E-Book, Deutsch, 666 Seiten
Reihe: SAP Press
Käber Warehouse Management mit SAP
4. Auflage 2021
ISBN: 978-3-8362-8439-4
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Effektive Lagerverwaltung mit WM
E-Book, Deutsch, 666 Seiten
Reihe: SAP Press
ISBN: 978-3-8362-8439-4
Verlag: Rheinwerk
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Leere Läger oder explodierende Lagerkosten? Mit diesem Buch können Sie beides vermeiden! Es stellt sowohl die Abläufe in der Lagerverwaltung als auch die Funktionen und das grundlegende Customizing von WM umfassend dar. Anhand zahlreicher Beispiele lernen Sie, wie Sie Ihre Prozesse verbessern und neue Prozesse effizient einsetzen können. Ob Sie WM implementieren, optimieren oder in der Fachabteilung nutzen : André Käber zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Lager schnell und vor allem nachhaltig optimieren.
- Prozesse in der Lagerverwaltung mit SAP ERP und SAP S/4HANA
- Funktionen, Customizing und Anwendung von WM
- Mit vielen Tipps und anschaulichen Praxisbeispielen
- Inkl. SAP Extended Warehouse Management (EWM) und SAP S/4HANA Stock Room Management
Aus dem Inhalt:
- Betriebswirtschaftliche Grundlagen
- Organisationsstrukturelemente
- Stammdaten und Bestandsverwaltung
- Wareneingangsprozess und Einlagerungsstrategien
- Auslagerungssteuerung
- Produktionsversorgungsstrategien
- Warenbewegungen und operative Lagerprozesse
- Lieferabwicklung
- Lagerprozess- und Materialflussoptimierung
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. Einleitung ... 17
2. Betriebswirtschaftliche Grundlagen der Lagerhaltung ... 21
2.1 ... Bedeutung der Lagerlogistik ... 21
2.2 ... Einfluss aktueller Markttrends auf die Lagerlogistik ... 22
2.3 ... Lagerkosten ... 23
2.4 ... Funktionen der Lagerhaltung ... 24
2.5 ... Kosteneffekte der Lagerhaltung ... 27
2.6 ... Lagerprozess ... 30
2.7 ... Lagerarten ... 31
2.8 ... Lagerverwaltung ... 32
2.9 ... Inventur ... 39
2.10 ... Funktionen von Lagerverwaltungssystemen ... 40
3. Organisationsstrukturelemente in WM und SAP LES ... 45
3.1 ... Übergreifende Organisationsstruktur von WM und LES ... 46
3.2 ... LES mit und ohne WM ... 48
3.3 ... Organisationseinheiten ... 51
3.4 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 77
4. Stammdaten und Bestandsverwaltung in WM ... 79
4.1 ... Lagerplatzstammdaten ... 79
4.2 ... Materialstammdaten ... 84
4.3 ... Gefahrstoffstammdaten ... 94
4.4 ... Chargenstammdaten ... 96
4.5 ... Mindesthaltbarkeitsdatum/Verfallsdatum ... 98
4.6 ... Bestandsverwaltung ... 99
4.7 ... Lagerung unterschiedlicher Mengeneinheiten in WM ... 102
4.8 ... Lagereinheitenverwaltung in WM ... 104
4.9 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 107
5. Elemente der Prozesssteuerung in WM ... 109
5.1 ... Bewegungsarten ... 109
5.2 ... Transportbedarfe ... 122
5.3 ... Umbuchungsanweisungen ... 125
5.4 ... Transportaufträge - zentrale Belege in WM ... 127
5.5 ... Bewegungssonderkennzeichen ... 137
5.6 ... Lagerortsteuerung ... 142
5.7 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 150
6. Wareneingangsprozesse und Einlagerungsstrategien in WM ... 151
6.1 ... Wareneingangsprozesse in SAP ERP ... 151
6.2 ... Steuerung der Einlagerung ... 172
6.3 ... Einlagerungsstrategien von WM ... 176
6.4 ... Weitere Bestandteile des Einlagerungsprozesses ... 195
6.5 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 201
7. Auslagerungssteuerung in WM ... 203
7.1 ... Auslagerungssteuerung ... 203
