E-Book, Deutsch, 416 Seiten
Max Und in der Hölle mach ich weiter
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86413-040-3
Verlag: Münchner Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Bekenntnisse des größten Frauenhelden der Welt
E-Book, Deutsch, 416 Seiten
ISBN: 978-3-86413-040-3
Verlag: Münchner Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er reißt auf und legt flach wie ein Weltmeister und trinkt gerne mal zehn Bier zu viel: Tucker Max, geboren 1976 und im Internet längst eine Kultfigur. Aus einer Wette ging 2002 seine Homepage hervor, die interessierten Damen die Gelegenheit bot, sich per Bewerbungsformular um ein Date mit ihm zu bemühen. Sechs Jahre und geschätzte 300 Frauen später gibt der selbstbewusste Womanizer die verrücktesten, heißesten, aber auch fiesesten Geschichten aus seinem bewegten Leben zum Besten. Für die einen ein Held, für die anderen eine Hassfigur - Tucker Max provoziert und lässt sich weder von Journalisten noch von Verflossenen, die juristisch gegen ihn vorgehen, ans Bein pinkeln: 'Ich bin ein Arschloch. Ich betrinke mich bei völlig unpassenden Gelegenheiten, missachte soziale Normen, ... schlafe mit mehr Frauen, als vernünftig ist, und verhalte mich stets wie ein verrückt gewordener Schwachkopf. Aber ich leiste auf eine sehr wichtige Art und Weise doch meinen Beitrag zum Wohle der Menschheit: Ich teile meine Abenteuer mit dem Rest der Welt.'
Tucker Max, geboren 1975, ist Humorist, Internetberühmtheit und Unternehmer. Auf seiner Webseite TuckerMax.com teilt der studierte Jurist seine Alkoholexzesse und Sexeskapaden seit 2002 mit einem Millionenpublikum. Mittels eines Onlineformulars gab er interessierten Frauen die Möglichkeit, sich um ein Date mit ihm zu bewerben, und wurde von da an mit unzweideutigen Angeboten überhäuft. Sein Erstling 'I Hope They Serve Beer in Hell' fand reißenden Absatz in den USA und hält sich seit seinem Erscheinen 2006 auf der Bestsellerliste der New York Times. Ende 2009 soll die Verfilmung des Buches in die US-amerikanischen Kinos kommen. Tucker Max lebt in New York.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Die Nacht, in der wir fast gestorben wären Passiert – April 1999
Aufgeschrieben – Juli 2001 Es gibt lustige Abende, es gibt verrückte Abende, und es gibt Abende, an denen Männer zu Legenden werden. An einem Samstagabend hatte ich mich mit vier Freunden (Hate, GoldenBoy, Brownhole und Credit) in der Wohnung von El Bingeroso verabredet. Ein Burschenschaftsbruder von El Bingeroso, Thomas, war in der Stadt, und El Bingeroso wollte ihm zeigen, wo hier die Post abgeht. Also trafen wir uns um 19 Uhr und begannen sofort damit, große Mengen Fleisch zu braten und noch größere Mengen an Alkohol zu vernichten. El Bingeroso, der mit seiner Verlobten zusammenwohnt, freute sich riesig über den Besuch und fing an, sich kräftig einen hinter die Binde zu kippen. Da seine Verlobte Kristy genau wusste, was passieren würde, wenn er besoffen war, fing sie mich in einer Ecke ab und bat mich, nüchtern zu bleiben, um später den Chauffeur spielen zu können. Da ich ihr noch einen Gefallen schuldete, willigte ich ein. Zugegeben, keine besonders prickelnde Vorstellung. Doch diese Entscheidung sollte sich später als die beste entpuppen, die ich in meinem ganzen Leben getroffen habe. Als in der Wohnung kein Bröckchen Fleisch und kein Schluck Schnaps mehr zu finden waren, machten wir uns auf den Weg. Wir hatten Lust, mal wieder eine neue Bar auszuprobieren. Irgendjemand erzählte von einer Kneipe namens »Shooters II«, in der ein mechanischer Bulle steht. Die Entscheidung war gefallen. Als wir bei der Bar ankommen, sind El