Keyes | Hold me close | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 465 Seiten

Reihe: Burnham Reihe

Keyes Hold me close


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7363-0960-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 465 Seiten

Reihe: Burnham Reihe

ISBN: 978-3-7363-0960-9
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Vermutlich habe ich immer gewusst, dass ich das einzige Mädchen, für das ich je so empfinden würde, schon längst kennengelernt hatte.'

Kellan McVey ist der bekannteste Sportler und Frauenheld am Burnham College. Obwohl er sich vor weiblichen Bewunderinnen kaum retten kann, ist es noch keiner gelungen, ihn für mehr als ein paar Nächte zu interessieren. Seine letzte längere Beziehung hatte er mit Andrea Walsh. Andi, die viele Jahre lang seine beste Freundin war, und dann einen Sommer lang so viel mehr. Andi, die ihm das Herz gebrochen hat und Andi, die auf einmal auch Studentin am Burnham College ist.
Während die beiden sich ständig zu begegnen scheinen, fallen Kellan all die Gründe wieder ein, weshalb er sauer auf Andi ist - aber auch die Gründe, weshalb er sich in sie verliebt hat ...

'Hold me Close hat mir so viel Lesevergnügen bereitet. Ich konnte nicht genug davon kriegen.' BookCatPin

Band 2 der Burnham-College-Reihe

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1


Ich hasse Andrea Walsh und werd’s immer tun. AUF EWIG!!!

Ich fahre mit dem Daumen über die Buchstaben, die in die Tür der Herrentoilette im Freibad von Avilla geritzt sind. Ich habe sie vor Jahren in einem jugendlichen Wutanfall ins Holz geschnitzt, nachdem Andi in der Spielhalle meinen Rekord bei Donkey Kong gebrochen und als Benutzernamen AndiWRegiertKellIstEinLoser eingegeben hatte. Wahrscheinlich habe ich um die hundert Dollar in Vierteldollarmünzen beim Versuch vergeudet, den Thron zurückzuerobern, und bin nie auch nur nah dran gewesen.

Nachdem ich mir die Hände gewaschen habe, wage ich mich zurück in die sengende Wüstenhitze und nähere mich der Imbissbude. Mitte August herrscht in Südkalifornien eine drückende Schwüle, und die Hälfte der spärlichen Bevölkerung von Avilla hat sich ins einzige Freibad gepfercht, sucht verzweifelt nach Abkühlung. Ich warte in der Schlange. Durch die Sonnenbrille beobachte ich, wie Andi in der Nähe der Bademeisterstation auf der anderen Seite des Pools auf und ab läuft. Sie wirkt wie eine grimmige Wächterin und scheint die Horde der nachmittäglichen Badegäste warnen zu wollen: Es soll bloß niemand wagen, unter ihrer Aufsicht zu ertrinken.

Ich bleibe unter der Markise der Imbissbude stehen und betrachte das begrenzte Angebot an Limos, Tafelwasser und Eiscreme. Nach den früheren Flirtversuchen von Madison, der Kassiererin, zu urteilen, ist auch sie im Angebot.

»Hi, Kellan.«

»Hey, Madison. Noch ein Wasser, bitte.«

Sie fischt eine Flasche aus der Kühltruhe und reicht sie mir mit einer unnötigen Serviette. Schon vorher hat sie mir eine Serviette gegeben, auf die sie in runden Buchstaben ihren Namen über ihre Telefonnummer geschrieben hat. Madison ist süß, achtzehn und gelangweilt. Vor drei Jahren ist es mir genauso gegangen, und während ich ihre nicht allzu subtile Einladung noch letzten Sommer angenommen hätte, lächle ich heute nur höflich.

»Danke.« Ich bezahle und werfe mein Wechselgeld in den kleinen Plastikbecher für Trinkgeld.

»Danke dir

Ich kehre zum Schwimmbecken zurück, sammle meine Sachen ein, schlüpfe in ein T-Shirt und setze meine Baseballmütze auf, bevor ich nachsehe, wie spät es ist. Zwei Minuten vor fünf. Laut dem am Zaun befestigten Zeitplan sollten die Bademeister jetzt Schichtwechsel haben, also sollte Andi eigentlich gleich zusammenpacken.

