Hoffmann | Die Quinns: Cameron | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 16, 130 Seiten

Reihe: Die Quinns

Hoffmann Die Quinns: Cameron


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-5855-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 16, 130 Seiten

Reihe: Die Quinns

ISBN: 978-3-7337-5855-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Aufgabe: Sechs Wochen soll Cameron mit 100 Dollar in Vulture Creek, New Mexico überstehen, und schon bei seinem ersten Drink in der Gluthitze fällt ihm eine Frau auf. Wer ist diese exotische Schönheit, die die sengende Sonne über der Wüste kühl erscheinen lässt?



Seit Kate Hoffmann im Jahr 1979 ihre erste historische Romance von Kathleen Woodiwiss las - und zwar in einer langen Nacht von der ersten bis zur letzten Seite - ist sie diesem Genre verfallen. Am nächsten Morgen ging sie zu ihrer Buchhandlung, kaufte ein Dutzend Liebesromane von verschiedenen Autorinnen und schmökerte sie begeistert durch. Zehn Jahre später entschloss sie sich, selbst eine Romance zu schreiben. Kate hatte als Lehrerin, Verkäuferin, Werbekauffrau und in ehrenamtlichen Jobs gearbeitet - aber so richtig glücklich war sie in diesen Jobs nicht. Drei Jahre versuchte sie sich an einem historischen Liebesroman, bis sie zu dem Schluss kam, dass sie dafür nicht die Richtige sei. In dem folgenden halben Jahr verfasste sie eine zeitgenössische Romance, und das gelang ihr auf Anhieb so gut, dass das Manuskript von dem Verlag Harlequin gekauft wurde. Im Jahr 1993 erfüllte sich dann ihr großer Traum: Sie wurde hauptberuflich Romance-Autorin. Kein Wecker, der sie morgens aus dem Schlaf reißt, keine seriösen Kostüme mehr - stattdessen allerdings lange und harte Stunden am Computer. Zurzeit arbeitet sie an ihrem 25. Liebesroman. Sie schreibt für verschiedene Reihen, ist jedoch dem zeitgenössischen Genre treu geblieben. Kate teilt ihr gemütliches kleines Haus mit ihren beiden Katzen Tansing und Tibriz. Sie leben in einem malerischen Dorf im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin.
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1. KAPITEL

Der Bus hielt vor einem schäbigen Café. Eine flackernde Neonreklame für Bier war die einzige Farbe, die Cameron in den letzten zweihundert Meilen gesehen hatte. „Hausgemachte Speisen“, las Cameron auf einem Schild. Wenigstens ein Punkt, der für Vulture Creek in New Mexico sprach. Nach allem, was er bisher mitbekommen hatte, war der Ort kaum mehr als eine staubige Kreuzung irgendwo an der Strecke nach Albuquerque.

Er nahm seine lederne Reisetasche aus dem Fach über dem Sitz und stieg aus. Keiner der anderen Fahrgäste hatte dieses Ziel gewählt, und nach allem, was er durchs Fenster sah, konnten sie sich glücklich schätzen.

Er war aus Seattle angereist, wo es fast jeden Tag regnete und Grün, nicht Braun, die vorherrschende Farbe war. Hier kam er sich wie ein Alien vor, der in einer kargen, fast leblosen Welt gelandet war. Er schirmte die Augen mit der Hand ab und blinzelte in den türkisblauen Himmel. Der Anblick war das Einzige, das ihm bestätigte, dass er sich immer noch auf dem Planeten Erde befand.

Schließlich fuhr der Bus weiter, eine Wolke aus Staub und Abgasen hinter sich lassend. Diese Einöde würde für die nächsten sechs Wochen Camerons Zuhause sein.

Warum hatte sein Großvater Vulture Creek ausgesucht? Die Aufgabe klang einfach – theoretisch. Der alte Mann hatte seine vier Enkelsöhne auf eine Art Sinnsuche in fremde Landesteile geschickt. Sie sollten herausfinden, wer sie wirklich waren und wo sie hingehörten. Dermot steckte irgendwo in Wisconsin, Kieran in Tennessee, Ronan in Maine, und Cameron, der Älteste, war mitten ins Niemandsland verbannt worden.

Sechs Wochen lang sollten sie ein neues Leben ausprobieren, fern vom Familienunternehmen und ihrer vertrauten Umgebung. Cameron verstand die Motive seines Großvaters. Er und seine Brüder hatten schon kurz nach dem Verschwinden ihrer Eltern angefangen, bei Quinn Yachtworks mitzuarbeiten. Sie hatten alle mit angepackt, um den Betrieb zum Erfolg zu führen. Ihnen war kaum eine andere Wahl geblieben; sie hatten es getan, um ihren Großvater dafür zu entschädigen, dass er sie aufgenommen hatte, und um die Trauer zu lindern, die wie eine dunkle Wolke über der Familie hing.

