Lynds | Spymaster | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 587 Seiten

Lynds Spymaster

Thriller |»Eine Meisterin des Spionage-Thrillers!« (Steve Berry)
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98690-229-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller |»Eine Meisterin des Spionage-Thrillers!« (Steve Berry)

E-Book, Deutsch, 587 Seiten

ISBN: 978-3-98690-229-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Er ist ein eiskalter Spion - sie ist seine Jägerin: Der Verschwörungs-Thriller »Spymaster« von Bestsellerautorin Gayle Lynds jetzt als eBook bei dotbooks. Zwei knallharte Top-Agenten - ein tödliches Machtspiel, das die Welt in den Abgrund stürzen könnte ... Die junge Elaine Cunningham ist der Shooting-Star der CIA, ihre Erfolgsquote ungeschlagen: Wer auf der Schwarzen Liste der Geheimdienste steht, den spürt sie auf wie ein Bluthund seine Beute. Ihr neuer Auftrag verlang ihr jedoch alles ab: Charles Tice war einer von ihnen, eine Legende in der Riege internationaler Spione - bis er im Kalten Krieg Staatsgeheimnisse an den Feind verriet. Jahrelang hat Tice dafür in einer Hochsicherheitszelle gebüßt, doch nun ist ihm die Flucht gelungen. Die fieberhafte Jagd nach dem Verräter führt Elaine bald bis nach New York, Berlin und Genf - mitten in das Herz einer Verschwörung, die das Leben von Millionen Menschen bedroht ... »Galye Lynds ist eine Meisterin des Spionage-Thrillers!« Bestsellerautor Steve Berry Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der actiongeladene Agenten-Thriller »Spymaster« von Gayle Lynds wird Fans von Lee Childs »Jack Reacher«-Reihe und Eric Van Lustbader begeistern! Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Gayle Lynds wurde in Nebraska geboren und wuchs in Iowa auf. Sie studierte Journalismus und arbeitete nach dem Abschluss viele Jahre lang als Reporterin sowie für den US-amerikanischen Geheimdienst. Ihre preisgekrönten Spionage-Bestseller wurden bislang in 20 Sprachen übersetzt; Erfolge feiert sie außerdem als Co-Autorin von Bestsellerautor Robert Ludlum. Heute lebt sie in Portland, Maine. Die Website der Autorin: gaylelynds.com/ Bei dotbooks veröffentlichte Gayle Lynds ihre Thriller: »Dark Memory - Liz Sansborough, Band 1« »Dark Shadows - Liz Sansborough, Band 2« »Buch des Verrats - Ryder und Blake, Band 1« »Kartell der Angst - Ryder und Blake, Band 2« »Spymaster« »Cold Heart« »Das Bernstein-Enigma«
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Prolog


16. November 1985
Glienicker Brücke zwischen West-Berlin und DDR

Auf der Glienicker Brücke wirkte die Dunkelheit noch kälter und grimmiger, wenn ein Agentenaustausch stattfinden sollte. In dem vergeblichen Versuch, sich warm zu halten, vergrub Jay Tice die Hände tief in den Manteltaschen, während er zu den bewaldeten Hügeln und der aus Stahl erbauten Brücke spähte, die sich schwarz und abweisend im fahlen Licht des Morgengrauens abzeichnete.

Zwei mit Schnee bestäubte, steinerne Zentauren flankierten den langen Übergang und ragten über Tices gepanzerter Limousine und den zwei zerbeulten US-Army-Trucks empor. Ein Dutzend in Alarmbereitschaft stehender Soldaten mit M-16s und Pistolen über ihren gegürteten Übermänteln bewegten sich wie Schatten entlang der Straße und zwischen den Baumgerippen. Obwohl nachts nur wenig Schnee gefallen war, dämpfte er die Geräusche des in der Ferne vorbeifließenden Verkehrs.

Tice entging nichts, weder die Anspannung in den Mienen seiner Männer noch die mit Kalaschnikows bewaffneten ostdeutschen Soldaten, die am anderen Ende der Brücke langsam und bedrohlich im grauen Dämmerlicht patrouillierten. Sie bewachten Pavel Abendroth, den bekannten russisch-jüdischen Dissidenten und Menschenrechtler sowie dessen Begleitperson – Stasi-Offizier Raina Manhardt.

Tice wandte den Blick ab. Er war vierunddreißig Jahre alt und knapp einen Meter achtzig groß. Seine Nase war gerade, sein Haar braun und mittellang, sein Mund breit und unnachgiebig. Je nach Lichteinfall waren seine Augen blau oder braun. Sein einziges auffälliges Merkmal war die tiefe Kerbe in seinem Kinn, die in der Tat extrem war. Doch Tice hatte die Kunst perfektioniert, seltsam farblos und absolut langweilig zu erscheinen. Nur selten erinnerte sich jemand an ihn oder an sein gekerbtes Kinn – es sei denn, er wollte, dass man sich seiner erinnerte.

