Huber | Der Klinikkompass | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 188 Seiten

Huber Der Klinikkompass

der Patientenratgeber für einen aktiven und erfolgreichen Krankenhausaufenthalt
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7407-2143-5
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

der Patientenratgeber für einen aktiven und erfolgreichen Krankenhausaufenthalt

E-Book, Deutsch, 188 Seiten

ISBN: 978-3-7407-2143-5
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Patientenratgeber für den Krankenhausaufenthalt Der Klinikkompass Medikament abrupt abgesetzt: Suizidgedanken Markus König: Ich hätte mir beinahe mit einem Messer die Pulsadern aufgeschlitzt, das nur, weil ich ein Medikament von einem Tag auf den anderen abgesetzt habe! Dass dieses Medikament solche Nebenwirkungen hat, dass ich Suizidgedanken entwickle, das hätte ich nie für möglich gehalten. Hätte das verhindert werden können? - Ja Zu wenig Blutplättchen und ein Medikament mit Nebenwirkungen sorgte für eine Hirnblutung und Tod. Sabine Scharte: Wenn ich gewusst hätte, dass ein übliches Medikament bei Hauterkrankungen und zu wenige Thrombozyten (Blutplättchen) im Blut zum Tode meines Vaters führen können, ich hätte mich vorher über die Neurodermitis und die Behandlung informiert, vielleicht würde er dann noch leben. Hätte das verhindert werden können? Ja Damit Du solche Situationen nicht erleben musst, liefert Dir dieses Buch konkrete Tipps, praktische Strategien und Antworten, zu sich über Krankheiten und die Behandlung umfassend informieren Komplikationen, wie Infektionen, Blutungen und Stürze vermeiden. Die richtigen Fragen stellen Die Operation gut vorbereiten Aktiv und erfolgreich durch den Krankenhausaufenthalt Nur wenn alle, also Du als Patientin bzw. Patient, Ärzte, Pflegekräfte und weitere Berufsgruppen im Gesundheitswesen ihrer Verantwortung bewusst sind, kann der Klinikaufenthalt erfolgreich ablaufen und Komplikationen können verhindert werden. Therapie und Pflege ist nur in echter Teamarbeit erfolgreich, in der Patienten eine entscheidende Rolle spielen. Wissen mit Engagement mit Teamarbeit sorgt für einen erfolgreichen Klinikaufenthalt. www.klinikkompass.info

Der Autor Martin Huber, litt an einem Kopftumor, der lange Jahre unerkannt blieb, was mit einen langwierigen Leidensweg mit Symptomen, wie massivem Schwindel, innerer Unruhe, Schluckbeschwerden, Ohrgeräuschen (Tinnitus) und einer Gesichtsnervreizung mit stärksten Schmerzen (Trigeminusneuralgie) verbunden war. Der Tumor, glücklicherweise gutartig, wurde im April 2018 in der Neurochirurgie der Universitätsklinik Freiburg erfolgreich operiert. Der Autor schlüpfte dadurch hautnah in die Patien-tenrolle. Dieser Perspektivenwechsel eröffnete ihm einen hautnahen Blick auf die Situation von Patienten in der Klinik und lieferte ihm viele weitere wertvolle Impulse für dieses Buch. Martin Huber selbst ist von Beruf Gesundheits- und Kranken-pfleger und als Diplom Pflegepädagoge in der Ausbildung von angehenden Pflegekräften in der Altenpflege sowie Ge-sundheits- und Krankenpflege am Oekumenischen Institut für Pflegeberufe in der Ortenau gGmbH in Offenburg engagiert. Als Berufsschullehrer hat er im Rahmen der Begleitung von Auszubildenden in der Pflege vielfältigen Einblick in die pfle-gerische und ärztliche Praxis in unterschiedlichen Kliniken und Fachdisziplinen. Er organisiert Wundexpertenkurse nach Richtlinien der ICW (Initiative Chronische Wunden) und Fachtage für Pflegekräfte, Ärzte und weitere Gesundheitsfachberufe an der Akademie für Gesundheitsberufe und Wundmanagement (Therapiezentrum Chronische Wunden Ortenau) in Lahr.
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1. Die richtige Vorbereitung ist alles

Wie bereite ich mich auf den Krankenhausaufenthalt vor?

Dieter wurde an der Wirbelsäule operiert. Für einige Tage muss er flach im Bett liegen. Überall hat er Schläuche. Eine Nadel steckt noch im Unterarm und zusätzlich hat er eine Nadel im Hals (einen so genannten ZVK = Zentralen Venenkatheter) über die Flüssigkeit über einen Beutel verabreicht wird.

