Kastner | Klang macht Marken | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 188 Seiten

Kastner Klang macht Marken

Sonic Branding als Designprozess
2008
ISBN: 978-3-8349-9651-0
Verlag: Gabler Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Sonic Branding als Designprozess

E-Book, Deutsch, 188 Seiten

ISBN: 978-3-8349-9651-0
Verlag: Gabler Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Sonic Branding stattet eine Marke mit spezifischen, unverwechselbaren Klängen aus. In Unternehmen und Agenturen wird verstärkt auf die gezielte Gestaltung einer akustischen Markenkommunikation Wert gelegt, da ihr hoher Wiedererkennungswert erkannt wird. In einer Fallstudienanalyse stellt Sonja Kastner detailliert den Konzeptionsprozess von Sonic Branding dar und sie entwickelt ein realitätsnahes und für Agenturen nutzbares Briefingkonzept für den Gestaltungsprozess von Brand Sounds.

Sonja Kastner promovierte 2006 an der Hochschule der Künste Berlin im Fachbereich Gestaltung und berät Organisationen in den Bereichen Markenkommunikation und PR.

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Autoren/Hrsg.


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1;Geleitwort;6
2;Vorwort;8
3;Inhaltsübersicht;10
4;Inhaltsverzeichnis;12
5;Abbildungsverzeichnis;16
6;1 Einleitung;18
6.1;1.1 Ausgangssituation;18
6.2;1.2 Spektrum der Begriffsbestimmungen Sonic Branding;20
6.3;1.3 Mediale Inszenierung von Brand Sounds;21
7;2 Multisensuelle Markengestaltung: Rahmenbedingungen und Konzepte zum Markenverständnis;36
7.1;2.1 Spektrum der Begriffsbestimmungen;36
7.2;2.2 Kommunikative Rahmenbedingungen und Trends;40
7.2.1;2.2.1 Perspektive der Produzenten;40
7.2.2;2.2.2 Perspektive der Konsumenten;42
7.3;2.3 Diskussion aktueller Ansätze zum Markenverständnis;47
7.3.1;2.3.1 Interdependenzen von Produkt und Marke;47
7.3.2;2.3.2 Lebensmotive und Markennutzen;57
7.3.3;2.3.3 Multisensorisches Branding;63
7.4;2.4 Konzept eines intermodal integrierten Markenerlebnisses;71
7.5;2.5 Zusammenfassung;76
8;3 Brand Sounds: Begriffsklärung und theoretische Grundlagen;78
8.1;3.1 Akustische Basiselemente: Begriffsbestimmungen;78
8.2;3.2 Komponenten von Brand Sounds;81
8.3;3.3 Klassifizierung von Produktsounds;89
8.4;3.4 Physiologische Grundlagen auditiver Gestaltwahrnehmung;91
8.5;3.5 Psychologische Grundlagen auditiver Gestaltwahrnehmung;93
8.6;3.6 Wahrnehmungsebenen von Klängen;94
8.7;3.7 Verbalisierung von Klängen;102
8.8;3.8 Zusammenfassung;104
9;4 Methodik der empirischen Untersuchung: Theoriebildende Fallstudienanalyse;106
9.1;4.1 Studiendesign;106
9.1.1;4.1.1 Auswahl der Fallstudien;107
9.1.2;4.1.2 Identifizierung der Experten;108
9.2;4.2 Erhebungsmethode;109
9.2.1;4.2.1 Problemzentrierte Leitfadeninterviews;109
9.2.2;4.2.2 Kommunikationsstruktur in den Interviews;114
9.2.3;4.2.3 Erschließung weiterer Datenquellen;116
9.3;4.3 Auswertungsmethode;120
9.3.1;4.3.1 Fallübergreifendes Kategoriensystem;127
9.4;4.4 Chancen und Risiken der Methodik;131
9.5;4.5 Zusammenfassung;132
10;5 Sonic Branding als Designprozess: Empirische Befunde;134
10.1;5.1 Akteure und ihre Ziele;134
10.1.1;5.1.1. Agenturen als Generalunternehmer;135
10.1.2;5.1.2 Interdisziplinäre Zusammensetzung der Teams;137
10.1.3;5.1.3 Partner: Werbeagenturen/CI-Agenturen/Strategieberatungen;138
10.1.4;5.1.4 Kunden und Branchen;139
10.1.5;5.1.5 Steigerung des Markenwertes;140
10.1.6;5.1.6 Protagonisten: Designmanager/Berater;141
10.1.7;5.1.7 Dienstleister: Komponisten/ Sounddesigner;143
10.1.8;5.1.8 Gestalterische Erfolgsfaktoren;144
10.1.9;5.1.9 Misslingen von Gestaltungsprozessen;146
10.2;5.2 Handlungsbedingungen und externe Einflussfaktoren;148
10.2.1;5.2.1 Wissensbasis;149
10.2.2;5.2.2 Qualitätskriterien für Gestaltungsprozesse;151
10.2.3;5.2.3 Qualitätskriterien für Entscheidungsprozesse;152
10.2.4;5.2.4 Ressourcen;153
10.2.5;5.2.5 Urheber- und leistungsschutzrechtliche Grundlagen;155
10.3;5.3 Konzeptions- und Gestaltungsprozess Sonic Branding;155
10.3.1;5.3.1 Briefing;156
10.3.2;5.3.2 Übersetzung von Markenwerten in Klang;156
10.3.3;5.3.3 Durchführung von Workshops/Präsentationen;159
10.3.4;5.3.4 Komposition;160
10.3.5;5.3.5 Mediale Umsetzung von Komponenten;161
10.3.6;5.3.6 Evaluation;162
10.4;5.4 Konflikte und Strategien zur Problemlösung;164
10.4.1;5.4.1 Mangelnde Projekterfahrung auf Seiten des Kunden;165
10.4.2;5.4.2 Interessenkollision mit Partnern;166
10.4.3;5.4.3 Kooperation mit Komponisten konfliktiv;168
10.4.4;5.4.4 Verbalisierung von Klängen diffizil;169
10.5;5.5 Zusammenfassung;170
11;6 Konzept zur Entwicklung eines Briefings für Sonic Branding;172
11.1;6.1 Anforderungen an das Briefingkonzept;172
11.2;6.2 Inhalte des Briefings;174
11.3;6.3 Zusammenfassung;178
12;7 Schlussbetrachtung;180
12.1;7.1 Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen der Ergebnisse;180
12.2;7.2 Zusammenfassung der empirischen Befunde;184
12.3;7.3 Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick;186
13;Literaturverzeichnis;190


