E-Book, Deutsch, 392 Seiten
Mason Das Herz des Schwarzen Ritters
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95885-549-6
Verlag: Venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
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E-Book, Deutsch, 392 Seiten
ISBN: 978-3-95885-549-6
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Connie Mason hat früh ihre Leidenschaft für das Lesen und Schreiben entdeckt. 1984 veröffentlichte sie ihren ersten Roman. Im Jahr 1990 wurde die Amerikanerin vom »Romantic Times Magazine« zur »Erzählerin des Jahres« gekürt. Die Bestsellerautorin hat bereits mehr als 50 historische Liebesromane erfolgreich veröffentlicht. Heute lebt Connie Mason mit ihrem Mann in Florida. Sie hat drei Kinder und neun Enkel. Bei venusbooks veröffentlicht Connie Mason: »In den Armen des Lords« »In den Armen des Marquis« »Rebell meines Herzens« »Die Liebe des Outlaws« »Die Leidenschaft des Outlaws« »Das Verlangen des Outlaws« »In den Fängen des Wikingers« »Die Gefangene des Ritters« »Die Geliebte des Schwarzen Ritters« »In den Armen des Ritters« »Die Gefangene des Lairds« »Der Rebell und die Schöne« »In den Armen des Rebellen« »Ein unwiderstehlicher Rebell« Die letzten drei Romane sind auch im Sammelband »Die Liebe der Rebellen« erhältlich.
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Kapitel 1
Die Liebe verleiht einem Ritter Mut.
Burg Chirk, 1343
Raven von Chirk stellte sich ihm in einer Nische am Ende des Rittersaales in den Weg. Sie hatte ihn um ein Treffen nach dem Essen gebeten, um etwas sehr Wichtiges mit ihm zu besprechen. Den siebzehnjährigen Drake No Name, wie sein Halbbruder Waldo ihn taktlos getauft hatte, traf Ravens überraschende Bitte vollkommen unvorbereitet.
»Küss mich, Drake!«
Drake hielt sich Nyles ungestüme, zwölfjährige Tochter lächelnd vom Leib.
»Du weißt, dass ich das nicht tun kann. Du bist mit Aric von Flint verlobt«, erinnerte Drake sie. »Sei nicht so ungezogen, Raven.«
»Ich werde Aric nicht heiraten!«, rief Raven lauthals aus. »Ich will dich heiraten. Magst du mich nicht wenigstens ein bisschen, Drake?«
»Natürlich mag ich dich, Raven. Aber du weißt doch, dass ich deine Schwester liebe. Daria bedeutet mir alles.«
»Daria ist Waldo versprochen«, wandte Raven ein.
Drake senkte seine Stimme. »Kannst du ein Geheimnis für dich behalten?« Raven nickte, ihre grünen Augen vor Neugier weit aufgerissen.
»Daria und ich werden zusammen weglaufen«, vertraute er ihr an.
»O nein! Das darfst du nicht«, rief Raven entsetzt. »Daria spielt nur mit dir. Sie würde niemals einen Mann heiraten, der weder Land noch Reichtümer besitzt. Sie ist erst vierzehn und wankelmütig. Sie liebt dich nicht so wie ich!«
Ein zorniger Schimmer verdunkelte Drakes silbergraue Augen. »Du bist erst zwölf und hast eine blühende Fantasie, wenn du glaubst, ich würde dich heiraten.«
Sie stampfte mit dem Fuß auf. »Ich habe keine blühende Fantasie. Daria ist nicht die Richtige für dich.«
»Mit welchem Recht erklärst du mir, wer für mich die Richtige ist?«
»Vater würde es niemals erlauben. Du bist nichts weiter als ein Knappe in der Ausbildung. Waldo wird sich schon bald seine Sporen verdienen und ist der Erbe einer Grafschaft.«
»Du musst mich nicht extra daran erinnern, dass ich nur ein Bastard bin«, sagte Drake zornig. »Seitdem ich auf Burg Chirk angekommen bin, hat mir Waldo jeden einzelnen Tag meine niedere Geburt und meinen Stand vor Augen geführt. Wir haben zwar denselben Vater, aber das ist auch schon unsere einzige Gemeinsamkeit. Daria beurteilt mich zumindest nicht nach meiner Herkunft.«
»Ich bitte dich, denke genau darüber nach, was du vorhast«, riet ihm Raven. »Daria ist verliebt in die Liebe. Vielleicht spielt sie wirklich mit dem Gedanken, mit dir wegzulaufen, aber für sie wird es nichts weiter als ein großes Abenteuer sein. Glaube mir, wenn ich dir sage, dass sie ganz erleichtert sein wird, wenn Vater sie finden und nach Hause bringen wird. Du wirst derjenige sein, den man bestraft.«
Mit seinen siebzehn Jahren war Drake ein unabhängiger junger Mann, eigentlich schon seit dem Augenblick, als er auf Burg Chirk angekommen war. Unter den anderen Burschen, die zu Knappen ausgebildet wurden, hatte er nur wenige Freunde und diejenigen, die für die Ritterschaft vorgesehen waren, hatten keine Zeit für Drake No Name. Er wurde von Waldo und Duff von Chirk, dem Sohn von Lord Nyle sowie ihren Freunden gnadenlos verspottet, sodass er schon in sehr jungen Jahren gelernt hatte, sich gegen Tyrannen zu verteidigen.
