Madison | Kalter Schnee und heiße Küsse | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 7, 130 Seiten

Reihe: Die famosen Fosters

Madison Kalter Schnee und heiße Küsse


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-2745-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 7, 130 Seiten

Reihe: Die famosen Fosters

ISBN: 978-3-7337-2745-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wen er liebt, den stürzt er ins Unglück, das weiß Liam Daly genau. Daher lebt er zurückgezogen in einer einsamen Berghütte. Bis die bezaubernde Meredith in sein Leben schneit. Er verliebt sich Hals über Kopf - und schickt sie trotzdem fort. Aber ihre Begegnung bleibt nicht ohne Folgen ...



Die preisgekrönte Schriftstellerin Tracy Madison ist in Ohio zu Hause, und ihre Tage sind gut gefüllt mit Liebe, Lachen und zahlreichen Tassen Kaffee ... Die Nächte verbringt sie oft schreibend am Computer, um ihren Figuren Leben einzuhauchen und ihnen ihr wohlverdientes Happy End zu bescheren. Übrigens bekommt Tracy Madison sehr gerne Post von ihren Lesern und Leserinnen; schreiben Sie ihr auf tracy@tracymadison.com.

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1. KAPITEL

Es gab viele Arten, auf die ein Mensch sterben konnte. Bis zu diesem Moment hatte Meredith Jensen allerdings so gut wie nie darüber nachgedacht, wie ihr Leben einmal enden würde.

Wozu auch? Sie war jung und gesund, und ihre Existenz war gesichert.

Abgesehen von ihrer Vorliebe für Spiegeleier auf Toast mit Butter an jedem Sonntagmorgen setzte sie sich keinerlei Gefahren aus. Sie verbrachte die Wochenenden nicht mit Fallschirmspringen oder Bungee-Jumping, sie fuhr keinen Sportwagen, sondern einen Volvo S60 und ging spätestens um zweiundzwanzig Uhr mit einem Buch zu Bett. Auch beruflich hatte sie sich nur wenigen Risiken ausgesetzt. Bis vor zwei Wochen hatte sie für eine angesehene Baufirma in der Nähe von San Francisco luxuriöse Häuser und Wohnungen spektakulär eingerichtet, um sie für potenzielle Käufer attraktiver zu machen.

Sie hatte ihren Job geliebt.

Es war eine äußerst kreative Arbeit, jeden Raum passend zur Architektur zu gestalten und die idealen Einrichtungsgegenstände dafür zu suchen, um ihre Vorstellungen verwirklichen zu können. Natürlich hätte sie auch Pech haben und im falschen Moment vor Ort sein können, wenn irgendwo etwas passierte, aber meistens saß sie in ihrem Büro oder durchstreifte die City nach den richtigen Möbeln, Bildern und Teppichen.

Hätte Meredith über mögliche Gründe für ihr Ableben nachgedacht, hätte angesichts ihres Wohnorts wahrscheinlich ein gewaltiges Erdbeben ganz oben auf der Liste gestanden, sowie alltägliche Tragödien wie Verkehrsunfälle, Feuer oder Gewaltverbrechen. Der Vollständigkeit halber hätte sie auch noch schwere Krankheiten hinzugefügt.

Aber sich in den Bergen von Colorado zu verfahren, während eisiger Regen auf ihren Mietwagen prasselte? Noch dazu mitten im Oktober? Niemals. Die Notlage, in der sie sich momentan befand, hätte es ganz bestimmt nicht auf ihre persönliche Liste denkbarer Todesursachen geschafft. Diese Reise hatte eigentlich nur dazu gedient, sich mit einer alten Freundin zu treffen, etwas Ski zu fahren und vor allem … mit ihrer Vergangenheit Frieden zu schließen und neue Zukunftspläne zu schmieden.

Wäre alles nach Plan verlaufen, wäre sie bereits vor einer Stunde bei ihrer Freundin Rachel Foster eingetroffen und würde jetzt in aller Ruhe ein Glas Wein genießen. Rachel hatte sogar angeboten, sie am Flughafen abzuholen, aber Meredith hatte sich lieber ein Auto gemietet, um flexibel zu sein. Sie hatte schließlich GPS, Rachels Adresse und ihre Telefonnummer. Mehr als das und den gemieteten Honda Accord brauchte sie nicht, hatte sie gedacht.