2 Multisensuelle Markengestaltung: Rahmenbedingungen und Konzepte zum Markenverständnis (S. 19)

In diesem Kapitel soll eine Übersicht über den aktuellen Stand der Forschung hinsichtlich des Phänomens Marke gegeben werden. Zunächst werden dazu grundlegende kommunikative Rahmenbedingungen und Trends aufgezeigt – sowohl aus Perspektive der Produzenten als auch der Konsumenten. Die Diskussion aktueller Ansätze zum Markenverständnis beginnt mit der Darstellung der Unterschiede zwischen Produkten und Marken und einer näheren Bestimmung ihrer wechselseitigen Beziehungen.

Zur genaueren Betrachtung der Bezugsgruppen werden grundsätzliche Lebensmotive in Beziehung zu Marken und ihren Verkaufsargumenten gesetzt und diskutiert. Einen Schwerpunkt bildet der Themenkomplex des multisensorischen Brandings. Die im Zusammenhang mit multimodaler Wahrnehmung grundlegenden theoretischen Hintergründe und ihre Implikationen für die kommunikative Inszenierung von Marken sollen erläutert werden.

Das oft als „neues Marketingparadigma" (vgl. Lindstrom 2005, S. 3 ff., vgl. Schmitt/Simonson 1998, S. 23 ff.) titulierte Konzept von multisensorischem Branding wird im Hinblick auf Gestaltungs- und Differenzierungspotenziale sowie relevanten Markennutzen für den Bereich von Brand Sounds erläutert und kritisch hinterfragt. Abschließend wird aus den theoretischen Betrachtungen ein eigenes Markenmodell hergeleitet. Es soll als Grundlage für die weiteren Untersuchungen zur Gestaltung von Brand Sounds dienen.

2.1 Spektrum der Begriffsbestimmungen

Für das Konstrukt „Marke" gibt es unzählige Definitionen. Um eine tragfähige Begriffsbasis entwickeln zu können, werden diejenigen Konzepte zum Markenverständnis näher betrachtet, die starke kommunikative Bezüge aufweisen. ,Eine Grundlage bildet hierbei der identitätsorientierte Ansatz, den im englischsprachigen Raum ,David Aaker ,(Aaker 1996, Aaker 2000) und im deutschen Sprachraum ,Heribert Meffert ,und ,Christoph Burmann ,(Meffert/Burmann 2002b) geprägt haben.

Ebenfalls aus kommunikativer Sichtweise argumentiert der Medienwirkungsforscher ,Klaus Merten ,in seinem transklassischen Ansatz. Er betrachtet die Entstehung und Verwendung von Marken vor dem Hintergrund der Evolution der Mediengesellschaft. Merten begreift Marken als „fiktionale Konstrukte", die die Funktion haben, bei Kaufentscheidungen Komplexität zu reduzieren (Merten 2003a, 2003b, 2003c).

Dass Marken nicht etwa nur als von Herstellern erzeugte Produkte gesehen werden dürfen, sondern vielmehr auch als Konstrukte in der Psyche der Verbraucher zu orten sind, thematisierte bereits 1939 Hans Domizlaff(Domizlaff 1939). Ein Großteil seiner „ Grundgesetze der natürlichen Markenbildung" lässt sich in modifizierter Form in aktueller Literatur zur Markenführung wieder finden – dies zeigt die Bedeutsamkeit seines Ansatzes.

Doch nicht nur aus diesem Grund können seine Markenkonzepte als außergewöhnlich bezeichnet werden. Bereits 1932 hatte Domizlaff das Buch „Die Propagandamittel der Staatsidee" geschrieben. Darin forderte er sowohl die Privatwirtschaft als auch öffentliche Institutionen dazu auf, sinnlich begreifbare Symbole (wie Flaggen) zu schaffen, die dem Volk abstrakte Ideen gegenständlich machen sollten. Domizlaff rief aber auch auf zur „systematischen Ausnutzung moderner Propagandaerfahrungen bei der Schaffung geistiger Machtmittel zur Beeinflussung großer Volksmassen" (Domizlaff 1932, S. 15).

Er reklamierte in diesem Zusammenhang auch eine beschränkte Wirkungskraft von persönlicher Sprache und Gestik:

„Damit ergibt sich automatisch die Notwendigkeit, die Persönlichkeit des Führers durch eine vermittels Schrift, Bild usw. übertragbare Führeridee zu ergänzen." (Domizlaff 1932, S. 28).

Hierdurch legte er seine Nähe zur nationalsozialistischen Weltanschauung offen. Domizlaff hat jedoch, ähnlich wie Leni Riefenstahl in der Filmregie, mit der Gestaltung von Marken wie R6 und Ernte , noch heute gültige Maßstäbe für eine moderne Markenführung gesetzt. Dementsprechend wird das Konzept von Domizlaff kritisch hinterfragt und auf aktuelle Anwendbarkeit hin geprüft.



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