James / Smith | Kid Normal (2). Die Schurken sind los! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 320 Seiten

Reihe: Kid Normal

James / Smith Kid Normal (2). Die Schurken sind los!


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-401-80814-7
Verlag: Arena Verlag eBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 320 Seiten

Reihe: Kid Normal

ISBN: 978-3-401-80814-7
Verlag: Arena Verlag eBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Murphs Leben als Normalo-Superheld ist aufregend - und voller Fragen: Bekommt er jetzt ein Heldenkostüm? Einen Gürtel mit coolen Waffen? Oder zumindest einen Butler, der Ratschläge erteilt, wenn ihm das Heldendasein mal über den Kopf wächst? Inzwischen kennen Murph und die Supernullen die Antworten auf all diese Fragen. Sie lauten - in beliebiger Reihenfolge - nein, nein und nein. Als sich tief unter dem Gefängnis für abtrünnige Superhelden etwas Unheilvolles zusammenbraut, müssen die Supernullen ihre mehr oder weniger brauchbaren Superkräfte vereinen. Denn 'die Elster', der größte Schurke, den die Welt je gesehen hat, verlangt nur eines: 'Bringt mir Kid Normal!'

Greg James und Chris Smith sind in Großbritannien echte Stars und landesweit bekannt aus Radio und Fernsehen. Greg James ist Moderator auf BBC 1 und präsentiert u.a. die offiziellen britischen Charts. Er hat keine Superkräfte. In seiner Freizeit überlegt er sich gerne, wie es wäre, Hobbys zu haben. Denn inzwischen hat er alle seine Hobbys zum Beruf gemacht. Chris Smith ist preisgekrönter Journalist und Radiomoderator. In seinem früheren Leben legte er eine glanzvolle literarische Karriere hin und gewann 1981 den H.E.-Bates-Kurzgeschichtenwettbewerb (in der Kategorie 'unter zehn Jahre'). Auch Chris besitzt keine Superkräfte. Er tut aber gerne so, als könnte seine Katze Mabel fliegen, indem er sie hochnimmt und mit ihr herumrennt. KID NORMAL ist das erste gemeinsame Buch der beiden, das international große Aufmerksamkeit bekam und in sechzehn Sprachen übersetzt wurde.
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1

Der Schatz von Amasis

Ein Team von Superhelden auf Verbrecherjagd anzuführen, ist gar nicht so leicht – vor allem, wenn du es vor deiner Mum geheim halten musst.

Wenn man dann auch noch bis halb neun zu Hause sein soll, dachte Murph Cooper mit einem Blick auf seine Uhr, wird es ganz schön knifflig.

Murph hatte seiner Mum versprechen müssen, rechtzeitig zum traditionellen Fast-Food-Essen zu Hause zu sein, das es immer am letzten Tag der Sommerferien gab. Inzwischen war es bereits zwanzig vor acht und er hatte noch nicht einmal damit angefangen, die Welt zu retten.

»Showtime«, sagte Murph zu seinem Team. »Los geht’s!«

Die fünf Mitglieder der Supernullen schlichen den Kiesweg entlang. Vor ihnen ragte ein eindrucksvolles Gebäude auf. An dem Messingknauf der breiten Flügeltür hing ein großes Schild. Darauf stand: MUSEUM GESCHLOSSEN.

Murph gab den anderen ein Zeichen und gemeinsam gingen sie hinter einem prachtvollen Brunnen in Deckung.

»Wir sind da«, wisperte er über das Plätschern des Wassers hinweg.

»Mit wem haben wir es diesmal zu tun?«, fragte Mary. Ihr gelber Regenmantel leuchtete im Licht der Abendsonne. »Liefert der HELO-Transmitter zur Abwechslung mal nützliche Informationen?«

Murph zog ein Gerät aus der Tasche, das auf den ersten Blick wie ein Handy aussah, und starrte auf das grün schimmernde Display. Ganz oben flimmerte ein Lauftext: RAUB ÜBERFALLTÄTER NEUTRALISIEREN.