Ich beobachte, wie sie sich hinhockt und einem weinenden Kind ein Pflaster auf einen Finger klebt. Ihre Augen sind hinter einer dunklen Sonnenbrille verborgen, das lange blonde Haar hat sie zu demselben nachlässigen Dutt zusammengebunden, den sie schon damals in der Junior High trug. Die Standarduniform des Aufsichtspersonals im Freibad – roter Badeanzug, weiße Shorts und Flipflops – zeigt deutlich, dass Andi so groß und schlank wie immer ist.

Nachdem sie das Kind verarztet hat, schickt sie es seiner Wege, und als sie sich aufrichtet, sichtet sie mich endlich in der Menschenmenge. Ich bin seit einer halben Stunde hier und frage mich, ob sie Notiz von mir nehmen oder weiterhin so tun wird, als wäre ich gestorben. Ihr Mund erstarrt zu einem überraschten O, ihre dunklen Augenbrauen sind hochgezogen. Langsam hebe ich eine Hand zum Gruß. Es ist zwei Jahre her, seit wir zuletzt ein Wort gewechselt haben, doch bevor ich herausfinden kann, ob sich das heute ändern wird, tritt ein weiteres Kind an sie heran, und sie wendet sich ab.

Ich rede mir ein, dass ich nicht enttäuscht bin, dass es nichts zu bedeuten hat. Andi und ich sind beste Freunde und Todfeinde gewesen, seit wir uns in der Vorschule kennengelernt haben. Und wenngleich ich mir vorgemacht habe, ich hätte kein Problem damit, wie frostig wir auseinandergegangen sind, lässt der Umstand, dass ich noch keine vierundzwanzig Stunden in Avilla bin und schon nach ihr suche, auf etwas anderes schließen. Zumindest darauf, dass die zwei Jahre, in denen ich mir einreden wollte, es ginge mir gut, vergebliche Liebesmüh waren.

Ich nehme meinen Kram und trete den Weg zum Parkplatz an. Der Asphalt ist so heiß, dass ich es sogar durch die Schuhsohlen spüre. Am Fahrradständer bleibe ich stehen, trinke mein Wasser und frage mich, ob Andi immer noch so viel mit dem Rad fährt wie früher. Sie war das einzige Mädchen in unserer Gruppe schmuddeliger, waghalsiger Jungs. Mit den Fahrrädern waren wir die Herrscher unserer Straße, und obwohl wir unzählige Male versucht haben, sie abzuschütteln, hat sie immer mitgehalten. Letztlich haben wir es aufgegeben, und sie wurde eine von uns. Dann wurden wir zu alt für die Fahrräder, widmeten uns Sport und dummen Mutproben, und immer war Andi dabei, stur, kämpferisch, unerbittlich. Meine unmittelbare Nachbarin und beste Freundin. Und dann, in jenem letzten Sommer … mehr als das.

Das Klatschen von Flipflops auf Asphalt unterbricht eine Erinnerung, die ich mir nicht leisten kann, noch einmal zu durchleben. Und als ich mich umdrehe, sehe ich, wie sich Andi nähert. Sie trägt jetzt ein blaues Tanktop über dem Badeanzug und eine Segeltuchtasche über der Schulter. Die Augen liegen immer noch hinter der Sonnenbrille verborgen. Andi wirkt zwar nicht begeistert, sie sieht aber auch nicht so aus, als würde sie mich schlagen wollen. Was ich als Fortschritt betrachte.

Sie bleibt bei einem Fahrrad am Ende der Reihe stehen, nah genug, dass mir ein Hauch von Sonnencreme und Chlor in die Nase steigt.

»Hi«, grüße ich.

»Hi«, gibt sie zurück, während sie am Schloss hantiert. »Wusste gar nicht, dass du zu Hause bist.«

»Bin erst gestern Nacht angekommen.«

»Für wie lange?«

»Nur ein paar Tage.«

Ich bin nach dem Abschluss an der Highschool mit einem Crosslauf-Stipendium ans Burnham College gegangen, eine der ältesten Schulen des Landes, und ich bin seit mittlerweile zwei Jahren dort. Ohne Stipendium für das hohe Schulgeld konnte Andi nicht mit, ganz gleich, wie sehr sie es wollte und wie sehr sie es verdient gehabt hätte. Statt sich an einem örtlichen College einzuschreiben, hat sie sich dafür entschieden, zwei Jobs anzunehmen und Geld für die Schule ihrer Wahl zu sparen. Sie spart noch immer.

