E-Book, Deutsch, Band 0393, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Lennox / Lawrence / Cox Julia Extra Band 393
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-0433-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0393, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-7337-0433-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DER PRINZ UND DAS GLAMOUR-GIRL von LAWRENCE, KIM
Um eine Staatskrise zu verhindern, wird der mächtige Prinz Al Safar die verwöhnte Hannah Latimer heiraten! Er weiß, für ihn wird es ein Kinderspiel, das widerspenstige Glamour-Girl zu zähmen - bis er spürt, diese Frau weckt in ihm Gefühle, die er sich bisher verboten hat ...
LIEBESTRÄUME AUF DER LUXUSJACHT von LENNOX, MARION
Eigentlich soll sich Rachel auf der Luxusjacht von einem Schicksalsschlag erholen, stattdessen bringt Schiffstycoon Finn Kinnard sie um ihren Schlaf. Trotz des sinnlichen Prickelns zwischen ihnen widersteht sie ihm - bis der Australier sie in das Abenteuer ihres Lebens lockt ...
KÜSS MICH, UND ICH GEHÖRE DIR von MEIER, SUSAN
Adoptionsagentin Claire ist empört! Der attraktive Milliardär Matt Patterson will sein elternloses Patenkind Bella nicht mit nach Hause nehmen - es sei denn, sie selbst begleitet ihn als Nanny. Ein unerfüllbarer Wunsch ... oder stimmt ein Blick in seine grünen Augen sie doch noch um?
VERLIEBT IN EINEN JETSET-MILLIARDÄR von COX, MAGGIE
Pop-Titan Hal Treverne ist vom Pech verfolgt. Nicht nur, dass er nach einem Skiunfall vorerst im Rollstuhl sitzt, jetzt scheint die rothaarige Therapeutin Kit auch noch gegen seinen Charme immun zu sein - dabei ahnt er, eine Nacht mit ihr könnte die Erfüllung eines sinnlichen Versprechens sein ...
Kim Lawrence, deren Vorfahren aus England und Irland stammen, ist in Nordwales groß geworden. Nach der Hochzeit kehrten sie und ihr Mann in ihre Heimat zurück, wo sie auch ihre beiden Söhne zur Welt brachte. Auf der kleinen Insel Anlesey, lebt Kim nun mit ihren Lieben auf einer kleinen Farm, die schon seit drei Generationen in Familienbesitz ist. Auf dem Eiland spricht man größtenteils walisisch - eine Herausforderung für Kim doch mit der Zeit lernte sie, diese schwierige Sprache fließend zu sprechen. Und auch mit der Einsamkeit auf dem idyllischen Fleckchen weiß Kim mittlerweile umzugehen: Packt sie die Sehnsucht nach der Großstadt, fährt sie mit der Fähre einfach ins nahe gelegene Dublin. Wenn sie nicht schreibt, verbringt Kim viel Zeit in ihrem Garten oder kocht. Auch joggen geht sie gern - am liebsten am Strand mit ihrem Terrier Sprout.
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1. KAPITEL
Hannah schlief nicht, als der Schlüssel im Schloss umgedreht wurde. Sie lag nur da, die Augen geschlossen. Abgesehen von ein paar wenigen gestohlenen Momenten hatte sie seit achtundvierzig Stunden nicht geschlafen. Doch als sie jetzt den Schlüssel hörte, schoss sie förmlich hoch und schwang die Beine über das schmale Metallbett.
Hektisch strich sie sich das zerzauste Haar aus dem Gesicht und verkrampfte die zitternden Hände im Schoß. In den letzten beiden Tagen hatte sie gelernt, gefasst zu wirken. Doch nun wurde ihr klar, dass es nicht mehr darum ging, ob sie die Fassung verlor, sondern nur noch, wann. In diesem Augenblick schaffte sie es jedoch noch, sich den Anschein von Würde zu geben.
Sie blinzelte gegen die Tränen an, die heiß in ihren Augen aufsteigen wollten. Der Schmerz, den sie empfand, als sie sich auf die volle Unterlippe biss, half ihr, sich zu konzentrieren. Entschieden hob sie das Kinn, straffte die Schultern und setzte sich kerzengerade hin. Zumindest würde sie den Mistkerlen nicht die Genugtuung geben, zu weinen.
Sie atmete tief durch, versuchte, sich nur auf die nächsten Minuten zu konzentrieren. Aber der Gedanke ließ sich nicht verdrängen, dass sie selbst an allem schuld war.
Du hättest akzeptieren sollen, was die anderen gesagt haben: Du bist nicht für diese Arbeit geeignet. Bleib lieber bei deinem Schreibtischjob, bei deinen perfekt gepflegten Fingernägeln …
Hastig vergrub sie die Finger in den Handflächen, um ihre abgekauten Nägel zu verbergen, während sie einen Anflug von Hysterie herunterschluckte.
