und veröffentlichte diese dort. Im Jahr 2017 ging sie den Schritt der Veröffentlichung als Buch einer dieser Geschichten mit dem Fantasie-Roman 'Projekt Elf'.
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Angriff der Nordmänner


Ein leises Surren durchschnitt die Stille.

»Pfeile!«, ertönte der Warnruf auf nordisch. Die Angreifer hoben ihre Schilde, doch einige der Nordmänner reagierten zu spät. Körper gingen zu Boden, sieben davon tödlich getroffen.

Unerwartet für ihn, bohrte sich ein Pfeil in seinen Brustkorb und drang tief ins Fleisch. Eine schmerzende Welle durchlief seinen Körper. Zwei Schritte stolperte er noch weiter vorwärts, dann verlor er die Kontrolle über sein Gleichgewicht und stürzte. Der junge norwegische Nordmann fiel mit einem gequälten Schmerzenslaut wie ein gefällter Baum zu Boden und während er noch fiel, sah er die Seinen fliehen. Dann schlug sein Kopf auf etwas Hartem auf und im nächsten Augenblick umfing ihn Dunkelheit.

Verwundete Nordmänner - bekannt auch als Wikinger - flohen Richtung Bucht zurück, aus der sie sich vor kurzem erst angepirscht hatten, um das Castle des irischen Clanherrn anzugreifen. Diesmal war es Nordmännerblut das floss, während die Iren fast unversehrt geblieben waren.

Das Ziel, reiche Beute an der felsenreichen Atlantikküste zu machen, bezahlten die norwegischen Krieger mit Toten und Verletzten. Ihre Toten mussten sie zurücklassen, die Verwundeten konnten sie gerade noch retten, denn den Männern aus dem Norden blieb kaum Zeit, da Reiter aus dem Tor des Castle preschten und ihnen nachstürmten. Somit war der Angriff der Nordmänner vorbei, bevor er überhaupt richtig begonnen hatte. Die Überlebenden norwegischen Krieger schafften es im buchstäblich letzten Augenblick auf ihre beiden in der Bucht geankerten Drachenboote zu flüchten und mit diesen in See zu stechen.

Einige der irischen Krieger riefen den fliehenden Nordmännern Hasstiraden nach: »Ja lauft nur ihr feiges Pack! Eure toten Brüder werden in der Hölle schmoren!«

»Dies hier ist ein Ort des Todes und somit kein Platz, an dem eine junge Frau länger verweilen sollte, als es nötig ist!«, äußerte der irische Adelsmann.

Doch die junge rothaarige Frau, mit einem Bogen in der Hand, den fast leeren Köcher auf dem Rücken und ein Schwert am Gürtel tragend, sah den braunhaarigen, in Kriegskleidung gewandeten und bewaffneten Clanherr, der auf der Grasebene vor dem Castle stand, fast trotzig an und beharrte: »Vater, ich werde hierbleiben und mich um alles kümmern!«

Der Mann mittleren Alters verzog das Gesicht und brummte: »Daran zweifle ich nicht, Tochter! Und dennoch, es war nicht von Nöten, dass du unsere schützende Mauer verlassen hast. Hier gibt es keine Opfer die deiner Heilkunst bedürfen, nicht mal ein Feind, der diese noch benötigen würde. Wie du siehst, sind sie alle tot.«

»Vater, ich bin kein kleines Kind mehr! Darüber hinaus habe ich schon viele Verwundete und Tote gesehen. So viele in den letzten Jahren, seit Mutter starb, dass ich fast schon befürchte, dass mich ein solcher Anblick von mit Pfeilen gespickten Toten eines Tages nicht einmal mehr schrecken könnte.«

Seufzend musterte Doran O’Dubhan seine Tochter, die - wie er sich selbst eingestehen musste schon viel zu viel Schreckliches in ihrem jungen Leben mit hatte ansehen müssen. Seine Tochter hatte ihre Mutter am Fieber sterben sehen und ebenso einige ihrer Vasallen. Und sie hatte gesehen was dänische Nordmänner bei einigen Angriffen auf Gehöfte ihrer Vasallen angerichtet hatten.

»Ach Tochter …«, begann O’Dubhan, »ich schäume vor Wut über diese verdammten Wikinger! Meine barschen Worte, sie gelten nicht dir, meine Hübsche!« Er seufzte erneut. »Du willst also wirklich bleiben und unsere Leute bei der Beseitigung der Toten beaufsichtigen?«

»Einer von uns sollte es tun, Vater. Und von diesen toten Nordmännern geht für keinen hier mehr eine Gefahr aus, außer man beseteitigt ihre sterblichen Überreste nicht. Du wirst im Castle gebraucht und so tue ich hier, was getan werden muss. Unser lieber Senneschal wurde verletzt, sieh´ du bitte auch nach ihm! Verarztet habe ich ihn schon, doch du weißt, auch er gibt seine Aufgaben nicht gerne aus der Hand. Er sollte sich aber gerade jetzt etwas schonen.«

»Nun gut, mein Mädchen. Die Männer sollen die Leichen dieser Barbaren zusammentragen, ihnen alles abnehmen was von Wert ist und die Körper dann verbrennen!«

Doran O’Dubhan fuhr mit der Hand sanft über die Wange seiner Tochter, dann wandte er sich ab, stieg auf sein Pferd und ritt in Richtung Castle zurück.

