III Star Trek - The Original Series 2
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-942649-57-5
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Feuertaufe: Spock - Das Feuer und die Rose
E-Book, Deutsch, Band 2, 410 Seiten
Reihe: Star Trek - The Original Series
ISBN: 978-3-942649-57-5
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
David R. George III. hat sieben Star Trek-Romane und eine -Novelle verfasst, sowie die Geschichte zu einer Episode von Voyager geliefert. Seine Bücher standen auf den Bestsellerlisten der New York Times und von USA Today, und seine TV-Episode 'Das oberste
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EINS
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Der durchsichtige Aufzug glitt geräuschlos an der Außenwand des Turms aus Stahl und Glas nach oben. Um das funkelnde Bauwerk herum erstreckte sich Pil Stornom, die zweitgrößte Stadt auf Rigel IV und der Sitz der planetaren Regierung. Hohe und niedrige Gebäude wetteiferten zwischen üppigen Parklandschaften um Platz für ihre Fundamente, und in der Mitte der modernen Großstadt befand sich ein See mit rötlich gefärbtem Wasser. Einheimische wie Besucher spazierten die Fußgängerwege entlang, während Flugkapseln über ihre Köpfe hinwegsausten.
Spock war an Bord der von der Erde hergereist. Er war gestern angekommen, rechtzeitig für sein heutiges Treffen mit Lanitow Irizal, dem Direktor der Föderationsabteilung für interplanetare Angelegenheiten. Irizal hatte persönlich um Spocks Anwesenheit im Hauptquartier der Abteilung ersucht. Vermutlich wollte er, dass der Vulkanier seine Aussage bezüglich der vor Kurzem erfolgten Verschwörung zur Ermordung der Staatsoberhäupter des Klingonischen Imperiums und der Vereinigten Föderation der Planeten verdeutlichte oder erweiterte. Gemeinsam mit Captain Kirk und Captain Sulu sowie den Besatzungen der und der hatte Spock dabei geholfen, die Verschwörung zu vereiteln. Letztendlich hatte diese darauf abgezielt, die militärischen Spannungen im Alpha- und Beta-Quadranten aufrechtzuerhalten. Er und seine ehemaligen Schiffskameraden waren bereits mehrfach von Mitgliedern des Sternenflottenkommandos und des Föderationsrates zu dieser Sache befragt worden.
Als der Regen einsetzte und gegen die Wände des Aufzugs prasselte, dachte Spock an seine alten Mannschaftskollegen – und besonders an Captain Kirk. Nach der Khitomer-Affäre war die jahrzehntealte außer Betrieb genommen worden, und die Kommandooffiziere hatten daraufhin verschiedene Wege eingeschlagen. Die meisten hatten sich für andere Posten verpflichtet: Dr. McCoy bei der Medizinischen Abteilung der Sternenflotte, Uhura beim Geheimdienst und Chekov bei einer Bodenmission, während er darauf wartete, dass auf irgendeinem Schiff die Stelle des Ersten Offiziers frei wurde. Mr. Scott hatte beschlossen, seinen Ruhestand anzutreten. Er plante die Erde zu verlassen, um sich in der Norpin-Kolonie niederzulassen. Und Captain Kirk ... nun, zu jedermanns Überraschung hatte auch er sich für den Ruhestand entschieden. Er hatte von der Überpolitisierung der Sternenflotte gesprochen, eine Meinung, zu der Spock selbst beigetragen hatte, indem er dem Captain vorschlug, das Schiff des klingonischen Kanzlers zu treffen und in den Föderationsraum zu begleiten.
Jim hatte die Sternenflotte schon einmal verlassen. Das war vor dreizehn Jahren gewesen, nachdem die von ihrer Reise zur Wassermannformation zurückgekehrt war. Damals konnte niemand, der den Captain kannte, seine angeblichen Gründe für den Ruhestand nachvollziehen. Und niemand glaubte, dass dieser Zustand von Dauer sein würde. Nach vier Jahren und einer gescheiterten Beziehung war Jim dann tatsächlich in den aktiven Dienst zurückgekehrt und hatte schließlich auch wieder auf der Brücke eines Raumschiffs gestanden. Nun glaubten viele seiner Freunde, dass sich dieses Muster wiederholen müsse. Spock war sich da jedoch nicht so sicher. Er hatte Jim das letzte Mal vor einem Monat bei einer Anhörung gesehen, als sie von einem Tribunal, bestehend aus drei Admirals, zur Verschwörung befragt worden waren. Zu diesem Zeitpunkt hatte Spock bei seinem Freund eine tiefe und beständige Melancholie bemerkt. Diese Emotion gehörte seit Langem zur Persönlichkeit des Captains und Spock selbst hatte nicht wenig dazu beigetragen. Allerdings hatte ihm Dr. McCoy vor Kurzem eröffnet, dass Jim in letzter Zeit extrem gefährlichen Freizeitbeschäftigungen nachging: Er seilte sich in der Kristallschlucht ab, tauchte in den Alandros-Höhlen und unternahm Floßfahrten über Lavaströme. Diese Kombination aus Niedergeschlagenheit und Waghalsigkeit bereitete Spock Sorgen. Obwohl er momentan noch nicht wusste, was er sagen würde, beschloss er, Jim so bald wie möglich aufzusuchen und mit ihm zu reden.