Aber nun war es an der Zeit, über die Zukunft des erfolgreichen Unternehmens zu entscheiden. Es gab einen Interessenten, der die Firma zu einem attraktiven Preis kaufen wollte, und Martin Quinn musste eine Entscheidung treffen – das Geschäft seinen Enkeln überlassen oder es verkaufen und sich in einen Ruhestand voller Luxus zurückzuziehen.

Cameron hatte nie darüber nachgedacht, ob er seinen Lebensunterhalt auch auf andere Weise verdienen könnte. Er hatte sich verpflichtet gefühlt, im Familienbetrieb mitzuarbeiten, und ihm gefiel seine Stellung als Kopf des Design-Teams. Die Arbeit kam seinen künstlerischen Neigungen entgegen, war gut bezahlt und sie wurde nie langweilig.

Sie entsprach seinem Wesen. Ihm gefiel die Jagd als einsamer Wolf nach dem perfekten Design. Er hatte die Kontrolle. Er traf die Entscheidungen. Es war ein ruhiges Leben, ein kontrolliertes Leben und eines, an das er sich sehr gewöhnt hatte. Es passierte niemals etwas Unerwartetes.

Deshalb hielt er diese „Ferien“ für eine nutzlose Übung. Er wusste bereits, wo er hingehörte und was er tun wollte. Er wusste es seit dem Moment, in dem er Familienoberhaupt geworden war, seit dem Tag, an dem seine Eltern offiziell für tot erklärt worden waren. Es war seine Aufgabe gewesen, auf seine jüngeren Brüder zu achten und dafür zu sorgen, dass das Zusammenleben mit ihrem Großvater funktionierte.

Zugegeben, er hatte sich einmal etwas anderes gewünscht. Als Kind hatte er Paläontologe werden wollen, so wie der Held in „Jurassic Park“. Er hatte von exotischen Schauplätzen und schwierigen Ausgrabungen geträumt, von Entdeckungen, die die Geschichte auf den Kopf stellen würden. Doch er hatte diese Träume zum Wohle seiner Familie aufgegeben.

Nach dem Plan seines Großvaters sollten Cameron und seine Brüder nach sechs Wochen nach Hause zurückkehren. Falls sie sich dann wieder in der Firma engagieren wollten, konnten sie es tun. Falls sie irgendwo anders ein neues Leben beginnen wollten, wäre das auch gut. Und falls sie sich alle für ein anderes Leben entscheiden sollten, dann würden sie den Gewinn aus dem Verkauf teilen und sich damit eine neue Existenz aufbauen.

Cameron ging über die Straße zum Lokal. Er würde erst einmal etwas Anständiges essen, danach die Stadt erkunden und sich schließlich eine Busfahrkarte zur nächsten zivilisierten Stadt kaufen. Vulture Creek schien weder Arbeitsmöglichkeiten noch Zerstreuungen zu bieten. Mit Sicherheit erwartete sein Großvater nicht von ihm, dass er hier volle sechs Wochen blieb. Cameron hatte vor, die Zeit an einem angenehmeren Ort abzusitzen.

Als er die Hand schon auf der Türklinke hatte, fuhr langsam ein Pick-up vorbei. Unter seinem zerbeulten Cowboyhut warf ihm der Fahrer einen misstrauischen Blick zu. Cameron nickte grüßend, erhielt aber keine Reaktion. „Gastfreundliche Gegend“, murmelte er.

Beim Eintreten ins Lokal läutete eine Glocke über der Tür. An der Decke drehten sich behäbig einige Ventilatoren, ohne irgendeine Erfrischung zu bringen. Eine kleine Gästeschar war an Tischen in der Nähe des Fensters versammelt. Die Leute saßen vor den Resten ihres Frühstücks, unterhielten sich angeregt und lachten.

Cameron setzte sich an den leeren Tresen. Im hinteren Teil des Raums sah er eine Frau in einer Nische neben der Tür zur Küche sitzen und in ihr Handy sprechen.

Er entspannte sich, griff sich eine Speisekarte und studierte die Preise. Er hatte noch sechs Dollar in bar und eine Tasche voll Kleingeld. Doch sein Großvater hatte jedem von ihnen eine Firmenkreditkarte mitgegeben. Damit würde er seinen Lunch bezahlen und sich anschließend ein Hotelzimmer mit Dusche und einem weichen Bett nehmen.