Leider war das Wetter aber abrupt umgeschlagen, als sie den Flughafen verlassen hatte. Eigentlich hätte Meredith sich darüber nicht wundern dürfen, schließlich hatte sie seit einiger Zeit das Gefühl, dass das Schicksal fest entschlossen dazu war, sie vom Kurs abzubringen und ihr das Leben schwer zu machen.

Trotzdem hatte sie sich so etwas in ihren kühnsten Träumen nicht vorgestellt, als sie am Nachmittag von San Francisco abgeflogen war. Vielleicht hätte sie damit rechnen sollen. Sie kniff die Augen zusammen und starrte auf die schmale Bergstraße vor sich. Vermutlich war sie einmal verkehrt links statt rechts oder umgekehrt abgebogen. Nicht, dass sie überhaupt wusste, wo genau sie sich verfahren hatte. Ihr Smartphone hatte nämlich schon seit dreißig Minuten kein Netz mehr.

Kein GPS, kein Navigationssystem, und außerdem keine Chance, Rachel eine SMS zu schicken oder Hilfe zu rufen. Sie war also vollkommen auf sich allein gestellt, und als wäre das nicht schon schlimm genug, begann es jetzt auch noch zu schneien anstatt zu regnen. Die Flocken fielen immer schneller und dichter.

Meredith nagte nervös an ihrer Unterlippe und versuchte gegen die aufsteigende Panik anzukämpfen. Sie fuhr noch langsamer und schickte ein Stoßgebet zum Himmel, aber dann trat sie sich – bildlich gesprochen – in den Hintern.

„Reiß dich gefälligst zusammen“, sagte sie. „Hör endlich auf, dich zu bemitleiden, und denk nach. Die Fassung verlieren kannst du auch später noch.“

Richtig. Vorausgesetzt, sie überlebte das Ganze. Dazu musste sie allerdings erst einmal wenden, zu den Häusern zurückfahren, an denen sie vorhin irgendwann vorbeigekommen war, und hoffen, dass jemand dort sie aufnahm, solange der Schneesturm anhielt.

Meredith nahm den Fuß vom Gaspedal, beugte sich nach vorn und schaute durch die Windschutzscheibe. Der Himmel wurde immer dunkler, die Sonne war kaum noch zu sehen. Sie konnte nicht einmal erkennen, ob vor ihr genug Platz war, um zu wenden. Die Panik ließ sich jetzt nicht mehr unterdrücken.

Wo zum Teufel war sie nur?

Wie hatte sie es bloß fertiggebracht, in einem beliebten Wintersportort die einzige Straße zu finden, an der keinerlei Hotels oder Wohnhäuser standen? Obwohl sie vorsichtig bremste, rutschte der Wagen einige Meter weit. Sie schaltete die Warnblinkleuchten ein und stieg dann aus.

Es war furchtbar kalt. So kalt, dass es schon wehtat auf der Haut.

Sie kämpfte sich an den Rand der Straße, ging dann langsam weiter und suchte nach einer Stelle, die breit genug war, um den Wagen wenden zu können.

Schon nach wenigen Sekunden kribbelten ihre Hände. Sie hätte den Mantel vom Rücksitz nehmen und anziehen sollen. Sie zog die Ärmel ihres Pullovers über die Finger, senkte den Kopf und marschierte dann mit kleinen Schritten durch die wirbelnden Flocken. Vorhin, vor diesem dramatischen Wetterumschwung, hatte sie noch die Schönheit der Natur bewundert; das Grün und Gold der hoch aufragenden Espen, Pinien, Tannen und Fichten, doch jetzt bildeten sie plötzlich nur noch eine viel zu schmale Gasse.

Ihre Arme, Beine und Füße waren schon taub, die Wangen rot, die Lippen rissig. Das Haar war nur noch eine Masse nasser, gefrorener Strähnen. Alles um sie herum war viel zu kalt, grau, windig und einfach nur feindlich. Sie kämpfte sich eine Weile mühsam weiter, bis sie schließlich irgendwann aufgab.

Wenn es eine Stelle gab, an der sie wenden konnte, so konnte sie diese nicht entdecken.

