Lethbridge | In den Armen des Duke | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 0571, 256 Seiten

Reihe: Historical MyLady

Lethbridge In den Armen des Duke


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6518-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0571, 256 Seiten

Reihe: Historical MyLady

ISBN: 978-3-7337-6518-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was für ein erregender Kuss! Frederick, Duke of Falconwood, ist erstaunt über die Leidenschaft der jungen Debütantin Minette Rideau. Woher hat sie bloß diese Erfahrung? Die französische Schönheit fasziniert ihn so sehr, dass er sie so schnell wie möglich wiedersehen will. Auf dem nächsten Ball lässt er sich erneut zu einer gewagten Zärtlichkeit hinreißen. Doch da schnappt die Falle zu: Sie werden überrascht, und Frederick, der niemals an Ehe dachte, muss Minette einen Antrag machen! Nichtsahnend, dass die vermeintliche Unschuld ein skandalöses Geheimnis verbirgt ...



Ann Lethbridge wuchs in England auf. Dort machte sie ihren Abschluss in Wirtschaft und Geschichte. Sie hatte schon immer einen Faible für die glamouröse Welt der Regency Ära, wie bei Georgette Heyer beschrieben. Es war diese Liebe, die sie zum Schreiben ihres ersten Regency Romans 2000 brachte. Sie empfand das Schreiben so schön, dass sie einfach nicht damit aufhören konnte. Sie zog nach Kanada als sie Anfang 20 war. Noch heute lebt sie dort mit ihrem Ehemann und ihren zwei Töchtern. Sie schreibt in Vollzeit nachdem sie ihre Karriere in der Verwaltung einer Universität aufgegeben hat um zu ihrer ersten Liebe zurück zu kehren - dem Schreiben von Romanen. Während sie schreibt, genießt sie es sehr wenn ihr Malteser Terrier, Teaser, ihr zu Füßen liegt. Ann Lethbridge lebt noch immer in Kanada aber sie hat noch eine große Familie, die in England lebt. Einmal im Jahr reist sie dorthin um alle Familienangehörigen zu sehen. Auch nutzt sie diese Reisen zur Recherche für ihre Bücher. Wenn Sie möchten, können Sie ihr unter romanceinhistory@gmail.com eine E-Mail schreiben.
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1. KAPITEL

Der durchdringende Gestank raubte ihr nahezu den Atem. Mit einer Hand raffte Minette ihren Rock, mit der anderen hielt sie sich an Granbys Arm fest, während sie über das glitschige Kopfsteinpflaster der Brigde Alley im verrufenen Stadtviertel St Giles eilte. Diese Gasse führte zu Londons berüchtigtem Sündenpfuhl, der ausgerechnet einem Mann mit herzoglichem Titel gehörte – dem Duke of Falconwood. Um diesen Mann endlich aufzuspüren, setzte Minette heute Nacht ihren guten Ruf aufs Spiel.

Auf beiden Seiten der Straße befanden sich heruntergekommene Mietshäuser. Flackerndes Licht, das durch das Ölpapier vor den Fensteröffnungen schien, verlieh diesem Ort eine bedrohliche Atmosphäre. In den Schatten der Häuser tummelten sich Unheil verkündende Gestalten. Minette vernahm ihr Rufen und Fluchen über den Musikfetzen, die aus den Tavernen auf die Straße hinausdrangen. Dazu war vereinzelt der Klang von weinenden, lachenden und hustenden Menschen zu hören.

Was für ein Gegensatz zu dem eleganten Londoner Stadtviertel Mayfair, dachte Minette, aber schließlich war sie in ihrem Leben schon an wesentlich gefährlicheren Orten gewesen.

Vor einer niedrigen eisenbeschlagenen Holztür blieb Granby stehen. Das Licht der darüber angebrachten Laterne spiegelte sich matt auf der ölig glänzenden Oberfläche der Straßenrinne wider.

„Hier ist es also?“, fragte Minette. „The Fool’s Paradise?“

„Ja – das Paradies der Narren“, stieß Granby heiser hervor und sah sich besorgt um, als erwarte er jeden Augenblick einen Überfall.

Minette hatte all ihren Charme aufwenden müssen, um Lieutenant Laurence Granby dazu zu bewegen, sie zu diesem Etablissement zu begleiten. Sollte ihr kleines Abenteuer jemals bekannt werden, würde er sich eine ganze Menge Ärger aufhalsen.

Er räusperte sich. „Sie können doch nicht wirklich von mir erwarten, dass ich Sie dorthinein begleite“, sagte er flehentlich.

