Martin Mein brennendes Herz
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95576-230-8
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 192 Seiten
Reihe: Heart Trilogie
ISBN: 978-3-95576-230-8
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Coralee begibt sich auf äußerst gewagtes Terrain, als sie Grayson Forsythe, Earl of Tremaine, kennenlernt. Denn der attraktive Frauenheld ist ihr Hauptverdächtiger auf der Suche nach dem Mörder ihrer Schwester. Um ihn heimlich auszuspionieren, schleust Coralee sich als angebliche Verwandte auf seinem herrschaftlichen Landsitz ein. Dabei kommt sie ihm so nah, dass sie ohne es zu wollen bald selbst seinem Charme erliegt. Und statt ihre Ermittlungen weiterzuverfolgen, ersehnt sie plötzlich nur noch eins: Er soll sie so feurig küssen, wie seine herausfordernden Blicke es versprechen ...
Ihre Arbeit im Immobiliengeschäft führte die New York Times Bestseller- Autorin Kat Martin auf den Weg ins Glück. Durch ihre Tätigkeit als Maklerin lernte sie den perfekten Partner kennen - ihren Ehemann, den Western-Autor Jay Martin. 'Wir standen uns als potenzielle Verkäufer und Käufer gegenüber', erinnert sie sich. Kurz nachdem sie sich kennengelernt hatten, fragte Larry sie, ob sie ein unveröffentlichtes Manuskript eines historischen Westerns, das er verfasst hatte, lesen wolle. Sie verliebte sich sofort in den Roman - und den Autor! 'Es war eine ziemlich romantische Geschichte', gesteht sie. Nachdem sie den Text ihres zukünftigen Ehemanns ein wenig bearbeitet hatte, beschoss sie, es selbst einmal mit dem Schreiben zu versuchen. Kat machte sich auf, Bestseller-Autorin von mehr als 30 historischen und zeitgenössischen Romanen zu werden. Bis heute wurden 10 Millionen Exemplare ihrer Romane gedruckt und auf der ganzen Welt - inklusive Deutschland, Norwegen Schweden, China, Korea, England und vielen anderen Ländern - veröffentlicht. Wenn sie nicht schreibt, fährt sie gern Ski und geht auf Reisen, bevorzugt in Europa. Derzeit ist sie intensiv damit beschäftgt, ihr nächstes Buch zu verfassen.
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2. KAPITEL
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Die Verlagsräume von befanden sich in einem schmalen Ziegelbau unweit der Piccadilly. Corrie hatte ihre Tätigkeit als Reporterin für die Frauenzeitschrift kurz nach dem Tod von Margaret Chapman Hart angetreten, als deren Tochter Krista die Verlagsleitung zusammen mit ihrem Vater Professor Sir Paxton Hart übernahm. Letztes Jahr hatte Krista Leif Draugr geheiratet, der mittlerweile eine erfolgreich arbeitende Schiffswerft gegründet hatte. Neun Monate später hatte sie ihm einen Sohn geboren, was Krista nicht daran hinderte, mehrere Tage in der Woche im Verlag zu arbeiten, da ihr ganzer Stolz und ihre große Leidenschaft war.
Corrie betrat die Verlagsräume, um ihre Freundin aufzusuchen. An der lärmenden Stanhope-Druckerpresse, der Seele der Zeitschrift, stand Bessie Briggs, die zu ihr herüberwinkte, ohne ihre Arbeit zu unterbrechen oder auf die schwarzen Trauerkleider zu achten, die Corrie in den vergangenen drei Monaten getragen hatte und die sie noch weitere drei Monate tragen wollte.
Corrie klopfte an die offene Tür von Kristas Büro.
Lächelnd blickte die Freundin auf. “Da du sonst nicht anklopfst, nehme ich an, du hast mir etwas Wichtiges zu sagen. Komm herein, Coralee.”
Die steifen schwarzen Taftröcke raschelten, als Corrie die Tür hinter sich schloss. “Ich muss etwas mit dir besprechen, etwas Dringendes …”
Kristas Interesse war geweckt. “Was hast du auf dem Herzen?”
Corrie setzte sich und strich ihren Rock glatt. “Ich bemühe mich, Laurels Tod hinzunehmen. Aber ich schaffe es einfach nicht. Ich muss die Wahrheit herausfinden, Krista. Ich kann einfach nicht glauben, dass Laurel sich und ihr Neugeborenes getötet hat. Und ich werde es beweisen.”