7.2 ... Auslagerungsstrategien ... 208
7.3 ... Weitere Steuerungskriterien der Auslagerung ... 218
7.4 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 228
8. Produktionsversorgungsstrategien in WM ... 229
8.1 ... Betriebswirtschaftliche Grundlagen ... 229
8.2 ... Grundlagen der Fertigungsarten und der Materialbereitstellung in SAP ERP ... 230
8.3 ... Produktionsversorgung ohne WM-Bereitstellung ... 233
8.4 ... Produktionsversorgung mit WM-Bereitstellung ... 236
8.5 ... Kanban-Bereitstellung ... 255
8.6 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 267
9. Warenbewegungen und operative Lagerprozesse in WM ... 269
9.1 ... Grundlagen von Umlagerungen in SAP ERP ... 269
9.2 ... Lagerinterne Umlagerungen ... 271
9.3 ... Umlagerungen zwischen Lagerorten ... 281
9.4 ... Umbuchungen ... 313
9.5 ... Sperren von Lagerplätzen, Lagereinheiten und Lagerbeständen ... 321
9.6 ... Nachschubprozesse in WM ... 325
9.7 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 340
10. Lieferabwicklung in WM ... 341
10.1 ... Gesamtprozess der Auslagerung zum Kundenauftrag ... 341
10.2 ... Lieferbezogene Kommissionierung (Einzelauftragsbearbeitung) ... 351
10.3 ... Sammelgangsbearbeitung von Lieferungen ... 356
10.4 ... Lieferübergreifender Transportauftrag ... 362
10.5 ... Zweistufige Kommissionierung ... 365
10.6 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 369
11. Weitere Grundfunktionen in WM ... 371
11.1 ... Handling Unit Management ... 371
11.2 ... Chargenverwaltung in WM ... 396
11.3 ... Gefahrstoffverwaltung in WM ... 403
11.4 ... Inventurabwicklung in WM ... 426
11.5 ... Operatives Lagercontrolling in WM ... 445
11.6 ... Leistungsdatenberechnung in WM ... 463
11.7 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 474
12. WM-Komponenten zur Lagerprozess- und Materialflussoptimierung ... 475
12.1 ... Mobile Datenerfassung mit SAP Radio Frequency ... 475
12.2 ... Dezentrale Lagerverwaltung mit WM ... 513
12.3 ... Prozessoptimierung mit dem Task & Resource Management System (TRM) ... 523
12.4 ... Yard Management ... 537
12.5 ... Cross-Docking ... 559
12.6 ... Prozessoptimierung in Supply-Chain-Execution-Prozessen durch RFID und Event Management ... 568
12.7 ... SAP Auto-ID Infrastructure ... 579
12.8 ... Änderungen in SAP S/4HANA Stock Room Management ... 591
13. SAP Extended Warehouse Management (EWM) ... 595
13.1 ... Lagermodellierung ... 596
13.2 ... Prozesse in SAP EWM ... 599
13.3 ... Radio-Frequency-Framework ... 624
13.4 ... Integration mit SAP Transportation Management (TM) ... 625
13.5 ... Evolution von SAP EWM 9.0 zu SAP S/4HANA 1909 ... 629
14. SAP S/4HANA Stock Room Management ... 631
14.1 ... Funktionale Unterschiede ... 631
14.2 ... SAP-Lagerlösungen im Vergleich ... 634
14.3 ... Migration von WM nach SAP S/4HANA Stock Room Management ... 638
A. Glossar ... 641
B. Literaturverzeichnis ... 649
Der Autor ... 651
Index ... 653
2.8 Lagerverwaltung
Die Lagerverwaltung ist der Mittelpunkt des Lagermanagements. Sie hat einerseits alle verfügbaren Lagerplätze zu überwachen und deren Nutzung zu optimieren (Lagerplatzverwaltung). Andererseits müssen die Bestände (Mengenverwaltung) sowie die dazugehörigen Ein- und Ausbuchungen gesteuert und festgehalten werden. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Funktionen zur Kontrolle bestimmter Lageraktivitäten. Die folgenden Abschnitte stellen Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Lagerverwaltung vor.