Schuldbewusst sah Minette ihn an. Sie wusste sehr wohl, was sie ihrem Begleiter mit dieser Expedition in Londons Sündenpfuhl zumutete. Sie hatte ihn auch nur dazu bewegen können, indem sie an sein Ehrgefühl appelliert hatte. Eigentlich war der Ehrenwerte Mr. Laurence Granby ein netter junger Mann. Offen und ehrlich – und schrecklich anfällig für die geschickten Manipulationen einer Frau. Doch ihr blieb keine andere Wahl, und sie ließ sich von seinem Flehen nicht erweichen.

Allerdings stand zu befürchten, dass ihre Unternehmung vielleicht vergebens sein würde. Der Mann, der sich hinter dieser Scharade des Sündentempels versteckte und den Minette um Hilfe bitten wollte, ging ihr bereits seit Jahren aus dem Weg. Trotz ihres sorgfältig überlegten Plans war es also durchaus möglich, dass er ihre Bitte ablehnte und ihrem Schwager Gabe verriet, was sie getan hatte.

Doch so leicht ließ sie sich nicht abschrecken. Falls er sich weigerte, würde sie sich eben eine andere Strategie überlegen müssen, um das drohende Unheil abzuwenden.

Ein Unheil, das sie vor einigen Jahren selbst verschuldet hatte, als sie sehr jung, verliebt und ausgesprochen naiv gewesen war.

Ermutigend berührte sie Granbys Arm. „Sie werden doch jetzt nicht von Ihrem Ehrenwort zurücktreten, oder?“, fragte sie und sah ihn enttäuscht an.

Der junge Mann straffte die Schultern. „Selbstverständlich nicht, Miss Rideau. Sie wissen ja, dass ich ein Gentleman bin. Aber meinen Sie wirklich …“

Courage, mon ami. Nur Mut. Klopfen Sie. Es wird sicher très amusant, meinen Sie nicht auch? Und niemand wird je etwas davon erfahren.“ Sie schenkte ihm ihr reizendstes Lächeln, das seine Wirkung nicht verfehlte. Granby klopfte daraufhin gehorsam mit dem Knauf seines Spazierstocks gegen die Tür.

Kurz darauf wurde ein quadratisches Sichtfenster geöffnet, und ein Pförtner sah misstrauisch zu ihnen hinaus. Männer, dachte Minette leicht amüsiert – immer dieser Hang zur Geheimniskrämerei.

„Ach, Sie sind’s, Sir“, sagte der Türsteher, bevor er das Sichtfenster wieder verschloss und ihnen Zutritt gewährte. Dabei würdigte er Minette nur eines flüchtigen Blickes. Im Gegensatz zu den honorigen Londoner Herrenclubs waren Frauen im Fool’s Paradise nicht unerwünscht. Streng genommen machte ihre Anwesenheit sogar einen beträchtlichen Reiz dieser Spielhölle aus. Minette hoffte inständig, dass es noch andere Frauen heute Nacht hierher verschlagen hatte, denn auf keinen Fall wollte sie unnötiges Aufsehen erregen. Viel Zeit würde sie gar nicht benötigen, denn sie wünschte einzig und allein, ein paar Worte mit dem Besitzer dieses Etablissements zu wechseln – mit Seiner Gnaden, dem Duke of Falconwood.

In einem Anfall von rührendem Heldenmut umfasste Granby galant ihren Arm. Er führte sie einen kurzen, nur schwach beleuchteten Gang entlang bis zu einem Durchgang, vor dem ein roter Samtvorhang hing.

Ein etwa fünfzehnjähriger Junge in livrierter Uniform zog den Vorhang beiseite, sodass sie den niedrigen Clubraum betre ten konnten. Der Rauch von unzähligen Zigarren hing schwer in der Luft. Minette unterdrückte nur mühsam den Hustenreiz, während sie die Männer jedes Alters und jeder gesellschaft lichen Schicht an den Spieltischen musterte. Deren Interesse war ausschließlich auf das Glücksspiel gerichtet, dem sie sich gerade hingaben – wie etwa den Kartenspielen Pharo und Basset oder ihren Würfeln. Die Atmosphäre im Raum schien zum Zerreißen angespannt, während die Spieler wie gebannt auf eine Glückssträhne warteten.

Vom Duke of Falconwood, seinen Freunden – zu denen Minette allerdings nicht zählte –, unter dem Namen Freddy bekannt, war allerdings keine Spur zu sehen.