Kristas Miene wurde weich. “Du leidest sehr unter dem Verlust deiner Schwester und fühlst dich in gewisser Weise dafür verantwortlich. Aber irgendwann musst du dich damit abfinden, dass Laurel nicht mehr lebt und du nichts daran ändern kannst.”
“Ich weiß. Aber ich habe sie schon einmal im Stich gelassen, als sie mich gebraucht hätte, und das darf nicht wieder geschehen. Meine Schwester hat sich nicht das Leben genommen. Man hat sie getötet. Und ich bin fest entschlossen, ihren Mörder zu überführen.”
Krista zog eine blonde Braue hoch. “Und was willst du tun?”
“Zunächst stelle ich in London Nachforschungen an. Darauf verstehe ich mich. Als Journalistin weiß ich, wie ich an Fakten und Klatsch für meine Kolumne herankomme.”
“Ja, aber derlei Recherchen sind doch etwas völlig anderes.”
“Wieso? Darin besteht kein großer Unterschied. Zunächst nehme ich mir Laurels Briefe noch einmal vor, vielleicht finde ich versteckte Hinweise.” Corries Augen blitzten unternehmungslustig. “Dann reise ich aufs Land, um herauszufinden, wer der Vater von Laurels Kind ist. Ich werde die Leute dort aushorchen, um Antworten über die Umstände ihres Todes zu finden.”
Der Name des Vaters war wohl das wichtigste Versatzstück in dem schwierigen Puzzle. Sie musste erfahren, wer der Mann war, den ihre Schwester geliebt hatte. Nicht einmal Tante Agnes kannte seinen Namen, da Laurel sich strikt geweigert hatte, ihn preiszugeben.
“Um meine Kolumne brauchst du dir jedenfalls keine Sorgen zu machen”, fuhr Corrie fort, bevor Krista Einwände erheben konnte. “Ich habe bereits einen Ersatz für mich im Auge. Dein Einverständnis vorausgesetzt, bitte ich Lindsey Graham, mich zu vertreten.” Lindsey war eine ehemalige Schulkameradin an der Briarhill Academy, wo Krista und Corrie sich kennengelernt hatten.
“Lindsey arbeitet momentan als Lektorin in einem Fachbuchverlag”, erklärte Corrie weiter, “und ich glaube, sie langweilt sich dort zu Tode. Durch die hervorragenden Beziehungen ihres Vaters, eines weltgewandten Barons, hat sie Zugang zu den besten Gesellschaftskreisen der Stadt. Ich bin sicher, dass sie ihre Sache sehr gut macht und du mit ihr zufrieden sein wirst.”
“Das kann ich mir gut vorstellen, aber …”
“Ehrlich gestanden, wollte ich Lindsey damals schon um Unterstützung bitten”, fiel Corrie ihr ins Wort, “als du mit Leif diese gottverlassene Insel besucht hast.” Corrie lächelte. “Den Verlag ohne dich zu leiten war eine Verantwortung, der ich mich kaum gewachsen fühlte. Ich war noch nie so erleichtert in meinem Leben, euch beide wiederzusehen.”
Die Geschichte von Leif und Krista war ein wohlgehütetes Geheimnis. Dass der hünenhafte Mann und sein Bruder von einer winzigen Insel weit im Norden vor der schottischen Küste stammten, deren Bewohner immer noch wie die alten Wikinger hausten, war so grotesk und unglaublich, dass man lieber Schweigen darüber bewahrte.
Wichtig war nur, dass Leif und Krista einander begegnet und in heftiger Liebe zueinander entbrannt waren. Corrie fragte sich, ob auch ihr je der Traummann begegnen würde.
Damit kehrten ihre Gedanken wieder zu ihrer Schwester zurück. In ihren frühen Briefen aus Selkirk hatte Laurel erwähnt, einen Mann kennengelernt zu haben, seine vielen Vorzüge geschildert und geschrieben, wie wohl sie sich in seiner Nähe fühlte. Corrie nahm sich vor, die Briefe noch einmal durchzulesen, auf der Suche nach näheren Angaben, nach etwas, das ihr helfen könnte, seinen Namen herauszufinden. Wer hatte Laurels Liebe gewonnen, sie verführt und entehrt und danach im Stich gelassen?
Corrie fragte sich bang, ob der Vater von Laurels Kind so weit gegangen wäre, Mutter und Kind zu töten.
“Das kann nicht dein Ernst sein, Coralee. Du kannst doch diese schreckliche Geschichte nicht wieder ans Tageslicht zerren.” Agnes Hatfield saß auf dem roséfarbenen Samtsofa in dem kleinen Salon im hinteren Trakt der Whitmore-Villa, ein elegantes, durchaus feminines Kabinett mit Blick in den Garten. Erst vor drei Tagen waren die schwarzen Tücher nach drei langen Trauermonaten abgenommen worden.
