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Leuthner Manager-Jargon


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-95912-035-7
Verlag: Open Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

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Schwammig-hippe Fachbegriffe, rätselhafte Anglizismen, raffinierte Rhetorik und gute Ellbogentechnik: Roman Leuthner stellt mit einem kräftig-ironischen Augenzwinkern vor, was einen erfolgreichen Manager von heute so alles ausmacht. Dabei bleibt einem als Leser so mancher Lacher im Halse stecken, weil man sich selbst - oder seinen Chef - zumindest ein bisschen wiedererkennt. So oder so bietet das Buch eine unterhaltsame Grundlage, um Manager zu verstehen, sie zu entlarven und sie - falls nötig - mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

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Intro Jedes soziale Milieu hat seine eigene Sprache – spezifische Ausdrucksformen, Begriffe, Redewendungen und stereotype sprachliche Prägungen, die es bis zu einem gewissen Grad unverwechselbar machen. Worte und Wendungen sind Signale. Wir wissen: Der gehört zu uns, wenn er so spricht wie wir. “Lass mich hören wie du sprichst, und ich weiß wer du bist...” Deshalb muss einer, der was werden und dazu gehören will, den Jargon “draufhaben”. Wenn ich mich als Papa mit meinem heftig pubertierenden Sprössling unterhalte, darf ich mir nicht all zu pippi sein und muss schon mal kräftig ins Klo langen, ‘ne Alte für megascharf und ‘nen Pauker für abartig schräg, ‘ne Situation für mächtig finster und das Leben allgemein für krass halten. Sonst, ja sonst könnte ich gleich japanisch schwätzen und mein Fleisch und Blut nimmt mich noch weniger ernst als ohnehin schon, kotzt ab wegen seinem abgeholzten Alten und schließt die Festplatte kurz. Erzeuger, das wäre dein Einsatz gewesen... Ähnlich lebensnotwendig ist die korrekte Speech für Manager, und für alle, die sich dafür halten. Wenn man sonst schon nichts draufhat, außer jede Menge Zaster auf dem Bankkonto, sollte der branchenübliche Jargon perfekt sitzen – wie der Armani-Anzug. Er verschafft Glaubwürdigkeit, Legitimation und Akzeptanz. Er, der Jargon, zeigt meinem Gesprächspartner, dass ich ihm intellektuell und rhetorisch auf gleicher Augenhöhe begegne, und dass von mir wertvolle Redebeiträge bei jeder Konferenz, sorry: meeting, zu erwarten sind. Das augenfälligste Merkmal des Management-Jargons ist seine Anlehnung an das Englische oder besser Amerikanische. Richtig: Der gute manager ist ausgesprochen anglophil wie ja auch schon seine Berufsbezeichnung sagt – und das demonstriert er in seiner höchst amerikanistischen Ausdrucksweise. Zweites Merkmal ist selbstredend die Anleihe aus der Sprache der Wirtschaft, dem bizz, das vom manager ja gemanagt wird. Deshalb sind seine Verhandlungspartner immer professionals und niemals einfach Fachleute und eine Konferenz ist keine Besprechung, sondern ein meeting. Er meldet sich immer als consultant an und niemals als popliger Berater, dessen geschäftliche Ratschläge als dirty tricks und nicht als simple Tipps durchgehen. Selbstverständlich mündet jeder Rat in eine win-win-situation, aus der beide partners ihren profit und benefit ziehen. Die wahre terminologische Goldgrube des modernen Management-Jargons ist das Internet-Business und die Welt der Informations- und Kommunikationstechnologien. Der rede-fitte Manager loggt sich ein in einen process und bringt alle mit einem up date auf den state of the art. Wenn alle dann alle Infos vor der discussion down-ge-loadet haben kann’s losgehen mit dem busy talkin‘, auch wenn der ein oder andere Vorschlag vielleicht nicht ganz so sexy ist wie erwartet. Hauptsache aber der focus (lateinisch-amerikanisch) liegt auf dem mainstream – Okay, I told You so. Ganz klar: Arbeitsprozesse sind work flows, Firmenabteilungen units, kleine und mittlere Unternehmen heißen smb’s – small and medium business, alternativ möglich wäre small and medium enterprises – , Aufgaben, auf die man sich verständigt, sind projects, die von verschiedenen work stations aus angegangen werden. Super-hype ist der, der alle personal cultures in der company sorgfältig screened und dem bekannt ist, dass es neben high tech auch auf high touch ankommt (“Wir wollen hier ja kein hire and fire...) No limits: Wer mithalten will beim Managment-Jargon darf sich beim brainstorming keine Fesseln anlegen und darf beim translaten keine sprachlichen Tabus akzeptieren. That’s it, body! Also: Es gibt genug issues zu lernen, die beste Methode dabei ist training on the job und learning by doing. Sonst heißt es “Aufgepasst”, weil dealer and cracker nur auf ein unfriendly takeover warten. – “Böhmische Dörfer”, Yuppie? Allright, dann wird es Zeit mit dem terminologischen Training zu beginnen. Knapp 400 Sprechblasen, Phrasen, Allgemeinplätze, Fachausdrück und Akronyme warten auf Sie… …it’s to be continued. From the start - One
Vorab und vorneweg: Was eigentlich ist ein Manager? „Oh, bullsh…“ Dies ist eine der schwierigsten Aufgaben dieses Buches, gleich zu Beginn! Das englische Substantiv ist kaum wörtlich ins Deutsche zu übersetzen, allenfalls der „Macher“ ist eine Variante, mit der wir uns eventuell anfreunden könnten. Warum? Okay, lesen Sie mal quer, was wir im Internet bei www.dict.leo.org.de, ein Onlineservice der Technischen Universität München mit einem Dictionary Englisch-Deutsch auf hohem Niveau, unter dem Begriff Manager so alles gefunden haben: Sind Sie überrascht? Kein Wunder, vom account manager bis zum staff manager – alles ist am managen… irgendwie und irgendwo… Vielleicht kommen wir mit dem Verbum, mit dem Zeitwort to manage weiter? Check it out! Probieren wir es:

Na ja, viel schlauer als die variantenreiche Übersetzung des Substantivs manager macht uns das umfangreiche Angebot für das Verbum to manage auch nicht gerade. Gleichwohl wissen wir nun, dass die Assoziation, also das geistige Bild, das wir als Deutschsprechende „im Kopf“ haben, wenn wir den Terminus manager hören, nicht unbedingt stimmt. Denn wenn Sie noch einmal genau nachlesen, stellen Sie fest, dass Der Manager, der etwas managt (Neudeutsch!), nicht unbedingt und nicht in allen Fällen der harte Bursche ist, den der Begriff uns assoziiert. Wie heißt es im online-dictonairy? To manage kann heißen: führen und steuern (genau das erwarten wir von einem Manager, der beispielsweise einen großen Konzern durch alle Stürme und Untiefen von Wirtschaft und Konjunktur mit sicherer Hand steuert), to manage kann aber auch heißen „Ich bringe gerade so etwas fertig“ (I just manage to get by) – also, gerade so kratze ich noch die Kurve, gerade so gelingt es mir noch, beinahe wäre ich aber gescheitert… Keine besonders rühmliche Vorstellung für einen „harten“ Manager! Okay. Unser „Management-Jargon für Angeber“ richtet sich gleichwohl an Alle: An alle, die etwas managen (sei es ein riesiger Welt-Konzern mit 135 Tochterunternehmen auf allen fünf Kontinenten oder sei es eine Würstchenbude am Güterbahnhof von Buxtehude). Wir betrachten alle, die wir meinen als gleichwertig und sind fest davon überzeugt, dass alle noch etwas lernen können. Die Lebenserfahrung zeigt es immer wieder: Auch der Konzern-Lenker kommt in die Jahre und findet sich plötzlich in Gesprächssituationen wieder, die ihn mit Phrasen, Redewendungen und Begriffen seines eigenen beruflichen Jargons konfrontieren, die er noch nicht gehört hat. Und das geht wirklich nicht! Nein, er muss up to date bleiben, er muss immer auf dem Laufenden sein, denn die Welt erwartet von ihm, dass alles gelingt, dass er alles im Griff hat – auch seinen Jargon! Und der Nutzen dieses Buches für den Manager einer Würstchenbude? Well, erstens managt so mancher Inhaber einer modernen Ich-AG diese oft nicht schlechter als ein Industrie-Kapitän sein Unternehmen und zweitens macht es am Güterbahnhof von Buxtehude einen ungeheueren Eindruck, wenn der Würstchen-Manager seinen Stellwerkern und Gleisarbeitern Bock- und Currywürste mit der Bemerkung:...



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