Zusätzlich steckt in seinem Penis ein Schlauch, der über einen Beutel seinen Urin sammelt. Wenn er sich bewegt, zieht es an einer Nadel oder am Penis. Eine unschöne Situation, auf die er sich nicht eingestellt hat. Da er flach im Bett liegen muss, wird ihm das Trinken über einen Plastikbecher mit Trinkhalm gegeben. Er verschluckt sich, obwohl das Bett als schiefe Ebene mit dem Kopfteil erhöht insgesamt nach oben gestellt wurde.

Das Essen ist für ihn auch sehr unangenehm, da ihn die vielen Schläuche an der Hand und das Liegen im Bett behindern.

Nach einigen Tagen steht das erste Aufstehen vor das Bett an. Dieter hat bedingt durch die Schmerzen und auch durch das lange Liegen große Probleme, aus dem Bett zu kommen.

Er sagt sich: „Wenn ich das gewusst hätte, aber niemand hat mir gesagt, dass das auf mich zu kommt!“

Damit so nicht kommt, lohnen sich manche Informationen vorher zu bekommen bzw. sich zu holen und so manche Übungen schon vor einem geplanten Klinikaufenthalt bzw. vor einer Operation zu kennen.

1.1. Wo bekomme ich welche Informationen?

Im Laufe der letzten Jahre haben sich zahlreiche engagierte Verbände und Interessensgruppen hervorgetan, die Checklisten und Hilfestellungen als Vorbereitung auf den Arztbesuch und einen Krankenhausaufenthalt entwickelt. Insbesondere auf www.patienten-information.de oder auf www.patienten-universitaet.de (Checklisten für ihren Arztbesuch1) finden sich umfangreiche Fragenkataloge, die eine gute Hilfestellung bieten. Auf den Punkt gebracht hat es Marion Meiners mit 8 Fragen, die Patienten ihren Ärzten vor einer Behandlung stellen sollten:

Folgende Fragen solltest Du auf jeden Fall stellen:

1. Wie heißt das auf Deutsch?

2. Ist diese Therapie unbedingt notwendig?

3. Gibt es Alternativen

4. Welche Komplikationen/Nebenwirkungen können bei mir auftreten?

5. Gibt es sinnvolle Therapien, die ich selbst zahlen muss?

6. Aus was besteht das Medizinprodukt?

7. Gibt es zu dem Medikament/zur Therapie/zum Medizinprodukt Landzeiterfahrungen?

8. Welche Wechselwirkungen gibt es bei Medikamenten?

Erklärungen zu den einzelnen Fragen

1. Was heißt das auf Deutsch?

Die Informationen zur Erkrankung, Diagnosen und Therapien sollen verständlich sein, damit Du umfassender und informiert wirst.

2. Ist diese Therapie unbedingt notwendig?

Viele Studien belegen, dass z. Bsp. Gebärmutter bei gutartigen Myomen oder die Prostata bei bestimmten Tumoren nicht immer vollständig entfernt werden müssen. In der individuellen Situation sollten Patient und Arzt gut abwägen, wie sinnvoll die Therapie tatsächlich ist.

3. Gibt es Alternativen

Bei vielen Operationen gibt es auch konservative Therapieoptionen, wie z. Bsp. bei einem Bandscheibenvorfall oder einer Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie). Fehlen z. Bsp. Alarmzeichen, wie Blasen-, Darm- oder Muskellähmung bei einem Bandscheibenvorfall, helfen Physiotherapie, spezielles Bewegungstraining und Schmerzmittel laut aktueller Studienlage oft besser. So sieht es auch bei Kniebeschwerden aus.

4. Welche Komplikationen/Nebenwirkungen können bei mir auftreten?

Sinnvoll ist immer abzuwägen, ob der positive Nutzen höher ist, als die Nebenwirkungen. So können Cortisonspritzen in den Wirbelkanal zwar Schmerzen lindern, aber auch Lähmungen, Sehstörungen und sogar einen Schlaganfall hervorrufen.

5. Gibt es sinnvolle Therapien, die ich selbst zahlen muss?

Die sogenannten IGeL-Leistungen (individuellen Gesundheits-Leistungen) können als ergänzende Therapie sinnvoll sein, werden aber (noch) nicht von der Krankenkasse übernommen. So kann die Lichttherapie bei einer Depression eine wertvolle Unterstützung darstellen, für die man gerne in den eigenen Geldbeutel greift. Wichtig ist natürlich, dass durch Studien nachgewiesen werden kann, dass diese Therapien wirksam sind.