“Mir ist bewusst, dass eine schwierige Aufgabe vor mir liegt, Tante Agnes, aber ich habe lange darüber nachgedacht und bin zu der Überzeugung gekommen, dass ich handeln muss.”
Tante Agnes war eine feine ältere Dame mit silbergrauem Haar, die vor dem Tod ihrer über alles geliebten Nichte stets gelächelt hatte. Neben ihr saß Laurels Cousine Allison Hatfield, eine gertenschlanke junge Frau mit gerader Nase und spitzem Kinn, schwarzem Haar und haselnussbraunen Augen, die sich Corries Pläne mit deutlichem Unbehagen anhörte. Allisons Eltern waren vor Jahren von der Cholera dahingerafft worden, und sie war in der Obhut ihrer Tante aufgewachsen.
Auf Einladung des Viscounts hatten die beiden Frauen ihren Aufenthalt in London verlängert, da sie sich scheuten, nach Selkirk Hall und den schmerzlichen Erinnerungen zurückzukehren, die sie dort erwarteten.
“Du hast also tatsächlich die Absicht, eigenmächtige Untersuchungen anzustellen?”, fragte Tante Agnes.
“Ja.”
Die scheue, in sich gekehrte Allison, die kaum je ein Widerwort gab, enthielt sich auch diesmal einer Bemerkung. Vielleicht war das auch der Grund gewesen, warum sie sich widerspruchslos bereit erklärt hatte, East Dereham zu verlassen und Laurel nach Selkirk Hall zu begleiten und sich als verwitwete Mutter des Neugeborenen auszugeben.
Vielleicht aber war Allison es auch leid, von ihrer Tante Gladys abhängig zu sein, zumal Laurel ihr eine stattliche Geldsumme und eine bessere Zukunft als Gegenleistung für ihre Hilfe in Aussicht gestellt hatte.
“Ich habe keine Sekunde geglaubt, was in dem Polizeibericht steht”, fuhr Corrie fort. “Und ich bin nach drei Monaten reiflicher Überlegung zu der Überzeugung gekommen, dass ich handeln muss. Ich werde alles tun, was nötig ist, um die Wahrheit über den Tod meiner Schwester herauszufinden. Tante Agnes, du hast genau wie Tante Gladys Laurel geholfen. Nun bitte ich dich inständig, auch mir zu helfen.”
Allison zog ein Spitzentuch aus ihrem Retikül und betupfte sich die Augen. Sie hatte Laurel und ihr neugeborenes Söhnchen Joshua Michael ebenso sehr ins Herz geschlossen wie Tante Agnes, die gleichfalls ein Tüchlein hervorzog und sich die gepuderte Nase putzte.
Seufzend straffte die alte Dame die Schultern. “Ich werde dir beistehen, so gut ich kann, mein Kind. Wobei nicht auszuschließen ist, dass meine Hilfe letztlich zum Tod deiner Schwester geführt hat.”
Corrie bekam große Augen. “Du zweifelst also auch daran, dass Laurel sich das Leben genommen hat! Jemand muss sie ermordet haben. Laurel und ihr Kind wurden Opfer eines grausamen Verbrechens. Das ist die einzige Erklärung.”
Allison, die ganz vorne auf dem roséfarbenen Sofa saß, meldete sich mit dünner Stimme zu Wort. “Es könnte sein … ich kann es zwar nicht beschwören … aber möglicherweise hatte Laurel in der Nacht ihres Todes eine Verabredung. Sie wollte mir nicht sagen, wohin sie wollte, aber sie wirkte sehr aufgeregt. Erst eine Weile später, als ich im Kinderzimmer nach Joshua sehen wollte, fand ich die Wiege leer und wusste, dass sie das Baby mitgenommen hatte.” Sie begann zu weinen.
Auch Corrie brannten Tränen in den Augen, die sie entschlossen zurückdrängte. Die Enge des Fischbeinkorsetts gab ihr irgendwie Halt und half ihr, die Fassung zu bewahren. “Bitte, Allison, nimm dich zusammen. Wir müssen versuchen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.”
Tante Agnes putzte sich die Nase. “Du hast natürlich recht. Wir haben alle genug geweint. Und wir finden keine Gerechtigkeit für meine geliebte Nichte, wenn wir hier herumsitzen und um sie weinen.”
Corrie sah die scheue Allison eindringlich an. “Hast du in deiner Aussage bei der Polizei erwähnt, dass Laurel...