»Iss’a kaem?«, fragte der Mann neben ihm.

Mit einer scharfen Kopfdrehung wandte sich Tice seiner Hälfte des frühmorgendlichen Tauschgeschäftes zu – Faisal Al-Hadi, ein zwanzigjähriger militanter Muslim, der in einen Waffendeal verwickelt gewesen war, den Tice hatte auffliegen lassen. Reglos und angespannt wie ein Springmesser stand er da, genauso groß wie Tice, aber schmaler, mit hohem Nasenrücken, knochigen Gesichtszügen, gekleidet in Jeans und Dufflecoat. Seiner Akte zufolge sprach er Englisch, aber niemand aus dem Führungsstab hatte bisher gehört, dass er davon Gebrauch gemacht hätte. Seltsamerweise hatte Al-Hadi noch kein einziges Mal zur Brücke hinübergesehen. In der Regel starrten die Personen, die darauf warteten, ausgetauscht zu werden, mit unverhülltem Verlangen zur anderen Seite hinüber.

Tice warf einen Blick auf seine Armbanduhr. »Zwölf nach fünf. Da’ayi’ hidashar.« Der Austausch musste in exakt elf Minuten beginnen, damit er bis fünf Uhr zweiundvierzig beendet sein würde – zum Sonnenaufgang.

Die Glienicker Brücke – die sogenannte »Agenten-Brücke« – war im Kalten Krieg Zeuge zahlreicher spektakulärer Austauschaktionen. Es war eine Brücke, die nicht benutzt wurde, außer gelegentlich von einem offiziellen Fahrzeug, das auf einer militärischen Mission zwischen dem freien Westen und dem kommunistischen Osten verkehrte, oder als Ort für den Austausch von Agenten. Manche dieser Aktionen waren bekannt und wurden in der Presse ausführlich behandelt; andere, wie diese, waren geheim.

Ehe Al-Hadi antworten konnte, durchschnitt das Geräusch eines Automotors die Stille. Tice wirbelte herum. Schützen gingen in Position. Das Motorengeräusch war ein tiefes Schnurren, erlesen und teuer, und das Timing war perfekt. Ein Mercedes näherte sich. Sobald Tice das Nummernschild gesehen hatte, schwenkte er den Arm in einem weiten Bogen nach hinten, um den Leuten auf beiden Seiten der Brücke zu signalisieren, sie mögen sich in Bereitschaft halten.

In einen Kamelhaarmantel gekleidet, stieg Palmer Westwood aus dem luxuriösen Wagen. Er hatte dichtes dunkelgraues Haar und kantige, ernste Gesichtszüge. Mit seinen zweiundfünfzig Jahren war Westwood der neue Associate Deputy Director of Operations kurz ADDO, der drittmächtigste Mann in der CIA. Er kam gerade aus Langley. Und er hatte sich verspätet.

Während Westwood auf Tice zueilte, zog er seine Taschenuhr hervor. Der Uhranhänger bestand aus einem kleinen goldenen Dreieck – flach, mit gezackten Rändern an zwei Seiten. Er überprüfte die Uhrzeit und warf einen kurzen Blick auf den Terroristen. »Irgendwelche Probleme?«

»Bisher alles ruhig«, sagte Tice. »Wir sollten anfangen.«

Westwood nickte, woraufhin Tice ein Zeichen gab. Die Soldaten rückten vor. Als eine geschlossene Gruppe passierten sie das Schild, das in vier Sprachen unheilvoll verkündete: SIE VERLASSEN DEN AMERIKANISCHEN SEKTOR. Die alte Stahlbrücke, die von Lichtbogen erhellt war, erstreckte sich über einhundertundzwanzig Meter.

Zum ersten Mal richtete nun Al-Hadi sein Augenmerk auf die Brücke. Reglos starrte er hinüber, als könne er sich von dem Anblick nicht losreißen, und in seinen schwarzen Augen brannte helle Wut, die er nicht länger verhehlen konnte. Als Tice seinem Blick folgte, begann er das Schweigen des Terroristen und sein zur Schau gestelltes Desinteresse zu verstehen.

»Kommen Sie hier herüber«, befahl Tice, als sie vor der Brücke stehen blieben. »Bleiben Sie auf meiner linken Seite.« Der Terrorist war Rechtshänder.

Tice wandte sich ab, damit Al-Hadi nicht sehen konnte, wie er seinen Mantel aufknöpfte, die Pistole aus dem Halfter zog und sie in den Hosenbund steckte. In seine linke Tasche schob er einen anderen Gegenstand. Als er sich wieder umdrehte, stand Al-Hadi am richtigen Platz. Der dunkle Wald zu beiden Seiten der Brücke wirkte still, reglos, beinahe lauernd.