Okay. Kein Problem. Sie würde einfach weiterfahren, bis sie zu einem Haus, Hotel, Restaurant oder einer Tankstelle kam. Von ihr aus auch ein Iglu. Irgendetwas. Irgendwo. Hauptsache eine Zuflucht, bis der Schneesturm sich wieder legte.

„Bitte, bitte, lass mich irgendeinen Ort finden“, flüsterte sie, als ihr Wagen wieder vor ihr auftauchte. Etwas zu essen wäre auch nicht schlecht, denn sie hatte heute noch nichts zu sich genommen. Das tat sie nie, wenn sie in ein Flugzeug stieg.

Ein Burger mit geschmolzenem Käse wäre himmlisch, oder auch eine Pizza mit Pepperoni und Pilzen. Ihr Magen knurrte daraufhin lautstark als Antwort.

Zurück im Accord, hielt sie ihr Gesicht erst einmal in den warmen Luftstrom der Heizung, schloss die Augen und atmete mit klappernden Zähnen tief durch. Je trockener ihr Haar und die Kleidung wurden, desto zuversichtlicher wurde auch sie. Sie würde nicht verhungern, und im Auto war es zum Glück warm. Selbst, wenn sie bis zum nächsten Morgen hier festsaß, würde sie überleben.

Alles würde gut werden.

Mit diesem Mantra im Kopf schnallte sie sich wieder an und gab vorsichtig Gas. Der Wagen schwankte kurz, als die Reifen auf dem vereisten Schnee nach Halt suchten, setzte sich aber nicht in Bewegung.

Meredith biss sich auf die Unterlippe und erhöhte vorsichtig den Druck auf das Pedal. Die Räder drehten ein, zwei Sekunden lang durch, bevor der Wagen schließlich anrollte. Sie umklammerte das Lenkrad noch fester und fuhr dann weiter, den Fuß mehr auf der Bremse als auf dem Gaspedal.

Aber selbst dieses Schneckentempo erschien ihr schon zu schnell und zu riskant.

Sie orientierte sich jetzt weniger an dem Verlauf der Straße als an den dunklen Bäumen links und rechts. Die Sonne sank immer tiefer, und die Flocken fielen immer dichter, bis sie kaum noch etwas erkennen konnte. Die Windstöße trafen den Wagen so hart, dass sie befürchtete, irgendwann von der Straße geweht zu werden.

Plötzlich kam ihr ein erschreckender Gedanke in den Sinn: Ihre Eltern, ihre Brüder, ihre Freunde und ihre Ex-Kollegen wussten gar nicht, wo sie war. Niemand, außer Rachel und ihrem Mann, würde versuchen, sie zu erreichen. Schließlich hatte sie allen erzählt, dass sie in den Urlaub fuhr.

Aber in Wirklichkeit war es mehr als das – viel mehr als eine einfache Auszeit.

Nach einem heftigen Streit mit ihrem Vater hatte Arthur Jensen ihr klar gemacht, dass er ihr fortan nicht mehr helfen würde. Ein ganzes Jahr lang und egal, was ihr widerfahren würde. Genauso wie der Rest ihrer Familie.

Sie hatte es ja so gewollt.

Aber sie hatte zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht damit gerechnet, dass sie im Herbst in einen verfrühten Schneesturm geraten würde, noch dazu an einem so abgelegenen Ort.

„Hör endlich auf damit“, ermahnte sie sich selbst. „Du wirst hier draußen nicht sterben.“

Kaum hatte sie dies ausgesprochen, tauchte vor ihr ein matter Lichtschein auf. Sie fragte sich zuerst, ob ihre Augen ihr vielleicht nur einen Streich spielten und ihr eine Oase in der weißen Wüste vorspiegelten. Trotzdem schlug ihr Herz automatisch etwas langsamer. Hoffnung und Erleichterung stiegen in ihr auf.

Aber beides hielt nicht lange an. Ohne eine Vorwarnung machte die Straße nämlich plötzlich einen scharfen Knick nach rechts, und Meredith riss zu heftig an dem Lenkrad. Der Wagen schleuderte, drehte sich anschließend um hundertachtzig Grad, wurde immer...



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