Eine Frau mittleren Alters kam mit einer Kaffeekanne durch die Schwingtür. Sie schlenderte zum Tresen und stellte Cameron eine Tasse hin. Ihre blaue Bluse war mit ihrem Namen bestickt: Millie.

„Kaffee?“

Cameron schüttelte den Kopf. Es war ihm zu heiß für Kaffee. „Eiswasser“, sagte er. „Das größte Glas, das Sie haben.“

„Zum Frühstück bieten wir heute Denver-Omelett, Blaubeerwaffeln und Steak und Eier an“, zählte sie auf, während sie ihn aufmerksam musterte. „Zum Lunch haben wir Enchiladas mit Schweinefleisch und Hackbraten auf der Karte. Außerdem gibt es Hühnersuppe und Grashopper Pie, heute Morgen frisch gebacken. Was darf’s sein?“

Cameron schaute auf die Uhr über dem Tresen. Obwohl es erst elf war, war ihm nicht mehr nach Frühstück zumute. „Ich nehme den Hackbraten“, antwortete er. „Mit Bratkartoffeln. Haben Sie Bier vom Fass?“

„Nur Flaschen.“

„Geben Sie mir eine von Ihrem besten. Nehmen Sie Kreditkarten an?“

„MasterCard und Visa“, erwiderte sie.

Sie holte ihm ein Bier und goss es in ein Glas in Form eines Cowboy-Stiefels. Cameron nahm einen großen Schluck. Dabei beobachtete er die Frau, die er in der Nische bemerkt hatte. Als sie sich leicht umwandte, stockte ihm der Atem und er verschluckte sich an seinem Bier.

Ihr Gesicht war vorher von einem abgewetzten Cowboyhut aus Stroh verdeckt worden, aber nun hatte sie das Kinn gehoben und zeigte ihr wundervolles Profil. Cameron ertappte sich dabei, wie er auf ihren Mund starrte, während sie sprach. Sie war jünger, als er anfangs gedacht hatte, Mitte zwanzig. Außerdem hatte sie etwas Ungewohntes an sich, etwas leicht Exotisches. Er fragte sich, ob ihr Körper ebenso verführerisch war wie ihre vollen Lippen.

Als sie das Gespräch beendete, wandte er den Blick von ihr ab und beobachtete sie verstohlen im Spiegel hinter der Theke. Gespannt wartete er darauf, dass sie aufstand. Doch als er dann ihren humpelnden Gang bemerkte, schaute er auf sein Bier. Seine Reaktion auf ihre Behinderung irritierte ihn.

Denn obwohl es ihm für sie leidtat, konnte etwas so Unbedeutendes wie ein Hinken nicht das Bild der Perfektion beeinträchtigen, das ihr schönes Gesicht und ihr schlanker Körper boten. Zu seiner Überraschung setzte sie sich ein paar Plätze von ihm entfernt auf einen Barhocker und legte ihren Cowboyhut auf die Theke.

„Millie, ich nehme mir einen Kaffee“, rief sie Richtung Küchentür und strich sich eine Strähne von ihrem rabenschwarzen Haar hinters Ohr. Sie ging hinter den Tresen, holte sich eine Tasse und schenkte sich aus der Kanne ein.

Mein Gott, ist sie schön, dachte Cameron. Dies war der letzte Fleck auf Erden, wo er damit gerechnet hätte, eine interessante Frau zu finden. Und diese Frau reizte ihn mehr als jede andere, die er in den vergangenen fünf Jahren gesehen hatte. Sie trug ein schlabberiges Chambray-Hemd, ausgeblichene Jeans und staubige Cowboystiefel. Nicht gerade der typische Stil der Frauen, die er sonst begehrenswert fand.

Sie nippte an ihrem Kaffee und schaute geradeaus. Cameron nutzte die Gelegenheit, ihr Gesicht genauer zu betrachten. Hohe Wangenknochen und dunkle Augen deuteten auf eine indigene Abstammung hin, aber es war noch etwas anderes da, etwas, das ihre klaren Züge ein wenig weicher wirken ließ.

„Gilt es da, wo Sie herkommen, als höflich, Leute anzustarren?“ Langsam drehte sie sich zu ihm um und musterte ihn kühl.

„Sorry“, murmelte er. „Ich war nur die letzten fünf Tage in einem Bus eingepfercht, ohne dass es etwas Interessantes zu sehen gegeben hätte.“ Er lachte leise. „An diesem Ort so etwas wie Sie zu finden, damit hätte ich nie gerechnet.“

...



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