2.8.1 Zentrale vs. dezentrale Lagerhaltung
Die Lagerhaltung kann zentral oder dezentral organisiert sein. Es sind auch Mischformen möglich. In der zentralen Lagerverwaltung wird ein Material nur an einem zentralen Standort (Lagerort) gelagert. In der dezentralen Lagerverwaltung können es auch mehrere Lagerorte sein. In einem Lagernetzwerk kann es mehrere Lagertypen geben, die im Folgenden dargestellt werden.
Das Werkslager, auch Fertigwarenlager oder Produktionslager genannt, ist räumlich bei der Produktionsstätte angesiedelt. Im Werkslager werden die produzierten Endprodukte zum kurzfristigen Mengenausgleich aufgenommen. Es enthält nur die Produkte, die auch vor Ort, eben in dieser Produktionsstätte, hergestellt werden.
Das Zentrallager stellt die dem Werkslager nachgeordnete Lagerstufe dar. Seine Anzahl ist aufgrund des hohen Investitionsbedarfs meist sehr begrenzt. Es enthält die jeweils gesamte Sortimentsbreite eines Unternehmens. Seine Funktion besteht darin, bei Existenz nachgeordneter Lagerstufen für ein Nachfüllen der Bestände zu sorgen. Bei einer zentralisierten Distributionsstruktur werden in Zentrallägern die Waren in den jeweils vom Kunden bestellten Mengen und Sorten zur Auslieferung bereitgestellt.
Regionalläger haben die Aufgabe, innerhalb einer bestimmten Absatzregion, die meist aus mehreren Verkaufsgebieten besteht, einen Puffer zu Produktion und Absatzmarkt zu schaffen und durch eine Bestandshaltung vor- und nachgelagerte Lagerstufen zu entlasten. In Regionallägern werden nur Teile des Sortiments gehalten.
Auslieferungsläger stehen auf der untersten Stufe in der Lagerhierarchie. Sie sind dezentral im gesamten Verkaufsgebiet zumeist in der Nähe der Kunden angesiedelt. Ihre Aufgabe besteht in einer Vereinzelung der Mengen in die von den Kunden georderten Einheiten und deren Bereitstellung zur Kundenbelieferung bzw. zur Selbstabholung durch die Kunden. Auslieferungsläger sind einem bestimmten Verkaufsbezirk und den darin angesiedelten Kunden direkt zugeordnet. Sie enthalten nicht zwingend das gesamte Sortiment, sondern in der Regel – regional unterschiedlich – die jeweils absatzstärksten Produkte.
Abbildung 2.2 zeigt unterschiedliche Lagertypen und deren Verwendung bzw. Aufgabe.
Abbildung 2.2 Lagertypen und ihre Lagerstufen
Die Entscheidung hinsichtlich einer zentralen oder dezentralen Lagerung wird vor allem von folgenden Faktoren beeinflusst:
-
Höhe der Kapitalbindung
-
betriebliche Lagerpolitik (Größe des Lagers, Standort, Kommissionierung)
-
Sortimentsstruktur
-
Kosten der Warenauslieferung und -bereitstellung
Zentrale Läger werden hauptsächlich zur Bevorratung für die Belieferung von Filialen, Niederlassungen, Großkunden und Regionallägern eingerichtet. Alle Aufgaben der Lagerwirtschaft werden von einer einzelnen Organisationseinheit wahrgenommen.
Dezentrale Läger werden überwiegend zur Bevorratung für die Belieferung von Kunden im Regionalbereich unterhalten. Die Aufgaben der Lagerwirtschaft werden von mehreren Organisationseinheiten parallel erledigt.
