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E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

MacArthur Gleichnisse

Was uns die Geschichten von Jesus über das Leben mit Gott erzählen.
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-96122-248-3
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Was uns die Geschichten von Jesus über das Leben mit Gott erzählen.

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-96122-248-3
Verlag: Gerth Medien
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Jesus war ein meisterhafter Geschichtenerzähler, und die Gleichnisse, die er erzählt hat, waren genial einfache Alltagsgeschichten, die aber tief gehende geistliche Lektionen vermittelten. Und wenn wir wissen wollen, wie wir als Christen leben sollen und wie das Leben im Reich Gottes aussieht, ist es wichtig, dass wir diese Gleichnisse auch verstehen. Der bekannte Theologe John MacArthur bringt den Menschen schon seit vielen Jahrzehnten das Wort Gottes nah. In diesem Buch hilft er dem Leser, 12 bekannte Gleichnisse Jesu neu zu verstehen. Er erklärt, in welchem Kontext sie entstanden, an wen sie gerichtet waren, welche Bezüge zum Alten Testament oder zu anderen Texten des Neuen Testaments sie beinhalten - und auch, was sie mit unserem Leben heute zu tun haben. Lassen Sie sich ein auf die bekanntesten und einflussreichsten Kurzgeschichten, die jemals erzählt wurden.

John MacArthur ist Pastor der Grace Community Church in Sun Valley, Kalifornien, und Präsident des Master's College in Los Angeles. In den mehr als vier Jahrzehnten seines Dienstes hat MacArthur Dutzende von Bestsellern verfasst. Er ist verheiratet, hat vier Kinder und fünfzehn Enkelkinder.
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1

EIN BEDEUTSAMER TAG IN
GALILÄA

Euch ist’s gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist’s nicht gegeben.

MATTHÄUS 13,11

An einem sehr ausgefüllten Tag gegen Ende des zweiten Jahres seines öffentlichen Dienstes hatte Jesus eine Begegnung mit einigen feindseligen Pharisäern. Von diesem Moment an änderte sich seine Lehrmethode von Grund auf.

Die Pharisäer und der Sabbat

Matthäus schildert den Wendepunkt im öffentlichen Wirken Jesu, indem er von einer Reihe öffentlicher Auseinandersetzungen berichtet, die von führenden Juden heraufbeschworen worden waren. Diese Männer verfolgten nur ein einziges Ziel – sie wollten Jesus in Misskredit bringen.

Der Hauptkonfliktpunkt, für den sie sich entschieden, hatte mit der korrekten Einhaltung des Sabbats zu tun – dem Aushängeschild ihres gesetzlichen Glaubenssystems. Die Pharisäer betrachteten sich selbst als Fachleute, was die strenge Einhaltung des Sabbats betraf, und auch als Wächter, die Verletzungen bestraften. Sie hatten die vom Heiligen Geist inspirierten alttestamentlichen Sabbatgesetze um eine lange Liste kleinlicher menschlicher Zusatzvorschriften erweitert. Sie machten dieses Thema zu ihrem Steckenpferd und verliehen ihrem Bestreben, dem gesamten Volk ihre extrem strengen Sabbatvorschriften aufzuzwingen, mit geradezu militanter Aggressivität Nachdruck.

Die ursprüngliche Argumentation der Pharisäer sah folgendermaßen aus: Wollte man vermeiden, dass die Sabbatgebote versehentlich oder zufällig gebrochen wurden, war es das Beste, alles zu verbieten, das irgendwie bedenklich war. Stattdessen beschränkte man die Liste der Dinge, die am Sabbat erlaubt waren, auf das Allernotwendigste. Aber was immer auch ihre ursprüngliche Absicht gewesen war: Der Sabbat wurde für die Menschen dadurch bedrückend und unangenehm. Und was noch schlimmer war: Sie waren ungeheuer stolz auf ihr starres Regelwerk, das sie zudem als Waffe missbrauchten, um andere zu drangsalieren. Der „Ruhetag“ war eine der drückendsten Lasten in der langen Liste von „schweren und unerträglichen Bürden“ (Matthäus 23,4) geworden, die die Pharisäer ihren Mitmenschen auferlegten.

