E-Book, Deutsch, 224 Seiten
Koppri Wir - mit oder ohne Wunschkind
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96122-455-5
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Auf dem Weg zu einem erfüllten Leben. Paare erzählen.
E-Book, Deutsch, 224 Seiten
ISBN: 978-3-96122-455-5
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Anna Koppri, Jahrgang 1982, ist Sozialpädagogin, systemische Familientherapeutin und freie Journalistin/Autorin. Seit sie Pranitha kennt, engagiert sie sich als Botschafterin für International Justice Mission in Deutschland. Mit ihrem Mann Fabian genießt sie das bunte Leben in Berlin. Mehr zu lesen gibt es auf ihrem Blog liebenlernenblog.wordpress.com oder annakoppri.de
Autoren/Hrsg.
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Conni und Daniel
Wir haben uns für medizinische Hilfe entschieden
Conni und Daniel kenne ich von einem christlichen Gemeinschaftsprojekt, das sie leiten. Beide sind Ende dreißig, sehr besonnen, ruhig, reflektiert, im Glauben weitsichtig und anderen Menschen gegenüber zugewandt. Ihre Geschichte erzählen sie mir mitten in einer brisanten Phase ihres Kinderwunsches.
Weg zu zweit
Schon mit Mitte zwanzig setzt Conni sich trotz eines starken Wunsches nach Partnerschaft und Familie mit einer Zukunft als Single auseinander. Gerade als sie Frieden über beide möglichen Wege findet, taucht Daniel auf. Für die beiden besteht von Anfang an kein Zweifel, dass Gott sie zusammengeführt hat, was sie nach eineinhalb Beziehungsjahren vor dem Traualtar bestätigen. Auch Kinder wünschen sich die frisch Vermählten.
Conni: „Ich wollte immer vier Kinder haben. Durch meine zehn Jahre jüngere Schwester war ich schon früh mit in der Mutterrolle drin. Daniel war mit 14 Jahren bereits Patenonkel und hatte auch immer schon einen super Draht zu Kindern.“
Nach einem Jahr Zweisamkeit in der Ehe beschließen sie 2011, nicht mehr zu verhüten. Conni ist Anfang dreißig. Dass es vielleicht keine vier Kinder mehr werden könnten, ist ihnen bewusst. Zuerst einmal gehen sie ganz entspannt an die Sache heran. Der steinige Weg, der vor ihnen liegt, ist noch verborgen, sodass sie sich auch nach mehreren Monaten vergeblicher Bemühungen keine großen Gedanken machen.
Tagebuch Conni, Oktober 2011
* * *
Erst als ihre Gynäkologin ihr nach einigen weiteren Monaten dazu rät, lässt Conni sich medizinisch durchchecken, mit dem Ergebnis, dass einer Schwangerschaft ihrerseits nichts im Wege steht. Auch weiterhin gelingt es Conni und Daniel, ohne viel Druck ihren Kinderwunsch zu verfolgen.
Tagebuch Conni, Oktober 2012
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Zwei Jahre nach Beginn ihres aktiven Kinderwunsches steht erst einmal ein Umzug nach Berlin an. Voll und ganz stürzen sie sich in den Aufbau eines Gemeinschaftsprojektes für eine kirchliche Organisation. Ihr erstes gemeinsames , ein Stück Berufung, nimmt Gestalt an. Menschen aus der Nachbarschaft mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen können sich hier begegnen, austauschen und Gemeinschaft leben. Conni und Daniel werden Gastgeber, bieten anderen Heimat in der Großstadt. Für Einzelne, die sich Halt und familiäre Gemeinschaft wünschen, nehmen sie sogar so etwas wie eine Elternrolle ein.
Endlich Klarheit
Erst als sich ihr neues Leben nach einem Jahr langsam eingespielt hat, wenden sie sich wieder aktiv ihrem Kinderwunsch zu. Nun ist Daniel an der Reihe sich untersuchen zu lassen. Er fährt schon mit einer Vorahnung zum Urologen, denn irgendeine Ursache muss das nun schon dreijährige Ausbleiben einer Schwangerschaft ja haben.
Als das Spermiogramm vorliegt, ist er dennoch etwas überwältigt ob der Eindeutigkeit des Ergebnisses: „Wo normalerweise ein paar Millionen Spermien sind, gibt es bei mir vielleicht fünf.“ Der Arzt erklärt ohne Umschweife, dass rein medizinisch eine Zeugungsunfähigkeit vorliegt und sie nur mithilfe der Reproduktionsmedizin durch eine ICSI (Intracytoplasmic sperm injection) eine Chance haben werden, eigene Kinder zu bekommen.
Bei dieser Methode werden der Frau operativ reife Eizellen entnommen, die vorher durch Hormongaben stimuliert wurden, damit in sie der aufbereitete Samen des Mannes direkt eingespritzt werden kann. Wenn anschließend eine Befruchtung stattfindet und sich die Zellen erfolgreich teilen, werden der Frau nach drei bis fünf Tagen ein bis zwei Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt – im Ausnahmefall auch drei. Einerseits ist die Diagnose ernüchternd und niederschmetternd, andererseits gibt es dadurch endlich Klarheit, die dem Paar auch guttut.
Tagebuch Conni, September 2014
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Die Kinderwunschklinik, in der sie einige Zeit später landen, fühlt sich ein bisschen wie eine Parallelwelt aus einer amerikanischen Serie an. Alles ist super schick, es gibt riesige Aquarien und überall sitzen gut gekleidete Paare in den Wartebereichen. Ob sie hier richtig sind? Ihre anfänglichen Bedenken werden jedoch schnell von einer sehr zugewandten, offenen Ärztin zerstreut, bei der sich die beiden auf Anhieb wohlfühlen. Sie erklärt alles sehr genau und begegnet ihnen auf Augenhöhe.
Schon vor diesem Termin in der Klinik hat das Paar vereinbart, den ganzen Prozess langsam anzugehen, sich gut zu informieren und zu schauen, wie sich jeder Schritt anfühlt, bevor sie weitergehen. Sie wollen sich immer nur mit der nächsten zu treffenden Entscheidung auseinandersetzen. Weder wollen sie sich schon mit einem möglichen übernächsten Schritt belasten noch von vornherein Grenzen festlegen. Auch nehmen sie sich vor, nicht wild im Internet zu recherchieren oder tausend Geschichten anderer zu hören. Sie wollen sich vor allem von den Ärzten aufklären lassen und auf ihr Bauchgefühl hören, um ihren eigenen Weg zu finden.
Die christliche Perspektive auf künstliche Befruchtung
Wieder zu Hause angekommen sucht Daniel die Unterlagen seiner Ethikvorlesung aus dem Theologiestudium raus, in der darüber gesprochen wurde, dass die aus christlicher Perspektive umstritten ist. Da in der Regel mehr Eizellen befruchtet als letztlich in die Gebärmutter eingesetzt werden, müssen mitunter im Prozess Embryonen verworfen oder eingefroren werden. fragt er sich. Während ihres Entscheidungsprozesses stoßen die beiden auf die Tatsache, dass auch auf dem natürlichen Empfängnisweg immer wieder Eizellen befruchtet werden, sich einzunisten beginnen und doch vorzeitig wieder absterben. Zu diesem frühen Zeitpunkt wird das von den Frauen meist gar nicht bemerkt.
Während sie weiter überlegen, besuchen die beiden eine Paarberatung und lassen sich auch individuell geistlich begleiten, was ihnen für ihren Kinderwunschweg sehr guttut. Auch ihre Eltern und gute Freunde lassen...