Bingeroso und Thomas schon so betrunken, dass sie Johnny-Cash-Lieder singen und dazu auf parkende Autos eintreten. Dem Rest der Truppe geht es nicht viel besser. Hate, ein ziemlich nervöser Typ, ist so breit, dass er sich schon von einem Stoppschild provoziert fühlt. Die letzten beiden Stunden hat er mit Jim Beam gerungen und verloren. Jetzt ist er bereit für den nächsten Kampf. Brownhole und GoldenBoy schwanken auch schon bedenklich. Mir schwant nichts Gutes! Am Eingang kaufen wir die obligatorischen Armbänder für zwei Dollar. Das Mädchen hinter dem Tresen steckt in einem hautengen roten Cowgirloutfit aus Kunstfaser, das mit weißen Troddeln und Rüschen übersät ist. Ihre schwarz-weißen Stiefel sind aus Schlangenleder. Der wagenradgroße Hut im Leopardenlook macht die Maskerade perfekt. Dekoriert ist der Laden wie eine typische Wildwestkneipe: Rinder, Ölkannen und Sättel schmücken die Wände. Es fehlt nur noch Patrick Swayze, der ein paar frech gewordene Stadtmenschen verprügelt. Der ganze geschmacklose Krimskrams fasziniert mich derart, dass ich das Geschehen erst bemerke, als Hate plötzlich aufstöhnt: »Ich glaub’s nicht! Wie geil ist das denn?« Mitten in dieser Kneipe findet ein Profiringkampf statt – live. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt. Unglaublich – es steht dort wirklich eine komplette Ringkampfarena, in der irgendwelche Menschen, angebliche Profis, miteinander ringen. Es dauert ganze drei Minuten, bis mein Hirn verarbeitet hat, was meine Augen sehen. Ein Ringkampf in Echtzeit mitten in dieser Bar. Zwei verschwitzte Sportsmänner, die aneinander herumzerren und offensichtlich nicht gerade in Bestform sind. Das Ganze vor einer weißen Fahne, auf der gut lesbar »THIS IS THE SOUTHERN WRESTLING ASSOCIATION« steht. Hate reagiert als Erster. Der sowieso stets zornige – und jetzt auch noch sturzbesoffene – ehemalige Schulringer bahnt sich seinen Weg durch die Zuschauer und beginnt auf die Wettkämpfer einzuschimpfen. »WAS SIND DENN DAS FÜR ERBÄRMLICHE GESTALTEN? DA MACHT JA MEINE GROSSMUTTER IM RING MEHR HER! EUER GLÜCK, DASS ICH NICHT DA DRIN BIN, IHR SCHWANZLUTSCHENDEN TELETUBBIES! LASST MICH MITMACHEN, UND ICH REISS EUCH DIE VERDAMMTEN ÄRSCHE AUF!!« Das geht noch etwa fünf Minuten so weiter. Angetrunken, wie wir sind, starren wir gebannt auf diese surrealistische Komödie, die sich direkt vor unseren Augen abspielt. Zu Hates Entschuldigung muss gesagt sein: Die Jungs im Ring sind wirklich nicht in der allerbesten Form. Anders ausgedrückt: Sie sind fett und sehen widerlich aus. Ein kleines Bier später schaltet Hate einen Gang höher. Er klettert über die Seile, die zwischen Zuschauern und dem Ring gespannt sind, beginnt, auf die Ringumgrenzung einzuboxen, und schreit die beiden Kämpfer an. Als ein Sicherheitstyp ihn bittet, damit aufzuhören, ist das für Hate ein Signal, nun erst so richtig loszulegen. Sein Bier fest umklammert, versucht er, in den Ring zu klettern. Doch zwei Sicherheitstypen vermasseln ihm die Tour. Wir holen Hate bei ihnen ab, versprechen, dass er sich ab sofort benehmen wird, und geben ihm ein frisches Bier. Immer wieder wiederholt Hate: »Sogar meine Großmutter würd denen die Ärsche aufreißen. Das ist ja wohl ein schlechter Witz!