Welche Anzahl von Lagerstufen ist aber nun am günstigsten? Ob eine einstufige oder mehrstufige Distribution eingerichtet werden sollte, hängt von den Bestimmungsfaktoren des Absatzmarkts ab. Entscheidungskriterien sind u. a.:
-
die angestrebte Lieferbereitschaft
-
die Produktionsstandorte
-
die Struktur des Absatzgebiets
-
die Nachfrageentwicklung
-
die Verkehrslage
-
die Transportkosten zwischen den Lägern
-
die Auslieferungskosten an den Kunden
-
das Sortiment
-
die Lagerkosten
-
die Höhe der Bestände
-
die Bestellmengen und -häufigkeiten aufseiten der Kunden
Die folgenden Thesen beeinflussen die Entscheidung für eine zentrale oder eine dezentrale Lagerhaltung:
-
Jede Lagerstufe, die eingerichtet wird, erhöht die fixen Kosten und die Kapitalbindungskosten des Unternehmens.
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Die Lagerkosten entwickeln sich mit zunehmenden Lagerstufen überproportional.
-
Durch eine dezentralisierte Lagerung ist ein relativ hoher Personaleinsatz erforderlich. Der Organisations- und Koordinationsaufwand ist relativ groß.
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Bei einer geringen Kundenanzahl und großen Bestellmengen sind die Kosten einer zentralisierten Lagerhaltung in der Regel niedriger als die einer dezentralisierten.
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Eine zentralisierte Lagerhaltung erlaubt einen konzentrierten Einsatz von Personal und Technik, ermöglicht eher Rationalisierungs- und Automatisierungsmaßnahmen sowie eine Standardisierung von Abläufen, als dies bei einer Dezentralisierung der Lagerhaltung der Fall ist.
-
Bei einer großen Kundenanzahl mit kleinen Bestellmengen kann eine Dezentralisierung durch Einschaltung weiterer Lagerstufen kostengünstiger sein. Hohe Kosten, die durch eine hohe Transportfrequenz bei einem geringen Transportvolumen und großen Entfernungen entstehen, können durch die Einrichtung von Auslieferungslägern vermieden werden.
-
Bei einer Just-in-time-Belieferung, bei der kurzfristig kleinere Mengen abgerufen werden, kann die Einrichtung von Auslieferungslägern in der Nähe des Abnehmers auch unter Kostenaspekten günstig sein.
-
Zentralläger können, wenn sie nicht innovativ betrieben und ständig in jeder Hinsicht überprüft werden, zu Schwerfälligkeit führen.
Zentrale Lagerhaltung bedeutet die räumliche Zusammenfassung aller Lagerhaltungsfunktionen und aller Lagergüter unter einheitlicher Leitung. Da vom, zum und im Lager auch energie- und zeitaufwendige Transportvorgänge ablaufen, ist der räumliche Aspekt häufig ausschlaggebend bei der Entscheidung über den Zentralisierungsgrad. Beide Aspekte, Räumlichkeit und einheitliche Leitung, müssen jedoch im Zusammenhang gesehen werden, da eine räumliche Dezentralisierung die Ausübung der (zentralen) Leitungskompetenz behindern kann.
Für eine Zentralisierung der Lagerhaltung sprechen folgende Vorteile:
-
Erleichterung von Warenannahme, -pflege, -erhaltung
-
schnellere Bestandsermittlung und -prüfung
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geringere Kapitalbindung
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bessere Auslastung der sachlichen Hilfsmittel
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Entlastung der Bedarfsträger
Dagegen sprechen vor allem folgende Nachteile:
-
lange Transportwege
-
lange Bereitstellungszeiten
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Gefahr der Bürokratisierung
Generell ist ein Trend zum Abbau der Lagerbestände festzustellen, womit einige der Argumente für die Zentralisierung an Gewicht verlieren. Im Übrigen können die Nachteile dezentraler Lagerung (insbesondere die erschwerte Bestandsüberwachung) durch leistungsfähige Datenverarbeitung kompensiert...