Wie hatte sie nur glauben können, dass ein Schreibtischjob bei einer ärztlichen Hilfsorganisation sie dafür qualifizierte, praktisch zu arbeiten?
Sie senkte die Lider, die Nerven bis aufs Äußerste angespannt, als die Tür schließlich aufschwang. Den Blick auf den Boden gerichtet, stieß sie die Worte hervor, die fast schon zu einem Mantra für sie geworden waren.
„Ich bin nicht hungrig, aber ich brauche Zahnbürste und Zahncreme. Wann kann ich den britischen Konsul sehen?“
Sie erwartete schon gar nicht mehr, eine Antwort zu bekommen. Seit man sie auf der falschen Seite der Grenze gefangen hielt, waren all ihre Fragen unbeantwortet geblieben. Stattdessen hatte man ihr Fragen gestellt, immer wieder die gleichen Fragen.
Doch was konnte sie dafür, dass das Militär von Quagani den Begriff „humanitäre Hilfe“ offenbar nicht verstand? Hannah hatte erklärt, keine Spionin zu sein und dass sie nie einer politischen Partei angehört habe. Als man ihr ein Foto zeigte, auf dem sie eine Fahne schwang und gegen die Schließung der örtlichen Grundschule protestierte, hatte sie nur gelacht – was vermutlich nicht sehr ratsam gewesen war.
Nachdem man den Vorwurf der Spionage fallen gelassen hatte, wurde sie bezichtigt, Medikamente geschmuggelt zu haben. Als Beweis präsentierte man ihr die Schachteln mit wertvollen Impfstoffen, die inzwischen nutzlos waren, weil man sie nicht gekühlt hatte.
Zunächst hatte Hannah geglaubt, sich keine Sorgen machen zu müssen, solange sie nur bei der Wahrheit blieb. Aber jetzt wusste sie nicht mehr, wie sie so naiv hatte sein können.
Es waren sechsunddreißig Stunden vergangen, und weder Journalisten noch Behörden hatten bisher von dem heiklen Zwischenfall an der Grenze erfahren, als der König von Surana im benachbarten Quagani anrief, um Scheich Malek Sa’idi zu sprechen.
Zwei Männer, die nicht unterschiedlicher hätten sein können, warteten gespannt auf den Ausgang dieses Gesprächs.
Der ältere Mann war Anfang sechzig und mittelgroß. Er trug einen wild wuchernden Bart, sein zotteliges Haar ringelte sich am Kragen und umrahmte in wilden Büscheln sein Gesicht. Mit seiner Tweedjacke und den verschiedenfarbigen Socken sah er aus wie ein zerstreuter Professor.
Die Augen hinter der Hornbrille wirkten jedoch hart, und unter seinem ungekämmten Haar verbarg sich ein risikobereiter und in gewisser Weise auch rücksichtsloser Geist. Bis zu seinem fünfzigsten Lebensjahr hatte dieser Mann schon zweimal ein Vermögen gemacht und es wieder verloren.
Auch jetzt stand er gerade davor, entweder einen riesigen finanziellen Erfolg einzufahren oder sich heillos zu ruinieren. Es gab jedoch in diesem Moment nur eines, was Charles Latimer tatsächlich wichtig war: sein einziges Kind. Statt des üblichen Pokerfaces zeigte er sich besorgt und leichenblass.
Der andere Mann hatte kurzes rabenschwarzes Haar. Seine olivfarbene Haut leuchtete golden in dem Licht, das durch die hohen Fenster fiel, die zum Innenhof hinausgingen. Der Mann war sehr groß, er hatte lange Beine und breite Schultern, beste Voraussetzungen für die Rudermannschaft in der Schule und später auf der Universität. Da in den Augen seines Onkels eine Karriere als Ruderer allerdings nichts wert war, waren Kamal Al Safars erste Olympische Spiele auch seine letzten gewesen. Die Goldmedaille, die er gewonnen hatte, lag irgendwo vergessen in einer Schublade. Kamal ging gerne an seine Grenzen – er wollte gewinnen, aber Preise bedeuteten ihm nichts.
Während Charles Latimer ruhelos auf und ab ging, saß Kamal reglos da. Nur sein Kiefermuskel zuckte, was darauf hindeutete, dass es in ihm arbeitete.
Seinen dreißigsten Geburtstag heute hatte er sich anders vorgestellt, trotzdem zeigte er nicht, wie enttäuscht er war. Er akzeptierte, dass seine Gefühle hinter seiner Pflicht zurückstehen mussten. Ein Pflichtgefühl, das ihm in Fleisch und Blut übergegangen war.