»Nun, ihr habt gehört was mein Vater, euer Herr, befohlen hat!« Éanna deutete mit dem Finger zum Himmel hinauf. »Seht, es wird bald regnen, dann wird es schwer werden, ein Feuer in Gang zu halten, um die Toten zu verbrennen. Also beeilt euch!«

Und tatsächlich schien sich eine Gewitterfront vom Meer herein über das Land schieben zu wollen, denn dunkle Wolken türmten sich am Horizont auf und kamen schnell näher.»

Der Scheiterhaufen ist schon fast ganz errichtet. Wir können die Toten sogleich dem Feuer übergeben, Mylady«, meldete sich einer der Männer zu Wort.

Kurz darauf wurden die ersten beiden Körper der Nordmänner auch schon dem Feuer übergeben.

Zwei der Männer schleppten gerade den Körper eines recht jung wirkenden Nordmanns herbei. Sie legten ihn kurz ab, um seine Kleidung zu durchsuchen und sich dessen Habe anzunehmen, um dann schließlich auch diesen Leichnam den Flammen zu übergeben.

Éanna sah zu dem Toten hin und dachte, als sie dessen jungen und merkwürdiger weiße für einen Nordmann - nicht durch einen Badwuchs verdeckten Gesichtszüge sah: Ebenso frage sie sich, ob es sich bei ihm wirklich um einen Nordmann handelte? Im selben Moment glaubte sie jedoch gesehen zu haben, dass sich die Augen des Mannes für einen Augenblick ein Stückweit geöffnet hatten. Sie sah noch einmal genauer hin - - und sie schüttelte dann den Kopf. dachte sie.

Sie wandte ihren Blick erneut ab, schaute dann jedoch noch einmal hin. Mit einem Mal durchfuhr es sie wie ein Blitz und sie sog scharf die Luft ein. Der Blonde lebte tatsächlich noch! Die Männer hatten dessen Körper gerade wieder angehoben und würden, wenn sie es nicht sogleich selbst bemerkten, ihn bei lebendigem Leib dem Feuer übergeben.

»Nein nicht, wartet!«, rief sie den Männern zu und eilte mit schnellen Schritten zu ihnen. »Ich glaube er lebt, legt ihn wieder ab!«

Sie kniete nun nieder und besah sich den jungen Mann näher. Ein abgebrochener Pfeilschaft ragte aus der rechten Brustseite seines massiven Lederwamses. Éanna suchte am Hals des Mannes die Hauptschlagader, um nach seinem Pulsschlag zu fühlen.

Die Männer sahen auf sie und den Nordmann nieder und warfen schließlich hasserfüllte Blicke auf ihn, als sie ein leises Stöhnen aus dessen Mund vernahmen.

Colm, einer der beiden Castlewächter, ließ seinem Zorn auf den Angreifer auch sofort freien Lauf, in dem er zischte: »Herrin, der Barbar mag vielleicht noch leben, doch das Feuer dürfte dieses kleine Missgeschick unserer Bogenschützen schnell beheben. Also lasst uns seine schwarze Seele dem Feuer übergeben, damit er darin bis in alle Ewigkeit schmoren möge!«

»Colm, was erlaubt Ihr Euch eigentlich? Der Befehl meines Vaters lautete, die toten Körper zu verbrennen. Er sprach nicht von noch lebenden, verwundeten Nordmännern!« Éanna erhob sich, stemmte nun die Hände in die Hüften und sah den Mann wütend an.

»Bedenkt doch, junge Herrin«, begann nun auch der zweite Mann - Breck mit Namen - zu erklären, »welche Unannehmlichkeiten uns dieser Barbar noch bereiten würde! Man müsste ihn versorgen, ihn nähren und das kostet Zeit. Euer Herr Vater wird ihn ohnehin zum Tode verurteilen, denn sein Leben ist, ob der Tat die diese Kerle beabsichtigten, längst verwirkt. So hat er es doch gleich hinter sich. Er ist doch schon so gut wie tot und ich denke, dass der es noch nicht einmal mitbekommt, wenn wir ihn jetzt auf diese Art in die Hölle schicken.«

Éannas Stimme wurde nun gebieterischer. »Hütet eure Zungen, denn diese Worte und euer Denken missfallen mir gewaltig! Bringt den Verwundeten augenblicklich in das Castle und beeilt euch damit gefälligst! Tut ihr es nicht, so wird mein Vater noch mehr Arbeit bekommen, als nur mit diesem Wikinger, denn dann wird er über zwei weitere Männer Gericht halten müssen, und zwar über euch! Das, was ihr da vorschlagt, das währe quasi eine Hinrichtung ohne eine vorhergehende Verhandlung. Nur der Lehnsherr selbst kann als Obrigkeit Rechtsprechen und verurteilen.«

Die Männer schauten mürrisch drein, kamen jedoch...



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