Darunter war eine Karte zu sehen, auf der das Museum mit einem blinkenden Blitzsymbol markiert war. Gleich daneben kennzeichnete ein N mit kleinen Flügeln ihre eigene Position. Bei dem sogenannten HELO-Transmitter handelte es sich um einen speziellen Apparat, mit dem die Supernullen und der Geheimbund sich bei Missionen verständigen konnten. Murph hatte das Gerät vor einigen Monaten von Miss Flint bekommen, der Chefin des Geheimbunds. Damals waren die Supernullen als jüngste Mitglieder in diese legendäre und geheimnisumwobene Organisation aufgenommen worden. Murph dachte an den Tag zurück. Die Supernullen hatten nicht gewusst, was sie erwartete. Wie geht es weiter, nachdem man ein Superheld geworden ist? Gibt es ein Spezialgeschäft für Heldenkostüme? Bekommt man einen Gürtel mit coolen Waffen und dazu jede Menge tolles Zubehör? Hat man plötzlich einen runzligen alten Butler zu Hause, der kluge Ratschläge erteilt, wenn einem das Heldendasein mal über den Kopf wächst?

Inzwischen kannte Murph die Antworten auf all diese Fragen. Sie lauteten – in beliebiger Reihenfolge – Nein, Nein und Nein.

Soweit Murph das beurteilen konnte, hatte die heutige Welt der Helden nicht mehr viel mit dem »Goldenen Zeitalter« vergangener Jahrzehnte zu tun. Inzwischen arbeiteten Helden nur noch im Verborgenen. In Zeiten, in denen Menschen sich vor allem fürchteten, was anders oder schwer verständlich war, würde ein Superheld in Aktion vermutlich eine Massenpanik auslösen. Daher erfüllten die Helden ihre Missionen verdeckt, während der Geheimbund ihnen nur die notwendigsten Informationen zur Verfügung stellte. Es gab keine jubelnden Menschenmengen mehr, keine Zeitungsschlagzeilen und schon gar keine Kostüme. Und doch hatte das grüne Licht des HELO-Transmitters diesen Sommer schon ein paar Mal aufgeleuchtet – das Zeichen dafür, dass der Geheimbund einen Auftrag für die Supernullen hatte. Kostüm hin oder her, Murphs Herz hatte dabei jedes Mal einen kleinen Hüpfer gemacht wie ein übermütiges Lämmchen auf der Wiese.

»Wir wissen nur, dass Diebe im Museum sind«, sagte er zu Mary und betrachtete nachdenklich die geschlossene Tür. »Den Haupteingang können wir nicht nehmen. Die Einbrecher würden uns sofort entdecken.«

Es war schwül. Murph zupfte an seinem T-Shirt, das ihm am Rücken klebte, und überlegte, wie sie ins Museum gelangen könnten. Sein Blick glitt über die sandfarbene Fassade. Hoch oben entdeckte er ein Fenster, das einen Spalt geöffnet war. Darunter befand sich ein breiter Sims und daneben blinkte das rote Licht einer Überwachungskamera.

»Nellie«, flüsterte Murph und drehte sich zu dem Mädchen um, das ganz hinten stand. »Wir müssen die Kamera ausschalten.«

Nellie, die trotz der Hitze wie immer zerrissene Jeans und einen Schlabberpulli trug, streckte wortlos den Daumen hoch und trat hinter dem Brunnen hervor. Dann huschte sie von einem Busch zum anderen, um nicht von der Kamera erfasst zu werden. Vor dem Gebäude hob sie den Arm und hielt die Handfläche hoch.

Die Wolken über dem Museum verdunkelten sich. Donner grollte und plötzlich schlug ein Blitz in die Kamera ein. Funken sprühten, dann sauste die Kamera in die Tiefe. Vom Himmel schoss noch ein kleinerer Blitz auf Nellie herab und verschwand in ihrer Hand. Blaue Flammen tanzten über ihre elektrisch aufgeladenen Finger.

Nellie zerschnitt mit ihrer leuchtenden Hand die Luft, dann legte sie die Finger um die Augen wie ein Fernglas, um ihren Freunden zu signalisieren: »Kamera aus.« Aufgeschrieben klingt das total bescheuert, aber versuch’s mal selbst, dann weißt du, was wir meinen.

»Gut gemacht, Nellie!«, rief Murph, während alle zu ihr rannten. »Okay, jetzt nichts wie rein.« Er wandte sich an Mary. »Wärst du bitte so nett?«

Mary nickte. Sie zog einen gelben Schirm aus der Tasche ihrer Regenjacke und drückte den Knopf am Griff. »Festhalten!«

»Oh nein! Wen sollen wir festhalten, den Dieb? Wo ist er?!«, fragte Billy, der immer schnell in Panik geriet.

Mary blickte ihn stirnrunzelnd an. »Nein, ihr sollt meinen Schirm festhalten …«, erklärte sie betont langsam.