« Plötzlich fällt mir auf, wie auffällig wir aussehen. Wir tragen unsere Studentenausweise quasi auf dem Leib: Khakihosen und Button-down-Hemden. Niemand im Raum scheint unsere modische Vorliebe zu teilen. Hier ist eher »Landei-Ausstattung« angesagt: dreckige Jeans und allerlei Proll-T-Shirts (z. B. welche vom Weltverband der Ringer mit dem Aufdruck »Komm einen Schritt näher, und ich leg dich flach«). Die besser Angezogenen haben Cowboyhüte auf dem Kopf und tragen Cowboystiefel, Flanellhemden und saubere Jeans. Da ich in Kentucky aufgewachsen bin, weiß ich, dass diese Leute nicht wirklich auf Typen stehen, die den Eindruck machen, als hätten sie Kohle und hielten sich für was Besseres. Und mit Alkohol in der Birne schon gar nicht! Den nächsten Gedanken lege ich im Ordner »Dunkle Vorahnungen« ab. Zu dem Zeitpunkt hat sich Hate wieder von uns abgesetzt und irgendwo in eine Diskussion unter jungen Landeiern eingemischt. Es geht um die Vorzüge des Nordens gegenüber dem Süden. Hate kommt aus Pennsylvania. Niemand teilt seine Ansichten. Er behauptet, er könne jeden der anwesenden Ringer locker auf die Matte legen. Zwei der Landeier, einer davon enorm fett, geben an, Cousins eines der Ringer zu sein, eines Typen, der auf den Namen Motorbike-Mike – oder einen ähnlichen Schwachsinn – hört. Daraufhin mokiert sich Hate über die geschlechtlichen Neigungen ihres Cousins. Als ein Mädchen aus der Gruppe meint, sie sei die Freundin von Motorbike-Mike, stellt Hate ihren Männergeschmack, ihre moralische Integrität und schließlich ihre Intelligenz infrage. Der fette Kerl – also der angebliche Motorbike-Mike-Cousin –, der offenbar auch irgendwie mit dem Mädel verbandelt ist, findet das alles nicht wirklich prickelnd. Er ist einen guten Kopf größer als Hate, hat Brillengläser wie Glasbausteine, so verschmiert und verdreckt, dass ich das Bedürfnis verspüre, ihm die Brille von der Nase zu reißen und an meinem Hemd zu putzen (man bedenke: Ich bin nüchtern). Sein weißes T-Shirt starrt vor Fett- und Ketchupflecken. Für welche Countryband das Logo wirbt, ist nicht mehr zu erkennen. Das Landei braucht offenbar dringend einen Schnellkurs in Logik. Denn es ist dabei, eine Streiterei mit jemandem zu verlieren, der so viel Alkohol im Kopf hat, dass er in eine Ringerarena klettern wollte: Hate: »Der Süden besteht fast nur aus Landeiern und inzestuösen Schwachköpfen. Zu welcher Gruppe gehörst du denn?« Das Landei antwortet irgendeinen Unsinn. Ich verstehe kein Wort. Hate ignoriert ihn. Hate: »Das ändert nichts daran, dass sie es miteinander treiben, obwohl sie verwandt sind. Das nennt man Inzucht. Du bist nichts als ein Stück Inzestabfall.« Landei: »Und der Norden … ist nichts weiter als eine Bande von reichen Arschfickern!« Hate: »Kann ja sein. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass du mir nicht geantwortet hast. Du bist also offensichtlich auch noch hochgradig schwachsinnig!« Landei: »Ich scheiß auf dich. Und auf den ganzen Norden!« Hate: »Hey! Schön, dass du wieder mit mir sprichst! Ich seh das alles genauso. Nur andersherum!« Landei: »Ich reiß dir gleich die Eier ab, du Arschficker. Wir wern schon sehn, wer hier wen fertig macht.« Ein paar Minuten später geht der Ringkampf zu Ende. Ich nutze die Pause im Geschehen und zerre Hate weg von seiner angeregten Unterhaltung in Richtung Bar. Dort bestellt er eine Runde Schnaps für uns alle. Nach einer weiteren Runde Bier, um die Schnäpse zu verdauen, beginnt die Sache mit dem mechanischen Bullen. Hate bucht einen Ritt für sich. Nachdem er lange genug Unverschämtheiten in Richtung fettes Landei am anderen Ende der Kneipe gebrüllt hat, kommt der Kerl rüber und bucht auch eine Tour. El Bingoroso knallt eine Zehndollarnote auf den Tresen und fängt ebenfalls an, das Landei zu beleidigen. El Bing: »Hey, Fettsack, zehn Kröten darauf, dass mein Freund länger oben bleibt als du.« Landei: »Leck mich, du Arschficker. Meine Mutter reitet besser als der da.« El Bing: »Was? Deine Mutter ist nicht hier, Blödel. Du bist gefordert, und zwar gegen den da.« Er zeigt auf Hate. Das...