Mit fünfzehn hatte sich Drake hoffnungslos in Daria von Chirk verliebt und sie schien seine Gefühle zu erwidern.
»Du täuscht dich in Daria, Raven«, erwiderte Drake schroff. »Sie liebt mich. Waldo kann sich eine andere Frau suchen.«
Raven seufzte unglücklich. Drake war derjenige, der sich in Daria täuschte. Es war zwar möglich, dass sie sich von Drake küssen ließ, ihm sogar Hoffnung machte, dass sie mit ihm durchbrennen wollte, aber sie würde ihn niemals im Leben gegen den Willen ihres Vaters heiraten. Raven hingegen würde sich mit dem Teufel anlegen, um Drakes Liebe zu gewinnen. Sie kannte ihre Schwester gut. Drake war ein attraktiver Bursche. Daria genoss seine Aufmerksamkeiten, würde ihn aber niemals heiraten. Sie war dazu ausersehen, eines Tages Gräfin zu werden und würde nichts unternehmen, um ihre Verlobung mit Waldo zu gefährden. Warum erkannte Drake das nicht?
In diesem Augenblick erschienen Waldo und Duff in der Nische, in der Raven und Drake standen.
»Was macht ihr zwei hier?«, fragte Duff argwöhnisch. »Versuchst du, meine Schwester zu verführen, Drake No Name?«
»Sir Bastard versucht immer das zu kriegen, was er nicht haben kann«, sagte Waldo mit höhnischem Lächeln.
Anders als Drake, der ein Ebenbild seines Vaters war, hatte Waldo keinerlei Ähnlichkeit mit Basil. Er war groß für seine sechzehn Jahre, und hatte eine massige Statur, die erahnen ließ, dass er später Fett ansetzen würde. Im Gegensatz zu dem dunkelhaarigen Drake war er blond und hatte blassblaue Augen, während die seines Halbbruders von einer faszinierend silbergrauen Farbe waren. Waldo war nicht unattraktiv, aber irgendetwas an ihm ließ ihn abstoßend wirken. Vom ersten Tag an, als sie sich vor sieben Jahren trafen, war Drake für Waldo ein Hassobjekt gewesen.
»Ich habe Drake gebeten, mich hier zu treffen«, gab Raven offen zu. »Wir haben uns nur unterhalten. Drake ist mein Freund.«
»Das nächste Mal unterhaltet euch dort, wo euch jeder sehen kann«, empfahl Duff. »Sollte mein Vater auch nur vermuten, dass Drake versucht, seine Tochter zu verführen, würde er ihn von Burg Chirk verbannen, wenn er ihm nicht sogar auf der Stelle Schlimmeres antut.«
»Ich sagte doch …«
Drake stieß Raven zur Seite. »Ich verführe keine Kinder. Und ebenso wenig brauche ich deine Hilfe, Raven. Ich bin durchaus in der Lage, mich selbst zu verteidigen.«
Waldo trat einen Schritt nach vorne, sein kräftiges Gesicht war noch stärker gerötet als sonst. Man konnte deutlich erkennen, dass er beim Abendessen reichlich Bier getrunken hatte.