Erneut überprüfte Tice die Uhrzeit und sah genau in dem Moment zur anderen Seite der Brücke hinüber, als Raina Manhardt von ihrer Uhr aufblickte. Sie nickten sich zu und traten allein nach vorne, zwei feindliche Nachrichtenoffiziere bei der Ausübung ihrer Pflicht. Mit wenigen Schritten holte Al-Hadi Tice ein, während Raina Manhardt langsamer wurde, damit Abendroth aufschließen konnte. In den neun Jahren Straflager hatte der jüdische Arzt durch Hunger und Krankheit ein Drittel seines Körpergewichts verloren. Die weite Kleidung schlotterte um seinen mageren Körper; er presste seine Ohrenschützer dichter an die Ohren und lächelte, als er Raina Manhardt eingeholt hatte.

Die Aktion hatte begonnen. Eine eisige Bö fegte vom Fluss herauf. Tice ging dicht neben Al-Hadi und sagte auf Englisch: »Sie haben verdammtes Glück. Wenn Dr. Abendroth nicht so eine Berühmtheit wäre, würden Sie jetzt nicht nach Hause gehen.«

Al-Hadis Augen blitzten auf. Sein dunkler Blick war auf den kleinen Mann in der Ferne gerichtet. Er sagte nichts.

»Welch Ironie«, fügte Tice sanft hinzu. »Ein Jude rettet Ihnen das Leben. Schlimmer noch, ein jüdischer Menschenrechtler, der in der westlichen Welt verehrt wird.«

»Mabahibish khanzeereen«, zischte Al-Hadi. Seine rechte Hand zuckte.

Sofort schob ihm Tice mit beiden Händen eine Handschelle über und drückte sie eng zusammen, um die Blutzirkulation einzudämmen. »Los, weitergehen. Ich habe unter meinem Mantel eine Waffe auf Sie gerichtet. Verdammt, versuchen Sie ja keine Tricks. Sie wollen doch kein Aufsehen erregen, oder? Ala tool. Ala ikobri.«

»Kufr. Ungläubige! Die Juden sind die Feinde des Islam. Juden sind die Quelle aller Konflikte. Sie sind Lügner. Mörder. Nur weil ich meine Heimat verteidige, darf man mich nicht als Terroristen bezeichnen. Alle Ungläubigen müssen sterben!«

»Hätten Sie sich im Knast nicht so gut benommen, hätte ich in Langley niemals durchgesetzt, dass man Sie laufen lässt – nicht einmal im Austausch gegen so ein Kaliber wie Abendroth. Bisher haben Sie sich klug verhalten. Aber Sie werden es nicht lebend nach Hause schaffen, wenn Sie nicht sofort fallen lassen, was immer Sie in der rechten Hand halten.«

Al-Hadi riss den Kopf zu ihm herum. »Was? Wie können Sie das wissen?« Sein gequälter Gesichtsausdruck verriet, welche Schmerzen ihm die enge Handschelle verursachte.

Seit seiner Festnahme bei der Schießerei in Westberlin vor einem Monat bemühte sich Al-Hadi nach Kräften, seine Intelligenz hinter einer Maske aus Gleichgültigkeit zu verstecken. Doch Tice waren weder sein wachsamer Blick entgangen, noch seine Fähigkeit, bei einem scheinbar zufälligen Verhörablauf die dahinter liegende Absicht wahrzunehmen. Seine Intelligenz würde sich gegen Selbstzerstörung aussprechen.

»Erfahrung. Gehen Sie weiter.« Tice zog die Handschelle noch enger zusammen. »Lassen Sie die Waffe fallen oder Sie werden Damaskus nie wieder sehen.«

Zum ersten Mal flackerte Zweifel im Gesicht des jungen Mannes auf.

»Weg mit der Waffe, mein Junge«, sagte Tice. »Sie wären verrückt, wenn Sie sich die Chance auf Rückkehr in Ihre Heimat vermasseln. Eine zweite Chance werden Sie nicht bekommen. Lassen Sie die Waffe fallen.«

Das Feuer in Al-Hadis Augen erlosch. Er öffnete die Finger, und eine messerscharf geschliffene Metallfeile fiel lautlos in den Schnee, eine Waffe für den Mord aus nächster Nähe. Sofort wandte er den Blick ab, aber nicht schnell genug, um seine Demütigung verbergen zu können. Er hatte versagt.

Gleich darauf presste er die Lippen zusammen. Er schien sich wieder zu fangen. »Machen Sie mich los«, befahl er.

Nach kurzer Überlegung zog Tice die Handschelle auf.

Al-Hadi zeigte kein Zeichen des Dankes, reckte stattdessen trotzig das Kinn nach vorne. Schweigend näherten sie sich der Brückenmitte....



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