Buch, Deutsch, 176 Seiten, PB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 410 g
Franz J. Kapf 1759-1791 / Weggefährte von Friedrich Schiller
Buch, Deutsch, 176 Seiten, PB, Format (B × H): 148 mm x 210 mm, Gewicht: 410 g
ISBN: 978-3-943288-22-3
Verlag: Epee Edition
Franz Joseph Kapf (1759 – 1791), ein Jugendfreund von Friedrich Schiller und Zeuge der Entstehung des Schiller-Dramas „Die Räuber“, machte nicht nur die Bekanntschaft mit dem Dichter und Komponisten Christian Friedrich Schubart, sondern reiste als Söldner des berühmten Kapregiments sogar bis zur Insel Java im Indischen Ozean.
Der Autor Wolfgang Heiß beleuchtet in dieser hervorragenden Dokumentation, anhand von Originalbriefen und -dokumenten, das Leben des Söldners Franz J. Kapf und liefert damit eindrucksvolle Einblicke in die Zeit vor über 250 Jahren. Zur Ergänzung wird das berühmte Kapregiment beschrieben, das auch als Infanterie-Regiment Württemberg oder Indisches Regiment bekannt ist und durch den Herzog Karl Eugen von Württemberg 1786 an die Niederländisch-Ostindische Kompanie per Kapitulationsvertrag verkauft wurde. Der beschwerliche Fußmarsch dieses Regiments von Ludwigsburg bis Dünkirchen war nur der Beginn einer unglaublichen Reise über Kapstadt bis Java.
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[.] General Major von Hügel fügte einen Satz hinzu, der nochmals die finanzielle Lage von Franz Joseph Kapf darstellt und die Befürchtung äußert, dass er, falls Kapf von zu Hause keine Hilfe erhielte, trotz seiner starken Gehaltsabzüge für ihn keine Rettung mehr sehe.
So weit war es dann doch nicht gekommen, denn im Sommer 1785 finden wir Kapf mit seinem Kameraden, dem Leutnant Georg Friederich Scharfenstein, auf den Hohen Asperg kommandiert. Dort trafen sie mit dem inhaftierten Christian Friedrich Schubart (* 24. März 1739 in Obersontheim, † 10. Oktober 1791 in Stuttgart) zusammen, der dort in Haft saß.
Schubart war ein unbequemer Journalist und sollte als „Freigeist“ unschädlich gemacht werden. Die von langer Hand vorbereitete Intrige, auf Geheiß von Herzog Karl Eugen, mit der als wahrscheinlich geltenden Mitwirkung der Jesuiten bei Denunziation und Verhaftung, lockte Schubart unter einem Vorwand von Ulm nach Blaubeuren ins Württembergische. Dort wurde er verhaftet und zum Hohen Asperg geschafft. So begann eine über zehn Jahre dauernde Zeit, ohne Anklage, ohne Prozess. Schubart sollte mundtot gemacht werden und dies sollte zur Abschreckung aller Freigeister im Land dienen. Schubarts Haft begann zunächst mit 377 Tagen Totalisolation. Karl Eugen hielt Schubart für eine Art „deutscher Voltaire“ und wollte an ihm ein Exempel statuieren, seine Freigeisterei unter allen Umständen austreiben, um den Widerstandswillen seines Volks zu brechen. Er bediente sich hierzu eines pädagogischen Experiments. Schubart sollte zu einem frommen kirchentreuen Untertanen umerzogen werden. Ein so verwandelter Schubart sollte wohl mehr nützen als ein hingerichteter Freiheitsmärtyrer.
Vom Hohen Asperg schreibt Schubart seiner Tochter Julie am 5. August 1785:
(…) dich grüßte eine Schaar Menschen; das vortreffliche Hügelsche Haus; Scharfenstein, den Mahler deines Vaters, Kapf, den du (fälschlich) zum förmlichen Atheisten umschufst und der braf ist, Ringler, Herr von Scheidle, auch die Mädgen alle auf meiner Erdwarze.