Ein sorgfältig frisierter muskulöser Mann um die dreißig und in makelloser Kleidung kam ihnen entgegen. Offenbar handelte es sich um den Geschäftsführer des Etablissements. „Lieutenant Granby. Was kann ich heute Abend für Sie tun?“, fragte er. Scheinbar beiläufig blickte er zu ihr, doch Minette bemerkte den überraschten Ausdruck in seinen blauen Augen.

Angespannt wartete sie darauf, dass er sie abwies, doch stattdessen musterte er ihren Begleiter prüfend. Erleichtert atmete sie aus.

„Eine Partie Vingt-et-un – Siebzehnundvier, Barker“, erwiderte Granby, wie Minette es ihm aufgetragen hatte.

Der Mann führte sie an einen Tisch, an dem sie Platz nahmen, und gab einem Kellner durch ein Fingerschnippen zu verstehen, sich um die Neuankömmlinge zu kümmern. In der Zwischenzeit sah Minette sich auf der Suche nach dem Gentleman um, dessentwillen sie hierhergekommen war. Dabei wurde sie das Gefühl nicht los, von jemandem beobachtet zu werden.

„Willkommen, meine Teure“, sagte ein Herr, der an einem Nebentisch saß und sich entspannt zurücklehnte, während er Minette förmlich mit den Blicken auszog. Nur kurz musterte er Granby, als überlegte er, ob der junge Mann einen ernst zu nehmenden Gegner darstellte.

Kaum merklich neigte sie den Kopf und rutschte ein Stück näher an Granby heran. Schulterzuckend wandte der Fremde sich wieder seinem Spiel zu.

Nach einer Stunde hatte Granby zwar eine beträchtliche Summe an sie verloren, doch der Duke hatte sich immer noch nicht blicken lassen. Minette kam zu dem Schluss, dass ihrem Vorhaben offenbar kein Erfolg beschieden war. Das verwirrte und enttäuschte sie gleichermaßen, denn sie hatte fest damit gerechnet, ihn heute Abend hier anzutreffen. Mehrere Tage lang hatte sie ergebnislos versucht, in seinem Stadthaus mit ihm zu sprechen. Dann war ihr die Idee mit dem Fool’s Paradise gekommen. Allmählich gingen ihr die Ideen aus.

„Warum bin ich eigentlich nicht überrascht?“, ertönte eine wohlbekannte, tiefe Männerstimme neben ihr, bei deren Klang Minette unwillkürlich wohlig erschauerte. Er hatte schon immer diese Wirkung auf sie gehabt, doch das hatte sie stets geschickt zu verbergen verstanden – so, wie jetzt auch.

Bedächtig legte sie die Karten auf dem Tisch ab und sah in die vertrauten dunkelblauen Augen.

Nie würde sie dieses attraktive Gesicht vergessen, ausdrucksstark und geheimnisvoll zugleich. Seit ihrer letzten Begegnung hatte er sich allerdings verändert. Sein Ausdruck war kälter und unnahbarer als je zuvor. Noch immer war er schlank, doch seine Schultern schienen breiter geworden zu sein. Mit funkelnden Augen sah er sie an.

Sein zorniger Blick überraschte sie keineswegs – immerhin war sie in sein Allerheiligstes eingedrungen.

„Guten Abend, Eure Gnaden“, erwiderte sie gelassen und hatte plötzlich den Eindruck, dass der tiefe Ausschnitt ihres Kleides möglicherweise doch etwas zu gewagt war. Aber auf keinen Fall wollte sie ihrem Gegenüber ihre Verlegenheit eingestehen. Stolz streckte sie das Kinn vor. „Quelle suprise – was für eine Überraschung.“

Ungnädig musterte er ihren Begleiter.

„Zu Ihren Diensten, Eure Gnaden“, beeilte Granby sich zu sagen, während er hastig aufstand und sich verbeugte.

„Das ist wohl kaum der geeignete Ort für eine Lady, Lieutenant“, stellte der Duke fest und runzelte missbilligend die Stirn.

Verlegen zupfte Granby an seinem Krawattentuch herum. „Eine Wette“, stieß er hervor. Auf seiner Stirn zeigten sich bereits kleine Schweißperlen. „Die Lady wollte einen Blick in die Hölle werfen. Natürlich kann ich einer Dame keinen Wunsch verwehren.“

„Natürlich nicht.“ Misstrauisch sah der Duke zu den Karten und dem Stapel Münzen, der vor Minette auf dem Tisch lag. „Wie...



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