»Tja, dann willkommen zurück«, meint sie schließlich. Sie legt die Hand auf den schwarzen Ledersattel des Fahrrads und zuckt zurück, weil er so heiß ist; dann willigt sie wortlos ein, mit mir zu Fuß zu gehen und ihr Fahrrad zu schieben. Avilla ist eine ruhige Wüstenortschaft. Die Häuser halten sich alle an ein erkennbares Muster aus Weiß, Blau und Gelb mit Tonziegeldächern und Xeriscape-Gärten, die wenig Wasser brauchen. Bei dieser Hitze haben sich alle Bewohner, die nicht am Pool sind, drinnen verschanzt, wo die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen.

»Wie stehen die Dinge?«, erkundige ich mich einen Häuserblock später.

»Gut.«

Ich beobachte sie aus dem Augenwinkel. Als Teenager hat Andi jede Sportart ausgeübt, in die sie reinkommen konnte, und sie war in allem, was sie ausprobiert hat, hervorragend. Sie ist durch und durch ein Wildfang – kein Make-up, keine Kleider, kein Firlefanz. Sommersprossen sprenkeln ihre Wangenknochen, doch davon abgesehen finden sich weder Schminke noch irgendwelche Makel auf ihrer Haut. Ihre dichten Brauen lassen sie entweder nachdenklich oder mörderisch aussehen, je nach Stimmung.

»Hör auf mich anzustarren«, brummelt sie, wischt sich eine verirrte Strähne aus dem Gesicht und klemmt sie hinters Ohr.

»Tu ich gar nicht«, lüge ich.

Sie will gerade antworten, als ich im Gras etwas sichte und mich bücke, um es aufzuheben. »Nicht schlecht. Zwanzig Mäuse.«

Ich muss Andi nicht ansehen, um zu wissen, dass sie die Augen verdreht. Sie hat mir schon immer vorgeworfen, nie für irgendetwas arbeiten zu müssen, und das ist nicht ganz falsch. Obwohl es in letzter Zeit auch nicht mehr ganz richtig ist.

»Komm mit«, fordere ich sie auf. Dass sie bis jetzt noch nicht davongerannt ist, betrachte ich als gutes Zeichen. »Ich lad dich zum Essen ein. Magst du immer noch Chili-Fritten?«

Es folgt ein kurzes Zögern, als sie überlegt, mir eine Abfuhr zu erteilen, und ich ignoriere, wie sehr mich das trifft. Wir sind vielleicht nicht im Guten auseinandergegangen – obwohl ich keine Ahnung habe, was ich falsch gemacht haben könnte. Aber vor dieser schmerzlichen Trennung waren wir Sommer-Sex-Freunde. Schon klar, nicht die coolste Bezeichnung, nur hat sich Andi geweigert, es mit mir zu tun, wenn ich uns Lover nenne. Was mir, um ehrlich zu sein, ohnehin nicht gelungen wäre, ohne eine Miene zu verziehen.

»Kriegst auch ein Getränk«, füge ich hinzu, als ich sehe, wie sich eine Schweißperle den Weg über ihre Schläfe bahnt. »Ich hab die Spendierhosen an.«

Ihre Mundwinkel verziehen sich leicht nach oben, und mich durchströmt etwas, das sich verdächtig nach Erleichterung anfühlt. »Na schön«, willigt sie ein. »Wenn auch ein Getränk drin ist.«

»Ein kleines Glas Wasser«, bestätige ich.

Jetzt lacht sie. Ihr Lächeln ist breit genug, um den Zahn zu entblößen, den sie sich angeschlagen hat, als sie elf war. Avilla hatte nicht genug Spielerinnen für ein Mädchenteam, deshalb hat Andi Baseball bei den Jungs mitgespielt. Sie war als Centerfielder ein Star, und an jenem Tag hat sie den Ball wegen der Sonne aus den Augen verloren und geradewegs in den Mund bekommen. Der Zahn war ihr völlig egal, sie hat sich nur geärgert, dass ihr ein Fehler passiert war, der erste und einzige der Saison.

Gerade laufen wir an jenem Baseballfeld vorbei. Auf der anderen Straßenseite...



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