6. Aus was besteht das Medizinprodukt?

Viele Medizinprodukte, aber auch Arzneimittel, enthalten Stoffe, die allergische Reaktionen hervorrufen. Z. Bsp. haben manche Medizinprodukte, wie künstliche Gelenke Schrauben mit speziellen Metalllegierungen. Deshalb solltest Du wissen, auf was Du allergisch bist, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

7. Gibt es zu dem Medikament/zur Therapie/zum Medizinprodukt Langzeiterfahrungen?

Gerade bei der immer wieder aufflammenden Diskussion um künstliche Hüftgelenke und andere Medizinprodukte, die über Jahre im Körper bleiben, ist wichtig, ob Stoffe in den Körper gelangen können und dann Entzündungsreaktionen hervorrufen.

8. Welche Wechselwirkungen gibt es bei Medikamenten?

Viele Medikamente beeinflussen sich gegenseitig. Entweder die Wirkung wird herabgesetzt oder verstärkt.

Der Arzt sollte auch wissen, welche rezeptfreien Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, homöopathischen oder pflanzlichen Präparate Du einnimmst.

Nur wenn es einen umfassenden Medikationsplan gibt, können Risiken frühzeitig eingeschätzt werden. Apotheker haben dazu spezielle Datenbanken, die individuelle Informationen liefern.

Am Besten
Du wartest nicht ab, bis etwas schief läuft,
sondern stellst von Anfang an
die richtigen Fragen!

Folgende Fragen können hilfreich sein:

  • Vertragen sich die Medikamente mit meinen anderen?
  • Normalerweise erhalte ich eine andere Anzahl an Tabletten. Was ist der Grund für die Änderung?
  • Diese Tabletten sehen anders aus als die, die ich sonst erhalte. Können Sie mir bitte sagen, was das für ein Medikament ist und weshalb es mir verordnet wurde?

Tipp (falls möglich):

Falls die Operation bzw. der Krankenhausaufenthalt geplant ist, lohnt sich evtl. zuvor ein Besuch in den Kliniken, die zur Auswahl stehen. Schon im Eingangsbereich nimmst Du viele Informationen auf und erkennst auch schnell die Atmosphäre der Einrichtung.

1.2. Übung macht den Meister

Das Essen im Bett üben

Normalerweise ist es ein Traum, sich das Frühstück ans Bett bringen zu lassen. Nutze das unter dem Vorwand der Krankenhausvorbereitung gerne einmal aus, denn Übung macht den Meister. Lass Dir von Deinem Partner, Deinen Kindern oder Freunden einmal das Essen ans Bett bringen oder richte Dir selbst einmal Essen und Trinken und lege Dich dann ins Bett.

Essen und Trinken im Bett ist eine besondere Herausforderung, besonders wenn man Schläuche an den Armen hat.

Nach bestimmten Operationen, wie zum Beispiel Wirbelsäulen-OPs, wird das Bett flach gestellt und eine schiefe Ebene erzeugt, also das Bett insgesamt gekippt.

Wichtig ist deshalb, dass Du das Bett zu Hause wenn möglich flach stellst, wenn keine Deiner Erkrankungen, wie Herz- oder Atemwegserkrankungen dagegen spricht. Versuche zu essen und zu trinken, um das in etwa zu simulieren. Dann fällt Dir das Essen liegend im Bett im Krankenhaus wesentlich leichter.

Das Aufstehen aus dem Bett üben

Stelle Dir vor, Du darfst nicht auf eines Deiner Beine stehen oder Du musst nach einer Operation bei jeder Bewegung vorsichtig sein. Folgende Übungen sind daher sinnvoll:

Einen Stuhl ans Bett stellen und dann versuchen, sich mit einem Bett von der Bettkante auf den Stuhl zu setzen.

Auf dem Rücken im Bett liegen, dann sich auf die Seite vorsichtig drehen, Beine seitlich über die Bettkante hängen lassen und mit dem Arm den Oberkörper aufrichten.

Koffer bzw. Tasche griffbereit richten

Eine Krankenhauseinweisung ist oft geplant, kommt aber auch unverhofft. Da sollte es schnell gehen. Deshalb ist es sinnvoll, schon einen Koffer mit entsprechenden Dingen gepackt auf dem Kleiderschrank griffbereit gerichtet zu haben.

1.3. Checkliste Vorbereitung Klinik-Aufenthalt

Kofferpacken aber richtig

  • Koffer oder große Tasche

Kleidung, wie

  • Schlafanzug bzw. Nachthemd
  • Bequeme Oberbekleidung, wie Trainingsanzug
  • Unterwäsche + Socken
  • bei Bedarf Morgenmantel
  • Badeschlappen
  • rutschfeste Hausschuhe

Wasch- bzw. Kulturbeutel

  • Mundpflegeutensilien, wie Zahnbürste, Prothesenbecher, Zahnpasta
  • Duschgel
  • Einmalwaschlappen
  • Handtücher/Waschlappen
  • Bei Bedarf...



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