Billy verzog den Mund. Das internationale Zeichen für: »Ups, sorry!«

Alle umklammerten den Griff des Schirms, dann hoben sie ab wie … puh, das ist gar nicht so leicht, einen passenden Vergleich zu finden. Sie sahen aus wie eine fliegende Traube aus Kindern. Oder wie fünf kinderförmige Fische an einem überdimensionierten Angelhaken. Vor allem aber wie fünf Kinder, die sich an einem fliegenden Schirm festhielten.

Mary steuerte den Fenstersims an.

»Was meint ihr, worauf haben es die Diebe abgesehen?«, fragte Murph, während sie immer höher stiegen. Er wohnte noch nicht lange in der Stadt und bisher hatte er nicht einmal gewusst, dass es hier ein Museum gab. »Ist dadrin etwas besonders Wertvolles ausgestellt?«

Seine Freunde zuckten mit den Schultern.

»Angeblich gibt es hier eine Dauerausstellung über die Geschichte des Käsehobels«, flüsterte Billy.

»Mein Dad ist total begeistert von der Sammlung alter Holzblasinstrumente«, sagte Hilda, das fünfte Mitglied der Supernullen. Ihre roten Locken kitzelten Murphs Nase. »Das Museum besitzt das älteste Fagott der ganzen Region«, fügte sie aufgeregt hinzu.

Murph verzog das Gesicht. »Ich glaube nicht, dass jemand das klauen will«, erwiderte er. »Und falls doch, dann wäre die Stadt den Dieben vermutlich sogar dankbar. Ich schlage vor, wir gehen rein und sehen uns ein bisschen um.«

Die fünf Supernullen landeten auf dem Sims und kletterten nacheinander durch das offene Fenster in einen dämmrigen Raum. An den Wänden reihten sich Glasvitrinen, in denen Hüte ausgestellt waren.

Du hast richtig gelesen: In einem Museum, das eine Käsehobelsammlung zu bieten hatte, waren die Supernullen ausgerechnet in der Hutabteilung gelandet – dem langweiligsten Raum des ganzen Museums und vielleicht sogar der ganzen Welt.

»Das ist echt zum Gähnen«, murmelte Murph, während er den Text auf der Schrifttafel neben einer Vitrine las.

Diesen Hut trug Sir Thomas Wimpole am Tag der Hochzeit seiner Nichte dritten Grades mit dem Herzog von Carlisle. Das Exponat stellt ein Glanzstück der Hutmacherkunst aus der Spätzeit der Regency-Epoche dar. Die Kopfbedeckung ist aus feinstem kanadischem Otterleder gefertigt und mit kunstvollem Besatz aus Mäusefell verziert. Himmel noch mal, Murph, warum liest du die Beschreibung zu diesem lächerlichen Hut?

Erst nach ein paar Sekunden fiel Murph auf, dass der letzte Satz gar nicht auf dem Schild stand. Mary hatte ihm die Worte ins Ohr gezischt.

»Tut mir leid«, sagte er. »Wer aus diesem Museum etwas klauen will, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.«

»Die Einbrecher sind nicht hinter Hüten her …«, fing Maryan.

»Natürlich nicht. Wer will bei dieser Hitze schon einen Hut tragen?«, meldete Billy sich zu Wort. »Da schwitzt man doch total am Kopf.«

»Nein, das meine ich nicht. Die Hüte sind keine wertvolle Beute, aber …«, setzte Mary erneut an.

»Ist das nicht ein toller Hut?«, rief Hilda und drückte ihre Nase an einer Vitrine platt. »Er ist wunderschön! Ein Pferdehut aus den 1920er-Jahren! Er hat sogar zwei Löcher für die kleinen Ohren.« Billy und Nellie eilten zu ihr. Selbst Marys Neugier schien geweckt zu sein.

Als Anführer eines Heldenteams auf Verbrecherjagd hat man es wirklich nicht leicht, dachte Murph. Man muss zum Beispiel aufpassen, dass sich nicht plötzlich alle von verrückten Hüten ablenken lassen.

»Können wir uns bitte wieder auf unsere Mission konzentrieren?«, fragte er mit zusammengebissenen Zähnen. »Mary wollte gerade etwas Wichtiges sagen.«

»Ach ja, stimmt«, erwiderte Mary. »Die Diebe haben es vermutlich auf das hier abgesehen …« Sie deutete auf ein buntes Plakat neben der Tür.

DER SCHATZ VON AMASIS

Bewundern Sie die kostbaren Juwelen aus dem Grab eines ägyptischen Pharaos!

NUR DIESE WOCHE ZU...



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