Die Einhaltung des Sabbats sollte im Alten Testament niemals eine Belastung sein, sondern genau das Gegenteil: eine „Lust“ (Jesaja 58,13) und eine Erholungspause für erschöpfte Menschen. Die bindenden Vorschriften für den Sabbat waren umfassend, aber sie waren genau definiert. Der siebte Tag wurde geheiligt, weil er die Menschen Woche für Woche an Gottes Gnade erinnerte und daran, dass die Menschheit dazu eingeladen ist, in Gottes Ruhe einzugehen (Hebräer 4,4–11). Die Bibel bringt dieses Thema schon auf den ersten Seiten zur Sprache. Der Ruhetag ist die Krönung, der Höhepunkt der Schöpfungsgeschichte: „So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte“ (1. Mose 2,13; Hervorhebungen des Autors).

Die Abfolge der Verben in diesem Text ist bedeutsam. Als Gott sein Schöpfungswerk vollendet hatte, ruhte er sich aus – aber nicht, weil er eine Pause brauchte und sich erholen musste, sondern weil seine Arbeit getan war.18 Dann erklärte er den Sabbat für heilig – um der Menschheit damit ein Geschenk zu machen. Arbeit ist eine Schinderei – das ist die Konsequenz des Fluches, den der Sündenfall über die gesamte Schöpfung gebracht hat (1. Mose 3,17–19). Der Sabbat ist ein Festtag, an dem die vollendeten Werke des Herrn gefeiert werden, und die gesamte Menschheit ist aufgefordert, bei Gott Ruhe zu finden. Das wurde zum ersten Mal dadurch veranschaulicht, als Gott selbst am letzten Tag der Schöpfungswoche ausruhte. Aber die ganze Herrlichkeit des Sabbats zeigte sich erst durch das vollendete Erlösungswerk Christi (Johannes 19,30).19

Daher ist der Sabbat auch von entscheidender Bedeutung, wenn in der Bibel von Erlösung die Rede ist. Er sollte Woche für Woche an die Gnade Gottes erinnern, die immer in krassem Gegensatz zu den menschlichen Werken steht.

Im mosaischen Gesetz fanden sich eine ganze Reihe von Vorschriften, die die Einhaltung des Sabbats regelten, aber das grundlegende Gebot, den Sabbattag zu beachten und ihn heilig zu halten, findet sich in den Zehn Geboten. Es ist das letzte Gebot auf der ersten Tafel des Dekalogs. (Die erste Tafel enthält die Gebote, die unsere Pflichten in Bezug auf Gott beschreiben. Die zweite Tafel, die das fünfte bis zehnte Gebot enthält, beinhaltet die Pflichten, die wir in Bezug auf unsere Mitmenschen haben.)

Das vierte Gebot umfasst vier ganze Verse in 2. Mose 20 und ist damit das längste Gebot des Dekalogs. (Das zweite Gebot ist drei Verse lang und für die anderen acht wird jeweils nur ein einziger Vers benötigt.) Aber trotz seiner ungewöhnlichen Länge ist das Sabbatgebot nicht besonders kompliziert. Es lautet schlicht:

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn. 1. Mose 20,9–11

Beachten Sie: Die ungewöhnliche Ausführlichkeit des vierten Gebots ist der Tatsache geschuldet, dass es Landbesitzern und Haushaltsvorständen ausdrücklich verboten ist, das Arbeitsverbot dadurch zu umgehen, dass sie andere ihre Arbeit erledigen lassen. Alle diesbezüglichen Schlupflöcher werden hier gestopft. Dann nennt der Text die biblische und dogmatische Grundlage für dieses Gebot, indem darauf hingewiesen wird, dass der Sabbat das Eingehen in die Ruhe Gottes beschreibt.

Abgesehen davon ist das vierte Gebot einfach. Was am Sabbat verboten war, war Arbeit – genauer gesagt, die mühselige Schufterei des täglichen Lebens. Sämtliche Arbeiten mussten ruhen und sogar die Lasttiere durften sich an diesem Tag erholen. Der Sabbat war ein Geschenk Gottes an sein Volk, das dadurch gesegnet wurde. Er hatte ihn eingerichtet, damit das Leben auf der Erde keine endlose, mühselige Schufterei war.