Schließlich stand er auf und ging zum Fenster hinüber. Er kämpfte gegen ein Gefühl der Enge an und öffnete das Fenster, sodass das Plätschern der Springbrunnen im Innenhof die Stimme seines Onkels übertönte. Schwüle Luft drang herein, vermischt mit dem schweren Duft nach Jasmin. Es war etwa zwanzig Grad wärmer, als es gestern in Antibes gewesen war. Antibes …
Bestimmt lag Charlotte Denning dort in diesem Moment neben dem Pool auf einer Sonnenliege, eine Flasche Champagner auf Eis neben sich, bereit, ihm wie versprochen ein besonderes Geburtstagsgeschenk zu machen.
Nachdem sie ein Jahr mit einem Mann verheiratet gewesen war, der ihren sexuellen Appetit nicht geteilt hatte, erfreute sie sich nach der Scheidung ihrer Freiheit.
Sie würde wütend sein, wenn sie feststellte, dass sie vergeblich auf Kamal wartete. Und noch wütender, wenn sie den Grund erst erfuhr.
Aber Vergnügungen dieser Art würde es für Kamal nicht mehr geben. Durch die anstehende Heirat waren alle Charlottes dieser Welt für ihn tabu. Und er würde heiraten, weil es eben seine Pflicht war. Nur für einige wenige Glückliche waren Pflicht und Vergnügen das Gleiche. Früher einmal hatte er sich selbst zu den Glücklichen gezählt.
Tief atmete er die duftende Luft ein, dann schloss er das Fenster, nicht gewillt, sich Bedauern oder Selbstmitleid hinzugeben. Immer wenn er kurz davor war, erinnerte er sich daran, dass er immerhin noch lebte. Anders als seine kleine Nichte Leila. Das Baby starb, als das Flugzeug, mit dem der Säugling und seine Eltern unterwegs gewesen waren, an einem Berg zerschellt war. Alle Passagiere waren ums Leben gekommen. Das Unglück hatte für viele Spekulationen gesorgt – und es hatte Kamals Zukunft für immer verändert.
Er lebte jetzt eine Zukunft, die er von Leilas Vater geerbt hatte. Jetzt war er der Erbe, nicht mehr nur der Ersatz.
Seitdem hatte Kamal gewusst, dass er eher früher als später heiraten musste. Da ihm also nur begrenzt Zeit blieb, um sich auszutoben, hatte er diese Zeit genutzt und sich einen gewissen Ruf erworben, sodass man ihn inzwischen sogar Prinz Herzensbrecher nannte.
Doch jetzt hatte seine Zukunft ihn eingeholt. Plötzlich hatte er eine Braut, deren Ruf seinem in nichts nachstand.
„Es ist erledigt“, sagte der König von Surana.
Kamal drehte sich zu seinem Onkel um und nickte. „Ich werde mich um alles Weitere kümmern.“
Charles Latimer brach in Tränen aus.
Kamal brauchte weniger als eine Stunde, um die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Dann kehrte er zurück und setzte die beiden älteren Männer davon in Kenntnis, was geschehen würde. Der Höflichkeit halber hatte er den Plan von seinem Onkel absegnen lassen, der jetzt nickte und sich an seinen alten Collegefreund und Geschäftspartner wandte.
„Hannah sollte bis heute Abend wieder bei dir sein, Charlie.“
Wohl eher bei mir, hätte Kamal ihn korrigieren können, doch er hielt sich zurück. Erst einmal mussten sie das Mädchen freibekommen, danach würde er weitersehen.
Aber er musste auch in Erwägung ziehen, dass die Sache nicht so lief wie von ihm geplant, und er fühlte sich verpflichtet, darauf hinzuweisen. „Wenn sie allerdings hysterisch wird oder …“
„Keine Sorge.“ Charles Latimer lächelte stolz. „Hannah ist tough und ein kluges Mädchen. Sie versteht schnell und wird aus eigenem Willen mitkommen.“
Bald würde Kamal wissen, ob das väterliche Vertrauen gerechtfertigt war. Allerdings glaubte er nicht ganz daran. Offensichtlich hatte Latimer seine Tochter ihr ganzes Leben lang verwöhnt. Kamal hielt es für viel wahrscheinlicher, dass die verzogene englische Göre schon nach einem halben Tag in einer Gefängniszelle zusammengebrochen war.
So war er auf das Schlimmste vorbereitet, als er schließlich in Quagani angekommen war und die Zelle betrat. Doch Hannah Latimer war ganz anders, als er sie sich vorgestellt hatte.
Das Ziel seiner Rettungsaktion war nicht wie...