Durch die Wand des Aufzugs sah Spock, dass sich die dunklen Wolken, die sich an diesem Morgen über der Stadt versammelt hatten, nun wieder auflockerten. Regentropfen trommelten rhythmisch auf das Dach der Kabine, die im achtundsiebzigsten Stock endlich anhielt. Nur drei Stockwerke höher lag die Aussichtsplattform, die das Dach des Wolkenkratzers bildete. Nachdem Spock seine Uniform zurechtgezogen hatte, trat er aus dem Aufzug in einen großen Empfangsbereich. Der Raum war in matten Farben gehalten und mit zahlreichen Skulpturen und Gemälden verziert. Spock erkannte eine Schnitzerei der Künstler aus der New-Dakar-Siedlung auf Ophiucus III. Eines der Ölgemälde identifizierte er als die Arbeit von Lura bn Zel vom Planeten Zandro. Spock vermutete, dass all diese Kunstwerke von verschiedenen Welten stammten und als Symbol für die Charta der Abteilung für interplanetare Angelegenheiten dienen sollten, laut der die Interaktion und Kooperation zwischen weit entfernten Zivilisationen gefördert werden musste.
In der gegenüberliegenden Wand gingen Türen in verschiedene Korridore ab, die vom Eingangsbereich wegführten. Zwischen ihnen, direkt gegenüber dem Aufzug, befand sich ein großer Schreibtisch aus Eschenholz, hinter dem ein rigelianischer Chelone saß. Spock ging auf den zweifüßigen Reptiloiden zu, der die graugrüne Haut, den stumpfen Schnabel sowie die großen dunklen Augen aufwies, die für seine Spezies typisch waren. Hinter dem Chelonen hingen zwei Banner. Das linke zeigte das weiß-blaue Emblem der Föderation, das auf der rechten war burgunderrot und mit dem Emblem der Abteilung für interplanetare Angelegenheiten versehen. Dieses bestand aus gelborangen Sternen, die durch ein Netzwerk elegant geschwungener Linien miteinander verbunden waren.
»Kann ich Ihnen helfen?«, fragte der Rezeptionist mit einer leisen zischenden Stimme und blinzelte dabei mit den Membranen, die über seinen Augen lagen. An der vorderen Kante des Schreibtischs befand sich ein geschliffener Block aus Murinit, in den der Name TELSK eingraviert war. Spock nannte seinen Namen und den Grund für seine Anwesenheit und unterzog sich dann einem Handflächen- und einem Netzhautscan. Nachdem Telsk seinen Termin bestätigt hatte, kontaktierte er Irizals Assistenten Rinsit. Rinsit, bei dem es sich ebenfalls um einen Chelonen handelte, erschien einen Moment später im Empfangsbereich und führte Spock durch mehrere Korridore zum Büro des Direktors.
Irizal erhob sich von seinem großen Schreibtisch, auf dem ein halbes Dutzend Datentafeln sowie ein gewaltiges aufgeschlagenes Buch mit eng bedruckten Seiten lagen. Hinter ihm bot ein Panoramafenster einen beeindruckenden Ausblick auf die Stadt, die momentan von einem verregneten Grau eingehüllt wurde. Bücherregale bedeckten die anderen drei Wände des Büros, und Spock bemerkte, dass eine recht große Anzahl der Bände in anderen Sprachen als Föderationsstandard verfasst waren.
Irizal kam auf ihn zu und neigte zur Begrüßung seinen Kopf, sobald er vor ihm stand. »Vielen Dank, dass Sie gekommen sind, Captain Spock«, sagte der Direktor. Obwohl er von kleiner Statur war, sprach er mit einer tiefen volltönenden Stimme. Er stammte von Altair VI und unterschied sich rein äußerlich nur durch die Anzahl seiner Finger – von denen er sechs an jeder Hand hatte – von einem Menschen.
Spock neigte ebenfalls seinen Kopf. »Es ist meine Pflicht als Föderationsbürger, und ich bin gerne bereit, der Abteilung für interplanetare Angelegenheiten jede Unterstützung zukommen zu lassen, die von mir erbeten wird.«
Der Direktor lachte. Es war ein scharfes, lautes Geräusch. »Ha! Ich will hoffen, dass das stimmt.«
»Ich versichere Ihnen, dass es so ist«, erwiderte Spock, den Irizals Reaktion ein wenig verblüffte. »Ansonsten hätte ich die Reise hierher nicht auf mich genommen.«
»Natürlich, natürlich«, sagte der Direktor. »Aber Sie sollten vielleicht erst einmal abwarten, was die AIA von Ihnen will, bevor Sie sich dazu bereiterklären.«
»In Anbetracht der aktuellen Situation zwischen der Erde und Qo’noS sowie der diplomatischen Natur der Abteilung, ging ich davon aus, dass ich hierher gebeten wurde, um weitere Einzelheiten über die Ermordung Kanzler Gorkons sowie den Anschlag auf Präsident Ra-ghoratreii zu liefern.«
»Ah, ich verstehe«, sagte Irizal. »Das ergibt Sinn.« Er deutete mit einer Hand auf eine Ecke des Büros, wo ein runder Tisch und vier Stühle standen. »Warum setzen wir uns nicht, dann kann ich Ihnen erklären, warum ich Sie hergebeten habe.«
Spock ging zur Sitzgruppe hinüber und nahm Platz. Dabei betrachtete er das Tablett, das sich auf dem Tisch befand und auf dem eine Auswahl geschnittener Früchte und Käsesorten lag. Er sah keilförmige Stücke , eine rote von...