Er schob seinen Kopf vor, bis er sich Nase an Nase mit Drake befand. »Hör mir gut zu, Sir Bastard«, sagte er, wobei Drake seine Bierfahne entgegenschlug. »Du bist hier nichts weiter als ein Knappe in der Ausbildung. Mit deiner Respektlosigkeit gegenüber Leuten, die über dir stehen, wirst du dir den Zorn von Lord Nyle einhandeln. Du bist ein Bastard, vergiss das niemals.«
Drakes Miene versteinerte sich und ließ die Bitterkeit erahnen, die tief in ihm verborgen war. »Du wirst schon dafür sorgen, dass ich es nicht vergesse«, stieß er hervor. »Höre mir jetzt gut zu, Waldo von Eyre – eines Tages wird Drake No Name einen Namen haben und beweisen, wer er ist.«
»Als Knappe?«, forderte Duff ihn heraus.
»Als Ritter!«, erwiderte Drake mit Bestimmtheit.
»Ich glaube ihm«, unterstützte Raven ihn.
»Geh ins Bett, Schwester«, befahl Duff ihr. »Du bist ein unverschämtes Frauenzimmer und benimmst dich unmöglich, was sich absolut nicht gehört. Was würde Aric of Flint sagen, wenn er wüsste, dass du hinter seinem Rücken flirtest?«
Duff, der einzige Sohn von Nyles, war ein vierschrötiger junger Mann mit einem stämmigen Körper und schlichtem Geist. Er war ein Gefolgsmann, kein Anführer. Obwohl er drei Jahre älter als Waldo war, folgte er ihm wie ein Hund. Als er erkannte, wie sehr Waldo seinen Halbbruder verachtete, behandelte auch er Drake auf abscheuliche Weise.
Nyle von Chirk war die meiste Zeit unterwegs, zog für König Edward in den Krieg, und wenn er sich zu Hause aufhielt, unternahm er nichts, um Waldo und Duff davon abzuhalten, Drake mit Worten und Taten zu misshandeln. Tatsächlich bemerkte er es nicht einmal. Seine beiden hübschen Töchter dagegen schenkten Drake ihre volle Aufmerksamkeit.
Im Alter von siebzehn Jahren war Drake ein wohlproportionierter, junger Mann mit einem muskulösen, wenn auch noch etwas schlaksigen Körperbau. Zudem hatte er ein ausgesprochen hübsches Gesicht, in dem besonders die Augen auffielen, deren silbergraue Farbe so ungewöhnlich war. Er hatte die Pubertät schnell hinter sich gelassen und sich zu einer Augenweide für jedes junge Mädchen, das seinen Weg kreuzte, entwickelt. Aber Drake interessierte sich nur für Daria, die Frau, die er heiraten wollte. Wenn auch Raven durchaus hübsch war, obwohl ihr Darias zarte Schönheit fehlte, benahm sie sich viel zu forsch und unverblümt für Drakes Geschmack. Außerdem war er der festen Überzeugung, dass Waldo Daria nicht verdienen würde.
Raven warf Duff einen vernichtenden Blick zu. »Ist mir ganz egal, was Vater sagt; ich werde Aric nicht heiraten.« Dann stolzierte sie davon, wobei ihr kastanienbraunes Haar, das eigentlich von einem Schleier und Reif hätte zusammengehalten werden sollen, über ihren Hintern wippte.
»Ich beneide Aric nicht«, sagte Waldo, wobei seine Augen die Worte Lügen straften, als er Raven mit erkennbarer Lust hinterher starrte. »Raven zu zähmen wird keine leichte Aufgabe sein.«
»Du hast mit Daria eine kluge Wahl getroffen«, stimmte Duff ihm zu. »Sie ist süß und fügsam.«
»Trotzdem«, meinte Waldo nachdenklich, Raven weiterhin beobachtend, »schadet ein bisschen Temperament einer Frau eigentlich nicht. Würde Raven mir gehören, würde ich ihr schon zeigen, wo es lang geht. Es wäre mir geradezu ein großes Vergnügen, sie zu bändigen.«
»Du bist erst sechzehn«, spottete Drake. »Was weißt du schon darüber, wie man eine Frau zähmt? Oder ihr Vergnügen bereitet?«
»Mehr als du, Sir Bastard.«
Drake verzog seinen Mund. Er hasste diesen Namen. Von dem Tag an, als er auf Burg Chirk erschienen war und kühn verkündet hatte, dass er einmal ein Ritter sein würde, hatte Waldo ihn Sir Bastard getauft. Seitdem wurde er von Waldo und Duff nur noch so oder Drake No Name genannt.
»Hast du gar nichts zu sagen, Sir...