Das Volk Israel verstieß im Laufe seiner Geschichte immer wieder gegen dieses Gebot, indem es den Sabbat ignorierte und zuließ, dass das gesamte Wochenende hindurch wie üblich gearbeitet wurde. Diese Missachtung des göttlichen Willens war entweder auf ihre Gier nach finanziellem Gewinn, völliges Desinteresse an geistlichen Dingen, den Abfall vom Glauben, Götzendienst oder eine unselige Kombination aus diesen Dingen zurückzuführen. In Nehemia 13,15–22 wird der Kampf beschrieben, den Nehemia ausfechten musste, um das Volk dazu zu bewegen, den Sabbat einzuhalten. In Jeremia 17,21–27 wird geschildert, wie der Prophet die Bürger Jerusalems dazu drängte, am Sabbat zu ruhen. Doch sie weigerten sich, woraufhin Jeremia eine Botschaft von Gott erhielt, in der dieser androhte, die Stadt zu vernichten, wenn das Volk sein Verhalten nicht änderte.

Zur Zeit Jesu jedoch war das Pendel dank der Predigten und des Aktionismus der Pharisäer in die andere Richtung ausgeschlagen. Das Volk Israel war verpflichtet, zur Einhaltung des Sabbats einen bis in alle Einzelheiten ausgearbeiteten Regelkatalog zu befolgen. Angeblich zur Ehre Gottes, aber nicht mit der Freude und Dankbarkeit, die Gott im Sinn gehabt hatte, sondern unter der Knute und dem strengen Blick der Pharisäer. Der Sabbat wurde zu einer lästigen, aufreibenden, gesetzlichen Strapaze – er wurde ein mühevolles Ritual und war nicht länger ein echter Ruhetag. Die Menschen lebten fortwährend in der Angst, dass die Pharisäer sie zusammenstauchen und ihnen mit dem Ausschluss aus der Synagoge oder gar mit Steinigung drohen würden, wenn sie versehentlich irgendeine unbedeutende Sabbatvorschrift übertraten oder übersahen. Genau dies passierte auch Jesus und seinen Jüngern.

Jesus gerät mit der religiösen Elite aneinander

Das 12. Kapitel des Matthäusevangeliums beginnt mit der Schilderung einer größeren Auseinandersetzung. Diese war von pharisäischen „Wächtern“ heraufbeschworen worden, die es als ihre Aufgabe betrachteten, die Einhaltung der Sabbatvorschriften zu überwachen und durchzusetzen. Die Jünger waren hungrig und hatten ein paar Ähren gepflückt, während sie am Sabbat durch ein Weizen- oder Ährenfeld gegangen waren. Die Pharisäer waren maßlos empört und beklagten sich bei Jesus über das Fehlverhalten seiner Jünger (Matthäus 12,1–2). Nach den Regeln der Pharisäer war auch das beiläufige Pflücken von einer Handvoll Ähren gewissermaßen Getreideernte und galt daher als Arbeit. Das war genau die Art von scheinbar belanglosen Handlungen, mit denen man regelmäßig zur Zielscheibe der Pharisäer wurde, die selbst das absolut Lebensnotwendigste zu einem ungeschriebenen Sabbat-Tabu erklärt hatten. Ihr Regelwerk war ein echtes Minenfeld für den Durchschnittsmenschen.

Jesus wies nun darauf hin, wie lächerlich es doch war, wenn eine Regel, die jemandem an einem Tag, der...


MacArthur, John
John MacArthur ist Pastor der Grace Community Church in Sun Valley, Kalifornien, und Präsident des Master’s College in Los Angeles. In den mehr als vier Jahrzehnten seines Dienstes hat MacArthur Dutzende von Bestsellern verfasst. Er ist verheiratet, hat vier Kinder und fünfzehn Enkelkinder.

John MacArthur ist Pastor der Grace Community Church in Sun Valley, Kalifornien, und Präsident des Master's College in Los Angeles. In den mehr als vier Jahrzehnten seines Dienstes hat MacArthur Dutzende von Bestsellern verfasst. Er ist verheiratet, hat vier Kinder und fünfzehn Enkelkinder.



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